Aus der aktuellen Ausgabe

Sklerallinsenversorgung bei schwerem Trockenem Auge

In der Behandlung von Trockenen Augen kommen in therapierefraktären Fällen auch spezielle therapeutische Verfahren wie autologe Serumaugentropfen und Sklerallinsen zum Einsatz. Bei der Sklerallinse handelt es sich um eine formstabile, besonders große Kontaktlinse, die aufgrund ihrer Größe und einer hohen Scheiteltiefe die Kornea überbrückt, wodurch es zu einer Auflage auf der Sklera kommt. Der zwischen der Sklerallinse und Hornhaut bestehende Abstand wird mit Flüssigkeit gefüllt (meist NaCl). Laura Sauerbier und Priv.-Doz. Dr. Philipp Steven (Köln) erörtern unterschiedliche Aspekte, die es bei der Anpassung von Sklerallinsen als Therapieoption bei einem schweren Trockenen Auge wie bei okulärer GvHD oder Sjögren-Syndrom zu beachten gilt.

Kongress AAD 2016

Interview mit BVA-Vorsitzendem Prof. Bernd Bertram
„Augenheilkunde im Spannungsfeld zwischen Studien und ‚real life‘“ lautet das Hauptthema der diesjährigen Augenärztlichen Akademie Deutschlands (AAD), die als gemeinsame Fort- und Weiterbildungsveranstaltung von BVA und DOG vom 8. bis 12. März wieder nach Düsseldorf ins CCD einlädt. Neben den wissenschaftlichen und praxisrelevanten Fachthemen, die in Kursen und Vorträgen dargestellt werden, gibt es auch einige Neuerung in diesem Jahr: So werden sich erstmals Keynote Lectures und Paneldiskussionen an die Einzelvorträge in den Vorlesungen anschließen. Die berufspolitische Diskussion aktueller Fragen bildet einen besonderen Schwerpunkt im Programm. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem BVA-Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram (Aachen) über die aktuelle Diskussion um die Novellierung der GOÄ und weitere Aspekte zur Honorierung und Versorgung in der Augenheilkunde.

178. Jahrestagung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) in Bonn

„Individualisierte Therapie durch ­bildgebende Diagnostik“
Zu seiner 178. Versammlung lud der Verein der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA) Ende Januar in den ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn ein, ein Tagungsort, der heute von den United Nations als Teil des World Conference Center Bonn betrieben wird. Neben einem facettenreichen Programm zu allen Fachbereichen der Augenheilkunde und dem Schwerpunktthema „Bildgebende Diagnostik“ fand in diesem Jahr erstmals ein „Science Slam“ statt: Junge Ophthalmologen stellten ihre wissenschaftlichen Studienergebnisse in einer Redezeit von maximal zwei Minuten und in möglichst unterhaltsamer Form vor, wobei die jeweils besten Vortragenden prämiert wurden. Katica Djakovic´ stellt ausgewählte Programmpunkte dar.

Besteuerung der Renten

Erneute Anhebung des Grundfreibetrages zum 1. Januar 2016
Mit dem Alterseinkünftegesetz (BGBl. 2004 I S. 1427) kam die Bundesregierung der Aufforderung des Bundesverfassungsgerichts nach, eine steuerliche Gleichbehandlung von Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamtenpensionen herzustellen. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert nachfolgend das Grundkonzept der nachgelagerten Besteuerung.

Okuläre Manifestationen neu ­auftretender Infektionskrankheiten

Globalisierung, Migration und Klimawandel sind Themen, die in den letzten Jahren für Schlagzeilen sorgten. Inwieweit sich diese Faktoren auch im medizinischen Bereich auswirken, wird erst allmählich erkennbar. In Deutschland neu auftretende Krankheitsbilder sowie das Vordringen bisher wenig bekannter Erreger sind dabei Aspekte, die auch in der Augenheilkunde an Bedeutung gewinnen. Prof. Uwe Pleyer, FEBO, (Berlin) stellt die systemischen sowie jeweils okulären Manifestationen von Infektionskrankheiten dar, die durch ihre zunehmende Prävalenz für den Augenarzt relevant werden können.

Lues-assoziierte Uveitis

Sehr häufig findet sich bei einer Lues-Infektion eine begleitende Uveitis im anterioren oder posterioren Segment, die in jedem Stadium der Lues auftreten kann. Dr. Patrick Straßburger (Chemnitz) stellt den Fall eines 65-jährigen Patienten dar, der bei der Vorstellung an der Uveitis-Ambulanz am Klinikum Chemnitz angab, seit etwa zwei Wochen am linken Auge eine zunehmende Sehverschlechterung zu bemerken. Bisher waren an beiden Augen keine Erkrankungen oder Voroperationen bekannt und der Allgemeinzustand war bis auf eine bekannte Hypertonie unauffällig. Anamnestisch wurden vom Patienten mögliche Ansteckungsquellen bezüglich Lues und Borreliose verneint.

Neue Forschung zur Uveitis-Pathogenese

Rezidivierende Uveitis des Pferdes als Modell für die Autoimmunuveitis
Viele entscheidende Erkenntnisse über die Pathogenesemechanismen der Uveitis wurden an den induzierten Modellen bei Maus und Ratte gewonnen. Für bestimmte Analysen eignen sich diese Tiermodelle jedoch nicht, zum Beispiel für die Identifikation der Zielantigene, gegen die sich die Autoimmunreaktion von Patienten richtet. Solche Fragen müssen in spontan auftretenden Modellen geklärt werden. Ein aufschlussreiches Modell für die Autoimmunuveitis ist die rezidivierende Uveitis des Pferdes, denn diese Erkrankung verläuft klinisch und immunologisch vergleichbar zur Erkrankung des Menschen. Prof. Cornelia Deeg, Experimentelle Ophthalmologie Universität Marburg, erläutert neue Strategien zum besseren Verständnis der Uveitis-Pathogenese anhand eines spontanen Modells im Pferd.

Retinale Gentherapie: Neue Aspekte durch klinische Studienergebnisse

Aktuelle Ansätze zur Optimierung gentherapeutischer Effekte
Die Ergebnisse der ersten gentherapeutischen klinischen Studien an Patienten mit schwerer frühkindlicher Netzhautdegeneration aufgrund von Mutationen im RPE65-Gen liegen vor und geben Grund zur Hoffnung, dass in absehbarer Zeit effektive Therapien für eine ganze Reihe verschiedener erblicher Netzhauterkrankungen zur Verfügung stehen. Allerdings zeigen die Daten auch, dass die durchaus euphorisch bewerteten Ergebnisse aus präklinischen Studien an Tiermodellen nicht eins zu eins in die Klinik transferiert werden konnten. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Prof. Knut Stieger und Prof. Birgit Lorenz (Gießen) problematisieren die Ursachen für die mangelnde Übertragbarkeit als Basis für die Identifikation aktueller klinischer Herausforderungen sowie die Erforschung neuer Wege zur Optimierung der gentherapeutischen Effekte.

Rezension: Mosaike der Haut und ihre ­Beziehungen zur Ophthalmologie

Als ein Mosaik im biologischen Sinne bezeichnet man einen Organismus, der aus genetisch verschiedenen Zellen besteht, die aus einer homogenen Zygote hervorgegangen sind. Meistens liegt der Entstehung eines Mosaiks eine postzygotische Mutation zugrunde. Ein Mosaik manifestiert sich in der Dermatologie meistens als Naevus oder als (maligner) Tumor der Haut. Mosaik­syndrome der Haut können sowohl auf die Haut beschränkt, aber auch mit Veränderungen in anderen Organen assoziiert sein. Hier kommt der Ophthalmologie eine besondere Bedeutung zu, insbesondere aufgrund der gemeinsamen Herkunft des vorderen Augenabschnittes und der Haut aus dem Ektoderm, aber auch aufgrund der guten, nichtinvasiven Untersuchbarkeit des Auges. Im Gegensatz zum Mosaik besteht eine Chimäre aus genetisch verschiedenen Zellpopulationen, als Beispiele seien der Zustand nach Bluttransfusion und, für die Ophthalmologie, der Zustand nach erfolgter Keratoplastik angeführt.

Fallbericht: Zentralarterienverschluss bei einem 26-jährigen Patienten

Gefäßverschlüsse beim jungen Erwachsenen (

<40 Jahre) stellen für den behandelnden Augenarzt eine diagnostische Herausforderung dar, da das Ursachenspektrum meist vielseitig ist und sich von dem älterer Patienten deutlich unterscheidet. Die Diagnostik erfordert eine enge interdisziplinäre Mitarbeit um wichtige, unter Umständen auch lebensbedrohliche Erkrankungen frühzeitig auszuschließen.

Mathias Schulze und Prof. Marcus Blum (Erfurt) berichten über einen 26-jährigen Patienten, der konsiliarisch als Notfall aus einem externen Haus in der Augenklinik vorgestellt wurde. Er klagte über einen akuten Sehverlust auf dem rechten Auge, den er nach dem Aufwachen am Morgen erstmalig bemerkt habe.