Aus der aktuellen Ausgabe

Veränderungen des IOD durch ­gezielte Augenbewegung

In der Therapie des primär chronischen Offenwinkelglaukoms (PCOWG) ist die Bestimmung des Augeninnendrucks neben den Gesichtsfeldbefunden und Optikusdefekten der entscheidende Parameter bezüglich der Prognose und der weiterführenden Behandlung. Eine möglichst präzise Messung des intraokularen Drucks (IOD) ist erforderlich, dabei gilt es verschiedene bekannte Einflussgrößen zu berücksichtigen. Zur Abklärung weiterer möglicher IOD-verändernder Faktoren wurde in einer kleinen Pilotstudie der Einfluss der Augenbewegung auf den applanatorisch gemessenen IOD untersucht. Dr. Johanna Maaß, Prof. rer. nat. Eberhard Spörl und Prof. Lutz E. Pillunat (Dresden) fassen die Ergebnisse zusammen.

35. Jahrestagung des Deutschen Komitees zur Verhütung von Blindheit

„Tue Gutes und rede drüber!“
Die 35. Jahrestagung des Deutschen Komitees zur Verhütung von Blindheit und der Sektion „Internationale Ophthalmologie“ der DOG fand Ende Februar in Homburg/Saar statt. Ausgerichtet wurde die zweitägige Veranstaltung in diesem Jahr von Prof. Berthold Seitz, Direktor der Klinik für Augenheilkunde im Universitätsklinikum des Saarlandes, und dem leitenden Oberarzt Prof. Arne Vistenz. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) fasst die Tagung zusammen, auf der neben Vorträgen zu vielseitigen augenärztlichen Projekten weltweit auch ausgewählte Themenaspekte zur Blindheit in Deutschland vorgetragen wurden.

Kontaktoptische Versorgung des aphaken Kindes (Teil 2)

Die wichtigste Indikation einer Kontaktlinsenanpassung beim Neugeborenen oder Säugling ist die angeborene ein- oder beidseitige Katarakt. Obwohl die heutige Ophthalmochirurgie immer mehr auch beim Kind das Implantat bevorzugt, gibt es noch besonders gelagerte Fälle, die mit Kontaktlinsen versorgt werden müssen. Im zweiten Teil gehen Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Gregor Nietgen (Ulm) auf die häufigsten Komplikationen des kindlichen Kontaktlinsentragens ein und stellen Kasuistiken aus dem Institut für wissenschaftliche Kontaktoptik Ulm vor.

Glaskörpertrübungen: Laservitreolyse, Vitrektomie oder abwarten?

Glaskörpertrübungen, auch Floater genannt, sind meist harmlos, können aber in Einzelfällen extrem störend sein. Bisher war die einzige Therapiemöglichkeit die Vitrektomie, die nur in besonders schweren Fällen durchgeführt wird. Eine neue Technik, die Laservitreolyse, erlaubt erstmals eine nichtinvasive Behandlung von Glaskörpertrübungen. Roxana Fulga und Dr. Hakan Kaymak (Düsseldorf) stellen das Laserverfahren vor und erläutern, in welchen Fällen Laservitreolyse, eine Vitrektomie oder Abwarten in Betracht gezogen werden sollte.

30. DGII-Kongress tagte in Mannheim

„Perfektes Sehen durch Laser und Linse“
Unter dem Leitthema „Perfektes Sehen durch Laser und Linse“ tagte vom 11. bis 13. Februar der 30. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII). Tagungspräsident Prof. Michael C. Knorz hatte zur Jubiläumstagung in den Mannheimer Rosengarten eingeladen, der mit seinen modern renovierten Räumlichkeiten und zentraler Lage direkt am ikonischen Wasserturm einen angemessenen und schönen Rahmen bot. Die Schwerpunkte der Tagung lagen unter anderem im Bereich der intrastromalen Hornhautchirurgie (SMILE), der Laser-Linsenchirurgie (Femto-Katarakt-OP) sowie neuartiger Intraokularlinsen für die Presbyopiekorrektur. Weitere Fragestellungen galten der kornealen Presbyopiekorrektur, den verschiedenen Hornhaut-Inlays, aktuellen Verfahren zur minimal-invasiven Glaukomchirurgie sowie retinologischen Themen, die ausführlich und auch kontrovers diskutiert wurden. Bert Constantin Giers (Heidelberg) fasst die Inhalte der diesjährigen DGII-Tagung zusammen.

Einfluss von PLUNC auf Tränenfilm

Neues Surfactant-Protein am Auge nachgewiesen
Mit Hilfe umfassender molekularbiologischer und immunhistologischer Methoden konnte kürzlich das multifunktionale Surfactant-Protein PLUNC (palate lung nasal epithelial clone) auch am Auge nachgewiesen werden. Aufgrund seiner bereits bekannten Eigenschaften wird angenommen, dass es eine bedeutende Rolle bei der Regulation des Tränenfilms und damit beim Trockenen Auge spielen könnte. Henrik Schröder und Dr. rer. nat. Martin Schicht (Erlangen) erörtern die Bedeutung von PLUNC auf das okuläre System beim Trockenen Auge.

Sklerallinsenversorgung bei schwerem Trockenem Auge

In der Behandlung von Trockenen Augen kommen in therapierefraktären Fällen auch spezielle therapeutische Verfahren wie autologe Serumaugentropfen und Sklerallinsen zum Einsatz. Bei der Sklerallinse handelt es sich um eine formstabile, besonders große Kontaktlinse, die aufgrund ihrer Größe und einer hohen Scheiteltiefe die Kornea überbrückt, wodurch es zu einer Auflage auf der Sklera kommt. Der zwischen der Sklerallinse und Hornhaut bestehende Abstand wird mit Flüssigkeit gefüllt (meist NaCl). Laura Sauerbier und Priv.-Doz. Dr. Philipp Steven (Köln) erörtern unterschiedliche Aspekte, die es bei der Anpassung von Sklerallinsen als Therapieoption bei einem schweren Trockenen Auge wie bei okulärer GvHD oder Sjögren-Syndrom zu beachten gilt.

Ethanolabrasio des Hornhautepithels bei rezidivierender Erosio corneae

Bei der rezidivierenden Erosio, einer schmerzhaften Erkrankung der Hornhautoberfläche, kommt es zu einem rezidivierenden Aufbrechen des Hornhautepithels. Neben der konservativen Therapie mit der Gabe von Tränenersatzmitteln hat sich die phototherapeutische Keratektomie (PTK) mit dem Excimerlaser als Standardbehandlung bewährt. Die Ethanolabrasio findet bei der LASEK Anwendung, kann aber auch bei der rezidivierenden Erosio corneae eingesetzt werden. An der Augenklinik Berlin-Marzahn wurde eine retrospektive, klinische Untersuchung durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Ethanolabrasio eine Therapiealternative zur PTK mit dem Excimerlaser ist. Nhu Oanh Huynh, Dr. Sabine Schmidt und Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer (Berlin) stellen die Ergebnisse vor.

Praktische Tränenfilmdiagnostik

MMP-9 und Osmolarität im Vergleich zu klassischen Tests
Für die Diagnostik des Trockenen Auges gibt es neben den klassischen Testverfahren mittlerweile neue Untersuchungsoptionen, die den Weg vom Labor in den klinischen Alltag gefunden haben. Hierzu zählt die Bestimmung der Tränenfilmosmolaritat (TFO) wie auch der Matrix-Metalloproteasen (MMP-9) in der Tränenflüssigkeit. In einem Forschungsprojekt sollte überprüft werden, wie sich die beiden neuen Untersuchungsmethoden im Vergleich zu den klassischen Untersuchungsparametern bei älteren Patienten verhalten, die potentiell ein mildes bis mittelgradiges Trockenes Auge aufweisen könnten, aber nicht an einer fortgeschrittenen Form des Trockenen Auges leiden. Dr. Marc Schargus, MHBA, erörtert Verfahren und Ergebnisse.

Kochsalzaufnahme und mögliche Implikationen für die AMD-Pathogenese

In einer Untersuchung an der Universitäts-Augenklinik Leipzig wurde getestet, ob eine hohe Kochsalzkonzentration auch direkte Wirkungen auf das retinale Pigmentepithel (RPE) besitzt und zur Entwicklung einer feuchten AMD beitragen könnte. Die Ergebnisse zeigten, dass eine Kochsalzgabe genauso stark wie eine Hypoxie die Expression von VEGF stimulierte. Dr. Margrit Hollborn, Prof. Peter Wiedemann, Prof. Leon Kohen und Prof. Andreas Bringmann (Leipzig) stellen ihre Untersuchung zur Kochsalzaufnahme sowie die möglichen Implikationen für eine Pathogenese der AMD dar.