Aus der aktuellen Ausgabe

Gentherapie bei Mutationen im RPE65-Gen

Klinische Studie zum Gentransfer mit adeno-assoziierten viralen Vektoren
Derzeit laufen die Vorbereitungen für ein internationales Projekt zur gentherapeutischen Behandlung frühkindlicher Netzhautdegeneration aufgrund von Mutationen in dem Gen RPE65. Maßgeblich beteiligt an dem klinischen Phase-I-Versuch, der in diesem Jahr zusammen mit der Universität Nantes, Frankreich, durchgeführt wird, ist die Universitäts-Augenklinik Gießen. Dr. Dr. Knut Stieger, Dr. Markus Preising, Dr. Christoph Friedburg und Prof. Dr. Birgit Lorenz stellen das Forschungsprojekt vor.

9. Tagung der European Neuro-Ophthalmology Society in Lübeck

9. Tagung der European Neuro-Ophthalmology Society in Lübeck

Interdisziplinärer Austausch der Neuroophthalmologen
Nahezu 200 Teilnehmer aus 32 Ländern mit Schwerpunkt Neurologie, Ophthalmologie und Sinnesphysiologie trafen sich zum „9th Meeting of the European Neuro-Ophthalmology Society“ (EUNOS) zu einem internationalen und interdisziplinären Austausch in Lübeck. Eingeladen zur zweijährig stattfindenden Tagung hatte in diesem Jahr Prof. Detlef Kömpf, Ordinarius für Neurologie an der Neurologischen Universitätsklinik Lübeck. Dr. Udo Hennighausen fasst die Tagungsthemen zusammen.

Femto-Laser in der Refraktiven Chirurgie

Sind mechanische Mikrokeratome noch „State of the Art“?
Mit dem Femtosekundenlaser steht eine Technologie zur Verfügung, die eine sichere und präzise Flap-Präparation erlaubt. Allerdings wird eine große Anzahl der LASIK-Operationen nach wie vor mit mechanischen Mikrokeratomen durchgeführt, die immer noch einen hohen Verbreitungsgrad haben. Dr. Omid Kermani stellt beide Systeme – klassische Schnitttechnik und Lasertechnik – und ihren gegenwärtigen Entwicklungsstand vergleichend gegenüber.

Lasertherapie bei Hornhautdystrophien

Behandlungsmöglichkeiten bei hereditären Erkrankungen der Hornhaut
Lasertherapeutische Behandlungen mit dem Excimerlaser haben heute für die visuelle Rehabilitation von Patienten mit Hornhautdystrophien einen festen Stellenwert. Eine Vielzahl genetisch determinierter Hornhauterkrankungen kann so mit einer symptomatischen, sozusagen minimal-invasiven phototherapeutischen Behandlung gebessert werden – vorausgesetzt, die Trübungen liegen ausreichend oberflächlich. Prof. Dr. Gernot I. W. Duncker
erläutert die Möglichkeiten der phototherapeutischen Keratektomie (PTK).

Infektiöse Keratitis nach bilateraler LASIK

Fallbericht über eine schwerste beidseitige Durchwanderungskeratitis
Das Risiko für ein Auftreten bilateraler intraoperativer Komplikationen gilt als sehr gering, da davon auszugehen ist, dass beim Auftreten von Komplikationen die Behandlung des zweiten Auges verschoben wird. Postoperative Komplikationen nach simultan beidseitiger LASIK, wie eine infektiöse Keratitis, werden in der Literatur gelegentlich beschrieben. Auch wenn die Komplikationsrate sehr gering ist und sicherlich unter einer hochgerechneten Komplikationsrate von 0,01 Prozent liegt, können beidseitige Komplikationen schwerste Auswirkungen für den Patienten haben. Dr. Stephan Linke und Dr. Toam Katz beschreiben den Fall einer schweren beidseitigen Durchwanderungskeratitis nach bilateraler LASIK-OP.

Differenzialdiagnostische Aspekte des Kontaktlinsenschadens Hornhaut (Teil 2)

Kontaktlinsen sind eine wichtige Sehhilfe in der Behandlung der Refraktionsanomalie und finden in der Therapie zahlreicher Augenerkrankungen Anwendung. Andererseits können sie als Fremdkörperreiz auch Komplikationen im Bereich der vorderen Augenabschnitte auslösen. Dr. Hans-Walter Roth, Dr. Alice Nietgen und Dr. Gregor Nietgen zeigen differenzialdiagnostische Aspekte des Kontaktlinsenschadens an der Hornhaut auf.

Vergleichende Untersuchung zur Therapie des evaporativen Trockenen Auges

Zur Therapie des Trockenen Auges stehen Hyaluronsäure-Tränenersatzmittel als auch Phospholipid-Liposomen in Form von Augengel oder Augenspray zur Verfügung. In einer prospektiven, randomisierten bizentrischen Studie wurde bei 216 Patienten mit evaporativen Trockenen Augen die Wirksamkeit der beiden Behandlungsmöglichkeiten im direkten Vergleich evaluiert. Dr. Riad Khaireddin stellt die Studienergebnisse vor.

Zehn Jahre Vision 2020

Zehn Jahre Vision 2020

Zehn Jahre sind vergangen, seit in Genf die weltweite Kampagne Vision 2020 offiziell vorgestellt wurde. Als Ziel formuliert wurde, vermeidbare Blindheit bis zum Jahre 2020 auf ein Minimum zu reduzieren. Nun ist Halbzeit und Anlass zur Frage: Was hat sich in den vergangenen zehn Jahren getan? Haben sich die an die Initiative gestellten Erwartungen erfüllt? Kann man heute schon Schlussfolgerungen ziehen? Dr. Hannsjürgen Trojan fasst den gegenwärtigen Stand zusammen.

Veränderungen des Tränenfilms in den Wechseljahren

Welche Rolle spielen Hyperosmolarität und Zytokinzusammensetzung?
In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl an neuen Erkenntnissen in der Pathogenese des Trockenen Auges gewonnen. Da Frauen häufiger als Männer betroffen sind, wird ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Hormonstatus und dem Sicca-Syndrom diskutiert. Eine aktuelle Studie an der Universitätsklinik Freiburg untersucht wie sich die verschiedenen Tränenfilmparameter, insbesondere die Osmolarität und die Zytokinzusammensetzung, während einer postmenopausalen Hormontherapie verändern. Dr. Dzelila Hafizovic, Priv.-Doz. Dr. Claudia Auw-Hädrich und Prof. Dr. Thomas Reinhard fassen die Forschungsansätze zusammen, die im Rahmen des Sicca-Förderpreis 2009 des Ressorts Trockenes Auge im BVA vorgestellt wurden.