Aus der aktuellen Ausgabe

Münsteraner Fortbildung für Augenärzte

Operative Versorgung der Tränenwege
Das Thema Tränenwege stand im Mittelpunkt der vierteljährlichen Fortbildung für Ophthalmologen, zu der die Universitäts-Augenklinik Münster Mitte April eingeladen hatte. Neben einem Überblick über die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten im Rahmen der operativen Versorgung wurden unter anderen beim Consilium diagnosticum interessante Tränenwegsbefunde näher beleuchtet. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) fasst die Inhalte zusammen.

Steuerlich abzugsfähige ­Bewirtungskosten

Betrieblich veranlasste Kosten zur Bewirtung von Personen, die nicht in der Praxis des Augenarztes mitarbeiten, sind oft Gegenstand von Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt. Bei betrieblicher Veranlassung gehören sie zu den steuerlich abzugsfähigen Praxisausgaben. Wenn eine private Mitveranlassung nicht ausgeschlossen werden kann, sind die Aufwendungen allerdings nicht abziehbar. ipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Voraussetzungen für die Absetzbarkeit von Bewirtungskosten.

Eröffnung der Kapselphimose mittels Femtosekundenlaser

Eine im Rahmen einer Kataraktoperation entstandene Kapselphimose ist meist mit einer erheblichen Schrumpfung des Kapselsackes verbunden und kann zur Dislokation der IOL innerhalb des Kapselsackes führen. Bisherige Therapiemöglichkeiten beispielsweise durch radiäre Entlastungsschnitte in die Vorderkapsel mittels Nd:YAG-Laser können dazu führen, dass die Rhexis unkontrolliert einreißt und die IOL nicht mehr sicher stabilisiert. Dr. Georg Gerten (Köln) stellt ein neues Vorgehen dar, Kapselphimosen mit dem Femtosekundenlaser zu therapieren.

Femtosekundenlaserassistierte ­Kataraktchirurgie

Effizienz und Ergebnisqualität verschiedener Schnittstrategien
Die wichtigsten Aufgaben des Femtosekundenlasers in der Kataraktchirurgie sind die Anfertigung einer möglichst perfekten Kapsulotomie sowie die Vorfragmentierung des Linsenkerns. Im Rahmen einer Untersuchung wurden Effizienz und Ergebnisqualität verschiedener Schnittstrategien bei femtosekundenlaserassistierter Kataraktchirurgie verglichen. Überprüft wurden dabei typische Komplikationen (Einriss von Vorder- und/oder Hinterkapsel) sowie die Hornhautquellung am ersten postoperativen Tag und der Endothelzellverlust nach vier Wochen. Dr. Peter Hoffmann und Melanie Abraham (Castrop-Rauxel) stellen die Ergebnisse vor

Laudatio: Der Doyen der deutschen ­Ophthalmologie

Zum 80sten Geburtstag von Herrn Professor Gottfried O. H. Naumann
Am 25. April feierte Herr Professor (em) Dr. med. Dres. h.c. mult. Gottfried Otto Helmut Naumann ML, FRCOphth (Hon), seinen 80sten Geburtstag. Der Emeritus der Universitäts-Augenklinik Erlangen prägte durch seine herausragende Forschungsarbeit, die umfassende Lehrtätigkeit sowie zahlreiche Originalarbeiten und Standardwerke eine ganze Generation von Augenärzten. Seine bemerkenswerte klinische und wissenschaftliche ophthalmologische Laufbahn brachte ihm höchste internationale Reputation als Arzt, Wissenschaftler und Lehrer.

AAD 2015 in Düsseldorf

„Die Einzelpraxis ist gestorben“
Was können wir tun, um den Fortbestand der Augenkliniken zu sichern, lautete die zentrale Fragestellung, die der BVA-Vorsitzende Bertram im diesjährigen berufspolitischen Symposium der AAD erläuterte und dessen Notwendigkeit er zugleich auch ausführlich begründete. Prominente Unterstützung für sein Plädoyer hatte er mit dem ehemaligen KBV-Vorsitzenden Dr. Andreas Köhler, der dem Fach eine mit der gegenwärtigen Versorgungsstruktur nicht zu bewältigende Ambulantisierung prognostizierte. Es gelte nun, die richtigen Entscheidungen zu treffen: „Sie stehen am Scheideweg“, mahnte Köhler, der sein Konzept einer möglichen tragfähigen zukünftigen Struktur präsentierte. Von Ulrike Lüdtke M.A.

Minimalinvasive Glaukomchirurgie beim PEX-Glaukom

Triple Procedure mit Trabektom, Trabekelaspiration und Phakoemulsifikation
In den letzten Jahren wurden verschiedene neue Methoden der minimalinvasiven Glaukomchirurgie entwickelt. Insbesondere die Entfernung des Trabekelmaschenwerkes durch eine elektrochirurgische Abtragung in Form des Trabektoms zeigt Potential zur Drucksenkung beim Pseudoexfoliationsglaukom (PEX). Da sich die Trabekelaspiration und das Trabektom sowie die Phakoemulsifikation chirurgisch gut kombinieren lassen, stellte sich die Frage, ob diese Kombination als Triple Procedure einen zusätzlichen Effekt verglichen mit Trabekelaspiration und Phakoemulsifikation hat. Im Rahmen einer Untersuchung wurden der langfristige Effekt der Triple Procedure und die Druckentwicklung über einen Zeitraum von 36 Monaten untersucht. Priv.-Doz. Dr. Randolf A. Widder, Dr. Corina Rennings, Dr. Pia Kühnrich, Dr. Elmar Winsauer und Priv.-Doz. Gernot Rößler (Düsseldorf) stellen die Ergebnisse vor.

Refraktives und visuelles Ergebnis ­kombinierter Trabektom-Katarakt-OP

Die Trabekulotomie ab interno mit dem Trabektom ist ein etabliertes Operationsverfahren in der Glaukomchirurgie und auch in Kombination mit der Kataraktoperation technisch sehr gut möglich, wobei der drucksenkende Effekt hierdurch eher verbessert werden konnte. Da eine möglichst präzise Vorhersage der postoperativen Refraktionswerte in der modernen Kataraktchirurgie unerlässlich geworden ist, stellt sich neben dem Aspekt der Drucksenkung auch die Frage, ob die Kombination beider Verfahren einen Einfluss auf das refraktive und visuelle Ergebnis der Kataraktoperation hat und ob möglicherweise ein anderes Komplikationsprofil als bei einzelnen Eingriffen vorliegt. Dr. Jan Lübke, Dr. Matthias Neuburger, Dr. Alexandra Anton und Prof. Dr. Jens F. Jordan (Freiburg) fassen die Ergebnisse einer Auswertung eigener Daten zusammen.

MIGS – Aktuelle Studienergebnisse zu Titanimplantat

Tensiosenkung nach kombinierter Katarakt- und Glaukom-OP ab interno
Die minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS, minimally invasive glaucoma surgery) wurde durch ein neuartiges Titanimplantat erweitert, das als Nachfolgemodell in der zweiten Generation unter dem Namen iStent inject seit März 2014 in Europa erhältlich ist. Aktuelle Einjahresergebnisse auch aus eigener Studie, in die Patienten mit Offenwinkelglaukom, Pseudoexfoliationssyndrom und signifikanter Katarakt ohne Voroperationen eingeschlossen waren, sowie Ergebnisse im Literaturvergleich zu bisher etablierten Glaukomverfahren fasst Dr. Juliane Wächter (Berlin) zusammen.

Gel-Stent: Erste Erfahrungen und ­Ergebnisse beim Offenwinkelglaukom

Implantation des neuen gelatinebasierten XEN-Stents
Das XEN-Implantat ist ein neuer Glaukom-Stent, der – wie bei einer Trabekulektomie – einen Abfluss des Kammerwassers unter die Bindehaut ermöglicht. Das Implantat besteht aus biologischem Kollagen und wird durch einen mikrochirurgischen Eingriff subkonjunktival eingesetzt. Dr. Fabian Höhn, FEBO, und Dr. Nicolaos Bellios (Pforzheim) berichten über erste Implantationserfahrungen und Ergebnisse beim Offenwinkelglaukom.