Aus der aktuellen Ausgabe

Tamoxifenassoziierte Okulopathien

Ein Krankheitsbild mit vielen Gesichtern
Tamoxifen ist ein selektiver Östrogenrezeptormodulator, der seit mehr als 30 Jahren in der adjuvanten Therapie des Mammakarzinoms verwendet wird und zu Schädigungen okulärer Strukturen, insbesondere kristallinen Retinopathien, führen kann. Obwohl intraretinale kristalloide Einlagerungen histologisch nachgewiesen werden konnten, fehlt bis heute eine Vorstellung der biochemischen Prozesse, die zu ihrer Entstehung führen.
Dr. Tobias Hager fasst das Spektrum tamoxifenassoziierter Okulopathien zusammen.

Minimally Invasive Strabismus Surgery (MISS)

Chirurgische Techniken zur Korrektur des Schielens (Teil 1)
Der Begriff MISS, Minimally Invasive Strabismus Surgery, bezeichnet chirurgische Techniken zur Korrektur des Schielens, die das Gewebstrauma, postoperative Beschwerden, Komplikationen, Hospitalisationsdauer und Arbeitsunfähigkeit auf ein Minimum reduzieren. Die minimalinvasiven Verfahren in der Augenmuskelchirurgie wurden erst in den letzten Jahren insbesondere von Prof. Dr. Daniel S. Mojon, St. Gallen, entwickelt, der die Vorgehensweisen und Prinzipien im Folgenden erläutert.

Kataraktchirurgie bei Patienten mit Uveitis

Langzeitergebnisse einer retrospektiven Untersuchung
Uveitispatienten haben ein besonderes Risiko für Komplikationen aufgrund der chronischen Entzündung. Die Katarakt stellt mit bis zu 50 Prozent die häufigste visusrelevante Komplikation bei einer Uveitis dar. In einer retrospektiven Untersuchung an der Universitäts-Augenklinik Tübingen wurden die Daten von 155 Patienten (180 Augen) mit einer Uveitis, die im Zeitraum von August 2001 bis März 2008 einer Kataraktoperation unterzogen wurden, analysiert. Priv.-Doz. Dr. Efdal Yörük stellt die Langzeitergebnisse vor.

Auge und Sehen

Der Lesestein
Obwohl die alten Ägypter wie auch die Griechen schon teilweise über Kenntnisse der optischen Brechungsgesetze verfügten, waren ihnen sphärisch bearbeitete Gläser unbekannt. Zwar findet sich bei Aristophanes um 300 vor Christus ein Hinweis darauf, dass ein entsprechend zugeschliffenes Glas genauso wie ein Hohlspiegel als Brennglas benutzt werden kann, aber alle archäologischen Funde brachten bislang nichts zu Tage, was auf das Vorhandensein optischer Linsen in der Antike Hinweis geben könnte.

Operatives Training im Ausland

Erfahrungen zur Auswahl eines geeigneten OP-Zentrums in Indien
Längst sind operative Trainingseinsätze im Ausland kein Geheimtipp mehr. Nach aktuellen Schätzungen des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA) nimmt die Zahl deutscher sowie internationaler Augenärzte aus Industrienationen, die ihre operative Erfahrung im Ausland vertiefen, stetig zu. Auf der anderen Seite stellt sich auch der indische „Trainingsmarkt“ auf den zunehmenden Ansturm aus Europa, Amerika und Asien ein und hat diesen als lukrative Einnahmequelle entdeckt. Dr. Riad Khaireddin schildert seine in Indien gesammelten Erfahrungen und gibt Kollegen, die es ihm gleichtun wollen, praktische Tipps.

Anpassung von Spezial-Kontaktlinsen

Die operative Augenheilkunde hat große Fortschritte zu verzeichnen sowohl auf dem Gebiet der Hornhautübertragungen als auch in der Refraktiven Chirurgie. Trotzdem bleiben immer wieder Refraktionsdefizite, die mit Kontaktlinsen korrigiert werden können, und es gibt Fehlsichtigkeiten und Augenerkrankungen, wie zum Beispiel den Keratokonus, die erst mit Kontaktlinsen eine volle Sehschärfe erreichen. Dr. Dorothea Kuhn gibt einen Überblick über den derzeitigen Stand der Speziallinsenanpassung.

Aufwand und Wirtschaftlichkeit einer KL-Anpassung

Für die gesamte ärztliche Leistung einer Kontaktlinsenanpassung, unabhängig davon, ob ein oder beide Augen versorgt werden müssen, ersetzen die gesetzlichen Krankenkassen unter Berufung auf ihre Tarifordnung einem Augenarzt als so genanntes Regelleistungsvolumen eine Dreimonatspauschale von derzeit etwa 22 Euro abzüglich einer Verwaltungspauschale, die von der kassenärztlichen Vereinigung einbehalten wird. Dr. Hans-Walter Roth unterzieht das Verhältnis von Aufwand und Honorierung einer kritischen Betrachtung.

Zur 13. Internationalen Myopie-Konferenz 2010 in Tübingen

Forschung zu Mechanismen der Myopie
Anlässlich der im zweijährigen Turnus stattfindenden, interdisziplinären Myopie-Konferenz (International Myopia Conference, IMC) trafen sich rund 250 Teilnehmer aus 31 Ländern Ende Juli in Tübingen, um neueste Forschungsergebnisse zu den Mechanismen der Myopie auszutauschen und zu diskutieren. Prof. Dr. rer. nat. Frank Schaeffel und Dr. Marita Feldkämper fassen einige Tagungsaspekte zusammen.