Aus der aktuellen Ausgabe

Congenitale Fibrosesyndrome der ­extraokulären Muskeln

Die Congenitalen Fibrosesyndrome der extraokulären Muskeln (CFEOM) stellen seltene, nicht-progrediente Veränderungen dar, die charakterisiert sind durch inkomitanten Strabismus, mit häufig divergent nach unten stehenden Augen, einer kompensatorischen Kinnhebung und einer Ptosis oder Pseudoptosis. Das Erkennen und die Zuordnung dieser Krankheitsbilder sind von Bedeutung, um ein angemessenes chirurgisches Vorgehen zu planen und die Kopffehlhaltung zu verringern. Prof. Dr. Günther Rudolph und Michael F. Nentwich stellen die klinische und molekulargenetische Klassifikation der congenitalen Fibrosesyndrome dar.

2. Deutsches ICL-Anwendertreffen

Diskussion und Erfahrungsaustausch
Zum zweiten Mal traf sich eine große Expertenrunde refraktiv tätiger Chirurgen zum Deutschen ICL-Anwendertreffen in Düsseldorf. Neben interessanten Vorträgen und regem Erfahrungsaustausch rund um die torische implantierbare Kontaktlinse ICL (Implantable Collamer Lens), wurden die Ergebnisse der ICL-Datensammlung vorgestellt. Ein Bericht von Dr. Ullrich Weißmantel.

Zum World Ophthalmology Congress 2010 in Berlin

WOC 2010: Ein Treffen der Superlative
Es war ein für Deutschland besonderes und spannendes Großereignis, zu dem WOC-Präsident Prof. Dr. Gerhard K. Lang geladen hatte – und die Gäste kamen zahlreich: Rund 13.000 Teilnehmer aus 145 Ländern folgten der Einladung zum World Ophthalmology Congress, der nach 44 Jahren erstmals wieder in Deutschland tagte. Zahlen, die man sich nicht zu erhoffen gewagt hatte und die den Stellenwert der deutschen Ophthalmologie weltweit eindrücklich bestätigten. Geboten wurde den Gästen aus aller Welt ein glanzvoller Kongress mit einem internationalen Programm von Spitzenniveau und zahlreichen Highlights sowie ein stets präsenter, gut gelaunter Kongresspräsident, der mit leichter Hand das Ausnahmeereignis souverän managte. Auch seitens der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD), die im Vorfeld des internationalen Programms den Beginn des Weltkongresses mit einer deutschsprachigen Tagung einleitete, zeigte man sich mit den Besucherzahlen zufrieden. Flankiert und unterstützt wurde die internationale Zusammenkunft auf 4.700 qm von der größten Industrieausstellung, die es je bei einem deutschen Augenheilkunde-Kongress gegeben hat. Selbst das Rahmenprogramm sprengte bisherige Maßstäbe und bot begeisternde Spitzenunterhaltung. Ein Bericht von Ulrike Lüdtke.

Korrektur der Presbyopie mit dem AcuFocus Corneal Inlay (ACI)

Klinische Erfahrungen und Zweijahresergebnisse der Universitäts-Augenklinik Salzburg
Die Presbyopiekorrektur ist noch immer eine der großen Herausforderungen in der Refraktiven Chirurgie. Mit dem AcuFocus Corneal Inlay (ACI) steht seit 2005 ein neues Verfahren zur Verfügung, das den Nah- und Intermediärvisus bei emmetropen Presbyopen verbessern soll. Im Rahmen einer prospektiven internationalen klinischen Multizenterstudie werden gegenwärtig auch im deutschsprachigen Raum Ergebnisse zur Presbyopiekorrektur mit dem Acufocus-Implantat ausgewertet. Dr. Orang Seyeddain und Prof. Dr. Günther Grabner fassen die Zweijahresergebnisse der Universitäts-Augenklinik Salzburg zusammen.

Kardiovaskuläre Risikofaktoren und Augenerkrankungen

Seit 2008 beteiligt sich die Universitäts-Augenklinik Greifswald an der populationsbasierten epidemiologischen Study of Health in Pomerania (SHIP). Neben der Erhebung epidemiologischer Aussagen zu Augenhintergrundveränderungen sollen Wechselwirkungen zwischen kardiovaskulären Risikofaktoren und ophthalmologischen Erkrankungen analysiert werden. Das Greifswalder Institut für Community Medicine koordiniert die Studie, zu der 8.000 Probanden eingeladen werden, um sich umfangreich untersuchen zu lassen. Ein Beitrag von Dr. Clemens Jürgens in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Henry Völzke und Prof. Dr. Frank Tost.

Augenvotiv aus Wachs

Augenvotiv aus Wachs

Votive beziehungsweise Devotionalien (lat. votivus: gelobt, versprochen) finden sich in allen Kulturen und zu allen Zeiten. Auf europäischem Gebiet stammen die ältesten schon aus früher vorchristlicher Zeit, selbst neuere steinzeitliche Grabungsfunde aus Süddeutschland lassen figürliche Darstellungen als Bitt- oder Dankopfer interpretieren. In der Antike finden sie sich in griechischen wie auch römischen Tempeln, in keltischen Weihestätten, in christlicher Zeit in den Kirchen und an Wallfahrtsorten. Es scheint, dass der Patient, wenn Heiler oder Arzt erfolglos blieben, die Hilfe bei den Göttern suchte. Ihnen wurde bei Gesundung auch gedankt.

Einfluss des Alters auf die korneale Biomechanik

Erstmals ermöglicht der Ocular Response Analyzer (ORA) die nichtinvasive Messung von Parametern der kornealen Biomechanik am lebenden, menschlichen Auge. Bei verschiedenen Augenerkrankungen kann die Diagnostik mit dem ORA zusätzliche Erkenntnisse liefern. Um die Ergebnisse richtig interpretieren zu können, ist es wichtig, den Einfluss des Alters zu kennen. Dr. Michael Haustein, Dr. Tina Oppitz und Prof. Dr. Eberhard Spörl von der Universitäts-Augenklinik Dresden sowie Priv.-Doz. Dr. Andreas G. Böhm von der Augenklinik des Elblandklinikums Radebeul haben diesen Einfluss untersucht und stellen ihre Ergebnisse vor.

Beidseitiger Sehverlust durch Neurolues

Die Inzidenz der Syphilis sank nach Entdeckung des Penicillins stetig ab und ließ die Erkrankung aufgrund ihrer Seltenheit zunehmend in Vergessenheit geraten. In den letzten Jahren verzeichnete das Robert-Koch-Institut jedoch einen exponentiellen Anstieg der Syphilis und der Neurosyphilis in Westeuropa. Dr. Verena Prokosch schildert einen Fall, der zeigt, dass in unklaren Fällen ophthalmologischer Erkrankungen eine entsprechende Diagnostik auf Lues eingeleitet werden sollte.

Outreach-Programme und Akzeptanz-Problematik in Indien

Eine Untersuchung zu Akzeptanzraten bei Kataraktchirurgie
Um auch in entlegenen Gebieten eine medizinische Versorgung zu gewährleisten, wird in Indien ein so genanntes Outreach-Screening durchgeführt: Augenärztliche Teams fahren in ländliche Regionen, um vor Ort Betroffene zu untersuchen und ihnen eine kostenlose Operation am Base Hospital anzubieten. In vielen Fällen wird zusätzlich für eine Transportmöglichkeit sowie die Unterbringung und Verpflegung am Krankenhaus gesorgt. Dennoch werden diese Kataraktoperationen aus verschiedenen Gründen, die man als Patient-perceived Barriers bezeichnet, von einem größeren Anteil nicht angenommen. Vor diesem Hintergrund führte die Universitäts-Augenklinik Bonn eine Untersuchung darüber durch, wie die Akzeptanzraten und die von Patienten berichteten Barrieren in zwei unterschiedlichen Regionen sind. Dr. Robert P. Finger, David G. Kupitz und Prof. Dr. Frank G. Holz stellen die Ergebnisse vor.