Aus der aktuellen Ausgabe

Konzepte der sulkusfixierten additiven IOL

Add-On-IOL zur primären und sekundären Implantationen
Um die Nachteile der Polypseudophakie mit zwei herkömmlichen bikonvexen Linsen zu vermeiden und den hohen refraktiven Ansprüchen der Patienten gerecht zu werden, wurde eine spezielle additive Intraokularlinse konstruiert. Prinzipiell können additive Linsen primär, im Rahmen der Kataraktoperation, unmittelbar nach Implantation der ersten Linse (Duett-Implantation) oder sekundär bei bereits bestehender Pseudophakie implantiert werden. Prof. Dr. Michael Amon stellt die Konzepte der sulkusfixierten additiven IOL vor.

Perfektes Positionieren von torischen IOL

Erste Erfahrungen mit einem videogestützten System
Zur Behandlung hoher und mittelgradiger kornealer Astigmatismen hat sich in den letzten Jahren im Rahmen der Katarakt- und refraktiven Linsenchirurgie der Einsatz torischer Intraokularlinsen bewährt. Entscheidende Grundlage für das postoperative Refraktionsergebnis ist die präoperative exakte Keratometriebestimmung und die intraoperative Achsenjustierung. Dr. Josef Wolff berichtet über erste Erfahrungen einer videogestützten Ausrichtung torischer Mono- und Multifokallinsen aus dem AugenZentrum Heppenheim.

6. Internationales Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam

Netzhautdegeneration – wohin führt der Weg?
Zum 6. Internationalen Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam trafen sich rund 160 Wissenschaftler, Mediziner und Patienten aus Europa und den USA. Ziel des Kolloquiums war der interdisziplinäre Austausch zwischen Grund­lagenforschern und klinischen Wissenschaftlern, um bei degenerativen Netzhauterkrankungen neue Erkenntnisse zu den Ursachen sowie Ansätze zur Diagnostik und Therapie zu diskutieren. Dr. Monika Fleckenstein, Dr. Florian Alten, Dr. Peter Charbel Issa und Prof. Dr. Frank Holz berichten über das diesjährige Treffen.

Antibiotikatherapie bei konnatalen Tränenwegsstenosen

Ergebnisse einer Untersuchung zur effizienten Behandlung
Konnatale Tränenwegsstenosen führen in 97 Prozent der Fälle zu einer bakteriellen Besiedlung der Tränenwege und chronischer Dakryozystitis. Bis zum sechsten Lebensmonat kommt einer effektiven lokalen Antibiotikatherapie die wichtigste Bedeutung zu. Priv.-Doz. Dr. Tobias Stupp stellt die Ergebnisse einer klinischen Untersuchung vor, die an der Augenklinik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster durchgeführt wurde.

Congenitale Fibrosesyndrome der ­extraokulären Muskeln

Die Congenitalen Fibrosesyndrome der extraokulären Muskeln (CFEOM) stellen seltene, nicht-progrediente Veränderungen dar, die charakterisiert sind durch inkomitanten Strabismus, mit häufig divergent nach unten stehenden Augen, einer kompensatorischen Kinnhebung und einer Ptosis oder Pseudoptosis. Das Erkennen und die Zuordnung dieser Krankheitsbilder sind von Bedeutung, um ein angemessenes chirurgisches Vorgehen zu planen und die Kopffehlhaltung zu verringern. Prof. Dr. Günther Rudolph und Michael F. Nentwich stellen die klinische und molekulargenetische Klassifikation der congenitalen Fibrosesyndrome dar.

2. Deutsches ICL-Anwendertreffen

Diskussion und Erfahrungsaustausch
Zum zweiten Mal traf sich eine große Expertenrunde refraktiv tätiger Chirurgen zum Deutschen ICL-Anwendertreffen in Düsseldorf. Neben interessanten Vorträgen und regem Erfahrungsaustausch rund um die torische implantierbare Kontaktlinse ICL (Implantable Collamer Lens), wurden die Ergebnisse der ICL-Datensammlung vorgestellt. Ein Bericht von Dr. Ullrich Weißmantel.

Ist ein Glaukomscreening kosteneffizient?

Durch ein flächendeckendes augenärztliches Glaukom-Untersuchungsprogramm in regelmäßigen Abständen könnten verdächtige beziehungsweise erkrankte Patienten aufgefunden und einer Therapie zugeführt werden. Dennoch wurde 2005 das Glaukomscreening nicht in dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen, sondern erfolgt in der Regel nur als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL).Dr. Christoph Hirneiß erörtert die Frage, unter welchen Bedingungen ein Glaukomscreening kosteneffizient sein könnte.

Dreijahresergebnisse zur Phakokanaloplastik

Die Kanaloplastik ist eine nicht-perforierende Glaukomoperation, bei der ein chirurgischer Schritt zum Offenhalten der Ostien des Schlemm‘schen Kanals durchgeführt und zudem das Trabekelmaschenwerk permanent unter Spannung gehalten wird. Das Verfahren ist seit fünf Jahren in einigen deutschen OP-Zentren in klinischer Anwendung, die Dreijahresergebnisse der multizentrischen Studie werden in Kürze publiziert. Prof. Dr. Norbert Körber stellt nachfolgend die Zahlen vom Augenzentrum Köln zur Phakokanaloplastik vor, einer kombinierten Katarakt-Glaukomoperation.