Autor: Katica Djakovic

Ethanolabrasio des Hornhautepithels bei rezidivierender Erosio corneae

Bei der rezidivierenden Erosio, einer schmerzhaften Erkrankung der Hornhautoberfläche, kommt es zu einem rezidivierenden Aufbrechen des Hornhautepithels. Neben der konservativen Therapie mit der Gabe von Tränenersatzmitteln hat sich die phototherapeutische Keratektomie (PTK) mit dem Excimerlaser als Standardbehandlung bewährt. Die Ethanolabrasio findet bei der LASEK Anwendung, kann aber auch bei der rezidivierenden Erosio corneae eingesetzt werden. An der Augenklinik Berlin-Marzahn wurde eine retrospektive, klinische Untersuchung durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Ethanolabrasio eine Therapiealternative zur PTK mit dem Excimerlaser ist. Nhu Oanh Huynh, Dr. Sabine Schmidt und Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer (Berlin) stellen die Ergebnisse vor.

Praktische Tränenfilmdiagnostik

MMP-9 und Osmolarität im Vergleich zu klassischen Tests
Für die Diagnostik des Trockenen Auges gibt es neben den klassischen Testverfahren mittlerweile neue Untersuchungsoptionen, die den Weg vom Labor in den klinischen Alltag gefunden haben. Hierzu zählt die Bestimmung der Tränenfilmosmolaritat (TFO) wie auch der Matrix-Metalloproteasen (MMP-9) in der Tränenflüssigkeit. In einem Forschungsprojekt sollte überprüft werden, wie sich die beiden neuen Untersuchungsmethoden im Vergleich zu den klassischen Untersuchungsparametern bei älteren Patienten verhalten, die potentiell ein mildes bis mittelgradiges Trockenes Auge aufweisen könnten, aber nicht an einer fortgeschrittenen Form des Trockenen Auges leiden. Dr. Marc Schargus, MHBA, erörtert Verfahren und Ergebnisse.

Kontaktoptische Versorgung des aphaken Kindes (Teil 1)

Die Behandlung einer angeborenen oder erworbenen Katarakt beim Kind stellt auch heute noch eine besondere Herausforderung an den Ophthalmologen dar. Nur der maximale kombinierte Einsatz von Chirurgie, Kontaktoptik, Orthoptik und Pleoptik bringt brauchbare Ergebnisse. Sowohl die einseitige wie auch die beidseitige Katarakt ist vor allem im frühen Lebensalter schwierig zu therapieren, trotz moderner Operationstechniken und optimaler Versorgung mit einer Sehhilfe erreichen noch immer nur wenige der betroffenen Kinder später einmal eine befriedigende Sehfunktion. Auch der Aufbau des räumlichen Sehens gelingt nur in Ausnahmefällen, die Gründe hierfür sind vielfältig. Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Gregor Nietgen (Ulm) stellen das bisherige therapeutische Vorgehen bei der kontaktoptischen Versorgung von Kindern mit kongenitaler und traumatischer Katarakt dar.

Kochsalzaufnahme und mögliche Implikationen für die AMD-Pathogenese

In einer Untersuchung an der Universitäts-Augenklinik Leipzig wurde getestet, ob eine hohe Kochsalzkonzentration auch direkte Wirkungen auf das retinale Pigmentepithel (RPE) besitzt und zur Entwicklung einer feuchten AMD beitragen könnte. Die Ergebnisse zeigten, dass eine Kochsalzgabe genauso stark wie eine Hypoxie die Expression von VEGF stimulierte. Dr. Margrit Hollborn, Prof. Peter Wiedemann, Prof. Leon Kohen und Prof. Andreas Bringmann (Leipzig) stellen ihre Untersuchung zur Kochsalzaufnahme sowie die möglichen Implikationen für eine Pathogenese der AMD dar.

Innovationen in der Amblyopie-Therapie

Der frühzeitige Beginn einer Therapie der Amblyopie ist eine wesentliche Voraussetzung, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Aber ebenso erforderlich für einen erfolgreichen Verlauf ist eine gute Mitarbeit von Eltern und Kind. Die aktuelle Standardtherapie der Amblyopie besteht in der Okklusion des besseren Auges durch ein Pflaster, um das schlechtere Auge zu fördern und eine kortikale Suppression des schwächeren Auges zu verhindern. Neuere Ansätze beschäftigen sich mit der Nutzung aktueller Technologien. Dr. Annekatrin Rickmann, Dr. Charlotte Schramm, Priv.-Doz. Dr. Gesine Szurman und Dr. Kai Januschowski zeigen die Ansätze auf.

Idiopathische epiretinale Gliose

Postoperative morphologische Veränderungen zur Verlaufsbeurteilung
Die idiopathische epiretinale Gliose (IEG) zählt zu den häufigeren Krankheitsbildern, die zu einer Beeinträchtigung der zentralen Sehschärfe im höheren Lebensalter führen. Ursache der Sehverschlechterung und Metamorphopsien sind Faltenbildungen und Verdickungen der Netzhaut durch Ausbildung von Membranen zwischen Membrana limitans interna und hinterer Glasköpergrenzschicht. Die Indikation zur Pars-plana-Vitrektomie mit Membrane Peeling wird abhängig vom Ausprägungsgrad der Symptomatik getroffen, wobei der postoperative Zugewinn an Sehschärfe individuell sehr unterschiedlich ist. In der Augenklinik Berlin-Marzahn wurden anhand eines standardisierten Makulabogens postoperativ sowohl morphologische Kriterien als auch das Vorhandensein von persistierenden störenden Metamorphopsien untersucht. Christos Chamalis, Dr. Andreas Foerster und Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer, MBA, (Berlin) fassen ihre Untersuchungsergebnisse zusammen.

Brille und Geld

Serie zur Sammlung Roth
Abbildungen von Augen oder Brillen finden sich auch auf Geldscheinen und Münzen. Selten aber ist es, dass eine Sehhilfe nur allein, also ohne das dazugehörige Gesicht oder den Kopf gezeigt wird. Das bekannteste Beispiel dafür ist der schwedische Brillenpfennig oder der Braunschweiger Brillentaler aus dem Jahr 1586. Auf beiden Münzen findet sich nur eine Nietbrille ohne den Benutzer. Sonst gehört nämlich die Brille immer zum Markenzeichen eines markanten Zeitgenossen, dessen mit der Sehhilfe gestylter Kopf auf einem Geldschein oder einer Münze bestenfalls seine Intelligenz vortäuschen, nicht aber seine Fehlsichtigkeit unterstreichen soll. Dass sich aber einmal gleich zwei Sehhilfen, eine mit und eine ohne den dazugehörigen Kopf, auf einem Geldschein finden, ist eine absolute Rarität.

Neue Forschung zur Uveitis-Pathogenese

Rezidivierende Uveitis des Pferdes als Modell für die Autoimmunuveitis
Viele entscheidende Erkenntnisse über die Pathogenesemechanismen der Uveitis wurden an den induzierten Modellen bei Maus und Ratte gewonnen. Für bestimmte Analysen eignen sich diese Tiermodelle jedoch nicht, zum Beispiel für die Identifikation der Zielantigene, gegen die sich die Autoimmunreaktion von Patienten richtet. Solche Fragen müssen in spontan auftretenden Modellen geklärt werden. Ein aufschlussreiches Modell für die Autoimmunuveitis ist die rezidivierende Uveitis des Pferdes, denn diese Erkrankung verläuft klinisch und immunologisch vergleichbar zur Erkrankung des Menschen. Prof. Cornelia Deeg, Experimentelle Ophthalmologie Universität Marburg, erläutert neue Strategien zum besseren Verständnis der Uveitis-Pathogenese anhand eines spontanen Modells im Pferd.

Retinale Gentherapie: Neue Aspekte durch klinische Studienergebnisse

Aktuelle Ansätze zur Optimierung gentherapeutischer Effekte
Die Ergebnisse der ersten gentherapeutischen klinischen Studien an Patienten mit schwerer frühkindlicher Netzhautdegeneration aufgrund von Mutationen im RPE65-Gen liegen vor und geben Grund zur Hoffnung, dass in absehbarer Zeit effektive Therapien für eine ganze Reihe verschiedener erblicher Netzhauterkrankungen zur Verfügung stehen. Allerdings zeigen die Daten auch, dass die durchaus euphorisch bewerteten Ergebnisse aus präklinischen Studien an Tiermodellen nicht eins zu eins in die Klinik transferiert werden konnten. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Prof. Knut Stieger und Prof. Birgit Lorenz (Gießen) problematisieren die Ursachen für die mangelnde Übertragbarkeit als Basis für die Identifikation aktueller klinischer Herausforderungen sowie die Erforschung neuer Wege zur Optimierung der gentherapeutischen Effekte.

Rezension: Mosaike der Haut und ihre ­Beziehungen zur Ophthalmologie

Als ein Mosaik im biologischen Sinne bezeichnet man einen Organismus, der aus genetisch verschiedenen Zellen besteht, die aus einer homogenen Zygote hervorgegangen sind. Meistens liegt der Entstehung eines Mosaiks eine postzygotische Mutation zugrunde. Ein Mosaik manifestiert sich in der Dermatologie meistens als Naevus oder als (maligner) Tumor der Haut. Mosaik­syndrome der Haut können sowohl auf die Haut beschränkt, aber auch mit Veränderungen in anderen Organen assoziiert sein. Hier kommt der Ophthalmologie eine besondere Bedeutung zu, insbesondere aufgrund der gemeinsamen Herkunft des vorderen Augenabschnittes und der Haut aus dem Ektoderm, aber auch aufgrund der guten, nichtinvasiven Untersuchbarkeit des Auges. Im Gegensatz zum Mosaik besteht eine Chimäre aus genetisch verschiedenen Zellpopulationen, als Beispiele seien der Zustand nach Bluttransfusion und, für die Ophthalmologie, der Zustand nach erfolgter Keratoplastik angeführt.