Aus der aktuellen Ausgabe

Superficial Interface Crosslinking während LASIK (SCXL)

Studienergebnisse und Diskussion zum Einsatz des Verfahrens
Seit 2005 wird die Quervernetzung der Hornhaut, das Corneal Crosslinking (CXL), nicht mehr nur zur Therapie des Keratokonus angewandt, sondern auch zur Behandlung einer iatrogenen Keratektasie eingesetzt. 2012 wurde ein kombiniertes Verfahren von LASIK und CXL (SCXL) zur Vorbeugung einer iatrogenen Keratektasie vorgeschlagen. Seither findet dieses Verfahren immer wieder Verwendung, seine Wirksamkeit ist jedoch weder experimentell noch klinisch gesichert, auch die Sicherheit ist kaum untersucht. Ziel einer Studie mit 76 Patienten war es, die Sicherheit des Superficial Interface Crosslinking während der LASIK zu bestimmen. Dr. Isaak Raphael Fischinger (München) stellt die Ergebnisse und die Schlussfolgerungen für den Einsatz dar.

Nd:YAG-Laser-Hyaloidotomie bei subhyaloidaler Blutung

Subhyaloidale Blutungen sind definiert als umschriebene Einblutungen in das vitreoretinale Interface, die prämakulär lokalisiert für Patienten ein einschneidendes Krankheitsbild darstellen. Sie führen in der Regel zu einem akuten schmerzlosen Visusabfall beziehungsweise einem Zentralskotom. Eine minimalinvasive Therapieoption stellt die Eröffnung der hinteren Glaskörpergrenzmembran mittels Laser (Hyaloidotomie) dar. Dr. Jens Heichel (Halle/Saale) erörtert anhand eines Fallbeispiels die Nd:YAG-Laser-Hyaloidotomie zur Behandlung subhyaloidaler Blutungen.

Smart Eye Data – Ophthalmologie 4.0?

Neue Erkenntnisse durch Verknüpfung von klinisch verfügbaren Daten
Das Projekt Smart Eye Data im Arbeitsbereich „IT in der Augenheilkunde“ an der Augenklinik der LMU München baut aktuell eine Forschungsdatenbank auf, die zum einen die klinischen Daten der Patienten wie Visus, Augeninnendruck etc. aus dem klinikeigenen Augenärztlichen Klinikinformationssystem (AUKIS) enthält und zum anderen Messdaten aus bildgebenden diagnostischen Geräten wie dem OCT umfasst. Durch eine ausgewählte Verknüpfung der Daten sollen Analysen zur Qualitätskontrolle stattfinden und das enthaltene Wissen zur Unterstützung im klinischen Alltag genutzt werden. Dr. Karsten Kortüm vom Smart Eye Data-Team der Augenklinik der Universität München stellt das Projekt vor und problematisiert die Verfügbarkeit von Daten sowie datenschutzrechtliche Aspekte.

Fallbericht: Photorezeptorschaden durch LED-Licht

Durch LED-Licht verursachte Photorezeptorschäden können sich mit Symptomen ähnlich denen von Patienten mit Retrobulbärneuritis (Visusabfall und Rotentsättigung) präsentieren. Dr. Kai Fender, Elisabeth Hartwig, Dr. Ulrich Hupfer und Dr. Thomas Knut Köhler berichten über eine 34-jährige Patientin, die am Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau mit Verschwommensehen sowie einem Visusabfall am linken Auge vorstellig wurde.

Die Laterna magica

Serie zur Sammlung Roth
Die Welt zu sehen und das Geschehen für spätere Generationen im Bild festzuhalten war bereits in der Urgeschichte der Menschheit ein eigenes Thema. Schon in den steinzeitlichen Höhlen finden die Archäologen Abbildungen der damaligen Welt. Eine Weitergabe der Darstellungen, ihre Speicherung auf einem Medium oder gar die Wiedergabe an anderer Stelle waren unmöglich. Dies änderte sich erst mit der Erfindung der Camera obscura, deren optische Eigenschaften im Rahmen früher Experimente zur Ausbreitung und Brechung von Licht in arabischen Kreisen entdeckt wurde. Sie bestand aus einem geschlossenen Kasten, an dessen Frontseite sich im Zentrum ein kleines Loch befand. An der rückseitigen Innenwand erschien dann die Außenwelt, wie sie vor dem Kasten existierte, nur seitenverkehrt und auf dem Kopf stehend. Das Bild tauchte zwar nun als Kopie an einer anderen Stelle auf. Aber es war weder transportfähig, noch gelang es, dies zu vervielfältigen.
Von Dr. Hans-Walter Roth (Ulm).

Schläfenarterienentzündung mit Erblindung

Symptombeschreibung der Arteriitis temporalis im 18. Jahrhundert
Die Krankheitszeichen und Symptome der Arteriitis temporalis waren bereits im 18. Jahrhundert aufgrund der Mitteilungen von Herman van Boerhaave und Lorenz Heister bekannt. Allerdings wurde damals noch kein Zusammenhang mit einer verdickten, schmerzhaften Schläfenarterie mitgeteilt. Prof. Dieter Schmidt (Freiburg) setzt sich im Folgenden mit den Arbeiten van Boerhaaves und Heisters auseinander.

Visusverbesserung bei Irvine-Gass-Syndrom

Subtenon-Applikation von Triamcinolon als Therapieoption
Das pseudophake zystoide Makulaödem oder Irvine-Gass-Syndrom ist eine nicht seltene Komplikation nach Kataraktchirurgie und führt zum Teil zu einer langanhaltenden Visusminderung. Nach wie vor gibt es für die Behandlung keinen Goldstandard, sondern verschiedene Therapieoptionen. Dr. Alicia Engin, Prof. Wolfgang Wiegand und Dr. Hita Dave (Hamburg) erörtern die Subtenon-Injektion von Triamcinolon als eine Option zur Reduktion des Makulaödems und zur Visusverbesserung bei Irvine-Gass-Syndrom.

Serie Auge und Sehen: Der Augenabguss

Serie zur Sammlung Roth
Die Kontaktlinsen der ersten Jahre dienten allein dazu, eine Erblindung durch den Keratokonus, einst als Staphylom bezeichnet, aufzuhalten. Durch eine vorsichtige Kompression des Hornhautzentrums mittels einer Sklerallinse oder -schale hoffte man, die Aufsteilung der Kegelspitze zu blockieren. Dazu war es notwendig, die vorderen Augenabschnitte als Vorlage für die Innenkontur der Linse möglichst exakt abzuformen. Der meist hochgradige irreguläre Astigmatismus war jedoch in diesen Jahren messtechnisch nicht zu erfassen, das Pröbeln mit vorgefertigten Linsen aus Glas verschiedener Innenkurven misslang zumeist. Die Folge war ein unbefriedigendes Sitzverhalten, war es doch nötig, die verkrümmte Hornhaut­vorderfläche möglichst in allen ihren Abschnitten gleichzeitig mit einem sanften Druck zurückzudrängen.

Femtolaser in der Kataraktchirurgie: ­Erstattungsanspruch für Beamte

Vor den Verwaltungsgerichten bemühen sich aktuell die versorgungsberechtigten Pensionäre der öffentlich-rechtlichen Beihilfestellen des Bundes, der Länder und der Kommunen um die Kostenbewilligung für den Einsatz des Femtosekundenlasers im Rahmen ihrer Kataraktoperation. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf bestätigte nun die medizinische Notwendigkeit der femtolaserassisierten Kataraktchirurgie. RA Michael Zach (Mönchengladbach) stellt den Beschluss dar.

113. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

Vom Labor in die Klinik
„Augenheilkunde – grundlagenbasiert und interdisziplinär“, so hatte der DOG-Kongresspräsident Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt das Motto zum diesjährigen Jahreskongress der Gesellschaft gewählt und einen entsprechenden Schwerpunkt in der Ausrichtung des wissenschaftlichen Programms gesetzt: In internationalen und interdisziplinären Symposien wurden die aktuellen Möglichkeiten der Gen- und Stammzelltherapie in der Augenheilkunde, gegenwärtige Ansätze aus der präklinischen Forschung zur Genom-Editierung sowie die jüngst erfolgte Zulassung für erste Gentherapiestudien in Deutschland dargestellt und diskutiert. Wenngleich diese zukunftsweisenden Ansätze auch nur einen kleinen Umfang am Gesamtanteil von gut 1.000 wissenschaftlichen Beiträgen sowie Keynote Lectures und rund 150 Symposien, Updates und Kursen zum breiten Themenspektrum einnahmen, so bildeten sie dennoch einen roter Faden im Programm und gaben einen beeindruckenden Ausblick auf berechtigte Therapieoptionen für bislang unheilbare Netzhauterkrankungen. Über den Kongress berichtet Ulrike Lüdtke.