Aus der aktuellen Ausgabe

30. DGII-Kongress tagte in Mannheim

„Perfektes Sehen durch Laser und Linse“
Unter dem Leitthema „Perfektes Sehen durch Laser und Linse“ tagte vom 11. bis 13. Februar der 30. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII). Tagungspräsident Prof. Michael C. Knorz hatte zur Jubiläumstagung in den Mannheimer Rosengarten eingeladen, der mit seinen modern renovierten Räumlichkeiten und zentraler Lage direkt am ikonischen Wasserturm einen angemessenen und schönen Rahmen bot. Die Schwerpunkte der Tagung lagen unter anderem im Bereich der intrastromalen Hornhautchirurgie (SMILE), der Laser-Linsenchirurgie (Femto-Katarakt-OP) sowie neuartiger Intraokularlinsen für die Presbyopiekorrektur. Weitere Fragestellungen galten der kornealen Presbyopiekorrektur, den verschiedenen Hornhaut-Inlays, aktuellen Verfahren zur minimal-invasiven Glaukomchirurgie sowie retinologischen Themen, die ausführlich und auch kontrovers diskutiert wurden. Bert Constantin Giers (Heidelberg) fasst die Inhalte der diesjährigen DGII-Tagung zusammen.

Einfluss von PLUNC auf Tränenfilm

Neues Surfactant-Protein am Auge nachgewiesen
Mit Hilfe umfassender molekularbiologischer und immunhistologischer Methoden konnte kürzlich das multifunktionale Surfactant-Protein PLUNC (palate lung nasal epithelial clone) auch am Auge nachgewiesen werden. Aufgrund seiner bereits bekannten Eigenschaften wird angenommen, dass es eine bedeutende Rolle bei der Regulation des Tränenfilms und damit beim Trockenen Auge spielen könnte. Henrik Schröder und Dr. rer. nat. Martin Schicht (Erlangen) erörtern die Bedeutung von PLUNC auf das okuläre System beim Trockenen Auge.

Sklerallinsenversorgung bei schwerem Trockenem Auge

In der Behandlung von Trockenen Augen kommen in therapierefraktären Fällen auch spezielle therapeutische Verfahren wie autologe Serumaugentropfen und Sklerallinsen zum Einsatz. Bei der Sklerallinse handelt es sich um eine formstabile, besonders große Kontaktlinse, die aufgrund ihrer Größe und einer hohen Scheiteltiefe die Kornea überbrückt, wodurch es zu einer Auflage auf der Sklera kommt. Der zwischen der Sklerallinse und Hornhaut bestehende Abstand wird mit Flüssigkeit gefüllt (meist NaCl). Laura Sauerbier und Priv.-Doz. Dr. Philipp Steven (Köln) erörtern unterschiedliche Aspekte, die es bei der Anpassung von Sklerallinsen als Therapieoption bei einem schweren Trockenen Auge wie bei okulärer GvHD oder Sjögren-Syndrom zu beachten gilt.

Kongress AAD 2016

Interview mit BVA-Vorsitzendem Prof. Bernd Bertram
„Augenheilkunde im Spannungsfeld zwischen Studien und ‚real life‘“ lautet das Hauptthema der diesjährigen Augenärztlichen Akademie Deutschlands (AAD), die als gemeinsame Fort- und Weiterbildungsveranstaltung von BVA und DOG vom 8. bis 12. März wieder nach Düsseldorf ins CCD einlädt. Neben den wissenschaftlichen und praxisrelevanten Fachthemen, die in Kursen und Vorträgen dargestellt werden, gibt es auch einige Neuerung in diesem Jahr: So werden sich erstmals Keynote Lectures und Paneldiskussionen an die Einzelvorträge in den Vorlesungen anschließen. Die berufspolitische Diskussion aktueller Fragen bildet einen besonderen Schwerpunkt im Programm. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem BVA-Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram (Aachen) über die aktuelle Diskussion um die Novellierung der GOÄ und weitere Aspekte zur Honorierung und Versorgung in der Augenheilkunde.

178. Jahrestagung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) in Bonn

„Individualisierte Therapie durch ­bildgebende Diagnostik“
Zu seiner 178. Versammlung lud der Verein der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA) Ende Januar in den ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn ein, ein Tagungsort, der heute von den United Nations als Teil des World Conference Center Bonn betrieben wird. Neben einem facettenreichen Programm zu allen Fachbereichen der Augenheilkunde und dem Schwerpunktthema „Bildgebende Diagnostik“ fand in diesem Jahr erstmals ein „Science Slam“ statt: Junge Ophthalmologen stellten ihre wissenschaftlichen Studienergebnisse in einer Redezeit von maximal zwei Minuten und in möglichst unterhaltsamer Form vor, wobei die jeweils besten Vortragenden prämiert wurden. Katica Djakovic´ stellt ausgewählte Programmpunkte dar.

Besteuerung der Renten

Erneute Anhebung des Grundfreibetrages zum 1. Januar 2016
Mit dem Alterseinkünftegesetz (BGBl. 2004 I S. 1427) kam die Bundesregierung der Aufforderung des Bundesverfassungsgerichts nach, eine steuerliche Gleichbehandlung von Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamtenpensionen herzustellen. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert nachfolgend das Grundkonzept der nachgelagerten Besteuerung.

Okuläre Manifestationen neu ­auftretender Infektionskrankheiten

Globalisierung, Migration und Klimawandel sind Themen, die in den letzten Jahren für Schlagzeilen sorgten. Inwieweit sich diese Faktoren auch im medizinischen Bereich auswirken, wird erst allmählich erkennbar. In Deutschland neu auftretende Krankheitsbilder sowie das Vordringen bisher wenig bekannter Erreger sind dabei Aspekte, die auch in der Augenheilkunde an Bedeutung gewinnen. Prof. Uwe Pleyer, FEBO, (Berlin) stellt die systemischen sowie jeweils okulären Manifestationen von Infektionskrankheiten dar, die durch ihre zunehmende Prävalenz für den Augenarzt relevant werden können.

Lues-assoziierte Uveitis

Sehr häufig findet sich bei einer Lues-Infektion eine begleitende Uveitis im anterioren oder posterioren Segment, die in jedem Stadium der Lues auftreten kann. Dr. Patrick Straßburger (Chemnitz) stellt den Fall eines 65-jährigen Patienten dar, der bei der Vorstellung an der Uveitis-Ambulanz am Klinikum Chemnitz angab, seit etwa zwei Wochen am linken Auge eine zunehmende Sehverschlechterung zu bemerken. Bisher waren an beiden Augen keine Erkrankungen oder Voroperationen bekannt und der Allgemeinzustand war bis auf eine bekannte Hypertonie unauffällig. Anamnestisch wurden vom Patienten mögliche Ansteckungsquellen bezüglich Lues und Borreliose verneint.

Neue Forschung zur Uveitis-Pathogenese

Rezidivierende Uveitis des Pferdes als Modell für die Autoimmunuveitis
Viele entscheidende Erkenntnisse über die Pathogenesemechanismen der Uveitis wurden an den induzierten Modellen bei Maus und Ratte gewonnen. Für bestimmte Analysen eignen sich diese Tiermodelle jedoch nicht, zum Beispiel für die Identifikation der Zielantigene, gegen die sich die Autoimmunreaktion von Patienten richtet. Solche Fragen müssen in spontan auftretenden Modellen geklärt werden. Ein aufschlussreiches Modell für die Autoimmunuveitis ist die rezidivierende Uveitis des Pferdes, denn diese Erkrankung verläuft klinisch und immunologisch vergleichbar zur Erkrankung des Menschen. Prof. Cornelia Deeg, Experimentelle Ophthalmologie Universität Marburg, erläutert neue Strategien zum besseren Verständnis der Uveitis-Pathogenese anhand eines spontanen Modells im Pferd.

Retinale Gentherapie: Neue Aspekte durch klinische Studienergebnisse

Aktuelle Ansätze zur Optimierung gentherapeutischer Effekte
Die Ergebnisse der ersten gentherapeutischen klinischen Studien an Patienten mit schwerer frühkindlicher Netzhautdegeneration aufgrund von Mutationen im RPE65-Gen liegen vor und geben Grund zur Hoffnung, dass in absehbarer Zeit effektive Therapien für eine ganze Reihe verschiedener erblicher Netzhauterkrankungen zur Verfügung stehen. Allerdings zeigen die Daten auch, dass die durchaus euphorisch bewerteten Ergebnisse aus präklinischen Studien an Tiermodellen nicht eins zu eins in die Klinik transferiert werden konnten. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Prof. Knut Stieger und Prof. Birgit Lorenz (Gießen) problematisieren die Ursachen für die mangelnde Übertragbarkeit als Basis für die Identifikation aktueller klinischer Herausforderungen sowie die Erforschung neuer Wege zur Optimierung der gentherapeutischen Effekte.