Aus der aktuellen Ausgabe

Existenzgründung in der Augenheilkunde

Der Schritt in die eigene freiberufliche Existenz als niedergelassener Arzt ist eine Entscheidung von großer Tragweite und scheint an Attraktivität zu verlieren: die wirtschaftliche Herausforderung, eine immer weiter zunehmende Bürokratisierung und Regulierung sowie die veränderten Ansprüche der jüngeren Ärztegeneration zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie lassen die Einzelpraxis als Form der Existenzgründung kaum noch erstrebenswert erscheinen. Welche Chancen und Perspektiven sich dennoch bieten und warum zur Niederlassungswilligkeit ermuntert werden kann, führt Dr. Peter Heinz (Schlüsselfeld) aus.

Zerebrale Glaukome – Sonderform von Normaldruckglaukomen?

Vielversprechendes Verfahren zur Differenzierung zwischen NDG und POWG
Zerebrovaskuläre Durchblutungsstörungen und mikroangiopathische Läsionen sind bei Glaukompatienten mit normalen Augendruckwerten auffallend häufiger zu finden. Unklar bleibt, inwieweit eine ischämische Schädigung der intrakraniellen Sehbahn die Ursache für eine sekundäre Degeneration des Nervus opticus mit gleichzeitiger Papillenexkavation sein kann und ob anhand der intrakraniellen Veränderungen der Sehbahn eine Differenzierung der Glaukomformen NDG (Normaldruckglaukom) und POWG (Primäres Offenwinkelglaukom) möglich ist. Mittels Diffusions-Tensor-Bildgebung könnte eine genaue Lokalisation des Ursprungs des Funktionsausfalls entlang der Sehbahn bei den verschiedenen Glaukomformen und somit eine zuverlässige Differenzierung zwischen NDG und POWG möglich werden. Prof. Georg Michelson, Simone Waerntges, Johannes Schoemann, Prof. Tobias Engelhorn, Dr. Manuel A. Schmidt, Prof. Dr.-Ing. Ahmed El-Rafei, Prof. Dr.-Ing. Joachim Hornegger und Prof. Arnd Doerfler (Erlangen) erläutern das Verfahren und stellen erste Ergebnisse vor.

VEGF-Antikörper in der Glaukomchirurgie

Die additive Anwendung von VEGF-Antikörpern in der filtrierenden Glaukomchirurgie stellt eine vielversprechende Möglichkeit zur Modulation der Wundheilung dar. Die Rolle der verschiedenen Isoformen des VEGF im Hinblick auf die Narbenbildung nach einer filtrierenden Glaukomchirurgie wurde in Studien untersucht. Andere Studien überprüften die topische Applikation von Bevacizumab in Augentropfenform auf die Entwicklung der Sickerkissenmorphologie. Priv.-Doz. Dr. Isabel Oberacher-Velten (Regensburg) erläutert anhand von klinischen Beispielen den Effekt von VEGF-Antikörpern auf die Fibroblastenaktivität beziehungsweise auf den Erfolg einer filtrierenden Operation.

Endothelmikroskopie und ­Hornhautendothel im klinischen Alltag

Die Beurteilung des Hornhautendothels ist nicht nur im Rahmen von Erkrankungen und Verletzungen der Hornhaut wesentlich, sie ist auch durch die Zunahme der verschiedenen refraktiv-chirurgischen Eingriffe von besonderer Bedeutung: Hierbei liefert die Endothelmikroskopie objektive Daten und erlaubt damit den vielfältigen Forderungen nach Dokumentation der Qualität von operativen Eingriffen näher zu kommen. In den 80er Jahren war die Endothelmikroskopie besonders hilfreich zur Darstellung einer Schutzfunktion der Hyaluronsäure während der Kataraktoperation. Aktuell sind die Endothelzellverluste ein Vergleichskriterium zur Beurteilung der Kataraktoperation mit Ultraschall oder mit dem Femtosekundenlaser. Prof. Ekkehard Fabian (Rosenheim) und Priv.-Doz. Dr. Matthias Maier (München) erläutern den Einsatz der Endothelmikroskopie als Basis für eine umfängliche präoperative Diagnostik und Qualitätsdokumentation.

Kongress DOG 2015

Interview mit DOG-Kongresspräsident Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt
Unter dem Motto „Augenheilkunde – grundlagenbasiert und interdisziplinär“ lädt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) vom 1. bis 4. Oktober zu ihrer 113. Jahrestagung nach Berlin ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem diesjährigen Kongresspräsidenten Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt (Tübingen) unter anderem über die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit in Klinik und Forschung.

10. Internationales Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam

Degenerative Netzhauterkrankungen – ein interdisziplinärer Austausch
Bereits zum zehnten Mal tagte das internationale Pro Retina-Forschungskolloquium, zu dem sich Ende März vor der Kulisse des Templiner Sees rund 135 internationale Teilnehmer in Potsdam einfanden. Beim bislang größten Treffen stand für die anwesenden Wissenschaftler, Mediziner aus Europa und Amerika erneut der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagen- und klinischer Forschung im Mittelpunkt. In einer Vielzahl von Vorträgen wurde über aktuelle klinische Studien und neue Erkenntnisse aus der experimentellen Forschung berichtet. Besonders große Bedeutung hatte einmal mehr die Diskussion zwischen den teilnehmenden Nachwuchswissenschaftlern und den anwesenden erfahrenen Arbeitsgruppenleitern und Professoren. Über das diesjährige Treffen berichten aus dem Kreis der Bonner Teilnehmer Dipl. Biol. Johanna Meyer, M.Sc. Niklas Domdei, Dr. Moritz Lindner, Dr. Philipp Müller, Dr. Martin Gliem, Dr. Wolf Harmening und Prof. Peter Charbel Issa.

Augentropfen aus ­Amniongewebehomogenat

Nicht heilende Hornhautepitheldefekte oder akute Verätzungen sind die Hauptindikationen für eine Amnionmembrantransplantation. Die Amnionmembran zeigt antiinflammatorische Effekte und begünstigt die Re-Epithelialisierung der Hornhaut. Für die Patienten ist diese Therapiemethode allerdings immer mit den Risiken und Nebenwirkungen eines operativen Eingriffs verbunden. Eine alternative Behandlungsmöglichkeit wäre die Applikation von Augentropfen, die aus Amniongewebehomogenat hergestellt werden. Tanja Stachon, Mona Bischoff, Manuela Huber, Prof. Achim Langenbucher, Prof. Berthold Seitz und Priv.-Doz. Dr. Nóra Szentmáry erläutern, was bei der Herstellung zu beachten ist.

Antikörper gegen Keratitis – eine mögliche Therapie?

Ein häufiges Behandlungsproblem bei Keratitis ist die fortschreitende Resistenzbildung der Erreger gegenüber Antibiotika. Der Einsatz einer photodynamischen Therapie, auch photodynamische Inaktivierung genannt, könnte eine alternative Behandlungsmethode darstellen. Der gezielte Einsatz mit spezifischen Antikörpern und photodynamischer Therapie wurde an der Universitäts-Augenklinik Homburg/Saar in einem Laborversuch getestet. Tanja Stachon, Xuefei Song, Prof. Berthold Seitz, Jiong Wang, Markus Bischoff, Prof. Achim Langenbucher, Edgar Janunts und Priv.-Doz. Dr. Nóra Szentmáry stellen die Ergebnisse vor.

Proliferation und Migration von ­Epithelzellen nach Crosslinking

Die photodynamische Therapie (PDT) zur Behandlung des Keratokonus könnte auch als alternative Behandlungsmethode bei antibiotikaresistenter Keratitis eingesetzt werden, jedoch werden hier anders als beim Keratokonus gesunde Keratozyten bestrahlt. Der Effekt von konditioniertem Medium von normalen und Keratokonus-Keratozyten nach Kollagen-Crosslinking (CXL) auf die Proliferations- und Migrationsfähigkeit des kornealen Epithels ist in einer In-vitro-Studie untersucht worden. Tanja Stachon, Ming-Feng Wu, Jiong Wang, Xuefei Song, Sarah Colanesi, Stefan Wagenpfeil, Prof. Achim Langenbucher, Prof. Berthold Seitz und Priv.-Doz. Dr. Nóra Szentmáry erläutern die vorliegenden Daten.

Tagung der Vereinigung ­Norddeutscher Augenärzte

Zur 65. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte konnte Prof. Gisbert Richard, Emeritus der Universitäts-Augenklinik des UKE Hamburg, am 5. und 6. Juni in der Freien und Hansestadt an der Elbe rund 430 Teilnehmer begrüßen. Aus dem vielfältigen Spektrum der wissenschaftlichen Sitzungen des Hauptprogrammes mit 53 Vorträgen und einem Consilium Diagnosticum stellt Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) einige Aspekte dar.