Aus der aktuellen Ausgabe
Ist ein Glaukomscreening kosteneffizient?
Durch ein flächendeckendes augenärztliches Glaukom-Untersuchungsprogramm in regelmäßigen Abständen könnten verdächtige beziehungsweise erkrankte Patienten aufgefunden und einer Therapie zugeführt werden. Dennoch wurde 2005 das Glaukomscreening nicht in dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen, sondern erfolgt in der Regel nur als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL).Dr. Christoph Hirneiß erörtert die Frage, unter welchen Bedingungen ein Glaukomscreening kosteneffizient sein könnte.
Dreijahresergebnisse zur Phakokanaloplastik
Die Kanaloplastik ist eine nicht-perforierende Glaukomoperation, bei der ein chirurgischer Schritt zum Offenhalten der Ostien des Schlemm‘schen Kanals durchgeführt und zudem das Trabekelmaschenwerk permanent unter Spannung gehalten wird. Das Verfahren ist seit fünf Jahren in einigen deutschen OP-Zentren in klinischer Anwendung, die Dreijahresergebnisse der multizentrischen Studie werden in Kürze publiziert. Prof. Dr. Norbert Körber stellt nachfolgend die Zahlen vom Augenzentrum Köln zur Phakokanaloplastik vor, einer kombinierten Katarakt-Glaukomoperation.
Verleihung der Junius-Kuhnt-Medaille 2010
Rund 600 Teilnehmer trafen sich Mitte April in Hannover zum jährlichen „Makula-Update“ und diskutierten zwei Tage lang über aktuelle Themen auf dem Gebiet der Netzhauterkrankungen. Zum vierten Mal in Folge wurde im Rahmen dieser Veranstaltung die Junius-Kuhnt-Medaille verliehen. Von Katica Djakovic.
Die nahtlose posteriore lamelläre Keratoplastik (no stitch DSAEK)
Modifikation der DSAEK zur besonders schonenden Implantation
Zur Behandlung rein endothelialer Erkrankungen mittels Keratoplastik hat sich in den letzten Jahren die Descemet-Stripping automatisierte endotheliale Keratoplastik (DSAEK) als eine Alternative zur klassischen perforierenden Keratoplastik etabliert. Das zunächst recht aufwändige Verfahren ist inzwischen vereinfacht und standardisiert worden. Eine weitere Modifikation in Hinblick auf eine nahtlose Variante und eine besonders schonende Implantation der Spenderlamelle, die an der Charité-Augenklinik Berlin angewandt wird, stellt Prof. Dr. Dr. Peter W. Rieck vor.
Korrektur der Presbyopie mit dem AcuFocus Corneal Inlay (ACI)
Klinische Erfahrungen und Zweijahresergebnisse der Universitäts-Augenklinik Salzburg
Die Presbyopiekorrektur ist noch immer eine der großen Herausforderungen in der Refraktiven Chirurgie. Mit dem AcuFocus Corneal Inlay (ACI) steht seit 2005 ein neues Verfahren zur Verfügung, das den Nah- und Intermediärvisus bei emmetropen Presbyopen verbessern soll. Im Rahmen einer prospektiven internationalen klinischen Multizenterstudie werden gegenwärtig auch im deutschsprachigen Raum Ergebnisse zur Presbyopiekorrektur mit dem Acufocus-Implantat ausgewertet. Dr. Orang Seyeddain und Prof. Dr. Günther Grabner fassen die Zweijahresergebnisse der Universitäts-Augenklinik Salzburg zusammen.
Kardiovaskuläre Risikofaktoren und Augenerkrankungen
Seit 2008 beteiligt sich die Universitäts-Augenklinik Greifswald an der populationsbasierten epidemiologischen Study of Health in Pomerania (SHIP). Neben der Erhebung epidemiologischer Aussagen zu Augenhintergrundveränderungen sollen Wechselwirkungen zwischen kardiovaskulären Risikofaktoren und ophthalmologischen Erkrankungen analysiert werden. Das Greifswalder Institut für Community Medicine koordiniert die Studie, zu der 8.000 Probanden eingeladen werden, um sich umfangreich untersuchen zu lassen. Ein Beitrag von Dr. Clemens Jürgens in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Henry Völzke und Prof. Dr. Frank Tost.
Augenvotiv aus Wachs
Votive beziehungsweise Devotionalien (lat. votivus: gelobt, versprochen) finden sich in allen Kulturen und zu allen Zeiten. Auf europäischem Gebiet stammen die ältesten schon aus früher vorchristlicher Zeit, selbst neuere steinzeitliche Grabungsfunde aus Süddeutschland lassen figürliche Darstellungen als Bitt- oder Dankopfer interpretieren. In der Antike finden sie sich in griechischen wie auch römischen Tempeln, in keltischen Weihestätten, in christlicher Zeit in den Kirchen und an Wallfahrtsorten. Es scheint, dass der Patient, wenn Heiler oder Arzt erfolglos blieben, die Hilfe bei den Göttern suchte. Ihnen wurde bei Gesundung auch gedankt.
Einfluss des Alters auf die korneale Biomechanik
Erstmals ermöglicht der Ocular Response Analyzer (ORA) die nichtinvasive Messung von Parametern der kornealen Biomechanik am lebenden, menschlichen Auge. Bei verschiedenen Augenerkrankungen kann die Diagnostik mit dem ORA zusätzliche Erkenntnisse liefern. Um die Ergebnisse richtig interpretieren zu können, ist es wichtig, den Einfluss des Alters zu kennen. Dr. Michael Haustein, Dr. Tina Oppitz und Prof. Dr. Eberhard Spörl von der Universitäts-Augenklinik Dresden sowie Priv.-Doz. Dr. Andreas G. Böhm von der Augenklinik des Elblandklinikums Radebeul haben diesen Einfluss untersucht und stellen ihre Ergebnisse vor.
Beidseitiger Sehverlust durch Neurolues
Die Inzidenz der Syphilis sank nach Entdeckung des Penicillins stetig ab und ließ die Erkrankung aufgrund ihrer Seltenheit zunehmend in Vergessenheit geraten. In den letzten Jahren verzeichnete das Robert-Koch-Institut jedoch einen exponentiellen Anstieg der Syphilis und der Neurosyphilis in Westeuropa. Dr. Verena Prokosch schildert einen Fall, der zeigt, dass in unklaren Fällen ophthalmologischer Erkrankungen eine entsprechende Diagnostik auf Lues eingeleitet werden sollte.

