Aus der aktuellen Ausgabe

Entwicklung der Hornhautendothelzelldichte nach Katarakt-OP

Vergleichsstudie zu intraoperativ verwendetem Viskoelastikum versus BSS-Plus-Infusion
Durch eine Kataraktoperation kommt es traumatisch bedingt zu einem höheren Abfall der Hornhautendothelzelldichte (ECD) als es der physiologischen Verlustrate durch Alterung entspricht. In welchem Maße es zu einem ECD-Verlust kommt, ist von vielen intra- und perioperativen Faktoren abhängig. Im Rahmen einer prospektiven Studie an der Universitäts-Augenklinik Marburg wurde die Entwicklung der Endothelzelldichte in der frühen postoperativen Phase nach Kataraktchirurgie in Abhängigkeit von der Verwendung einer viskoelastischen Substanz gegenüber einer BSS-Plus-Infusion untersucht. Dr. Irena Manojlovic (Achim) und Prof. Walter Sekundo (Marburg) stellen die Ergebnisse vor.

Auswahl von Premium-IOL

Einfluss von okulären und systemischen Komorbiditäten
Bei einem Linsenaustausch im Rahmen der Kataraktchirurgie bieten sich eine Vielzahl von Kunstlinsen zur Implantation an. Neben Standardlinsen, die einen guten postoperativen Visus gewähren, stellen so genannte Premiumlinsen eine Möglichkeit dar, die Abhängigkeit des Patienten von der Brille deutlich zu verringern oder sogar eine Brillenfreiheit zu erzielen. Die Erwartungen der Patienten, die sich für eine zuzahlungspflichtige IOL entscheiden, sind jedoch entsprechend höher. Sehgewohnheiten und Anforderungen müssen genau geklärt sein, da nicht jede Premium-IOL für jeden Patienten gleich gut geeignet ist. Dr. Stefanie Schmickler (Ahaus) fasst die wesentlichen Kriterien insbesondere bei Vorliegen von okulären und systemischen Komorbiditäten zusammen.

Patientenzufriedenheit nach ­MIOL-Chirurgie

Ergebnisse einer standardisierten Patientenbefragung
Die Patientenzufriedenheit ist der zentrale Indikator für den Erfolg einer refraktiven Operation innerhalb des Follow-up. Sie dient als Qualitätskontrolle und als Grundlage für Optimierungen bei der postoperativen Behandlung. Die Universitäts-Augenklinik Hamburg-Eppendorf führt drei Monate nach der Implantation anhand eines standardisierten Fragebogens eine telefonische Patientenbefragung durch, bei der unter anderem Angaben zum subjektiven Sehvermögen in der Nähe, im Intermediärbereich und in der Ferne eingeholt werden. Dr. Andreas Frings (Hamburg) stellt die Ergebnisse zur Patientenzufriedenheit nach MIOL-Chirurgie dar.

Fallbericht: Okuläre Manifestation einer intrakraniellen arteriovenösen Fistel

Intrakranielle arteriovenöse Shunts stellen kein homogenes Krankheitsbild dar und können sich verschiedenartig okulär manifestieren. Ein schwer einstellbares Sekundärglaukom ist eine häufige Komplikation und stellt eine Indikation zur Behandlung dar. Dr. Jens Heichel (Halle/Saale) berichtet über eine 76-jährige Patientin, die zur Mitbeurteilung bei Augenrötung und medikamentös nicht einstellbarem Glaukom vorstellig wurde. Der Augeninnendruck lag trotz topischer Dreifachtherapie beidseits bei über 30 mmHg.

Presbyopiekorrektur mit dem ­Raindrop-Inlay

Hornhautimplantate beziehungsweise korneale Inlays bieten eine Option zur Korrektur der Presbyopie. Bereits seit einigen Jahren verfügbar ist das KAMRA-Inlay, das das Prinzip einer stenopäischen Lücke nutzt, oder die ringförmige Flexivue-Linse. Eine neue weitere Möglichkeit stellt inzwischen das so genannte Raindrop-Inlay dar, eine durchsichtige Mikrolinse aus biokompatiblem Material, dessen Brechkraft der Kornea entspricht. Dr. Detlev Breyer (Düsseldorf) hat das Raindrop-Inlay bereits bei sechs Patienten implantiert und fasst seine Erfahrungen zusammen.

Jahrestagung der Vereinigung Deutschsprachiger Ophthalmopathologen (DOP) in Kiel

„Fruchtbare Kooperation“
Die Ophthalmopathologie, insbesondere die Histologie des Auges, ist seit gut 150 Jahren fester Bestandteil der universitären Augenheilkunde. Die Weiterentwicklung der allgemeinen Pathologie, sei es im Bereich der Färbetechniken oder dem neuen Feld der Molekularpathologie, sowie neue Krankheitsentitäten, die nicht nur das Auge betreffen, erfordern auch in diesem Bereich eine Intensivierung und Kultivierung des interdisziplinären Austausches. Die Verbesserung des Informationsaustausches gehört auch zu den Zielen der DOP, die zur 42. Jahrestagung nach Kiel geladen hatte. Dr. Udo Hennighausen (Heide) berichtet über das Treffen.

Förderung der privaten Altersvorsorge

Seit dreizehn Jahren gibt es die vom Staat mit Zulagen geförderte Altersvorsorge. Rund 15 Millionen Bürger haben bereits solche Verträge abgeschlossen, denn es hat sich herumgesprochen, dass das so genannte Rentenniveau in den kommenden Jahrzehnten weiter sinken wird, wenn die Beiträge der Versicherten auch in Zukunft bezahlbar bleiben sollen. Um diese Einbußen bei der gesetzlichen Altersversorgung auszugleichen, fördert der Staat seit 2002 den Aufbau einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge mit Zulagen und Steuervorteilen. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert, welche Voraussetzungen für die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge erforderlich sind.

OCT als Kassenleistung aufgrund eines Systemversagens?

Aktuelles Urteil verpflichtet Krankenkasse zu Kostenübernahme
Die Optische Kohärenztomographie kam 1996 erstmals in der Augenheilkunde zum Einsatz und hat seither eine rasante Entwicklung verzeichnet. Sie ist ein wichtiges Verfahren zur frühen Diagnostik von Netzhauterkrankungen und laut Leitlinien der augenärztlichen Fachgesellschaften unverzichtbar bei der Verlaufskontrolle im Rahmen der IVOM-Therapie bei chronischen Netzhauterkrankungen. Dennoch ist die OCT nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen abgebildet und bislang für den Patienten eine IGeL-Leistung. Ein Urteil des Sozialgerichts Rostock hat nun erstmals eine Krankenkasse zur Kostenübernahme verpflichtet. Karl-Heinz Ackermann, Geschäftsführer der Augenärztegenossenschaft Mecklenburg-Vorpommern (Neubrandenburg) und Rentenberater, berichtet über das Urteil.

Prophylaxe der Post-IVOM-Endophthalmitis

Geänderte Empfehlungen zur topischen Antibiose nach IVOM
Die bakterielle Endophthalmitis ist eine seltene, aber gefürchtete Komplikation nach intravitrealer operativer Medikamentenapplikation (IVOM). Ihre Besonderheit – im Unterschied zur Endophthalmitis nach Eingriffen am vorderen Augenabschnitt – besteht darin, dass sich der Keim initial näher an der Netzhaut befindet und dort schneller zu irreversiblen strukturellen Schäden führen kann. Auch treten die Schmerzen etwas verzögert auf, da der Ziliarkörper später als nach einer Kataraktoperation beeinträchtigt wird. Prof. Nicolas Feltgen und Prof. Hans Hoerauf (Göttingen) stellen neuere Daten zur bisher empfohlenen perioperativen Antibiotikagabe dar und fassen die aktuelle Stellungnahme der Fachgesellschaften zur Endophthalmitis-Prophylaxe bei intravitrealer operativer Medikamenteneingabe zusammen.