Aus der aktuellen Ausgabe

Testplattform für das Sicca-Syndrom

Entwicklung eines neuartigen In-Vitro-Modells der Keratoconjunctivitis sicca
Die Bedeutung von In-Vitro-Modellen für mechanistische und therapeutische Untersuchungen der Keratoconjunctivitis sicca ist derzeit aufgrund zahlreicher Einschränkungen der existierenden Verfahren sehr begrenzt. Die Weiterentwicklung des Ex-Vivo-Eye-Irritation-Tests (EVEIT) zu einem Modell für das Sicca-Syndrom erlaubt erstmals die Einbeziehung der Heilung epithelialer Schäden als wesentliches Bewertungskriterium innerhalb eines solchen Systems. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten für eine realistische Simulation von Therapieverläufen dieser Erkrankung. Dr. Felix Spöler, Markus Frentz und Prof. Dr. Norbert F. Schrage skizzieren den Weg hin zu einer In-vitro-Testplattform, die die Vorteile der tierversuchsfreien Forschung mit denen der Untersuchung am lebenden Organ verbindet. Dieses Forschungsprojekt wurde mit dem Sicca-Förderpreis 2009 des Ressorts Trockenes Auge im BVA ausgezeichnet.

Veränderungen des Tränenfilms in den Wechseljahren

Welche Rolle spielen Hyperosmolarität und Zytokinzusammensetzung?
In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl an neuen Erkenntnissen in der Pathogenese des Trockenen Auges gewonnen. Da Frauen häufiger als Männer betroffen sind, wird ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Hormonstatus und dem Sicca-Syndrom diskutiert. Eine aktuelle Studie an der Universitätsklinik Freiburg untersucht wie sich die verschiedenen Tränenfilmparameter, insbesondere die Osmolarität und die Zytokinzusammensetzung, während einer postmenopausalen Hormontherapie verändern. Dr. Dzelila Hafizovic, Priv.-Doz. Dr. Claudia Auw-Hädrich und Prof. Dr. Thomas Reinhard fassen die Forschungsansätze zusammen, die im Rahmen des Sicca-Förderpreis 2009 des Ressorts Trockenes Auge im BVA vorgestellt wurden.

Einfluss von L-Arginin auf die Pathogenese des Sicca-Syndroms

In einer aktuellen Studie am Institut für Anatomie und Zellbiologie an der Universität Halle-Wittenberg wird der Einfluss von L-Arginin auf die Produktion von Beta-Defensinen und deren Auswirkung auf das Trockene Auge untersucht. Dr. rer. nat. Kristin Jäger stellt das Forschungsprojekt vor, das mit dem Sicca-Förderpreis 2009 des Ressorts Trockenes Auge im BVA ausgezeichnet wurde.

Lesevermögen nach bilateraler Katarakt-OP

Vergleich der Lesefähigkeit von monofokalen zu multifokalen IOL
Im Rahmen einer prospektiven, randomisierten Multizenterstudie (ESCRS-Grant) wird an der Universitäts-Augenklinik Salzburg sowie am Instituto Oftalmológico de Alicante (VISSUM) eine vierarmige klinische Prüfung durchgeführt, die das postoperative Lesevermögen nach bilateraler Kataraktoperation evaluiert. Zur Arbeitsgruppe gehören Dr. Gerhard Nix, Dr. Alois Dexl, Dr. Wolfgang Hitzl, Dr. Wolfgang Riha, Dr. Melchior Hohensinn, Dr. Orang Seyeddain, Prof. Dr. Günther Grabner sowie Dr. Max Rasp, der die Ergebnisse zusammenfasst.

Zur jährlichen Tagung des Berliner Immunologie Seminars (BIS)

Zur jährlichen Tagung des Berliner Immunologie Seminars (BIS)

Autoimmunerkrankungen des Auges
Mit den Autoimmunerkrankungen des Auges stand ein weitgespanntes Thema im Mittelpunkt des inzwischen gut etablierten „Berliner Immunologie Seminars“. Wie in den Jahren zuvor fand die Veranstaltung im Zentrum Berlins statt und vermittelte den interessierten Teilnehmern im bis auf den letzten Platz besetzten Hörsaal des Kaiserin-Friedrich-Hauses praxisrelevante Kenntnisse und Empfehlungen zu Autoimmunerkrankungen. Prof. Dr. Uwe Pleyer fasst einige ausgewählte Themenaspekte zusammen.

Ergebnisdatenbank für ein Qualitätscontrolling

Durch eine Datenerhebung in einer Ergebnisdatenbank können Operationszentren die Basis für ein vergleichendes Qualitätscontrolling schaffen. Die in der OcuNet-Gruppe zusammengeschlossenen Einrichtungen haben bereits in 2004 eine Ergebnisdatenbank zu vorab identifizierten Ergebnisindikatoren der Kataraktchirurgie etabliert. Dr. Stefanie Schmickler und Dipl.-Volkswirtin Ursula Hahn fassen Eckdaten und Anwendungserfahrungen zusammen.

Kammerwasseranalyse bei entzündlichen Sekundärglaukomen

Die Pathogenese von entzündungsassoziierten Glaukomen ist komplex und geht über die bekannten Mechanismen der sekundären Offen- und Engwinkelglaukome hinaus. Für die Einleitung einer angemessenen Therapie ist die korrekte Zuordnung zu einer Ätiologie von elementarer Wichtigkeit. Insbesondere im Falle der infektassoziierten Drucksteigerung folgen unmittelbar auf einen erfolgreichen Erregernachweis therapeutische Konsequenzen. Dr. Peter Ruokonen erläutert Pathogenese und diagnostische Möglichkeiten der infektassoziierten Uveitis anterior.

Wie sinnvoll ist Neuroprotektion?

Die medikamentöse oder chirurgische Senkung des intraokulären Drucks (IOD) ist derzeit die einzige durch wissenschaftliche Studien belegte Therapie beim Glaukom. Dennoch kommt es bei einer Gruppe von Patienten trotz niedriger gut regulierter Druckwerte zu einem Fortschreiten der Gesichtsfeldausfälle. Auch der Umstand, dass etwa 20 Prozent der Glaukompatienten keinen erhöhten Augeninnendruck haben, zeigt, dass neue, über die Drucksenkung hinausgehende Therapiekonzepte in der Glaukomtherapie erforderlich sind. Der Bedarf an neuroprotektiven Substanzen ist somit begründet. Prof. Dr. Dr. Solon Thanos erörtert den möglichen Einsatz von Neuroprotektiva.