Autor: Katica Djakovic

Steuerliche Abzugsfähigkeit ­außergewöhnlicher Belastungen

So genannte außergewöhnliche Belastungen sind Aufwendungen, die dem Privatbereich des Augenarztes zuzurechnen sind. Ihre steuerliche Berücksichtigung erfolgt aus sozialen Gründen und wird nur auf Antrag gewährt. Sie sind grundsätzlich nicht in voller Höhe abzugsfähig. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Voraussetzungen für die steuerliche Abzugsfähigkeit von außergewöhnlichen Belastungen.

Gentherapie zur Behandlung der nAMD: das TargetAMD-Projekt

Das TargetAMD-Projekt ist ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt, das die Entwicklung eines gentherapeutischen Ansatzes zur Behandlung der nAMD verfolgt. Das Konsortium besteht aus 13 Partnern aus acht Ländern der EU und der Schweiz. In diesem Gremium sind Experten aus verschiedenen Gebieten der Ophthalmologie und Gentherapie vereint, mit dem Ziel eine erfolgreiche klinische Studie der Phase Ib/IIa durchzuführen. Dr. rer. nat.  Martina Kropp und die Projektkoordinatorin Prof. Gabriele Thumann (Genf) stellen das Projekt vor.

Glaskörperproteom bei retinalem ­Venenverschluss

Studie untersucht Einfluss vom Komplementfaktor C3
In einer Pilot-Studie an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg wurde eine innovative massenspektrometrische Technik (Massenspektrometrie gekoppelt mit Kapillarelektrophorese und Flüssigkeitschromatografie) verwendet, um das Proteom des menschlichen Glaskörpers in Bezug auf spezifische Proteine für den retinalen Venenverschluss zu untersuchen. Ivanka Dacheva (Heidelberg) stellt die Studie vor und erörtert neueste Erkenntnisse über die Rolle vom Komplementfaktor C3 im Glaskörper von Patienten mit einem retinalen Venenverschluss.

Epiretinales Gewebe bei ­Makulaschichtforamen

Neben den konventionellen traktiven epiretinalen Membranen, wie sie auch bei Makula Pucker auftreten, kommt bei der Mehrzahl der Augen mit Makulaschichtforamen homogenes atypisches epiretinales Gewebe vor. Die genaue Pathogenese und Morphologie von Augen mit makulaschichtforamenassoziierten epiretinalen Proliferationen ist bisher nicht vollständig geklärt. Nach derzeitigen Erkenntnissen handelt es sich dabei um dichtes Material der Glaskörperrinde mit eingelagerten Zellansammlungen. Dr. Denise Compera (München) erläutert Vorkommen und Charakterisierung von epiretinalem Gewebe bei Makulaschichtforamen.

Mikrorobotik für die minimalinvasive Ophthalmochirurgie

Am Institut für Robotik und Intelligente Systeme an der ETH Zürich werden in Zusammenarbeit mit Schweizer Augenkliniken (Triemli Spital Zürich, Inselspital Bern) verschiedene Robotersysteme für ophthalmochirurgische Eingriffe entwickelt. Jedes minimalinvasive Robotersystem ist zur Behandlung spezifischer Augenerkrankungen, wie zum Beispiel die Altersbedingte Makuladegeneration, den retinalen Venenverschluss und die Diabetische Retinopathie, entwickelt worden. Franziska Ullrich und Prof. Bradley J. Nelson vom Multi-Scale Robotics Lab der ETH Zürich erörtern die Möglichkeit einer robotergestützten gezielten intravitrealen Medikamentenapplikation sowie die Entwicklung von robotischen Systemen zur Unterstützung bei minimalinvasiven chirurgischen Eingriffe.

Femtolaser in der Kataraktchirurgie: ­Erstattungsanspruch für Beamte

Vor den Verwaltungsgerichten bemühen sich aktuell die versorgungsberechtigten Pensionäre der öffentlich-rechtlichen Beihilfestellen des Bundes, der Länder und der Kommunen um die Kostenbewilligung für den Einsatz des Femtosekundenlasers im Rahmen ihrer Kataraktoperation. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf bestätigte nun die medizinische Notwendigkeit der femtolaserassisierten Kataraktchirurgie. RA Michael Zach (Mönchengladbach) stellt den Beschluss dar.

113. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

Vom Labor in die Klinik
„Augenheilkunde – grundlagenbasiert und interdisziplinär“, so hatte der DOG-Kongresspräsident Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt das Motto zum diesjährigen Jahreskongress der Gesellschaft gewählt und einen entsprechenden Schwerpunkt in der Ausrichtung des wissenschaftlichen Programms gesetzt: In internationalen und interdisziplinären Symposien wurden die aktuellen Möglichkeiten der Gen- und Stammzelltherapie in der Augenheilkunde, gegenwärtige Ansätze aus der präklinischen Forschung zur Genom-Editierung sowie die jüngst erfolgte Zulassung für erste Gentherapiestudien in Deutschland dargestellt und diskutiert. Wenngleich diese zukunftsweisenden Ansätze auch nur einen kleinen Umfang am Gesamtanteil von gut 1.000 wissenschaftlichen Beiträgen sowie Keynote Lectures und rund 150 Symposien, Updates und Kursen zum breiten Themenspektrum einnahmen, so bildeten sie dennoch einen roter Faden im Programm und gaben einen beeindruckenden Ausblick auf berechtigte Therapieoptionen für bislang unheilbare Netzhauterkrankungen. Über den Kongress berichtet Ulrike Lüdtke.

Molekulargenetische Diagnostik ­erblicher Retinopathien

Neues Analyseverfahren zur DNA-Sequenzierung (NGS)
Bei Patienten mit einer erblich bedingten Netzhauterkrankung ist der jeweilige Gendefekt heute in den meisten Fällen feststellbar. Die genetische Diagnose erlaubt eine präzise Einschätzung des Erkrankungsrisikos von Verwandten. Zudem besteht die Hoffnung, dass diese Informationen in naher Zukunft auch therapeutische Optionen eröffnen. Modernste Analysetechniken wie das Next-Generation Sequencing (NGS) erfassen alle Gene, die mit der entsprechenden Symptomatik in Verbindung gebracht werden. Der Humangenetiker Prof. Hanno J. Bolz (Ingelheim) erläutert das NGS-Verfahren in der Diagnostik genetisch heterogener Augenerkrankungen.

Acoustic Vessel Shadow Intensity (AVSI)

Neue Methode zur Beurteilung retinaler Gefäße mittels OCT
Das Messen der Acoustic Vessel Shadow Intensity (AVSI) stellt eine neue Methode zur Strukturauswertung retinaler Gefäße dar. Hierbei werden im ersten Schritt in der cSLO-Fundusaufnahme die Gefäße erkannt und auf das SD-OCT übertragen. Ziel einer Studie war es zu prüfen, ob das Vorgehen zur Beurteilung der Gefäßmorphologie einsetzbar ist. Dafür wurden die AVSI mit dem Alter der Patienten und dem Schlaganfallrisiko verglichen. Dr. Robert Kromer (Hamburg) erläutert die neue Methode und die Ergebnisse der Studie.

Visusverlust nach Silikonölchirurgie

Bei komplexeren Netzhautablösungen und proliferativen Vitreoretinopathien muss häufig auf Silikonöl als Endotamponade zurückgegriffen werden, das zu einem späteren Zeitpunkt wieder entfernt wird. Es häufen sich Fallberichte von Patienten mit ursprünglich guter Visusprognose und zu jedem Zeitpunkt anliegender Makula, bei denen es zu einem plötzlichen Visusverlust während der Silikonölendotamponade oder um den Zeitpunkt der Silikonölentfernung gekommen ist. Ole Jacobsen und Prof. Wolfgang Wiegand (Hamburg) stellen mögliche Pathomechanismen des Visusverlustes nach Silikonölchirurgie dar.