Aus der aktuellen Ausgabe

Kongress AAD 2017

Fortbildung im Zeichen des demografischen Wandels
Ein höheres Lebensalter und chronische, alterstypische Augenerkrankungen – keine andere Facharztgruppe erlebt so sichtbar den demografischen Wandel in Klinik und Praxis wie die Ophthalmologie. Anlass, in diesem Jahr die gemeinsame Fortbildungstagung vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) unter das Leitthema „Demografischer Wandel – Herausforderungen und Perspektiven für die Augenheilkunde“ zu stellen, so der BVA-Vorsitzender Prof. Bernd Bertram zum Auftakt der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD). Welche Auswirkungen diese strukturellen gesellschaftlichen Veränderungen für die Versorgung und die Augenheilkunde haben, begleitete als Fragestellung das fachwissenschaftliche Vortragsprogramm. Von Ulrike Lüdtke M.A.

Wege aus dem Ärztemangel

Das Personalmanagement entwickelt sich zur zentralen Managementherausforderung der Zukunft. Um als Unternehmen in der Augenheilkunde zukunftsfähig im Personalmanagement aufgestellt zu sein, gewinnen Handlungsfelder wie beispielsweise die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder längere Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer an Bedeutung. Dr. Thomas Haupt (Bonn-Bad Godesberg) erörtert die Gestaltungsmöglichkeiten in den genannten Bereichen und zeigt Wege zur Bewältigung des Ärztemangels in der Augenheilkunde auf.

Refraktive Chirurgie bei Keratokonus

In Vorbereitung eines refraktiv-chirurgischen Eingriffs ist es unter anderem von Relevanz, Keratokonus-Augen in frühen Stadien zu detektieren und gegebenenfalls von der OP auszuschließen. Dabei leiden gerade Keratokonus-Patienten massiv unter den refraktiven Auswirkungen ihrer primär organischen Erkrankung, die lange Zeit als Kontraindikation für einen refraktiven Eingriff galt. Dr. Georg Gerten (Köln) zeigt anhand des „Kölner Keratokonus Schema“ die chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten des Keratokonus auf und erörtert die Zuordnung der Patienten zu sinnvollen Therapieformen.

SMILE – aktuelle Entwicklungen und wissenschaftliche Ausblicke

Zum SMILE-Verfahren (Small Incision Lenticule Extraction) wurden 2011 erste Ergebnisse veröffentlicht und mittlerweile liegen Fünfjahresergebnisse der ersten Kohorte vor. Die potentiellen Vorteile einer ohne Flap durchgeführten refraktiven Korrektur führten in den vergangenen Jahren zu einer rasch anwachsenden Anzahl von Studiendaten. Mittlerweile liegen sowohl längerfristige Ergebnisse als auch vergleichende Studien und Daten vor und erlauben eine Diskussion von Vor- und Nachteilen des neuen Verfahrens. Prof. Marcus Blum (Erfurt) und Prof. Walter Sekundo (Marburg) erörtern aktuelle Entwicklungen der SMILE und geben wissenschaftliche Ausblicke für das Verfahren.

Das Trockene Auge aus Sicht des refraktiven Chirurgen

Wenn ein Trockenes Auge vorliegt, kann die Präzision der präoperativen Diagnostik kompromittiert sein, was sich möglicherweise auf die Planung der Operation auswirkt. Dies gilt insbesondere auch für die vor refraktiven Lasereingriffen so entscheidende subjektive Refraktionsbestimmung. Dr. Suphi Taneri (Münster) beleuchtet Diagnostik, Pathogenese und Therapie des Trockenen Auges vor und nach refraktiven Eingriffen und gibt einen Überblick über die aktuelle Literatur unter besonderer Berücksichtigung von Empfehlungen verschiedener Fachgesellschaften und eigenen Erfahrungen.

Intraokulare Chirurgie im Kindesalter

Aufgrund der Dynamik des kindlichen, okulären Systems und der anatomisch-neurologischen Entwicklung ergeben sich bei der intraokularen Chirurgie im Kindesalter grundlegend andere Herausforderungen als im Erwachsenenalter. Zudem liegt eine veränderte Beschaffenheit des Glaskörpers im Kindesalter vor, die erst partiell erklärt werden konnte. Priv.-Doz. Dr. Armin Wolf, FEBO (München), gibt einen Einblick in wesentliche Problemstellungen der intraokularen Chirurgie im Kindesalter und erläutert die sich daraus ableitende chirurgische Vorgehensweise.

Risikominimierung durch systematische präoperative Abläufe

Der überwiegende Anteil ophthalmologischer Operationen zeichnet sich durch eine kurze oder sehr kurze Eingriffsdauer aus. Entsprechend hoch ist die Anzahl der Eingriffe, die pro Operateur, pro OP-Team und pro Eingriffsraum durchgeführt werden. Viele Patienten haben ein höheres Lebensalter mit entsprechenden Komorbiditäten und einer höheren Wahrscheinlichkeit von Verständigungsproblemen. Aus beiden Faktoren ergibt sich ein höheres Risiko für Verwechslungen der Patienten, der zu operierenden Seite oder der erforderlichen Implantate oder Medikamente. Dr. Michaela Gross (Dortmund) stellt die präoperative Planung zur Risikominimierung im Augen-OP dar.

Die Schweißbrille

Serie zur Sammlung Roth
Brillen dienen nicht nur zum optimalen Sehen in Ferne und Nähe, sie haben auch eine Schutzfunktion für das Auge. Als Arbeitsbrille gibt es sie allerdings erst seit der Zeit der industriellen Revolution, ursprünglich diente nur ein feines Draht- oder Stoffgeflecht an Stelle des zerbrechlichen Fensterglases als Schutz vor Splittern, Staub und Ruß. Man nannte sie die Steinschlägerbrille. Erst als es gelang, die Gläser durch Beimischen von Schwermetallen und Temperieren zu härten und so bruch- und splitterfest zu machen, wurde das Gitter vor den Augen durch Glas ersetzt, das Gitter selbst wanderte als Seitenschutz an den Brillenbügel. So wurde das Auge am Arbeitsplatz gleichzeitig hinterlüftet und ein Beschlagen unterlaufen. Nicht nur der Lokführer im offenen Führerstand war auf diesen Schutz angewiesen. Auch dessen Heizer schützte so sein Auge vor dem Funkenflug.

Neues Informationsportal zu Augenoberfläche und Trockenem Auge

Homepage des Ocular Surface Center Berlin (OSCB)
Eine neue Informationsplattform des Ocular Surface Center Berlin (OSCB) für die Augenoberfläche und das Trockene Auge bietet wichtige Grundlagen zu Struktur und Funktion sowie zum Krankheitsverlauf und zu neuen Methoden in Diagnostik und Therapie. Die Inhalte dienen einem wissenschaftlichen und didaktischen Zweck zur Verbesserung der Kenntnisse über die Augenoberfläche und ihre Erkrankungen und richten sich primär an ärztliche Kollegen, vor allem auch jüngere Kollegen in der ärztlichen Aus- und Weiterbildung. Prof. Erich Knop und Dr. Nadja Knop (Berlin) erläutern das Konzept des Informationsportals.

Basler Fortbildungstage 2016 (Teil 2)

„Neuroophthalmologisches Potpourri“
Im zweiten Teil des Tagungsberichtes zur Basler Fortbildung über Auge und Nervensystem unter dem Motto „Neuroophthalmologisches Potpourri“, in der auch verkehrsmedizinische Fragen behandelt und die Legasthenie als visuell-sprachverarbeitende Fragestellung erklärt wurden, stellt Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) weitere Vortragsthemen dar.