Autor: Katica Djakovic

Fallbericht: Zentralarterienverschluss bei einem 26-jährigen Patienten

Gefäßverschlüsse beim jungen Erwachsenen (

<40 Jahre) stellen für den behandelnden Augenarzt eine diagnostische Herausforderung dar, da das Ursachenspektrum meist vielseitig ist und sich von dem älterer Patienten deutlich unterscheidet. Die Diagnostik erfordert eine enge interdisziplinäre Mitarbeit um wichtige, unter Umständen auch lebensbedrohliche Erkrankungen frühzeitig auszuschließen.

Mathias Schulze und Prof. Marcus Blum (Erfurt) berichten über einen 26-jährigen Patienten, der konsiliarisch als Notfall aus einem externen Haus in der Augenklinik vorgestellt wurde. Er klagte über einen akuten Sehverlust auf dem rechten Auge, den er nach dem Aufwachen am Morgen erstmalig bemerkt habe.

Brillenabdruck in einer alten Handschrift

Serie zur Sammlung Roth
Sehhilfen mit optisch brechenden Gläsern zum Ausgleich einer altersbedingten Weitsichtigkeit sind seit Ende des 13. Jahrhunderts bekannt. Ihre ältesten Abbildungen in der Umgebung von Venedig lassen vermuten, dass dort auf der Insel Murano erstmals die Herstellung eines farblosen Glases gelungen ist und wohl durch Zufall seine optischen Eigenschaften an ein paar Tropfen des erkalteten Materials entdeckt wurden. Hieraus ent­wickelte sich der Lesestein. Nach Einfassen eines Gläserpaars in einem Gestell aus Holz, Metall oder Elfenbein wurde da­raus die Parilla oder Brille, wie sie letztlich in ihrer Grundform bis heute noch in Gebrauch ist. Der hier gezeigte Abdruck dürfte von einer Lederbrille aus der Zeit zwischen der Mitte des 15. und 16. Jahrhunderts stammen.

Kongress AAD 2016

Interview mit BVA-Vorsitzendem Prof. Bernd Bertram
„Augenheilkunde im Spannungsfeld zwischen Studien und ‚real life‘“ lautet das Hauptthema der diesjährigen Augenärztlichen Akademie Deutschlands (AAD), die als gemeinsame Fort- und Weiterbildungsveranstaltung von BVA und DOG vom 8. bis 12. März wieder nach Düsseldorf ins CCD einlädt. Neben den wissenschaftlichen und praxisrelevanten Fachthemen, die in Kursen und Vorträgen dargestellt werden, gibt es auch einige Neuerung in diesem Jahr: So werden sich erstmals Keynote Lectures und Paneldiskussionen an die Einzelvorträge in den Vorlesungen anschließen. Die berufspolitische Diskussion aktueller Fragen bildet einen besonderen Schwerpunkt im Programm. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem BVA-Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram (Aachen) über die aktuelle Diskussion um die Novellierung der GOÄ und weitere Aspekte zur Honorierung und Versorgung in der Augenheilkunde.

178. Jahrestagung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) in Bonn

„Individualisierte Therapie durch ­bildgebende Diagnostik“
Zu seiner 178. Versammlung lud der Verein der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA) Ende Januar in den ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn ein, ein Tagungsort, der heute von den United Nations als Teil des World Conference Center Bonn betrieben wird. Neben einem facettenreichen Programm zu allen Fachbereichen der Augenheilkunde und dem Schwerpunktthema „Bildgebende Diagnostik“ fand in diesem Jahr erstmals ein „Science Slam“ statt: Junge Ophthalmologen stellten ihre wissenschaftlichen Studienergebnisse in einer Redezeit von maximal zwei Minuten und in möglichst unterhaltsamer Form vor, wobei die jeweils besten Vortragenden prämiert wurden. Katica Djakovic´ stellt ausgewählte Programmpunkte dar.

Besteuerung der Renten

Erneute Anhebung des Grundfreibetrages zum 1. Januar 2016
Mit dem Alterseinkünftegesetz (BGBl. 2004 I S. 1427) kam die Bundesregierung der Aufforderung des Bundesverfassungsgerichts nach, eine steuerliche Gleichbehandlung von Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamtenpensionen herzustellen. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert nachfolgend das Grundkonzept der nachgelagerten Besteuerung.

Okuläre Manifestationen neu ­auftretender Infektionskrankheiten

Globalisierung, Migration und Klimawandel sind Themen, die in den letzten Jahren für Schlagzeilen sorgten. Inwieweit sich diese Faktoren auch im medizinischen Bereich auswirken, wird erst allmählich erkennbar. In Deutschland neu auftretende Krankheitsbilder sowie das Vordringen bisher wenig bekannter Erreger sind dabei Aspekte, die auch in der Augenheilkunde an Bedeutung gewinnen. Prof. Uwe Pleyer, FEBO, (Berlin) stellt die systemischen sowie jeweils okulären Manifestationen von Infektionskrankheiten dar, die durch ihre zunehmende Prävalenz für den Augenarzt relevant werden können.

Lues-assoziierte Uveitis

Sehr häufig findet sich bei einer Lues-Infektion eine begleitende Uveitis im anterioren oder posterioren Segment, die in jedem Stadium der Lues auftreten kann. Dr. Patrick Straßburger (Chemnitz) stellt den Fall eines 65-jährigen Patienten dar, der bei der Vorstellung an der Uveitis-Ambulanz am Klinikum Chemnitz angab, seit etwa zwei Wochen am linken Auge eine zunehmende Sehverschlechterung zu bemerken. Bisher waren an beiden Augen keine Erkrankungen oder Voroperationen bekannt und der Allgemeinzustand war bis auf eine bekannte Hypertonie unauffällig. Anamnestisch wurden vom Patienten mögliche Ansteckungsquellen bezüglich Lues und Borreliose verneint.

Kongress DGII 2016

Interview mit Tagungspräsident Prof. Michael C. Knorz
Zu ihrer Jubiläumstagung lädt die Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) vom 11. bis 13. Februar nach Mannheim in das Kultur- und Konferenzzentrum Rosengarten ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Michael C. Knorz, der als diesjähriger Tagungspräsident unter dem Motto „Perfektes Sehen durch Laser und Linse“ durch den 30. DGII-Kongress führt.

Augenverletzungen durch Pfefferspray

Der Absatz von Pfefferspray und Reizgas habe bereits im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2014 deutlich zugenommen und sich zu Beginn des Jahres nochmals erhöht. Das berichten zahlreiche Medien mit Verweis auf Angaben des Branchenverbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB). Obwohl Pfefferspray in Deutschland nur als „Tierabwehrspray“ zugelassen ist, findet er immer häufiger Anwendung am Menschen. Der Einsatz ist riskant – für alle Beteiligten. Schwere Entzündungen mit Sehverlust sind möglich. Dr. Hans-Walter Roth und David Gulkin (Ulm) problematisieren den Einsatz und stellen das therapeutische Vorgehen dar.

Nanolaser-Photofragmentation versus Phakoemulsifikation

In einer Vergleichsstudie der Charlottenklinik für Augenheilkunde Stuttgart werden derzeit die Ultraschall-Phakoemulsifikation und die Photofragmentation durch Nanolaser untersucht. Kriterien sind Endothelzellverlust, visuelle Rehabilitation, Pachymetrie sowie intraoperativer Energieaufwand, Operationsdauer und intraoperativer Flüssigkeitsverbrauch. Dr. Sarah Mödl, Anna Katharina Paul, Eleonora Ruf und Prof. Gangolf Sauder (Stuttgart) stellen erste Ergebnisse und Daten der laufenden Vergleichsstudie dar.