Aus der aktuellen Ausgabe

Methoden zum Monitoring einer arteriell antihypertensiven Therapie durch Netzhautgefäßuntersuchungen

Erste telemedizinische Fundusuntersuchungen in Deutschland
Longitudinalstudien mit hohem Evidenzgrad zeigen, dass retinale Mikroangiopathien die Entwicklung einer arteriellen Hypertonie bei Personen vorhersagen, die initial als Nicht-Hypertoniker definiert worden sind. Auch können sie die Auftretenswahrscheinlichkeit von cerebro-kardiovaskulären Ereignissen, wie beispielsweise Schlaganfall, unabhängig von traditionellen Risikofaktoren prognostizieren. Eine genaue Dokumentation der mikroangio_pathischen Befunde und eine quantitative Beschreibung der Verengung der retinalen Arteriolen stellt damit eine wichtige medizinische Information für die derzeitige oder zukünftige Blutdrucksituation und für die Gefäßrisikoeinschätzung dar. Ein Beitrag von Prof. Dr. Georg Michelson.

Kombi-Laser für den vorderen und hinteren Augenabschnitt

Anwenderbericht nach einer Probestellung in der Praxis
Zur Laserbehandlung des vorderen und hinteren Augenabschnittes bieten sich verschiedenen Lasersysteme an. Anlässlich der erforderlichen Neuanschaffung eines Kombinationslaser für disruptive Vorderabschnittsanwendungen (YAG-Laser) und Netzhautkoagulation (kontinuierlicher Grünlaser) testete Dr. Edgar Nagel nach Probestellung in seiner Praxis zwei verschiedene Gerätesysteme und stellt die Ergebnisse seines subjektiven Vergleichs im folgenden Erfahrungsbericht vor.

Eine gutachterliche Erfahrung

Die palpatorische Druckmessung am eigenen Auge
Ein niedergelassener Augenarzt wurde von einem Glaukompatienten, nachdem er ihn zwei Jahre zuvor vorübergehend behandelt und an eine Universitäts-Augenklinik überwiesen hatte, auf Schmerzensgeld aus Arzthaftung verklagt: Der Augenarzt habe es versäumt, ihn über die Selbstpalpation zur Kontrolle des eigenen Augendruckes zu informieren, mit der die spätere Erblindung seines Auges hätte verhindert werden können, so der Kläger und berief sich dabei auf die vermeintliche Aussage eines anderen Augenarztes, bei dem er nachfolgend in Behandlung gewesen war. Über eine ganz eigenwillige gutachterliche Einschätzung berichtet Dr. Felix Brandt in seinem Erfahrungsbericht.

Endoskopische Tränenwegsrekonstruktion

Endoskopische Tränenwegsrekonstruktion

Zu Diagnostik und therapeutischen Verfahren
Die Diagnostik pathologisch veränderter Tränenwege beschränkte sich vor der Zeit der Endoskope auf die einfache Tränenwegspülung und Farbtests, die von den Augenärzten selbst durchgeführt werden konnten. Bildgebende Verfahren konnten nur mittels radiologischer Verfahren durchgeführt werden und gaben nur indirekte Hinweise auf Tränenwegsverschlüsse. Für den Tränenwegschirurgen waren diese Untersuchungen zumeist jedoch nicht ausreichend oder zufrieden stellend in der Planung der geeigneten Operationstechnik. Prof. Dr. Andreas Kuchar gibt einen Überblick über die Entwicklung der minimalinvasiven Verfahren und beschreibt die diagnostischen sowie therapeutischen Verfahren.

Engagement in Kibosho

Engagement in Kibosho

Am Fuße des Kilimandscharo in Tansania wächst seit Jahren eine durch deutsches Engagement entstandene Augenklinik, die 2002 von dem Traunsteiner Augenarzt Dr. Johann Dillinger gegründet wurde. Dillinger erhielt für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz. Einer der in der Augenklinik ebenfalls regelmäßig tätigen deutschen Ärzte ist der in Eckernförde niedergelassene Augenarzt Dr. Hans-Joachim Miertsch, der für seinen Einsatz von den Lesern der „Eckernförder Zeitung“ zum „Menschen des Jahres“ gewählt wurde. Ein Beitrag von Dr. Hannsjürgen Trojan.

Forschung Retinadegeneration

Neue Therapien für erbliche Netzhauterkrankungen?
Neue Erkenntnisse über die Entstehung hereditärer degenerativer Netzhauterkrankungen standen Ende März im Mittelpunkt des 3. internationalen Pro Retina-Forschungskolloquiums „Retinal Degeneration: Genes – Progression – Therapy“, das die „Pro Retina Stiftung zur Verhütung von Blindheit“ in Potsdam veranstaltete. Rund 150 Wissenschaftler diskutierten bei der Tagung neue Erkenntnisse der Grundlagenforschung mit Hinblick auf therapeutische Perspektiven. Die Referenten präsentierten neben neuen Einsichten in die Genetik und Pathophysiologie erblicher Netzhauterkrankungen auch Konzepte für Stammzell-basierte und gentherapeutische Therapiestrategien. Anlässlich des Symposiums stellte sich Prof. Dr. Klaus W. Rüther, Augenklinik der Berliner Charité und Mitver-anstalter des Symposiums, dem Gespräch.

Akkommodative Intraokularlinsen

Auszeichnung für Wiener Forschungsgruppe
Die Wiederherstellung der Akkommodationsfähigkeit ist heutzutage eine der Herausforderungen an die moderne Kataraktchirurgie. Eine Wiener Forschergruppe ist für ihre Forschung im Bereich akkommodativer Intraokularlinsen im letzten Jahr von der European Society for Cataract and Refractiv Surgery als beste europäische wissenschaftliche Arbeit des Jahres ausgezeichnet worden. Dr. Christina Leydolt fasst die Ergebnisse der Studie zusammen und gibt einen Ausblick auf den derzeitigen Stand zu akkommodierenden Intraokularlinsen.

Neues Klingenmaterial für die Kataraktchirurgie

Bruchfeste Keramik entwickelt
In der Kataraktchirurgie werden derzeit Klingen aus Diamant und Stahl verwendet. Diamantklingen bestechen durch ihre Schärfe, sind aber empfindlich und teuer. Stahlklingen werden schnell unscharf, weshalb eine Wieder-verwendung nicht empfohlen ist. Priv.- Doz. Dr. Christopher Wirbelauer (Berlin), Dr. rer. nat. Peter Schulz (Mülheim), Prof. Dr.-Ing. Wilfried Saxler (Köln) und Prof. Dr. Duy T. Pham (Berlin) stellen ein neuartiges Klingenmaterial vor, das sich durch eine dauerhafte Schärfe und eine geringere Empfindlichkeit als Diamant auszeichnet.

Kataraktoperation als Risiko für AMD-Entwicklung?

Katarakt und Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) gehören zu den häufigsten Erkrankungen bei älteren Menschen. In den letzten Jahren mehrten sich Bedenken, ob eine Kataraktoperation die Progression einer Makuladegeneration beschleunigen oder gar verursachen könnte. Prof. Dr. Horst Helbig und Dr. Florian Sutter gehen dieser Frage nach und stellen einige Studien und Untersuchungen vor.