Aus der aktuellen Ausgabe

Glaskörperproteom bei retinalem ­Venenverschluss

Studie untersucht Einfluss vom Komplementfaktor C3
In einer Pilot-Studie an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg wurde eine innovative massenspektrometrische Technik (Massenspektrometrie gekoppelt mit Kapillarelektrophorese und Flüssigkeitschromatografie) verwendet, um das Proteom des menschlichen Glaskörpers in Bezug auf spezifische Proteine für den retinalen Venenverschluss zu untersuchen. Ivanka Dacheva (Heidelberg) stellt die Studie vor und erörtert neueste Erkenntnisse über die Rolle vom Komplementfaktor C3 im Glaskörper von Patienten mit einem retinalen Venenverschluss.

Epiretinales Gewebe bei ­Makulaschichtforamen

Neben den konventionellen traktiven epiretinalen Membranen, wie sie auch bei Makula Pucker auftreten, kommt bei der Mehrzahl der Augen mit Makulaschichtforamen homogenes atypisches epiretinales Gewebe vor. Die genaue Pathogenese und Morphologie von Augen mit makulaschichtforamenassoziierten epiretinalen Proliferationen ist bisher nicht vollständig geklärt. Nach derzeitigen Erkenntnissen handelt es sich dabei um dichtes Material der Glaskörperrinde mit eingelagerten Zellansammlungen. Dr. Denise Compera (München) erläutert Vorkommen und Charakterisierung von epiretinalem Gewebe bei Makulaschichtforamen.

Mikrorobotik für die minimalinvasive Ophthalmochirurgie

Am Institut für Robotik und Intelligente Systeme an der ETH Zürich werden in Zusammenarbeit mit Schweizer Augenkliniken (Triemli Spital Zürich, Inselspital Bern) verschiedene Robotersysteme für ophthalmochirurgische Eingriffe entwickelt. Jedes minimalinvasive Robotersystem ist zur Behandlung spezifischer Augenerkrankungen, wie zum Beispiel die Altersbedingte Makuladegeneration, den retinalen Venenverschluss und die Diabetische Retinopathie, entwickelt worden. Franziska Ullrich und Prof. Bradley J. Nelson vom Multi-Scale Robotics Lab der ETH Zürich erörtern die Möglichkeit einer robotergestützten gezielten intravitrealen Medikamentenapplikation sowie die Entwicklung von robotischen Systemen zur Unterstützung bei minimalinvasiven chirurgischen Eingriffe.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Behandlung des M. Basedow

Histopathologische Zeichen des Morbus Basedow sind lymphozytäre Infiltrationen in der Schilddrüse, in der Augenmuskulatur und im Subkutangewebe. Da verschiedene Organsysteme von der Krankheit betroffen sein können, erfordert die Therapie eine enge Abstimmung aller beteiligten Fachdisziplinen, wie Internisten, Augenärzte, Nuklearmediziner und Chirurgen. Dr. Wolfgang Mecklenbeck (Klinik für Nuklearmedizin, Suhl) erläutert die erforderlichen Schritte in der Diagnostik und die jeweils daraus folgenden therapeutischen Maßnahmen.

Fallbericht: RAM mit sekundärem ­zystoidem Makulaödem

Retinale arterielle Makroaneurysmen (RAM) sind meist unilaterale spindelförmige Aussackungen der retinalen Arteriolen. Sie treten gehäuft bei Frauen im hohen Lebensalter auf. Dr. Caroline Bormann, Dr. Ute Hammer, Dr. Anke Habermann und Priv.-Doz. Dr. Thomas Hammer (Halle/Saale) berichten über zwei Patientinnen, bei denen retinale arterielle Makroaneurysmen mit sekundärem zystoidem Makulaödem festgestellt wurden. Beide konnten erfolgreich mit einer Anti-VEGF-Therapie behandelt werden.

Blindheit im Kinderspiel

Serie zur Sammlung Roth
Die Welt zu sehen und das Gesehene zugleich mit den Händen zu ergreifen – um es so im wahrsten Sinn des Wortes zu „be“-greifen – ist ein altes menschliches Bedürfnis. Nur wer wirklich blind ist, versteht diesen Zusammenhang. Kinder aber setzen sich über solche Behinderungen hinweg. Im Kinderspiel „Blinde Kuh“ wird die Blindheit simuliert, es gilt, mit verbundenen Augen einen anderen Mitspieler zu fassen und durch Abtasten zu erkennen. Hier wird eine heile Welt vorgetäuscht. Kinder kompensieren das, sie machen sich keine Gedanken über das Schicksal, blind zu sein. Auch wenn heute das Verbinden der Augen im Kinderspiel noch immer beliebt ist, die Tragik einer Erblindung blieb erhalten

Steuerliche Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen

Geänderte Höchstbeträge und Abzugsquote seit Jahresbeginn
So genannte Vorsorgeaufwendungen sollen gegen allgemeine Lebensrisiken wie Krankheit, Alter und Invalidität absichern und werden seit 2005 in Altersvorsorge- und sonstige Aufwendungen unterteilt. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Voraussetzungen für die steuerliche Abzugsfähigkeit von Vorsorgeaufwendungen.

Superficial Interface Crosslinking während LASIK (SCXL)

Studienergebnisse und Diskussion zum Einsatz des Verfahrens
Seit 2005 wird die Quervernetzung der Hornhaut, das Corneal Crosslinking (CXL), nicht mehr nur zur Therapie des Keratokonus angewandt, sondern auch zur Behandlung einer iatrogenen Keratektasie eingesetzt. 2012 wurde ein kombiniertes Verfahren von LASIK und CXL (SCXL) zur Vorbeugung einer iatrogenen Keratektasie vorgeschlagen. Seither findet dieses Verfahren immer wieder Verwendung, seine Wirksamkeit ist jedoch weder experimentell noch klinisch gesichert, auch die Sicherheit ist kaum untersucht. Ziel einer Studie mit 76 Patienten war es, die Sicherheit des Superficial Interface Crosslinking während der LASIK zu bestimmen. Dr. Isaak Raphael Fischinger (München) stellt die Ergebnisse und die Schlussfolgerungen für den Einsatz dar.

Nd:YAG-Laser-Hyaloidotomie bei subhyaloidaler Blutung

Subhyaloidale Blutungen sind definiert als umschriebene Einblutungen in das vitreoretinale Interface, die prämakulär lokalisiert für Patienten ein einschneidendes Krankheitsbild darstellen. Sie führen in der Regel zu einem akuten schmerzlosen Visusabfall beziehungsweise einem Zentralskotom. Eine minimalinvasive Therapieoption stellt die Eröffnung der hinteren Glaskörpergrenzmembran mittels Laser (Hyaloidotomie) dar. Dr. Jens Heichel (Halle/Saale) erörtert anhand eines Fallbeispiels die Nd:YAG-Laser-Hyaloidotomie zur Behandlung subhyaloidaler Blutungen.