Aus der aktuellen Ausgabe

Die nahtlose posteriore lamelläre Keratoplastik (no stitch DSAEK)

Modifikation der DSAEK zur besonders schonenden Implantation
Zur Behandlung rein endothelialer Erkrankungen mittels Keratoplastik hat sich in den letzten Jahren die Descemet-Stripping automatisierte endotheliale Keratoplastik (DSAEK) als eine Alternative zur klassischen perforierenden Keratoplastik etabliert. Das zunächst recht aufwändige Verfahren ist inzwischen vereinfacht und standardisiert worden. Eine weitere Modifikation in Hinblick auf eine nahtlose Variante und eine besonders schonende Implantation der Spenderlamelle, die an der Charité-Augenklinik Berlin angewandt wird, stellt Prof. Dr. Dr. Peter W. Rieck vor.

Korrektur der Presbyopie mit dem AcuFocus Corneal Inlay (ACI)

Klinische Erfahrungen und Zweijahresergebnisse der Universitäts-Augenklinik Salzburg
Die Presbyopiekorrektur ist noch immer eine der großen Herausforderungen in der Refraktiven Chirurgie. Mit dem AcuFocus Corneal Inlay (ACI) steht seit 2005 ein neues Verfahren zur Verfügung, das den Nah- und Intermediärvisus bei emmetropen Presbyopen verbessern soll. Im Rahmen einer prospektiven internationalen klinischen Multizenterstudie werden gegenwärtig auch im deutschsprachigen Raum Ergebnisse zur Presbyopiekorrektur mit dem Acufocus-Implantat ausgewertet. Dr. Orang Seyeddain und Prof. Dr. Günther Grabner fassen die Zweijahresergebnisse der Universitäts-Augenklinik Salzburg zusammen.

Kardiovaskuläre Risikofaktoren und Augenerkrankungen

Seit 2008 beteiligt sich die Universitäts-Augenklinik Greifswald an der populationsbasierten epidemiologischen Study of Health in Pomerania (SHIP). Neben der Erhebung epidemiologischer Aussagen zu Augenhintergrundveränderungen sollen Wechselwirkungen zwischen kardiovaskulären Risikofaktoren und ophthalmologischen Erkrankungen analysiert werden. Das Greifswalder Institut für Community Medicine koordiniert die Studie, zu der 8.000 Probanden eingeladen werden, um sich umfangreich untersuchen zu lassen. Ein Beitrag von Dr. Clemens Jürgens in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Henry Völzke und Prof. Dr. Frank Tost.

Augenvotiv aus Wachs

Augenvotiv aus Wachs

Votive beziehungsweise Devotionalien (lat. votivus: gelobt, versprochen) finden sich in allen Kulturen und zu allen Zeiten. Auf europäischem Gebiet stammen die ältesten schon aus früher vorchristlicher Zeit, selbst neuere steinzeitliche Grabungsfunde aus Süddeutschland lassen figürliche Darstellungen als Bitt- oder Dankopfer interpretieren. In der Antike finden sie sich in griechischen wie auch römischen Tempeln, in keltischen Weihestätten, in christlicher Zeit in den Kirchen und an Wallfahrtsorten. Es scheint, dass der Patient, wenn Heiler oder Arzt erfolglos blieben, die Hilfe bei den Göttern suchte. Ihnen wurde bei Gesundung auch gedankt.

Einfluss des Alters auf die korneale Biomechanik

Erstmals ermöglicht der Ocular Response Analyzer (ORA) die nichtinvasive Messung von Parametern der kornealen Biomechanik am lebenden, menschlichen Auge. Bei verschiedenen Augenerkrankungen kann die Diagnostik mit dem ORA zusätzliche Erkenntnisse liefern. Um die Ergebnisse richtig interpretieren zu können, ist es wichtig, den Einfluss des Alters zu kennen. Dr. Michael Haustein, Dr. Tina Oppitz und Prof. Dr. Eberhard Spörl von der Universitäts-Augenklinik Dresden sowie Priv.-Doz. Dr. Andreas G. Böhm von der Augenklinik des Elblandklinikums Radebeul haben diesen Einfluss untersucht und stellen ihre Ergebnisse vor.

Beidseitiger Sehverlust durch Neurolues

Die Inzidenz der Syphilis sank nach Entdeckung des Penicillins stetig ab und ließ die Erkrankung aufgrund ihrer Seltenheit zunehmend in Vergessenheit geraten. In den letzten Jahren verzeichnete das Robert-Koch-Institut jedoch einen exponentiellen Anstieg der Syphilis und der Neurosyphilis in Westeuropa. Dr. Verena Prokosch schildert einen Fall, der zeigt, dass in unklaren Fällen ophthalmologischer Erkrankungen eine entsprechende Diagnostik auf Lues eingeleitet werden sollte.

Outreach-Programme und Akzeptanz-Problematik in Indien

Eine Untersuchung zu Akzeptanzraten bei Kataraktchirurgie
Um auch in entlegenen Gebieten eine medizinische Versorgung zu gewährleisten, wird in Indien ein so genanntes Outreach-Screening durchgeführt: Augenärztliche Teams fahren in ländliche Regionen, um vor Ort Betroffene zu untersuchen und ihnen eine kostenlose Operation am Base Hospital anzubieten. In vielen Fällen wird zusätzlich für eine Transportmöglichkeit sowie die Unterbringung und Verpflegung am Krankenhaus gesorgt. Dennoch werden diese Kataraktoperationen aus verschiedenen Gründen, die man als Patient-perceived Barriers bezeichnet, von einem größeren Anteil nicht angenommen. Vor diesem Hintergrund führte die Universitäts-Augenklinik Bonn eine Untersuchung darüber durch, wie die Akzeptanzraten und die von Patienten berichteten Barrieren in zwei unterschiedlichen Regionen sind. Dr. Robert P. Finger, David G. Kupitz und Prof. Dr. Frank G. Holz stellen die Ergebnisse vor.

World Ophthalmology Congress 2010

World Ophthalmology Congress 2010

Interview mit Prof. Dr. Gerhard K. Lang
Zum World Ophthalmology Congress (WOC) 2010, dem weltweit größten ophthalmologischen Kongress, werden Anfang Juni rund 8.000 Ophthalmologen aus etwa 120 Ländern in Berlin erwartet. Unter dem Dach des Weltkongresses laden auch die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) zu ihrer jährlichen Fachtagung ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem Direktor der Universitäts-Augenklinik Ulm,
Prof. Dr. Gerhard K. Lang, der als Kongresspräsident in diesem Jahr nicht nur der DOG vorsteht, sondern auch dem zweijährlich stattfindenden WOC, über das internationale ophthalmologische Großereignis in Berlin.

Zum 36. Kongress der ASCRS in Boston

Zum 36. Kongress der ASCRS in Boston

Zum 36. Kongress der American Society of Cataract and Refractive Surgery (ASCRS) trafen sich im April rund 7.300 Teilnehmer in Boston, USA. Den angereisten Ophthalmologen bot sich die Möglichkeit, aus etwa 700 wissenschaftlichen Vorträgen, 18 Symposien, 130 Kursen, 170 Filmen sowie 370 Postern ein individuelles Fortbildungsprogramm zusammenzustellen. Darüber hinaus gab es weitere Beiträge und Kurse speziell abgestimmt für ärztliches Assistenz- und Pflegepersonal in Zusammenarbeit mit der American Society of Ophthalmic Administrators (ASOA). Ein Bericht von Dr. Tanja M. Rabsilber.

Unternehmenscontrolling in der Medizin

Kennen Sie Ihre Zahlen?
Viele Praxisinhaber begnügen sich nach Ablauf eines Quartals oder Jahres mit der betriebswirtschaftlichen Analyse, also einer nachträglichen Aufstellung von Kosten und Einnahmen. Für die aktive Führung der Praxis und vor allem zur Führung eines größeren Zentrums ist jedoch ein Einblick in die aktuelle Datenlage notwendig, da die Kenntnis eigener Daten und Marktdaten zu höherer Effizienz und Wettbewerbsvorteilen führt. Dr. Johannes Bräuning erörtert Anforderungen und Möglichkeiten von Unternehmenscontrolling in der Medizin.