Aus der aktuellen Ausgabe

Das Glasauge

Serie zur Sammlung Roth
Das menschliche Auge prägt das Aussehen eines Individuums. Es kommuniziert mit seinem Gegenüber, ist ein Bestandteil der Mimik. Der Anblick einer leeren Augenhöhle erschreckt. Ein zerstörtes oder gar fehlendes Auge lässt den Betrachter erschauern. Narben in diesem Bereich, gleich welcher Ursache, führen zum Verlust der Ästhetik, sie entstellen das Gesicht. Der Ausfall eines Auges wiegt also nicht nur schwer wegen des Verlustes der Sehfunktion, sondern auch wegen des damit verbunden kosmetischen Defizits. Über die Jahrhunderte pröbelten Menschen daher, den fehlenden Augapfel durch eine möglichst naturgetreue Prothese zu ersetzen. Dies erforderte ein hohes handwerkliches Geschick. Natürliche Materialien wie Bernstein, Edelmetall oder Bergkristall waren einst bevorzugte Ausgangsstoffe. Heute ist es das Glas, das, von Künstlerhand geformt, die Grundlage einer Augenprothese bildet.

IOL mit neuartigem Haptiksystem für Femtolaser-Kapsulotomie

Erste Ergebnisse mit einer neuen rhexisfixierten asphärischen IOL
Neuartige Haptiksysteme erlauben eine Fixierung der IOL in der anterioren Kapselsacköffnung. Im Rahmen einer kleinen prospektiven, multizentrischen, von der Ethikkommission kontrollierten Studie wurde eine solche Linse mit monofokaler asphärischer Optik in Bezug auf Stabilität der Linsenposition sowie Sicherheit und Effektivität in der Breyer-Kaymak-Klabe Augenchirurgie und bei Premium Eyes Augenlasern untersucht. Dr. Detlev R. H. Breyer und Dr. rer. nat. Philipp Hagen (Düsseldorf) stellen ihre ersten Sechsmonatsergebnisse im eigenen Patientengut dar.

Versorgungsforschung zur Patienten-zufriedenheit nach Katarakt-OP

Auswertung monozentrischer Daten eines Kataraktzentrums in Mecklenburg-Vorpommern
Im Rahmen eines flächendeckenden sektorenübergreifenden Projektes nach §140a SGB V wurden die Operationsdaten eines Kataraktzentrums in Mecklenburg-Vorpommern ausgewertet. Die Datenerfassung erfolgte mit Hilfe eines einheitlichen und vertraglich festgelegten Bogens, durch den in drei Abschnitten die präoperativen Daten, die Daten rund um die Operation sowie postoperativ und die Zufriedenheitsangaben registriert wurden. Ziel der Analysen war, neben den refraktiven und visuellen Ergebnissen insbesondere auch Erkenntnisse zur Patientenzufriedenheit als wesentlichen Beitrag zur Versorgungsforschung im Bereich der Kataraktchirurgie zu gewinnen. Maria Seifried und Prof. Helmut Höh (Neubrandenburg) werten die Ergebnisse der Datenanalyse aus.

Verätzungen und Verbrennungen des Auges

Aktuelle stadienbezogene Therapieoptionen
Verätzungen und Verbrennungen können im Augenbereich zu schweren Gewebeschäden des Bulbus mit Erblindungsfolge sowie Schädigungen der Lider und des Tränenapparates führen. Sie gelten als Notfälle höchster Dringlichkeit und sind deshalb im Berufsleben – durch Belehrungen und technische Sicherheitsvorkehrungen (Schutzbrille) – wie im privaten Bereich (durch Aufklärung) zu vermeiden. Prof. Hans-Gert Struck (Halle/Saale) stellt die aktuellen stadienbezogenen Therapieoptionen dar.

Hydrophile Kontaktlinsen als Bandage und Medikamententräger (Teil 2)

Weiche hydrophile Kontaktlinsen haben sich inzwischen über fünf Jahrzehnte lang nicht nur als Refraktionshilfe bewährt, sondern dienen in der Hand des erfahrenen Ophthalmologen auch als durchsichtige Bandage bei den verschiedensten Hornhautdefekten sowie als Medikamententräger bei zahlreichen akuten und chronischen Erkrankungen der vorderen Augenabschnitte. Im zweiten Teil des Updates erläutern Dr. Hans-Walter Roth, Dr. Gregor Nietgen (Ulm) und Dr. Mihály Vegh (Szeged) Kontraindikationen, Handhabung und Komplikationen von hydrophilen Kontaktlinsen als Bandage und Medikamententräger.

Fallberichte: Ocriplasmin bei VMT

Möglichkeiten und Grenzen
Zur Behandlung der vitreomakulären Traktion (VMT) bei Erwachsenen, auch in Zusammenhang mit einem Makulaloch ≤400 µm, wird seit Mai 2013 der Wirkstoff Ocriplasmin zur intravitrealen Applikation eingesetzt. An der Universitäts-Augenklinik Dresden wurden eigene Patientendaten retrospektiv nach dem funktionellen und anatomischen Outcome nach Ocriplasmingabe analysiert. Dr. Dirk Sandner und Dr. Janine Lenk erläutern die ersten klinischen Erfahrungen und stellen anhand von Fallbeispielen typische mögliche Verläufe dar.

Frühe Lesebrille

Serie zur Sammlung Roth
Immer mehr Menschen lernten im ausgehenden Mittelalter das Lesen. Der Schulbesuch, von der Kirche und der Obrigkeit gefördert, wurde bald für nahezu jedermann möglich. Die Fähigkeit des Lesens setzte aber beim weitsichtigen, vor allem aber dem altersweitsichtigen Menschen das Vorhandensein einer passenden Brille voraus. Sie wurde um 1290 erfunden. Das wurde erst möglich, nachdem es gelang, ein durchsichtiges Glas herzustellen und dies zu einer optisch brechenden Linse zu formen. Die frühen Brillen waren allerdings für den einfachen Bürger noch unerschwinglich, erst als sie als preiswerter Massenartikel zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf den Markt kamen, konnte die klassische Lesebrille auch die einfache Bildungsschicht erreichen.

Kongress DGII 2017

Interview mit Tagungspräsident Prof. Markus Kohlhaas
Vom 16. bis 18. Februar lädt die Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) zu ihrer 31. Tagung nach Dortmund in das Kongresszentrum Westfalenhallen ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem diesjährigen Kongresspräsidenten Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) über die inhaltlichen Schwerpunkte der Tagung, die in diesem Jahr unter dem Hauptthema „Planung und Durchführung operativer Eingriffe bei schwierigen okulären Ausgangssituationen“ steht.

Ophthalmologische Fortbildung in Weißrussland

Добрый день Минск – Hello Minsk: „Current issues of Ophthalmology“
Der Lehrstuhl für Ophthalmologie der „Belarusian Medical Academy of Post-Graduate Education“ in Minsk, der Hauptstadt Weißrusslands, ist eines der führenden wissenschaftlichen und praktischen Zentren in Weißrussland. Im Dezember tagte der 10. Jahreskongress der Weißrussischen Medizinischen Akademie für Graduierten-Fortbildung, in dessen Rahmen auch der Lehrstuhl für Ophthalmologie zur augenheilkundlichen Fortbildung eingeladen hatte. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) und Irina Gordeenko (Stuttgart) berichten über die Tagung in Minsk.

Unterschiede des Kontrastsehens bei refraktiven, diffraktiven und hybriden MIOL

Ziel einer Studie an der Augenklinik der Charité Berlin war es, Unterschiede des Kontrastsehens zwischen refraktiven, diffraktiven und hybriden (refraktiv-diffraktiven) Multifokallinsen in der binokularen Kombination unterschiedlicher Nahadditionen zu untersuchen. Postoperativ wurde das Sehen unter Tageslicht, Dämmerung und in Dunkelheit beurteilt. Hierzu wurden insbesondere der Fern-, Intermediär- und Nahvisus sowie der Kontrastvisus, Blendvisus und die Kontrast-sensitivität unter verschiedenen Bedingungen gemessen und ausgewertet. Dr. Tobias Brockmann, Dr. Christoph von Sonnleithner, Annabell Pham, Priv.-Doz. Dr. Necip Torun und Priv.-Doz. Dr. Eckart Bertelmann (Berlin) erörtern die Ergebnisse.