Aus der aktuellen Ausgabe

Zehn Jahre Vision 2020

Zehn Jahre Vision 2020

Zehn Jahre sind vergangen, seit in Genf die weltweite Kampagne Vision 2020 offiziell vorgestellt wurde. Als Ziel formuliert wurde, vermeidbare Blindheit bis zum Jahre 2020 auf ein Minimum zu reduzieren. Nun ist Halbzeit und Anlass zur Frage: Was hat sich in den vergangenen zehn Jahren getan? Haben sich die an die Initiative gestellten Erwartungen erfüllt? Kann man heute schon Schlussfolgerungen ziehen? Dr. Hannsjürgen Trojan fasst den gegenwärtigen Stand zusammen.

9. Tagung der European Neuro-Ophthalmology Society in Lübeck

9. Tagung der European Neuro-Ophthalmology Society in Lübeck

Interdisziplinärer Austausch der Neuroophthalmologen
Nahezu 200 Teilnehmer aus 32 Ländern mit Schwerpunkt Neurologie, Ophthalmologie und Sinnesphysiologie trafen sich zum „9th Meeting of the European Neuro-Ophthalmology Society“ (EUNOS) zu einem internationalen und interdisziplinären Austausch in Lübeck. Eingeladen zur zweijährig stattfindenden Tagung hatte in diesem Jahr Prof. Detlef Kömpf, Ordinarius für Neurologie an der Neurologischen Universitätsklinik Lübeck. Dr. Udo Hennighausen fasst die Tagungsthemen zusammen.

Femto-Laser in der Refraktiven Chirurgie

Sind mechanische Mikrokeratome noch „State of the Art“?
Mit dem Femtosekundenlaser steht eine Technologie zur Verfügung, die eine sichere und präzise Flap-Präparation erlaubt. Allerdings wird eine große Anzahl der LASIK-Operationen nach wie vor mit mechanischen Mikrokeratomen durchgeführt, die immer noch einen hohen Verbreitungsgrad haben. Dr. Omid Kermani stellt beide Systeme – klassische Schnitttechnik und Lasertechnik – und ihren gegenwärtigen Entwicklungsstand vergleichend gegenüber.

Nachbericht zur 107. Tagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

Nachbericht zur 107. Tagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

Allerlei in Leipzig
Zur 107. Tagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) hatte der diesjährige Präsident Prof. Dr. Peter Wiedemann anlässlich der 600-Jahresfeier der Universität nach Leipzig geladen. Damit tagte die Gesellschaft wie bereits 1932 und zuletzt 1991 nun schon zum dritten Mal seit ihrem Bestehen in Leipzig. Nach gut zehn Jahren Kongressausrichtung in Berlin kostete dies erwartungsgemäß einige Teilnehmerzahlen. So mancher scheute die Anreise, die durchaus in jeder Hinsicht lohnenswert war: Ein schön gelegenes, lichtdurchflutetes Kongresszentrum mit einer für die DOG idealen Größe erlaubte konzentriertes Tagen und entspanntes Verweilen. Das wissenschaftliche Programm bot gewohnte thematische Vielfalt und die Stadt Leipzig lockte bei herbstlichem Sonnenschein mit Prachtbauten, schmalen Altstadtgässchen und freundlichem Flair. Unter dem etwas sperrigen Motto: „Lebenslang gut sehen — weil Augenärzte forschen, lehren, heilen und helfen“ galt das Leitthema dem guten Sehen des Patienten in allen Lebensphasen einerseits und den dafür erforderlichen Voraussetzungen in der Augenheilkunde andererseits. Ein Bericht von Ulrike Lüdtke.

Testplattform für das Sicca-Syndrom

Entwicklung eines neuartigen In-Vitro-Modells der Keratoconjunctivitis sicca
Die Bedeutung von In-Vitro-Modellen für mechanistische und therapeutische Untersuchungen der Keratoconjunctivitis sicca ist derzeit aufgrund zahlreicher Einschränkungen der existierenden Verfahren sehr begrenzt. Die Weiterentwicklung des Ex-Vivo-Eye-Irritation-Tests (EVEIT) zu einem Modell für das Sicca-Syndrom erlaubt erstmals die Einbeziehung der Heilung epithelialer Schäden als wesentliches Bewertungskriterium innerhalb eines solchen Systems. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten für eine realistische Simulation von Therapieverläufen dieser Erkrankung. Dr. Felix Spöler, Markus Frentz und Prof. Dr. Norbert F. Schrage skizzieren den Weg hin zu einer In-vitro-Testplattform, die die Vorteile der tierversuchsfreien Forschung mit denen der Untersuchung am lebenden Organ verbindet. Dieses Forschungsprojekt wurde mit dem Sicca-Förderpreis 2009 des Ressorts Trockenes Auge im BVA ausgezeichnet.

Veränderungen des Tränenfilms in den Wechseljahren

Welche Rolle spielen Hyperosmolarität und Zytokinzusammensetzung?
In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl an neuen Erkenntnissen in der Pathogenese des Trockenen Auges gewonnen. Da Frauen häufiger als Männer betroffen sind, wird ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Hormonstatus und dem Sicca-Syndrom diskutiert. Eine aktuelle Studie an der Universitätsklinik Freiburg untersucht wie sich die verschiedenen Tränenfilmparameter, insbesondere die Osmolarität und die Zytokinzusammensetzung, während einer postmenopausalen Hormontherapie verändern. Dr. Dzelila Hafizovic, Priv.-Doz. Dr. Claudia Auw-Hädrich und Prof. Dr. Thomas Reinhard fassen die Forschungsansätze zusammen, die im Rahmen des Sicca-Förderpreis 2009 des Ressorts Trockenes Auge im BVA vorgestellt wurden.

Einfluss von L-Arginin auf die Pathogenese des Sicca-Syndroms

In einer aktuellen Studie am Institut für Anatomie und Zellbiologie an der Universität Halle-Wittenberg wird der Einfluss von L-Arginin auf die Produktion von Beta-Defensinen und deren Auswirkung auf das Trockene Auge untersucht. Dr. rer. nat. Kristin Jäger stellt das Forschungsprojekt vor, das mit dem Sicca-Förderpreis 2009 des Ressorts Trockenes Auge im BVA ausgezeichnet wurde.

Lesevermögen nach bilateraler Katarakt-OP

Vergleich der Lesefähigkeit von monofokalen zu multifokalen IOL
Im Rahmen einer prospektiven, randomisierten Multizenterstudie (ESCRS-Grant) wird an der Universitäts-Augenklinik Salzburg sowie am Instituto Oftalmológico de Alicante (VISSUM) eine vierarmige klinische Prüfung durchgeführt, die das postoperative Lesevermögen nach bilateraler Kataraktoperation evaluiert. Zur Arbeitsgruppe gehören Dr. Gerhard Nix, Dr. Alois Dexl, Dr. Wolfgang Hitzl, Dr. Wolfgang Riha, Dr. Melchior Hohensinn, Dr. Orang Seyeddain, Prof. Dr. Günther Grabner sowie Dr. Max Rasp, der die Ergebnisse zusammenfasst.