Aus der aktuellen Ausgabe

Die suprachoroidale Hydrogelplombe

Biokompatibilität und Funktionalität aktueller Hydrogelvarianten
Das Prinzip der suprachoroidalen Buckelchirurgie ist kein neuer Ansatz und wurde bereits durch verschiedene Autoren in den letzten drei Jahrzehnten beschrieben. Jedoch haben in der Vergangenheit die limitierte Auswahl an Hydrogeltamponaden und andere technische Limits einer weiteren Verbreitung im Wege gestanden. Dr. Karl Boden (Sulzbach) stellt die Ergebnisse einer Studie vor, deren Ziel es war, den Effekt einer suprachoroidalen Hydrogelplombe in Kombination mit einer Vitrektomie bei einer rhegmatogenen Netzhautablösung zu untersuchen. Es sollten die Vorteile aus den klassischen Verfahren der Vitrektomie und der Buckelchirurgie kombiniert und die Dauer der unterschiedlichen Hyalurone untersucht werden.

Amotio retinae mit Makulabeteiligung

Symptomdauer als Einflussfaktor auf die postoperative Visusentwicklung
Zahlreiche Faktoren wurden als entscheidend für die Prognose der postoperativen visuellen Rehabilitation bei einer Amotio retinae mit Makulabeteiligung identifiziert. Eine neuere Übersichtsarbeit zeigte, dass nach drei Tagen Symptomdauer die Prognose signifikant reduziert ist. In einer aktuellen Studie wurde nun untersucht, wie die postoperative Entwicklung des Visus in alleiniger Abhängigkeit der Symptomdauer verläuft. Priv.-Doz. Dr. Lars Wagenfeld und Dr. Andreas Frings (Hamburg) fassen die wesentlichen Ergebnisse zusammen.

Der Kamm der Schönen

Serie zur Sammlung Roth
Seit Jahrtausenden findet sich das Auge in Darstellungen aus Menschenhand. Es zeigt sich in Felszeichnungen, in frühen Plastiken wie dem Löwenmenschen, es dominiert in den ältesten Abbildungen von Mensch und Tier. Während frühe Kulturkreise das Auge noch kreisförmig abbildeten, nahm es dann in den Hochkulturen seinen von der Natur gegebenen mandelförmigen Umriss an, der bis in die moderne Zeit des Impressionismus seinen Bestand hatte. Das Auge findet sich heute auf nahezu allen Gegenständen des täglichen Lebens, es soll den Blick anderer Augen auf sich locken. Gleichzeitig betrachtet man es als schützendes Amulett. Dies gilt besonders für den Schmuck, den in allen Generationen und allen Kulturen bevorzugt die Weiblichkeit trug. Hierzu zählen auch die Augen als Verzierung auf diesem Kamm.

114. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

Wissenschaft, Ökonomie und Empathie
Rund 4.600 Teilnehmer verzeichnete der diesjährige Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft in Berlin. Zum Leitthema „Augenheilkunde – ein großes Fach“ machte Kongresspräsident Prof. Horst Helbig auf die quantitativen und qualitativen Herausforderungen des Faches aufmerksam, das rund 32 Millionen Patientenkontakte pro Jahr im niedergelassenen Bereich sowie einen weiter wachsenden Versorgungsbedarf verzeichnet. Mit der Einladung des Theologen und Direktor des Regensburger Caritasverbandes Dr. Roland Batz als Festredner regte er aber auch zum Nachdenken über ärztliche Ethik und Patientenwohl an. Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung der Albrecht-von-Graefe-Medaille an den Tübinger Wissenschaftler Prof. Eberhart Zrenner. Ein Bericht von Ulrike Lüdtke M.A.

ICL-Implantation in der PKV erstattungsfähig

Die ophthalmochirurgische Erstattungslandschaft erhält einen weiteren Impuls aus der Zivilgerichtsbarkeit. Nach der erstmaligen Bejahung der medizinischen Notwendigkeit der LASIK im Jahr 2006 und der Bestätigung des Einsatzes des Femtosekundenlasers bei Katarakt-OP im Jahre 2015 erfolgt eine weitere Ausweitung der Leistungspflicht privater Krankenversicherungen (PKV), wonach die ICL-Implantation in der PKV nun erstattungsfähig ist. RA Michael Zach (Mönchengladbach) erläutert das Urteil.

66. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte (VNDA)

Zur diesjährigen 66. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte (VNDA) hatte Dr. Bernhard Bambas Ende Mai nach Bad Segeberg eingeladen. Neben Referaten zu den ophthalmologischen Hauptthemen standen auch ein juristisches Consilium sowie eine berufspolitische Podiumsdiskussion zur „Zukunft der Augenheilkunde 2030“ auf dem Programm dieser Jahrestagung, über die Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) berichtet.

15. Woche des Sehens: „Chancen sehen!“

Die diesjährige „Woche des Sehens“ steht unter dem Thema „Chancen sehen!“ und gibt vom 8. bis 15. Oktober Interessierten und Betroffenen acht Tage lang die Möglichkeit, an zahlreichen Veranstaltungen rund um die Themen Blindheit, Sehen und Sehbehinderung im gesamten Bundesgebiet teilzunehmen. Das Angebot reicht dabei von medizinischen Vorträgen über Hilfsmittelausstellungen bis hin zu Aktionen in Fußgängerzonen. Traditionell schließt die Aufklärungskampagne dabei zwei internationale Aktionstage mit ein, den „Welttag des Sehens“ am 13. Oktober sowie den „Tag des weißen Stocks“ am 15. Oktober. Auch in diesem Jahr unterstützt die Fernsehjournalistin Gundula Gause die Aktionswoche als Schirmherrin.

Investitionsabzugsbetrag auf geplante Investitionen

Der Investitionsabzugsbetrag dient der erleichterten Finanzierung von geplanten Investitionen. Bei einer Inanspruchnahme ohne spätere Investition ist die entsprechende Gewinnherabsetzung im Jahr des Abzugs wieder rückgängig zu machen, und zwar auch dann, wenn der maßgebende Steuer- und Feststellungsbescheid bereits bestandskräftig ist. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert anhand von Beispielen, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, damit ein Investitionsabzugsbetrag in Anspruch genommen werden kann.

Kontrastsehen und Perimetrie

„Erholungszeit“ als potentiell neuer funktioneller Verlaufsparameter
Eine Progressionsbestimmung von Patienten mit fortgeschrittener glaukomatöser Optikusatrophie stellt eine diagnostische Herausforderung dar, da die Perimetrie als funktionelle, psychophysische Untersuchung an ihre Grenzen stößt. Spezielle Messungen des Kontrastsehens („Erholungszeit“) mit vorangehendem Stressreiz zeigten signifikant veränderte Messwerte bei Glaukompatienten im Vergleich zu Normalprobanden. Da sie sich verlässlich reproduzieren ließen und signifikant mit den Standardparametern der Perimetrie sowie der morphologischen Papillenbeurteilung mit dem SD-OCT korrelierten, kann diese Erholungszeit zusätzlich als potentiell neuer funktioneller Verlaufsparameter herangezogen werden. Dr. Bettina Hohberger (Erlangen) stellt den Ansatz dar.

Fibroblastenhemmung – welche Rolle spielt die VEGF-Inhibition?

Die Kontrolle der Wundheilung nach filtrierender Glaukomoperation und die damit verbundene bessere Augeninnendruckkontrolle ist weiterhin eine Herausforderung der modernen Glaukomchirurgie. VEGF-Inhibitoren gelten hierbei als vielversprechende Ergänzung zu den bisher verwendeten Chemotherapeutika wie Mitomycin C und 5-Fluouracil, da bekannt ist, dass VEGF an der Regulation von Wundheilungsprozessen beteiligt ist. Ziel einer Arbeit an der Universitäts-Augenklinik Göttingen war es, den Effekt von Bevacizumab auf Tenonfibroblasten genauer zu untersuchen und die Rolle von VEGF bei der Beeinflussung der Zellproliferation zu definieren. Priv.-Doz. Dr. Christian van Oterendorp und Dr. Charlotte V. Fischer (Göttingen) stellen die Ergebnisse vor.