Aus der aktuellen Ausgabe

Keratometrie und Wiederholungsgenauigkeit des Verion-Systems

Vergleichsstudie zu etablierten Biometrie-Geräten
In der Katarakt- und Linsenchirurgie stehen mehrere etablierte Geräte zur Durchführung präoperativer diagnostischer Messungen zur Verfügung. Eine Neuentwicklung ist das Verion Image Guided System mit erweitertem Funktionsumfang und optimierten Planungsprozessen. Ziel einer Untersuchung war die Überprüfung der Wiederholungsgenauigkeit des Verion-Systems sowie die Vergleichbarkeit der Keratometrie und White-to-White-Messung im Vergleich zu etablierten Biometrie-Geräten. Andreas Müller, Dr. Bettina C. Thomas, Prof. Gerd U. Auffarth und Prof. Mike P. Holzer (Heidelberg) stellen die Ergebnisse vor.

Persistierende fetale vaskuläre ­Strukturen und kongenitale Katarakt

Langzeitverlauf nach operativer Behandlung der kindlichen Katarakt
Die operative Therapie der kindlichen Katarakt in den ersten 18 Lebensmonaten stellt ein sicheres Operationsverfahren mit insgesamt beherrschbaren intra- und postoperativen Risiken dar. Die Prävalenz postoperativer Komplikationen wie Amotio retinae und Glaskörperblutungen steigt jedoch insbesondere bei assoziierten Fehlbildungen wie persistierenden fetalen vaskulären Strukturen (PFV) an, wie eine retrospektive Auswertung von Daten zeigt. Priv.-Doz. Dr. Dr. Claudia Kuhli-Hattenbach (Frankfurt) erläutert die Ergebnisse.

AAD 2016: Zur gemeinsamen Fortbildungstagung von BVA und DOG

Kompromisse gefordert
„Augenheilkunde im Spannungsfeld zwischen Studien und ‚real life‘“ prägte als Leitthema der diesjährigen Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) die Hauptvorlesungen, in denen Referenten zu ausgewählten fachlichen Fragestellungen Studiendaten und klinische Erfahrungen in ihrer jeweiligen Relevanz für die Praxis diskutierten. Ein Spannungsfeld, das zudem aber auch eine gesundheitspolitische Dimension umfasste, wie zum Auftakt der Fortbildungstagung in der Kritik des BVA-Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram an der G-BA-Methodenbewertung deutlich wurde. Und schließlich zeigte sich auch berufspolitisch die Konfrontation von Theorie und Alltagswirklichkeit: Dr. Bernhard Rochell, einer der Verhandlungsführer der Bundesärztekammer (BÄK) für die GOÄ-Reform und AAD-Gastreferent beim Berufspolitischen Symposium, warnte vor zu hohen Erwartung an die neue Gebührenordnung und warb für eine kompromissbereite, realpolitische Einstellung. Von Ulrike Lüdtke.

Steuerliche Anerkennung von ­Ehegatten-Unterhaltsleistungen

Grundsätzlich gehören Aufwendungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten zu den der privaten Lebensführung zurechenbaren, steuerlich nicht abzugsfähigen Ausgaben (§ 12 Nr. 2 EStG). Der Gesetzgeber hat jedoch zwei Ausnahmen zugelassen, die dennoch eine begrenzte Abzugsfähigkeit dieser Kosten ermöglichen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Von Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin).

Intraoperative indirekte Kanalographie­ bei Glaukomstent-Implantation

Zur operativen Drucksenkung beim primären Offenwinkelglaukom (POWG) sind inzwischen verschiedene Glaukomstents entwickelt worden. In einer prospektiven klinischen Untersuchung an der Augenklinik Berlin-Marzahn wurde die intraoperative indirekte Kanalographie als Entscheidungskriterium für die Stent-Implantation überprüft. Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer und Dr. Charlotte N. Mertens (Berlin) erläutern die Methode und stellen die Ergebnisse vor

Rolle der Fadenspannung bei ­Kanaloplastik

Der Wirkmechanismus der Kanaloplastik als neueres, nichtpenetrierendes Verfahren zur Augendrucksenkung bei primär chronischem Offenwinkelglaukom ist nicht vollständig geklärt, so auch nicht der Einfluss des Fadens oder der Fadenspannung auf den Operationserfolg. Ziel einer Studie am Klinikum Ernst von Bergmann war es, die Rolle der Fadenspannung im Schlemm’schen Kanal und ihre Auswirkungen auf die Augendrucksenkung sowie deren Einfluss auf postoperative Komplikationen zu untersuchen. Dr. Silvia Zarmas-Röhl und Priv.-Doz. Dr. Anja Liekfeld (Potsdam) stellen die Ergebnisse dar.

Modifizierte Goniotomie

Bei der modifizierten Goniotomie wird über fünf Uhrzeiten das Trabekelmaschenwerk ab interno eröffnet und mit einer Zyklodialyse über eine Uhrzeit kombiniert. Prospektiv wurden 68 Patienten mit einem primären Offenwinkelglaukom (POWG) und 22 Patienten mit einem Pseudoexfoliationsglaukom (PEXG) eingeschlossen und über zwölf Monate klinisch beobachtet. Prof. Carl Erb, Dr. Nicole Zimmermann, Marie-Luise Pahlitzsch und Dr. Milena Pahlitzsch stellen erste Ergebnisse zur modifizierten Goniotomie ab interno bei Erwachsenen vor.

Veränderungen des IOD durch ­gezielte Augenbewegung

In der Therapie des primär chronischen Offenwinkelglaukoms (PCOWG) ist die Bestimmung des Augeninnendrucks neben den Gesichtsfeldbefunden und Optikusdefekten der entscheidende Parameter bezüglich der Prognose und der weiterführenden Behandlung. Eine möglichst präzise Messung des intraokularen Drucks (IOD) ist erforderlich, dabei gilt es verschiedene bekannte Einflussgrößen zu berücksichtigen. Zur Abklärung weiterer möglicher IOD-verändernder Faktoren wurde in einer kleinen Pilotstudie der Einfluss der Augenbewegung auf den applanatorisch gemessenen IOD untersucht. Dr. Johanna Maaß, Prof. rer. nat. Eberhard Spörl und Prof. Lutz E. Pillunat (Dresden) fassen die Ergebnisse zusammen.

35. Jahrestagung des Deutschen Komitees zur Verhütung von Blindheit

„Tue Gutes und rede drüber!“
Die 35. Jahrestagung des Deutschen Komitees zur Verhütung von Blindheit und der Sektion „Internationale Ophthalmologie“ der DOG fand Ende Februar in Homburg/Saar statt. Ausgerichtet wurde die zweitägige Veranstaltung in diesem Jahr von Prof. Berthold Seitz, Direktor der Klinik für Augenheilkunde im Universitätsklinikum des Saarlandes, und dem leitenden Oberarzt Prof. Arne Vistenz. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) fasst die Tagung zusammen, auf der neben Vorträgen zu vielseitigen augenärztlichen Projekten weltweit auch ausgewählte Themenaspekte zur Blindheit in Deutschland vorgetragen wurden.

Kontaktoptische Versorgung des aphaken Kindes (Teil 2)

Die wichtigste Indikation einer Kontaktlinsenanpassung beim Neugeborenen oder Säugling ist die angeborene ein- oder beidseitige Katarakt. Obwohl die heutige Ophthalmochirurgie immer mehr auch beim Kind das Implantat bevorzugt, gibt es noch besonders gelagerte Fälle, die mit Kontaktlinsen versorgt werden müssen. Im zweiten Teil gehen Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Gregor Nietgen (Ulm) auf die häufigsten Komplikationen des kindlichen Kontaktlinsentragens ein und stellen Kasuistiken aus dem Institut für wissenschaftliche Kontaktoptik Ulm vor.