Aus der aktuellen Ausgabe

Gentherapie zur Behandlung der nAMD: das TargetAMD-Projekt

Das TargetAMD-Projekt ist ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt, das die Entwicklung eines gentherapeutischen Ansatzes zur Behandlung der nAMD verfolgt. Das Konsortium besteht aus 13 Partnern aus acht Ländern der EU und der Schweiz. In diesem Gremium sind Experten aus verschiedenen Gebieten der Ophthalmologie und Gentherapie vereint, mit dem Ziel eine erfolgreiche klinische Studie der Phase Ib/IIa durchzuführen. Dr. rer. nat.  Martina Kropp und die Projektkoordinatorin Prof. Gabriele Thumann (Genf) stellen das Projekt vor.

BVA-Delegiertenversammlung 2015

Auf der Tagesordnung der diesjährigen BVA-Delegiertenversammlung Anfang November in Berlin stand unter anderem die Wahl des Vorstandes, der für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt wurde. Berufspolitisch diskutiert wurde die Bedeutung der evidenzbasierten Medizin, die ambulante fachärztliche Spezialversorgung und der fachärztliche Notdienst. Von Katica Djakovic´.

2. Internationales Retina Council tagte in Münster

Zum 2. Internationalen Retina Council, das in diesem Jahr zugleich an das 90-jährige Bestehen der Universitäts-Augenklinik Münster erinnerte, hatten Prof. Nicole Eter als Direktorin und Priv.-Doz. Dr. Christoph R. Clemens als Oberarzt der Augenklinik nach Münster eingeladen. Insgesamt 207 Teilnehmer fanden sich Anfang September zum fachlichen Austausch in den Räumen der Bezirksregierung Münster ein. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) berichtet über die Tagung, in der ein Bogen von der Geschichte der Augenheilkunde in Münster bis zu den aktuellen Themen des Faches gespannt wurde.

Steuerliche Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen

Geänderte Höchstbeträge und Abzugsquote seit Jahresbeginn
So genannte Vorsorgeaufwendungen sollen gegen allgemeine Lebensrisiken wie Krankheit, Alter und Invalidität absichern und werden seit 2005 in Altersvorsorge- und sonstige Aufwendungen unterteilt. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Voraussetzungen für die steuerliche Abzugsfähigkeit von Vorsorgeaufwendungen.

Superficial Interface Crosslinking während LASIK (SCXL)

Studienergebnisse und Diskussion zum Einsatz des Verfahrens
Seit 2005 wird die Quervernetzung der Hornhaut, das Corneal Crosslinking (CXL), nicht mehr nur zur Therapie des Keratokonus angewandt, sondern auch zur Behandlung einer iatrogenen Keratektasie eingesetzt. 2012 wurde ein kombiniertes Verfahren von LASIK und CXL (SCXL) zur Vorbeugung einer iatrogenen Keratektasie vorgeschlagen. Seither findet dieses Verfahren immer wieder Verwendung, seine Wirksamkeit ist jedoch weder experimentell noch klinisch gesichert, auch die Sicherheit ist kaum untersucht. Ziel einer Studie mit 76 Patienten war es, die Sicherheit des Superficial Interface Crosslinking während der LASIK zu bestimmen. Dr. Isaak Raphael Fischinger (München) stellt die Ergebnisse und die Schlussfolgerungen für den Einsatz dar.

Nd:YAG-Laser-Hyaloidotomie bei subhyaloidaler Blutung

Subhyaloidale Blutungen sind definiert als umschriebene Einblutungen in das vitreoretinale Interface, die prämakulär lokalisiert für Patienten ein einschneidendes Krankheitsbild darstellen. Sie führen in der Regel zu einem akuten schmerzlosen Visusabfall beziehungsweise einem Zentralskotom. Eine minimalinvasive Therapieoption stellt die Eröffnung der hinteren Glaskörpergrenzmembran mittels Laser (Hyaloidotomie) dar. Dr. Jens Heichel (Halle/Saale) erörtert anhand eines Fallbeispiels die Nd:YAG-Laser-Hyaloidotomie zur Behandlung subhyaloidaler Blutungen.

Smart Eye Data – Ophthalmologie 4.0?

Neue Erkenntnisse durch Verknüpfung von klinisch verfügbaren Daten
Das Projekt Smart Eye Data im Arbeitsbereich „IT in der Augenheilkunde“ an der Augenklinik der LMU München baut aktuell eine Forschungsdatenbank auf, die zum einen die klinischen Daten der Patienten wie Visus, Augeninnendruck etc. aus dem klinikeigenen Augenärztlichen Klinikinformationssystem (AUKIS) enthält und zum anderen Messdaten aus bildgebenden diagnostischen Geräten wie dem OCT umfasst. Durch eine ausgewählte Verknüpfung der Daten sollen Analysen zur Qualitätskontrolle stattfinden und das enthaltene Wissen zur Unterstützung im klinischen Alltag genutzt werden. Dr. Karsten Kortüm vom Smart Eye Data-Team der Augenklinik der Universität München stellt das Projekt vor und problematisiert die Verfügbarkeit von Daten sowie datenschutzrechtliche Aspekte.

Fallbericht: Photorezeptorschaden durch LED-Licht

Durch LED-Licht verursachte Photorezeptorschäden können sich mit Symptomen ähnlich denen von Patienten mit Retrobulbärneuritis (Visusabfall und Rotentsättigung) präsentieren. Dr. Kai Fender, Elisabeth Hartwig, Dr. Ulrich Hupfer und Dr. Thomas Knut Köhler berichten über eine 34-jährige Patientin, die am Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau mit Verschwommensehen sowie einem Visusabfall am linken Auge vorstellig wurde.

Die Laterna magica

Serie zur Sammlung Roth
Die Welt zu sehen und das Geschehen für spätere Generationen im Bild festzuhalten war bereits in der Urgeschichte der Menschheit ein eigenes Thema. Schon in den steinzeitlichen Höhlen finden die Archäologen Abbildungen der damaligen Welt. Eine Weitergabe der Darstellungen, ihre Speicherung auf einem Medium oder gar die Wiedergabe an anderer Stelle waren unmöglich. Dies änderte sich erst mit der Erfindung der Camera obscura, deren optische Eigenschaften im Rahmen früher Experimente zur Ausbreitung und Brechung von Licht in arabischen Kreisen entdeckt wurde. Sie bestand aus einem geschlossenen Kasten, an dessen Frontseite sich im Zentrum ein kleines Loch befand. An der rückseitigen Innenwand erschien dann die Außenwelt, wie sie vor dem Kasten existierte, nur seitenverkehrt und auf dem Kopf stehend. Das Bild tauchte zwar nun als Kopie an einer anderen Stelle auf. Aber es war weder transportfähig, noch gelang es, dies zu vervielfältigen.
Von Dr. Hans-Walter Roth (Ulm).