Aus der aktuellen Ausgabe

Das Auge in der Tasse

Serie zur Sammlung Roth

Abbildungen des Auges finden sich nicht nur in allen Bereichen von Kunst und Kultur, sie zieren auch zahllose Gebrauchsgegenstände aus dem täglichen Leben. Das Auge ist ein fester Bestandteil in der Werbung. Man drückt damit Stimmungen aus, lockt mit seiner Darstellung zum Kauf oder reizt durch das Makeup-Styling zum erotischen Abenteuer. Das Auge erschreckt, wie aus dem Tierreich bekannt, einen möglichen Gegner. Im Gruselkabinett lässt das blutunterlaufene Auge des Opfers das Blut in den Adern erstarren. Das scheußliche Auge einer beim Halloween getragenen Maske amüsiert den Betrachter, aber meistens erst dann, wenn man ihm damit erst einmal einen gehörigen Schreck eingejagt hat.

 

Kombinierte PET/CT für die -Diagnostik orbitaler Lymphome

Die kombinierte Ganzkörper-Positronenemissionstomographie/Computertomographie (PET/CT) hat sich in den vergangenen Jahren für die Diagnostik sowie das Monitoring von Patienten mit unterschiedlichen malignen Tumoren etabliert. Durch die Fusion von PET und CT kann die metabolische Aktivität in Zusammenschau mit den morphologischen Details bewertet werden. Im Rahmen einer Untersuchung sollte die Bedeutung der kombinierten Ganzkörper-PET/CT für die Diagnostik und das Monitoring von Lymphomen der okulären Adnexe evaluiert werden. Dr. Annemarie Klingenstein (München) stellt die Ergebnisse vor.

Beurteilung retinaler Arterienverschlüsse mittels OCT-Angiographie

Mit der OCT-Angiographie (OCT-A) steht ein neues, innovatives Bildgebungsverfahren zur Verfügung, dessen gesamtes Potenzial für die Diagnostik erst noch weitergehend untersucht werden muss. Dr. Max Loidl, Prof. Gerhard K. Lang und Prof. Gabriele E. Lang (Ulm) berichten über ihre Anwendung im klinischen Alltag, die zeigt, dass sich die OCT-A zur Diagnosestellung bei retinalen Arterienverschlüssen eignet und eine gute Übereinstimmung der detektierbaren, nichtperfundierten Netzhautareale verglichen mit der Fluoreszenzangiographie liefert.

Irisspiegelung an den HKL-Grenzflächen

Intraokularlinsen reflektieren deutlich stärker als die natürlichen Linsen, so dass die Spiegelung der Regenbogenhaut an den Hinterkammerlinsen (HKL)-Grenzflächen bei der Spaltlampenuntersuchung beobachtet werden kann. Die in diesen Spiegelbildern der Iris enthaltene Information erfährt bis dato im Alltag keine Beachtung. Andriy Zhuravlyov und Dr. Marcus-Matthias Gellrich stellen mit der fokalen Transillumination der Iris mit Spiegelung an den HKL-Grenzflächen eine neue Methode dar, die die etablierte Spaltlampenuntersuchung der Regenbogenhaut ergänzen soll. Die Untersuchung bietet die Möglichkeit, die Rückfläche der Iris in vivo zu beobachten und dadurch die anatomischen Besonderheiten der Regenbogenhaut besser zu verstehen.

Die suprachoroidale Hydrogelplombe

Biokompatibilität und Funktionalität aktueller Hydrogelvarianten
Das Prinzip der suprachoroidalen Buckelchirurgie ist kein neuer Ansatz und wurde bereits durch verschiedene Autoren in den letzten drei Jahrzehnten beschrieben. Jedoch haben in der Vergangenheit die limitierte Auswahl an Hydrogeltamponaden und andere technische Limits einer weiteren Verbreitung im Wege gestanden. Dr. Karl Boden (Sulzbach) stellt die Ergebnisse einer Studie vor, deren Ziel es war, den Effekt einer suprachoroidalen Hydrogelplombe in Kombination mit einer Vitrektomie bei einer rhegmatogenen Netzhautablösung zu untersuchen. Es sollten die Vorteile aus den klassischen Verfahren der Vitrektomie und der Buckelchirurgie kombiniert und die Dauer der unterschiedlichen Hyalurone untersucht werden.

Amotio retinae mit Makulabeteiligung

Symptomdauer als Einflussfaktor auf die postoperative Visusentwicklung
Zahlreiche Faktoren wurden als entscheidend für die Prognose der postoperativen visuellen Rehabilitation bei einer Amotio retinae mit Makulabeteiligung identifiziert. Eine neuere Übersichtsarbeit zeigte, dass nach drei Tagen Symptomdauer die Prognose signifikant reduziert ist. In einer aktuellen Studie wurde nun untersucht, wie die postoperative Entwicklung des Visus in alleiniger Abhängigkeit der Symptomdauer verläuft. Priv.-Doz. Dr. Lars Wagenfeld und Dr. Andreas Frings (Hamburg) fassen die wesentlichen Ergebnisse zusammen.

Der Kamm der Schönen

Serie zur Sammlung Roth
Seit Jahrtausenden findet sich das Auge in Darstellungen aus Menschenhand. Es zeigt sich in Felszeichnungen, in frühen Plastiken wie dem Löwenmenschen, es dominiert in den ältesten Abbildungen von Mensch und Tier. Während frühe Kulturkreise das Auge noch kreisförmig abbildeten, nahm es dann in den Hochkulturen seinen von der Natur gegebenen mandelförmigen Umriss an, der bis in die moderne Zeit des Impressionismus seinen Bestand hatte. Das Auge findet sich heute auf nahezu allen Gegenständen des täglichen Lebens, es soll den Blick anderer Augen auf sich locken. Gleichzeitig betrachtet man es als schützendes Amulett. Dies gilt besonders für den Schmuck, den in allen Generationen und allen Kulturen bevorzugt die Weiblichkeit trug. Hierzu zählen auch die Augen als Verzierung auf diesem Kamm.

114. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

Wissenschaft, Ökonomie und Empathie
Rund 4.600 Teilnehmer verzeichnete der diesjährige Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft in Berlin. Zum Leitthema „Augenheilkunde – ein großes Fach“ machte Kongresspräsident Prof. Horst Helbig auf die quantitativen und qualitativen Herausforderungen des Faches aufmerksam, das rund 32 Millionen Patientenkontakte pro Jahr im niedergelassenen Bereich sowie einen weiter wachsenden Versorgungsbedarf verzeichnet. Mit der Einladung des Theologen und Direktor des Regensburger Caritasverbandes Dr. Roland Batz als Festredner regte er aber auch zum Nachdenken über ärztliche Ethik und Patientenwohl an. Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung der Albrecht-von-Graefe-Medaille an den Tübinger Wissenschaftler Prof. Eberhart Zrenner. Ein Bericht von Ulrike Lüdtke M.A.

ICL-Implantation in der PKV erstattungsfähig

Die ophthalmochirurgische Erstattungslandschaft erhält einen weiteren Impuls aus der Zivilgerichtsbarkeit. Nach der erstmaligen Bejahung der medizinischen Notwendigkeit der LASIK im Jahr 2006 und der Bestätigung des Einsatzes des Femtosekundenlasers bei Katarakt-OP im Jahre 2015 erfolgt eine weitere Ausweitung der Leistungspflicht privater Krankenversicherungen (PKV), wonach die ICL-Implantation in der PKV nun erstattungsfähig ist. RA Michael Zach (Mönchengladbach) erläutert das Urteil.

66. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte (VNDA)

Zur diesjährigen 66. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte (VNDA) hatte Dr. Bernhard Bambas Ende Mai nach Bad Segeberg eingeladen. Neben Referaten zu den ophthalmologischen Hauptthemen standen auch ein juristisches Consilium sowie eine berufspolitische Podiumsdiskussion zur „Zukunft der Augenheilkunde 2030“ auf dem Programm dieser Jahrestagung, über die Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) berichtet.