Aus der aktuellen Ausgabe

Fallbericht: Lamelläre Keratoplastik bei kongenitalem Glaukom?

Das primär kongenitale Glaukom manifestiert sich überwiegend innerhalb des ersten Lebensjahres als bilaterale Erkrankung in 70 Prozent der Fälle. Infolge unphysiologisch erhöhter Augeninnendruckwerte kommt es in den ersten drei Lebensjahren sowohl zu einer Vergrößerung des Auges als auch des Hornhautdurchmessers (Buphthalmus). Jolanta Prikule, Sabine Seddig und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) erörtern den Fall eines 37-jährigen Patienten mit primär kongenitalem Glaukom, der mit der Fragestellung nach einer perforierenden Keratoplastik zur Visusverbesserung bei Haab‘schen Leisten des linken Auges vorstellig wurde.

Serie Auge und Sehen: Die Brille des Soldaten

Serie zur Sammlung Roth
Gutes Sehen war zu allen Zeiten Grundbedingung für Lebensqualität, es war eine Lebensversicherung. Dies galt in ganz besonderem Maße für den Soldaten. Ein Weitsichtiger war ohne Brille vielleicht gerade noch als Bogenschütze tauglich, dem Kurzsichtigen blieb bestenfalls der Nahkampf. Schon in den Heeren der Antike versuchte man daher, den Sehbehinderten vom Kriegsdienst auszuschließen, war doch ein Kurzsichtiger ohne Sehhilfe so gut wie blind und gefährdete sich und womöglich die eigenen Reihen auf dem Schlachtfeld. Ausnahmen gab es nur für den Ruderer auf den Galeeren. Der war, selbst wenn hochgradig sehbehindert, für den Krieg noch brauchbar. Auch nach Erfindung der Brille im 12. Jahrhundert änderte sich daran kaum etwas. Brillen waren auf dem Schlachtfeld unbekannt, Sehhilfen für Soldaten gab es erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Refraktives und visuelles Ergebnis ­kombinierter Trabektom-Katarakt-OP

Die Trabekulotomie ab interno mit dem Trabektom ist ein etabliertes Operationsverfahren in der Glaukomchirurgie und auch in Kombination mit der Kataraktoperation technisch sehr gut möglich, wobei der drucksenkende Effekt hierdurch eher verbessert werden konnte. Da eine möglichst präzise Vorhersage der postoperativen Refraktionswerte in der modernen Kataraktchirurgie unerlässlich geworden ist, stellt sich neben dem Aspekt der Drucksenkung auch die Frage, ob die Kombination beider Verfahren einen Einfluss auf das refraktive und visuelle Ergebnis der Kataraktoperation hat und ob möglicherweise ein anderes Komplikationsprofil als bei einzelnen Eingriffen vorliegt. Dr. Jan Lübke, Dr. Matthias Neuburger, Dr. Alexandra Anton und Prof. Dr. Jens F. Jordan (Freiburg) fassen die Ergebnisse einer Auswertung eigener Daten zusammen.

MIGS – Aktuelle Studienergebnisse zu Titanimplantat

Tensiosenkung nach kombinierter Katarakt- und Glaukom-OP ab interno
Die minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS, minimally invasive glaucoma surgery) wurde durch ein neuartiges Titanimplantat erweitert, das als Nachfolgemodell in der zweiten Generation unter dem Namen iStent inject seit März 2014 in Europa erhältlich ist. Aktuelle Einjahresergebnisse auch aus eigener Studie, in die Patienten mit Offenwinkelglaukom, Pseudoexfoliationssyndrom und signifikanter Katarakt ohne Voroperationen eingeschlossen waren, sowie Ergebnisse im Literaturvergleich zu bisher etablierten Glaukomverfahren fasst Dr. Juliane Wächter (Berlin) zusammen.

Gel-Stent: Erste Erfahrungen und ­Ergebnisse beim Offenwinkelglaukom

Implantation des neuen gelatinebasierten XEN-Stents
Das XEN-Implantat ist ein neuer Glaukom-Stent, der – wie bei einer Trabekulektomie – einen Abfluss des Kammerwassers unter die Bindehaut ermöglicht. Das Implantat besteht aus biologischem Kollagen und wird durch einen mikrochirurgischen Eingriff subkonjunktival eingesetzt. Dr. Fabian Höhn, FEBO, und Dr. Nicolaos Bellios (Pforzheim) berichten über erste Implantationserfahrungen und Ergebnisse beim Offenwinkelglaukom.

(Hör-)Sehschädigung und Sicherheit im Straßenverkehr

Die Risiken und Gefahren für blinde und sehbehinderte Menschen im Straßenverkehr, insbesondere bei einer gleichzeitig vorliegenden Hörschädigung, können durch die ungenügenden und teils uneindeutigen rechtlichen Bestimmungen hinsichtlich der visuellen Anforderungen an Auto- und Fahrradfahrer sowie an sehbehinderte Fußgänger begünstigt werden. Aufgeklärt werden muss bei Sehbehinderung über Unfallgefahren und damit verbundene rechtliche Konsequenzen, über die notwendige Kennzeichnung der eigenen Behinderung sowie über Hilfsangebote und Schulungsmöglichkeiten. Dr. Nadja Högner (Berlin) erläutert anhand eigener Studienergebnisse die Bedeutung einer umfassenden Beratung der Betroffenen auch im Rahmen der augenärztlichen Untersuchung.

Serie Auge und Sehen: Das Auge auf der Briefmarke

Serie zur Sammlung Roth
Designer haben es längst erkannt, dass das Auge, wo auch immer es dargestellt ist, eine besondere Faszination auf den Betrachter ausübt. Dies gilt selbst dann, wenn es von einer Sehhilfe umrahmt wird. Das Auge ist daher in der Kunst und Kultur ein häufig verwendetes Motiv und findet sich heute auf allen möglichen gebräuchlichen Gegenständen des Alltags. Ein Betrachter, der ein Auge auf sich gerichtet sieht, fühlt sich beobachtet, der Blick kann ihn warnen oder mahnen. Diese Ausstrahlung macht sich vor allem die Werbung zunutze, um die Aufmerksamkeit des Kunden einzufangen. Das ist nicht neu. So findet sich das Auge mit und ohne Brille bereits seit dem 15. Jahrhundert auf Bildern, in Grafiken, auf Münzen, später auf Geldscheinen und wie hier abgebildet sogar auf Briefmarken.

Laudatio: Der Doyen der deutschen ­Ophthalmologie

Zum 80sten Geburtstag von Herrn Professor Gottfried O. H. Naumann
Am 25. April feierte Herr Professor (em) Dr. med. Dres. h.c. mult. Gottfried Otto Helmut Naumann ML, FRCOphth (Hon), seinen 80sten Geburtstag. Der Emeritus der Universitäts-Augenklinik Erlangen prägte durch seine herausragende Forschungsarbeit, die umfassende Lehrtätigkeit sowie zahlreiche Originalarbeiten und Standardwerke eine ganze Generation von Augenärzten. Seine bemerkenswerte klinische und wissenschaftliche ophthalmologische Laufbahn brachte ihm höchste internationale Reputation als Arzt, Wissenschaftler und Lehrer.

AAD 2015 in Düsseldorf

„Die Einzelpraxis ist gestorben“
Was können wir tun, um den Fortbestand der Augenkliniken zu sichern, lautete die zentrale Fragestellung, die der BVA-Vorsitzende Bertram im diesjährigen berufspolitischen Symposium der AAD erläuterte und dessen Notwendigkeit er zugleich auch ausführlich begründete. Prominente Unterstützung für sein Plädoyer hatte er mit dem ehemaligen KBV-Vorsitzenden Dr. Andreas Köhler, der dem Fach eine mit der gegenwärtigen Versorgungsstruktur nicht zu bewältigende Ambulantisierung prognostizierte. Es gelte nun, die richtigen Entscheidungen zu treffen: „Sie stehen am Scheideweg“, mahnte Köhler, der sein Konzept einer möglichen tragfähigen zukünftigen Struktur präsentierte. Von Ulrike Lüdtke M.A.

Minimalinvasive Glaukomchirurgie beim PEX-Glaukom

Triple Procedure mit Trabektom, Trabekelaspiration und Phakoemulsifikation
In den letzten Jahren wurden verschiedene neue Methoden der minimalinvasiven Glaukomchirurgie entwickelt. Insbesondere die Entfernung des Trabekelmaschenwerkes durch eine elektrochirurgische Abtragung in Form des Trabektoms zeigt Potential zur Drucksenkung beim Pseudoexfoliationsglaukom (PEX). Da sich die Trabekelaspiration und das Trabektom sowie die Phakoemulsifikation chirurgisch gut kombinieren lassen, stellte sich die Frage, ob diese Kombination als Triple Procedure einen zusätzlichen Effekt verglichen mit Trabekelaspiration und Phakoemulsifikation hat. Im Rahmen einer Untersuchung wurden der langfristige Effekt der Triple Procedure und die Druckentwicklung über einen Zeitraum von 36 Monaten untersucht. Priv.-Doz. Dr. Randolf A. Widder, Dr. Corina Rennings, Dr. Pia Kühnrich, Dr. Elmar Winsauer und Priv.-Doz. Gernot Rößler (Düsseldorf) stellen die Ergebnisse vor.