Das Auge auf der Grußpostkarte
Serie zur Sammlung Roth
Das Geheimnis des Sehens hat die Menschen schon immer fasziniert. Als Sehorgan ist das Auge aber nicht nur aktiv, sondern es hat, passiv gesehen, auch eine Ausstrahlung, die auf den Betrachter einwirkt und ihn anspricht. Bereits in den Felszeichnungen der Jungsteinsteinzeit gibt es dafür Beweise. Nur fällt dabei auf, dass sich Augenabbildungen von Tieren schon in den frühen Höhlenmalereien finden, während der Kopf, das Gesicht und das Auge des Menschen erst dann in diesen Bildern auftaucht, als bereits die ersten Zahlen- und Schriftzeichen entstanden waren. Die Forscher rätseln über die Gründe. Der Blick aber auf das Gesicht vermittelt dem Betrachter die Stimmung. Zorn, Freude, Ärger oder Glück spiegeln sich im Auge und in der Mundpartie als Zentrum der Mimik. Künstler verwenden daher das Auge ganz bewusst in ihren Bildern als Stimmungsmacher.

