Aus der aktuellen Ausgabe

Monitoring in der ­Amblyopietherapie

Tragezeitenmessung durch Mikrosensor-System
Die Tragezeit von Brillen oder Okklusionspflastern ist für eine erfolgreiche Amblyopietherapie von besonderer Relevanz. Seit Einführung des Okklusions-Dosis-Monitors wird kontinuierlich an einer Weiterentwicklung gearbeitet, um möglichst objektive Daten zu Tragezeiten zu gewinnen. Eine Studie der Universitäts-Augenklinik Tübingen testete ein Mikrosensor-System in seiner Eignung für die Amblyopietherapie, das bereits zum Montoring der Zahnspangentragezeiten in der Kieferorthopädie Anwendung findet. Dr. Annegret Abaza, Dr. Charlotte Schramm und Priv.-Doz. Dr. Kai Januschowski (Tübingen) stellen die Ergebnisse dar und diskutieren Vor- und Nachteile im Vergleich zum Okklusions-Dosis-Monitor (ODM).

Fallbericht: Intravenöses pyogenes ­Granulom der Vena angularis

Das intravenöse pyogene Granulom ist ein gutartiger Tumor, der selten in der periokularen Region vorkommt. Das klinische Bild ist oft unspezifisch, was die Diagnose erschweren kann. Dr. Elena Torres Suárez (Köln) berichtet über einen 44-jährigen Patienten, der an die Augenklinik Köln-Merheim zur weiteren Behandlung und möglichen chirurgischen Versorgung eines Chalazios überwiesen wurde. Der Patient klagte über eine seit zwei Wochen bestehende Schwellung des medialen Oberlides.

Die Julius-Hirschberg-Gesellschaft ­tagte in Heidelberg

Auf den historischen Spuren der Gründungsmitglieder der DOG (Teil 1)
Es begann in Heidelberg im damals ehrwürdigen Hotel Schrieder und in der Alten Aula der Universität Heidelberg: Hier trafen sich vor knapp 160 Jahren – vom 3. bis 5. September 1857 – erstmals einige engagierte deutschsprachige Ophthalmologen, die sich der Augenheilkunde, ihrer Fortbildung, Forschung und Weiterentwicklung verpflichtet sahen. In diesem gemeinsamen Streben hielten sie zwölf wissenschaftliche Vorträge. Zu den zwölf Gleichgesinnten gehörten unter anderem Albrecht von Graefe, Ferdinand Arlt, Adolf Weber, Friedrich Horner, Alexander Pagenstecher und Carl Wilhelm von Zehender. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das erste Treffen in Heidelberg zum Gründungsdatum der DOG bestimmt. Die Zusammenkunft der XXIX. Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) in der Alten Aula erinnerte an das denkwürdige Datum. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) stellt die Vortragsthemen dar.

Steuerliche Abzugsfähigkeit ­außergewöhnlicher Belastungen

So genannte außergewöhnliche Belastungen sind Aufwendungen, die dem Privatbereich des Augenarztes zuzurechnen sind. Ihre steuerliche Berücksichtigung erfolgt aus sozialen Gründen und wird nur auf Antrag gewährt. Sie sind grundsätzlich nicht in voller Höhe abzugsfähig. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Voraussetzungen für die steuerliche Abzugsfähigkeit von außergewöhnlichen Belastungen.

Gentherapie zur Behandlung der nAMD: das TargetAMD-Projekt

Das TargetAMD-Projekt ist ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt, das die Entwicklung eines gentherapeutischen Ansatzes zur Behandlung der nAMD verfolgt. Das Konsortium besteht aus 13 Partnern aus acht Ländern der EU und der Schweiz. In diesem Gremium sind Experten aus verschiedenen Gebieten der Ophthalmologie und Gentherapie vereint, mit dem Ziel eine erfolgreiche klinische Studie der Phase Ib/IIa durchzuführen. Dr. rer. nat.  Martina Kropp und die Projektkoordinatorin Prof. Gabriele Thumann (Genf) stellen das Projekt vor.

Glaskörperproteom bei retinalem ­Venenverschluss

Studie untersucht Einfluss vom Komplementfaktor C3
In einer Pilot-Studie an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg wurde eine innovative massenspektrometrische Technik (Massenspektrometrie gekoppelt mit Kapillarelektrophorese und Flüssigkeitschromatografie) verwendet, um das Proteom des menschlichen Glaskörpers in Bezug auf spezifische Proteine für den retinalen Venenverschluss zu untersuchen. Ivanka Dacheva (Heidelberg) stellt die Studie vor und erörtert neueste Erkenntnisse über die Rolle vom Komplementfaktor C3 im Glaskörper von Patienten mit einem retinalen Venenverschluss.

Epiretinales Gewebe bei ­Makulaschichtforamen

Neben den konventionellen traktiven epiretinalen Membranen, wie sie auch bei Makula Pucker auftreten, kommt bei der Mehrzahl der Augen mit Makulaschichtforamen homogenes atypisches epiretinales Gewebe vor. Die genaue Pathogenese und Morphologie von Augen mit makulaschichtforamenassoziierten epiretinalen Proliferationen ist bisher nicht vollständig geklärt. Nach derzeitigen Erkenntnissen handelt es sich dabei um dichtes Material der Glaskörperrinde mit eingelagerten Zellansammlungen. Dr. Denise Compera (München) erläutert Vorkommen und Charakterisierung von epiretinalem Gewebe bei Makulaschichtforamen.

Mikrorobotik für die minimalinvasive Ophthalmochirurgie

Am Institut für Robotik und Intelligente Systeme an der ETH Zürich werden in Zusammenarbeit mit Schweizer Augenkliniken (Triemli Spital Zürich, Inselspital Bern) verschiedene Robotersysteme für ophthalmochirurgische Eingriffe entwickelt. Jedes minimalinvasive Robotersystem ist zur Behandlung spezifischer Augenerkrankungen, wie zum Beispiel die Altersbedingte Makuladegeneration, den retinalen Venenverschluss und die Diabetische Retinopathie, entwickelt worden. Franziska Ullrich und Prof. Bradley J. Nelson vom Multi-Scale Robotics Lab der ETH Zürich erörtern die Möglichkeit einer robotergestützten gezielten intravitrealen Medikamentenapplikation sowie die Entwicklung von robotischen Systemen zur Unterstützung bei minimalinvasiven chirurgischen Eingriffe.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Behandlung des M. Basedow

Histopathologische Zeichen des Morbus Basedow sind lymphozytäre Infiltrationen in der Schilddrüse, in der Augenmuskulatur und im Subkutangewebe. Da verschiedene Organsysteme von der Krankheit betroffen sein können, erfordert die Therapie eine enge Abstimmung aller beteiligten Fachdisziplinen, wie Internisten, Augenärzte, Nuklearmediziner und Chirurgen. Dr. Wolfgang Mecklenbeck (Klinik für Nuklearmedizin, Suhl) erläutert die erforderlichen Schritte in der Diagnostik und die jeweils daraus folgenden therapeutischen Maßnahmen.

Fallbericht: RAM mit sekundärem ­zystoidem Makulaödem

Retinale arterielle Makroaneurysmen (RAM) sind meist unilaterale spindelförmige Aussackungen der retinalen Arteriolen. Sie treten gehäuft bei Frauen im hohen Lebensalter auf. Dr. Caroline Bormann, Dr. Ute Hammer, Dr. Anke Habermann und Priv.-Doz. Dr. Thomas Hammer (Halle/Saale) berichten über zwei Patientinnen, bei denen retinale arterielle Makroaneurysmen mit sekundärem zystoidem Makulaödem festgestellt wurden. Beide konnten erfolgreich mit einer Anti-VEGF-Therapie behandelt werden.