Aus der aktuellen Ausgabe

Der Augenarzt in den Medien

Serie zur Sammlung Roth
Der Arzt genießt in der Öffentlichkeit hohes Ansehen, seinem Beruf zollt man besonderen Respekt – das belegen die Darstellungen in den Medien: Berühmte Mediziner finden dort ihr Curriculum, die Regenbogen-presse übernimmt unkritisch ihr Privatleben. Ärzte wie Albert Schweitzer werden zum Symbol der Menschlichkeit, Herzchirurgen wachen über Leben und Tod. In der Schwarzwaldklinik brilliert der Chefarzt mit fachlicher Sympathie und menschlicher Schwäche. So galt schon immer das öffentliche Interesse dem Arzt und dabei ganz besonders dem Augenarzt. Allein er operiert mit geschickter Hand den grauen Star, er ist der Einzige, der einen Blinden heilen kann.

Kongress DOG 2016

Interview mit DOG-Kongresspräsident Prof. Horst Helbig zum 114. Jahreskongress
Vom 29. September bis 2. Oktober lädt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) nach Berlin zu ihrem jährlichen Fortbildungskongress ein. Das Spannungsfeld, in dem sich ärztliches Handeln bewegt, eine erstrebenswerte Transparenz im Umgang mit Fehlern und Fehlentscheidungen und auch die Notwendigkeit von Epidemiologie und Versorgungsforschung sind Aspekte des diesjährigen Kongresses, wie der DOG-Präsident Prof. Horst Helbig im Gespräch mit dem AUGENSPIEGEL erläutert.

Berliner Immunologie Seminar 2016

Monitoring entzündlicher Augenerkrankungen
Unter dem Titel „Monitoring bei entzündlichen Augenerkrankungen: Wie? Wann ? Was?“ stand das diesjährige Berliner Immunologie Seminar (BIS) im Kaiserin-Friedrich-Haus in Berlin-Mitte. Welche Erkenntnisse sich aus einem systematischen Monitoring zu unterschiedlichen Aspekten wie unter anderem dem Einsatz von Biologika-Therapien oder der Adhärenz-Problematik ableiten lassen, stellten die Referenten auch aus interdisziplinärer Perspektive dar. Dr. Dominika Pohlmann und Prof. Uwe Pleyer (Berlin) fassen einige ausgewählte Fragestellungen und Ergebnisse zusammen.

Der richtige Zeitpunkt der Praxisabgabe

Insbesondere wenn eine Praxis aus Altersgründen abgegeben wird, ist die Wahl des Veräußerungszeitpunktes bestimmend für die Höhe der definitiven Steuerbelastung. Bei einem Praxisverkauf zum Jahreswechsel sollte geprüft werden, welche unterschiedliche Auswirkung eine Veräußerung zum 31. Dezember des Jahres oder am 1. Januar des darauffolgenden Jahres auf die Steuerbelastung hat. StB Dipl. Finanzwirt Holger Wendland (Erftstadt) erläutert die Hintergründe.

Pikosekunden-Infrarotlaser (PIRL) für die Hornhauttransplantation

In einer Machbarkeitsstudie zur Anwendung des Pikosekunden-Infrarotlasers (PIRL) für Hornhauttransplantationen wurde gezeigt, dass mithilfe des PIRL Schnitte im Hornhautgewebe bei minimaler Schädigung des umliegenden Gewebes ausgeführt werden können. Priv.-Doz. Dr. Stephan J. Linke (Hamburg) fasst den Ansatz, der neue Perspektiven für eine applanationsfreie Trepanation bietet, zusammen.

Vorpräparierte Hornhauttransplantate für die DMEK

Standardisierte und kontrollierte Herstellung in der Gewebebank
Bisher werden in Deutschland die meisten Transplantate für die DMEK (Descemet Membran Endothel Keratoplastik) unmittelbar vor Beginn des Eingriffs im Operationssaal präpariert. Dabei kann jedoch der Herstellungsprozess schlecht standardisiert oder validiert werden. Dichte, Morphologie und Vitalität der Endothelzellen können nach dem Abschluss der Präparation in der Regel ebenso wenig kontrolliert werden wie die mikrobiologische Reinheit. Eine Alternative bietet sich mit der Verwendung eines in der Gewebebank vorpräparierten Transplantates. Dr. rer. nat. Nicola Hofmann, Dr. rer. nat. Mareike Derks, Dr. rer. nat. Ingrida Majore, Dr. med. Lutz Blomberg und Martin Börgel (Hannover) erläutern ein neues Präparationsverfahren der Gewebebank der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation.

Boston-Keratoprothese

Klinische Ergebnisse und Besonderheiten in der Nachsorge
Die Keratoprothese ist oftmals die einzige chirurgische Option und rehabilitative Chance für Hochrisikoaugen mit einer unzureichenden Prognose für eine Hornhauttransplantation. Für die Boston-Keratoprothese (B-KPro) liegen die meisten klinischen Erfahrungen vor, die wiederum zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung führten. Seit 2013 wird die B-KPro auch im Zentrum für Augenheilkunde der Universität zu Köln implantiert. Dr. Friederike Schaub, Prof. Björn O. Bachmann und Prof. Claus Cursiefen (Köln) erörtern typische Indikationen, Vor- und Nachteile der Versorgung mittels Boston-Keratoprothese und diskutieren ihre Erfahrungen, klinische Ergebnisse und Komplikationen sowie Besonderheiten in der Nachsorge.

29. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC)

Versorgung, Vergütung und Kooperationen
Unter dem Motto „Welcome back“ tagte der 29. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) vom 9. bis 11. Juni in diesem Jahr wieder in Nürnberg. Neben dem gewohnt umfassenden wissenschaftlichen Programm standen diesmal aus aktuellem Anlass auch einige berufspolitische Themen zur Diskussion: Zum einen sorgte das jüngst vom Bundestag verabschiedete „Gesetz zur Bekämpfung der Bestechung und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen“ für ein überfülltes Symposium und viele offene Fragen, zum anderen interessierten angesichts der geplanten neuen Gebührenordnung Aspekte der Honorierung sowie die Frage, wie ambulantes Operieren konkurrenzfähig gemacht werden kann. Von Katica Djakovic.

Anästhesie bei ambulanten Kataraktoperationen

Die Entscheidung bei einer ambulanten Kataraktoperation für die individuelle Verfahrenswahl, Sedierung oder Allgemeinanästhesie, ist patientenseitig unter anderem abhängig von Alter, ASA-Status und Compliance. Der zu erwartende ophthalmochirurgische Schwierigkeitsgrad des Eingriffs und die Versiertheit des Operateurs sind weitere maßgebliche Entscheidungskriterien. Dr. Roberto Castello (Anästhesie-Netz Deutschland, Berlin) erläutert die Notwendigkeit einer individuellen, anästhesiologischen Behandlung, insbesondere bei älteren Patienten mit kardial relevanter Komorbidität.

Rotierte und dezentrierte trifokale torische IOL bei zu großem Kapselsack

Die zentrierte und rotationsstabile Fixation multifokaler torischer Intraokularlinsen (IOL) im Kapselsack ist entscheidend für ein optimales postoperatives Ergebnis. Dabei kommt dem Zusammenspiel aus IOL-Gesamtdurchmesser und Kapselsackgröße eine herausragende Bedeutung zu. Die Größe des Kapselsacks ist präoperativ schwierig abzuschätzen, sie korreliert aber mit der Achsenlänge. Hochmyope Augen mit großer Achsenlänge haben aufgrund der größeren okulären Dimensionen ein erhöhtes Risiko für postoperative IOL-Dezentrierung und -Rotation. 
Dr. Bert C. Giers (Heidelberg) erörtert anhand eines Fallbeispiels, dass auch in Augen mit nur moderater Myopie mit vergrößerten Kapselsäcken zu rechnen ist und dass der Auswahl der zu implantierenden IOL bei diesem Patientengut eine besondere Bedeutung zukommt.