Autor: Katica Djakovic

Augenverletzungen durch Pfefferspray

Der Absatz von Pfefferspray und Reizgas habe bereits im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2014 deutlich zugenommen und sich zu Beginn des Jahres nochmals erhöht. Das berichten zahlreiche Medien mit Verweis auf Angaben des Branchenverbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB). Obwohl Pfefferspray in Deutschland nur als „Tierabwehrspray“ zugelassen ist, findet er immer häufiger Anwendung am Menschen. Der Einsatz ist riskant – für alle Beteiligten. Schwere Entzündungen mit Sehverlust sind möglich. Dr. Hans-Walter Roth und David Gulkin (Ulm) problematisieren den Einsatz und stellen das therapeutische Vorgehen dar.

Nanolaser-Photofragmentation versus Phakoemulsifikation

In einer Vergleichsstudie der Charlottenklinik für Augenheilkunde Stuttgart werden derzeit die Ultraschall-Phakoemulsifikation und die Photofragmentation durch Nanolaser untersucht. Kriterien sind Endothelzellverlust, visuelle Rehabilitation, Pachymetrie sowie intraoperativer Energieaufwand, Operationsdauer und intraoperativer Flüssigkeitsverbrauch. Dr. Sarah Mödl, Anna Katharina Paul, Eleonora Ruf und Prof. Gangolf Sauder (Stuttgart) stellen erste Ergebnisse und Daten der laufenden Vergleichsstudie dar.

Visualisierung der spektralen ­Transmissionseigenschaften von IOL

Die Verwendung unterschiedlicher Intraokularlinsenmaterialien, insbesondere die Nutzung von Blaulicht­filtermaterialien, impliziert unterschiedliche spektrale Transmissionseigenschaften. Diese beeinflussen objektiv den der Netzhaut dargebotenen Farbreiz und haben somit Auswirkungen auf die Farbempfindung. Ziel einer Untersuchung an der Universität Rostock war die quantitative Bestimmung der spektralen Transmissionseigenschaften verschiedener Intraokularlinsen und eine Visualisierung der dadurch induzierten Farbreizänderungen. Untersucht wurden Linsen aus hydrophobem Acrylat ohne und mit Blaulichtfilter. Zur Bestimmung der wellenlängenabhängigen Transmissionseigenschaften von Intraokularlinsen wurde ein experimenteller Aufbau realisiert, der es ermöglicht, in einem Wellenlängenbereich von 390 nm bis 780 nm quantifizierbare Aussagen zu treffen. Zur Visualisierung des Einflusses der unterschiedlichen spektralen Transmissionscharakteristika wurde eine dedizierte Software entwickelt, die pixelgenau den Einfluss des IOL-spezifischen Transmissionsverlaufes auf ein Ausgangsbild darstellt. Dr. rer. nat. Stephan Reiß, Dipl.-Phys. Karsten Sperlich, Martin Kunert, Prof. Rudolf F. Guthoff, Prof. Heinrich Stolz, Prof. Anselm Jünemann und Prof. Oliver Stachs stellen das Projekt und die Ergebnisse dar.

Die Julius-Hirschberg-Gesellschaft ­tagte in Heidelberg

Auf den historischen Spuren der Gründungsmitglieder der DOG (Teil 2)
Im zweiten Teil des Tagungsberichtes zur XXIX. Zusammenkunft der ophthalmohistorischen Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) in der Alten Aula der Universität Heidelberg stellt Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) die Vortragsthemen der dritten und vierten wissenschaftlichen Sitzung sowie die Themen der Posterausstellung dar.

Die neue 360-Grad-Kanaloplastik

Methodenvergleich von Mikrokathetersystem zu Onalene-Fadentechnik
Bei der Kanaloplastik als nicht perforierender Glaukomoperation wird ein Mikrokatheter am Hornhautrand in den Schlemm‘schen Kanal eingeführt, der den Kanal mit einem Gel dehnt, um ihn zu erweitern. Nach Entfernen des Katheters wird im Kanal ein feiner Faden gespannt, der den Kanal offen hält. Seit kurzem steht für die Kanaloplastik ein neues, robustes und kostengünstiges Verfahren zur Verfügung, bei dem statt des Mikrokatheters ein doppelt gedrehter 6-0-Polypropylen-Faden, der Onalene-Faden, eingeführt wird. Dr. Erik Chankiewitz und Carolin Buchwald (Halle/Saale) erläutern die Technik und diskutieren Vor- und Nachteile beider Verfahren im Vergleich.

Monitoring in der ­Amblyopietherapie

Tragezeitenmessung durch Mikrosensor-System
Die Tragezeit von Brillen oder Okklusionspflastern ist für eine erfolgreiche Amblyopietherapie von besonderer Relevanz. Seit Einführung des Okklusions-Dosis-Monitors wird kontinuierlich an einer Weiterentwicklung gearbeitet, um möglichst objektive Daten zu Tragezeiten zu gewinnen. Eine Studie der Universitäts-Augenklinik Tübingen testete ein Mikrosensor-System in seiner Eignung für die Amblyopietherapie, das bereits zum Montoring der Zahnspangentragezeiten in der Kieferorthopädie Anwendung findet. Dr. Annegret Abaza, Dr. Charlotte Schramm und Priv.-Doz. Dr. Kai Januschowski (Tübingen) stellen die Ergebnisse dar und diskutieren Vor- und Nachteile im Vergleich zum Okklusions-Dosis-Monitor (ODM).

Die Julius-Hirschberg-Gesellschaft ­tagte in Heidelberg

Auf den historischen Spuren der Gründungsmitglieder der DOG (Teil 1)
Es begann in Heidelberg im damals ehrwürdigen Hotel Schrieder und in der Alten Aula der Universität Heidelberg: Hier trafen sich vor knapp 160 Jahren – vom 3. bis 5. September 1857 – erstmals einige engagierte deutschsprachige Ophthalmologen, die sich der Augenheilkunde, ihrer Fortbildung, Forschung und Weiterentwicklung verpflichtet sahen. In diesem gemeinsamen Streben hielten sie zwölf wissenschaftliche Vorträge. Zu den zwölf Gleichgesinnten gehörten unter anderem Albrecht von Graefe, Ferdinand Arlt, Adolf Weber, Friedrich Horner, Alexander Pagenstecher und Carl Wilhelm von Zehender. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das erste Treffen in Heidelberg zum Gründungsdatum der DOG bestimmt. Die Zusammenkunft der XXIX. Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) in der Alten Aula erinnerte an das denkwürdige Datum. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) stellt die Vortragsthemen dar.

Steuerliche Abzugsfähigkeit ­außergewöhnlicher Belastungen

So genannte außergewöhnliche Belastungen sind Aufwendungen, die dem Privatbereich des Augenarztes zuzurechnen sind. Ihre steuerliche Berücksichtigung erfolgt aus sozialen Gründen und wird nur auf Antrag gewährt. Sie sind grundsätzlich nicht in voller Höhe abzugsfähig. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Voraussetzungen für die steuerliche Abzugsfähigkeit von außergewöhnlichen Belastungen.

Gentherapie zur Behandlung der nAMD: das TargetAMD-Projekt

Das TargetAMD-Projekt ist ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt, das die Entwicklung eines gentherapeutischen Ansatzes zur Behandlung der nAMD verfolgt. Das Konsortium besteht aus 13 Partnern aus acht Ländern der EU und der Schweiz. In diesem Gremium sind Experten aus verschiedenen Gebieten der Ophthalmologie und Gentherapie vereint, mit dem Ziel eine erfolgreiche klinische Studie der Phase Ib/IIa durchzuführen. Dr. rer. nat.  Martina Kropp und die Projektkoordinatorin Prof. Gabriele Thumann (Genf) stellen das Projekt vor.

Glaskörperproteom bei retinalem ­Venenverschluss

Studie untersucht Einfluss vom Komplementfaktor C3
In einer Pilot-Studie an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg wurde eine innovative massenspektrometrische Technik (Massenspektrometrie gekoppelt mit Kapillarelektrophorese und Flüssigkeitschromatografie) verwendet, um das Proteom des menschlichen Glaskörpers in Bezug auf spezifische Proteine für den retinalen Venenverschluss zu untersuchen. Ivanka Dacheva (Heidelberg) stellt die Studie vor und erörtert neueste Erkenntnisse über die Rolle vom Komplementfaktor C3 im Glaskörper von Patienten mit einem retinalen Venenverschluss.