Aus der aktuellen Ausgabe

Kongress DGII 2017

Interview mit Tagungspräsident Prof. Markus Kohlhaas
Vom 16. bis 18. Februar lädt die Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) zu ihrer 31. Tagung nach Dortmund in das Kongresszentrum Westfalenhallen ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem diesjährigen Kongresspräsidenten Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) über die inhaltlichen Schwerpunkte der Tagung, die in diesem Jahr unter dem Hauptthema „Planung und Durchführung operativer Eingriffe bei schwierigen okulären Ausgangssituationen“ steht.

Ophthalmologische Fortbildung in Weißrussland

Добрый день Минск – Hello Minsk: „Current issues of Ophthalmology“
Der Lehrstuhl für Ophthalmologie der „Belarusian Medical Academy of Post-Graduate Education“ in Minsk, der Hauptstadt Weißrusslands, ist eines der führenden wissenschaftlichen und praktischen Zentren in Weißrussland. Im Dezember tagte der 10. Jahreskongress der Weißrussischen Medizinischen Akademie für Graduierten-Fortbildung, in dessen Rahmen auch der Lehrstuhl für Ophthalmologie zur augenheilkundlichen Fortbildung eingeladen hatte. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) und Irina Gordeenko (Stuttgart) berichten über die Tagung in Minsk.

Unterschiede des Kontrastsehens bei refraktiven, diffraktiven und hybriden MIOL

Ziel einer Studie an der Augenklinik der Charité Berlin war es, Unterschiede des Kontrastsehens zwischen refraktiven, diffraktiven und hybriden (refraktiv-diffraktiven) Multifokallinsen in der binokularen Kombination unterschiedlicher Nahadditionen zu untersuchen. Postoperativ wurde das Sehen unter Tageslicht, Dämmerung und in Dunkelheit beurteilt. Hierzu wurden insbesondere der Fern-, Intermediär- und Nahvisus sowie der Kontrastvisus, Blendvisus und die Kontrast-sensitivität unter verschiedenen Bedingungen gemessen und ausgewertet. Dr. Tobias Brockmann, Dr. Christoph von Sonnleithner, Annabell Pham, Priv.-Doz. Dr. Necip Torun und Priv.-Doz. Dr. Eckart Bertelmann (Berlin) erörtern die Ergebnisse.

Femto- versus manuelle Phako

Vergleich der Komplikationsraten nach 1.000 Fällen
Die Einführung des Femtosekundenlasers in die Kataraktchirurgie stellt einen Umbruch in der operativen Versorgung des grauen Stars dar. Erstmals ist es möglich, standardisiert und automatisiert die wichtigsten Teilschritte der Kataraktoperation durch einen Laser durchführen zu lassen. Im Augenzentrum Lichterfelde West wurden die ersten 1.000 Fälle im Hinblick auf Besonderheiten und Komplikationen analysiert und mit 3.000 konventionell durchgeführten Kataraktoperationen verglichen. Dr. Michael Galanski (Berlin) stellt die Daten gegenüber.

IOL mit neuartigem Haptiksystem für Femtolaser-Kapsulotomie

Erste Ergebnisse mit einer neuen rhexisfixierten asphärischen IOL
Neuartige Haptiksysteme erlauben eine Fixierung der IOL in der anterioren Kapselsacköffnung. Im Rahmen einer kleinen prospektiven, multizentrischen, von der Ethikkommission kontrollierten Studie wurde eine solche Linse mit monofokaler asphärischer Optik in Bezug auf Stabilität der Linsenposition sowie Sicherheit und Effektivität in der Breyer-Kaymak-Klabe Augenchirurgie und bei Premium Eyes Augenlasern untersucht. Dr. Detlev R. H. Breyer und Dr. rer. nat. Philipp Hagen (Düsseldorf) stellen ihre ersten Sechsmonatsergebnisse im eigenen Patientengut dar.

Versorgungsforschung zur Patienten-zufriedenheit nach Katarakt-OP

Auswertung monozentrischer Daten eines Kataraktzentrums in Mecklenburg-Vorpommern
Im Rahmen eines flächendeckenden sektorenübergreifenden Projektes nach §140a SGB V wurden die Operationsdaten eines Kataraktzentrums in Mecklenburg-Vorpommern ausgewertet. Die Datenerfassung erfolgte mit Hilfe eines einheitlichen und vertraglich festgelegten Bogens, durch den in drei Abschnitten die präoperativen Daten, die Daten rund um die Operation sowie postoperativ und die Zufriedenheitsangaben registriert wurden. Ziel der Analysen war, neben den refraktiven und visuellen Ergebnissen insbesondere auch Erkenntnisse zur Patientenzufriedenheit als wesentlichen Beitrag zur Versorgungsforschung im Bereich der Kataraktchirurgie zu gewinnen. Maria Seifried und Prof. Helmut Höh (Neubrandenburg) werten die Ergebnisse der Datenanalyse aus.

Verätzungen und Verbrennungen des Auges

Aktuelle stadienbezogene Therapieoptionen
Verätzungen und Verbrennungen können im Augenbereich zu schweren Gewebeschäden des Bulbus mit Erblindungsfolge sowie Schädigungen der Lider und des Tränenapparates führen. Sie gelten als Notfälle höchster Dringlichkeit und sind deshalb im Berufsleben – durch Belehrungen und technische Sicherheitsvorkehrungen (Schutzbrille) – wie im privaten Bereich (durch Aufklärung) zu vermeiden. Prof. Hans-Gert Struck (Halle/Saale) stellt die aktuellen stadienbezogenen Therapieoptionen dar.

Hydrophile Kontaktlinsen als Bandage und Medikamententräger (Teil 2)

Weiche hydrophile Kontaktlinsen haben sich inzwischen über fünf Jahrzehnte lang nicht nur als Refraktionshilfe bewährt, sondern dienen in der Hand des erfahrenen Ophthalmologen auch als durchsichtige Bandage bei den verschiedensten Hornhautdefekten sowie als Medikamententräger bei zahlreichen akuten und chronischen Erkrankungen der vorderen Augenabschnitte. Im zweiten Teil des Updates erläutern Dr. Hans-Walter Roth, Dr. Gregor Nietgen (Ulm) und Dr. Mihály Vegh (Szeged) Kontraindikationen, Handhabung und Komplikationen von hydrophilen Kontaktlinsen als Bandage und Medikamententräger.

Jubiläumstagung der ­Julius-Hirschberg-Gesellschaft

Nach 30 Jahren zurück an den Gründungsort Aachen (Teil 2)
Dem Organisationskomitee der diesjährigen Jahrestagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft war es ein ganz besonderes Anliegen, zur 30. Zusammenkunft an den Gründungsort der Gesellschaft zurückzukehren: Aus diesem Anlass lud die JHG vom 7. bis 9. Oktober zur Jubiläumstagung nach Aachen ein. Im zweiten Teil fasst Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) die Vortragsthemen der dritten und vierten Sitzung zusammen.

Aktuelle Rechtsprechung zur ­Kostenerstattung für die femtolaser­assistierte Kataraktchirurgie

Seit seiner Einführung in die Kataraktchirurgie wird der Einsatz des Femtosekundenlasers hinsichtlich Effektivität und Ergebnisqualität untersucht und teils kontrovers diskutiert. Auch der Kostenaspekt spielt dabei eine Rolle: sowohl die Anschaffung als auch der Unterhalt sind mit Kosten verbunden, entsprechend sind auch die Behandlungskosten erhöht. In Bezug auf eine mögliche Kostenerstattung durch die PKV stellt sich die Frage, ob die femtolaserassistierte Kataraktchirurgie einen gesundheitlichen Mehrwert für den Patienten besitzt oder als so genannte Verlangensleistung nach § 1 Abs. 2 GOÄ zu bezeichnen ist und damit von den Kostenträgern als nicht erstattungsfähig eingestuft wird. RA Michael Zach (Mönchengladbach) erläutert die aktuelle Rechtsprechung, aus der sich ein einhelliger Standpunkt ableiten lässt.