Autor: Katica Djakovic

Lues-assoziierte Uveitis

Sehr häufig findet sich bei einer Lues-Infektion eine begleitende Uveitis im anterioren oder posterioren Segment, die in jedem Stadium der Lues auftreten kann. Dr. Patrick Straßburger (Chemnitz) stellt den Fall eines 65-jährigen Patienten dar, der bei der Vorstellung an der Uveitis-Ambulanz am Klinikum Chemnitz angab, seit etwa zwei Wochen am linken Auge eine zunehmende Sehverschlechterung zu bemerken. Bisher waren an beiden Augen keine Erkrankungen oder Voroperationen bekannt und der Allgemeinzustand war bis auf eine bekannte Hypertonie unauffällig. Anamnestisch wurden vom Patienten mögliche Ansteckungsquellen bezüglich Lues und Borreliose verneint.

Neue Forschung zur Uveitis-Pathogenese

Rezidivierende Uveitis des Pferdes als Modell für die Autoimmunuveitis
Viele entscheidende Erkenntnisse über die Pathogenesemechanismen der Uveitis wurden an den induzierten Modellen bei Maus und Ratte gewonnen. Für bestimmte Analysen eignen sich diese Tiermodelle jedoch nicht, zum Beispiel für die Identifikation der Zielantigene, gegen die sich die Autoimmunreaktion von Patienten richtet. Solche Fragen müssen in spontan auftretenden Modellen geklärt werden. Ein aufschlussreiches Modell für die Autoimmunuveitis ist die rezidivierende Uveitis des Pferdes, denn diese Erkrankung verläuft klinisch und immunologisch vergleichbar zur Erkrankung des Menschen. Prof. Cornelia Deeg, Experimentelle Ophthalmologie Universität Marburg, erläutert neue Strategien zum besseren Verständnis der Uveitis-Pathogenese anhand eines spontanen Modells im Pferd.

Retinale Gentherapie: Neue Aspekte durch klinische Studienergebnisse

Aktuelle Ansätze zur Optimierung gentherapeutischer Effekte
Die Ergebnisse der ersten gentherapeutischen klinischen Studien an Patienten mit schwerer frühkindlicher Netzhautdegeneration aufgrund von Mutationen im RPE65-Gen liegen vor und geben Grund zur Hoffnung, dass in absehbarer Zeit effektive Therapien für eine ganze Reihe verschiedener erblicher Netzhauterkrankungen zur Verfügung stehen. Allerdings zeigen die Daten auch, dass die durchaus euphorisch bewerteten Ergebnisse aus präklinischen Studien an Tiermodellen nicht eins zu eins in die Klinik transferiert werden konnten. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Prof. Knut Stieger und Prof. Birgit Lorenz (Gießen) problematisieren die Ursachen für die mangelnde Übertragbarkeit als Basis für die Identifikation aktueller klinischer Herausforderungen sowie die Erforschung neuer Wege zur Optimierung der gentherapeutischen Effekte.

Rezension: Mosaike der Haut und ihre ­Beziehungen zur Ophthalmologie

Als ein Mosaik im biologischen Sinne bezeichnet man einen Organismus, der aus genetisch verschiedenen Zellen besteht, die aus einer homogenen Zygote hervorgegangen sind. Meistens liegt der Entstehung eines Mosaiks eine postzygotische Mutation zugrunde. Ein Mosaik manifestiert sich in der Dermatologie meistens als Naevus oder als (maligner) Tumor der Haut. Mosaik­syndrome der Haut können sowohl auf die Haut beschränkt, aber auch mit Veränderungen in anderen Organen assoziiert sein. Hier kommt der Ophthalmologie eine besondere Bedeutung zu, insbesondere aufgrund der gemeinsamen Herkunft des vorderen Augenabschnittes und der Haut aus dem Ektoderm, aber auch aufgrund der guten, nichtinvasiven Untersuchbarkeit des Auges. Im Gegensatz zum Mosaik besteht eine Chimäre aus genetisch verschiedenen Zellpopulationen, als Beispiele seien der Zustand nach Bluttransfusion und, für die Ophthalmologie, der Zustand nach erfolgter Keratoplastik angeführt.

Fallbericht: Zentralarterienverschluss bei einem 26-jährigen Patienten

Gefäßverschlüsse beim jungen Erwachsenen (

<40 Jahre) stellen für den behandelnden Augenarzt eine diagnostische Herausforderung dar, da das Ursachenspektrum meist vielseitig ist und sich von dem älterer Patienten deutlich unterscheidet. Die Diagnostik erfordert eine enge interdisziplinäre Mitarbeit um wichtige, unter Umständen auch lebensbedrohliche Erkrankungen frühzeitig auszuschließen.

Mathias Schulze und Prof. Marcus Blum (Erfurt) berichten über einen 26-jährigen Patienten, der konsiliarisch als Notfall aus einem externen Haus in der Augenklinik vorgestellt wurde. Er klagte über einen akuten Sehverlust auf dem rechten Auge, den er nach dem Aufwachen am Morgen erstmalig bemerkt habe.

Brillenabdruck in einer alten Handschrift

Serie zur Sammlung Roth
Sehhilfen mit optisch brechenden Gläsern zum Ausgleich einer altersbedingten Weitsichtigkeit sind seit Ende des 13. Jahrhunderts bekannt. Ihre ältesten Abbildungen in der Umgebung von Venedig lassen vermuten, dass dort auf der Insel Murano erstmals die Herstellung eines farblosen Glases gelungen ist und wohl durch Zufall seine optischen Eigenschaften an ein paar Tropfen des erkalteten Materials entdeckt wurden. Hieraus ent­wickelte sich der Lesestein. Nach Einfassen eines Gläserpaars in einem Gestell aus Holz, Metall oder Elfenbein wurde da­raus die Parilla oder Brille, wie sie letztlich in ihrer Grundform bis heute noch in Gebrauch ist. Der hier gezeigte Abdruck dürfte von einer Lederbrille aus der Zeit zwischen der Mitte des 15. und 16. Jahrhunderts stammen.

Kongress AAD 2016

Interview mit BVA-Vorsitzendem Prof. Bernd Bertram
„Augenheilkunde im Spannungsfeld zwischen Studien und ‚real life‘“ lautet das Hauptthema der diesjährigen Augenärztlichen Akademie Deutschlands (AAD), die als gemeinsame Fort- und Weiterbildungsveranstaltung von BVA und DOG vom 8. bis 12. März wieder nach Düsseldorf ins CCD einlädt. Neben den wissenschaftlichen und praxisrelevanten Fachthemen, die in Kursen und Vorträgen dargestellt werden, gibt es auch einige Neuerung in diesem Jahr: So werden sich erstmals Keynote Lectures und Paneldiskussionen an die Einzelvorträge in den Vorlesungen anschließen. Die berufspolitische Diskussion aktueller Fragen bildet einen besonderen Schwerpunkt im Programm. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem BVA-Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram (Aachen) über die aktuelle Diskussion um die Novellierung der GOÄ und weitere Aspekte zur Honorierung und Versorgung in der Augenheilkunde.

Fallbericht: Intravenöses pyogenes ­Granulom der Vena angularis

Das intravenöse pyogene Granulom ist ein gutartiger Tumor, der selten in der periokularen Region vorkommt. Das klinische Bild ist oft unspezifisch, was die Diagnose erschweren kann. Dr. Elena Torres Suárez (Köln) berichtet über einen 44-jährigen Patienten, der an die Augenklinik Köln-Merheim zur weiteren Behandlung und möglichen chirurgischen Versorgung eines Chalazios überwiesen wurde. Der Patient klagte über eine seit zwei Wochen bestehende Schwellung des medialen Oberlides.

Das Brillenetui

Serie zur Sammlung Roth
Brillen sind in unserer heutigen Zeit meist nur noch Wegwerfartikel. Für ein paar Euros erhält man beim Discounter bereits eine einfache Lesebrille, die dem Geldbeutel angemessen, für das Auge allerdings nicht immer die passende ist. Zu früheren Zeiten, als für den Erwerb einer Sehhilfe noch eine Summe von bis zu einem Jahreslohn fällig war, sorgte man sich um ihre sichere Aufbewahrung. Die ersten Brillen trug man am Gürtel befestigt in einem Beutel aus Stoff oder Leder, es folgten Dosen oder Schatullen aus Holz. Neuzeitliche Modelle waren aus Eisenblech oder dem leichteren, aber teureren Aluminium. Heute sind sie meist nur noch aus billigem Kunststoff. Immer hatten sie die Aufgabe, die Gläser vor Bruch zu bewahren oder vor Kratzern zu schützen. In besseren Kreisen waren die Etuis wertvolle Kunstwerke, oft liebevoll bemalt oder vom Juwelier kunstvoll verziert.

Kongress DGII 2016

Interview mit Tagungspräsident Prof. Michael C. Knorz
Zu ihrer Jubiläumstagung lädt die Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) vom 11. bis 13. Februar nach Mannheim in das Kultur- und Konferenzzentrum Rosengarten ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Michael C. Knorz, der als diesjähriger Tagungspräsident unter dem Motto „Perfektes Sehen durch Laser und Linse“ durch den 30. DGII-Kongress führt.