Aus der aktuellen Ausgabe

Scharioth-Makula-Linse bei Patienten mit AMD

Ergebnisse einer europäischen Multizenterstudie
Die Scharioth-Makula-Linse (SML) ist eine innovative bifokale Intraokularlinse mit einer speziell designten zentralen Optik von +10 Dioptrien, die die Add-on-Technologie mit dem Ansatz einer zentralen Vergrößerung (miniaturisierte Lupe) vereint, ohne dabei die Fernsicht oder das Gesichtsfeld zu beeinflussen. Die Linse soll bei fortgeschrittener trockener AMD eine Option zur Wiederherstellung des Nahsehens geben. Dr. Kata Habon, FEBO (Recklinghausen) stellt das Funktionsprinzip der Linse sowie die aktuellen Ergebnisse einer europäischen Multizenterstudie vor.

Kapsulorhexis real-life

Qualitätsvergleich manuelle Rhexis versus FLACS
Ob die herkömmliche Kapsulorhexis der femtolaserassistierten Kataraktchirurgie (FLACS) unterlegen ist oder nicht, wird nach wie vor kontrovers bewertet. Wie die Erfolgsquote der Kapsulorhexis in den Händen eines erfahrenen Operateurs unter Real-life-Bedingungen gegenüber der Benchmark-Kapsulotomie mit dem Femtolaser aussieht, erläutert Dr. Frank Sachers (Basel), der die manuelle Rhexis und FLACS anhand eigener Operationserfahrungen und einer Auswertung von statistischen Daten gegenüberstellt.

Medikamentöse Ansätze bei geographischer Atrophie

Die Genese der trockenen altersbedingten Makuladegeneration ist noch nicht ganz geklärt, es scheint aber ein multifaktorieller Prozess vorzuliegen: Entzündungsreaktionen, eine Aktivierung des Komplementsystems wie auch oxidativer Stress und Lipidablagerungen scheinen involviert. Aufgrund der verschiedenen Einflussfaktoren, die in der Pathogenese vermutlich eine Rolle spielen, werden derzeit mehrere Behandlungsoptionen mit verschiedenen Angriffspunkten verfolgt, die darauf zielen, die Ausbreitung der Atrophie-Zonen bei AMD zu stoppen. Priv.-Doz. Dr. Daniel Barthelmes (Zürich) gibt einen einordnenden Überblick über die aktuellen therapeutischen Ansätze und bisher erzielten Resultate bei geographischer Atrophie.

Quantitative Choriokapillaris-­Perfusionsmessungen im Vergleich

Vergleichsstudie zur Messgenauigkeit zweier OCT-Angiographie-Systeme
In histologischen Studien fanden sich Hinweise für eine altersbedingte Abnahme der Gefäßdichte und Choriokapillaris-Dicke und einen möglichen Zusammenhang der AMD-Pathogenese mit der Choriokapillaris-Perfusion. Eine aktuelle Arbeit ging der Frage nach, ob sich mittels OCT-A diese Veränderungen in vivo nachvollziehen lassen und ob die Messgenauigkeit zweier Systeme verschiedener Hersteller trotz unterschiedlicher technischer Ansätze vergleichbar ist. Dr. Jost L. Lauermann und Priv.-Doz. Dr. Florian Alten (Münster) stellen die Ergebnisse vor.

Qualitätsversorgung bei AMD: Das Pilotprojekt Q-VERA

„Qualitätsversorgung bei AMD – Q-VERA“ lautet der Titel des additiven Versorgungskonzepts für AMD-Patienten, das das gemeinnützige AMD-Netz in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) erarbeitet hat. Das Pilotprojekt ist im Januar 2017 mit zehn augenärztlichen Praxen in Westfalen-Lippe gestartet. Ziel ist die Weiterentwicklung der AMD-Versorgung durch Maßnahmen zur Aufklärung, Qualitätsverbesserung und Weiterleitung. Die teilnehmenden Augenärzte werden für die zu erbringenden Leistungen zusätzlich vergütet. Jana Bouws, Geschäftsführerin des AMD-Netzes in Münster, stellt die Maßnahmen im Projekt Q-VERA vor.

Optisches Multitool

Serie zur Sammlung Roth
In Kenntnis der optischen Gesetze und einer immer präziseren Fertigung von lichtbrechenden Gläsern war der Einfallsreichtum bezüglich ihrer praktischen Anwendung nahezu unbegrenzt. Der Erfindung des Teleskops folgte bald der Bau des ersten Mikroskops, Mikro- und Makrokosmus wurden Schritt für Schritt erschlossen. Die Konstruktionen medizinischer Untersuchungsgeräte wie Augenspiegel und Kehlkopfspiegel folgten dann dicht aufeinander. Waren die ersten optischen Geräte noch nicht für jedermann erschwinglich, so ermöglichte das Zeitalter der Industrialisierung schließlich ihre Massenproduktion und preisgünstige Herstellung. Letztendlich konnte und wollte jetzt jeder, wissenschaftlich interessiert oder nicht, ein Fernglas oder Mikroskop besitzen.

Die Elektrostimulation – eine Standortbestimmung

Die Elektrostimulation des Sehnerven ist eine ergänzende Therapieform zur Stabilisierung der glaukomatösen Optikusneuropathie, die eingesetzt werden kann, wenn nach der Einstellung des Augeninnendrucks weiterhin eine Progression beobachtet wird. Seit zirka zwei Jahren kommt die Stimulationstechnik in der Augenklinik am Wittenbergplatz, Berlin, zur Anwendung. Langzeiterfahrung bezüglich einer Progressionsverlangsamung beziehungsweise einer -verhinderung stehen noch aus, aber erste retrospektive Betrachtungen der Patienten im Einjahresverlauf zeigen bei den meisten Patienten eine Stagnation des Gesichtsfeldbefundes. Prof. Carl Erb, Pia Gindorf und Dr. Nicole Zimmermann (Berlin) erläutern das Vorgehen und diskutieren ihre Erfahrungen.

Diagnostik und Management von Irisläsionen

In der augenärztlichen Praxis ist die Differentialdiagnostik von Irisläsionen ein häufiges klinisches Problem. Vor allem zwischen einem Nävus und einem malignen Melanom der Regenbogenhaut sicher zu unterscheiden, kann eine Herausforderung darstellen. Trotz dieser durchaus häufigen Problematik zählt das maligne Melanom der Iris zu den seltenen Tumoren, aber aufgrund seiner potentiellen Lebensbedrohlichkeit ist die Frühdiagnostik wie auch die Präzisionstherapie entscheidend. Prof. Ludwig M. Heindl (Köln) stellt die Diagnostik und das Management von Irisläsionen dar.

Das Auge der Prinzessin

Serie zur Sammlung Roth
Über das Leben der Menschen in der Prähistorik und frühen Antike wissen wir nicht viel. Schriften, in denen uns über ihr Leben oder gar ihre Sorgen berichtet wird, fehlen. Gefühle wie Schmerz, Trauer, Freude oder Angst konnten uns weder in Wort noch Ton überliefert werden. Doch Emotionen gab es bereits genauso wie heute und schon immer war das Auge hierfür eines der eindrucksvollsten Ausdrucksmittel. Lediglich aus den Darstellungen des Gesichts, vor allem aber des Auges können wir ablesen, was den Menschen einst bewegte. Seine Abbildungen in der Malerei der Steinzeit, in den Plastiken der Antike bis hin zur ersten realistischen Darstellung in der Malerei oder dem Foto sind damit auch Ausdruck menschlicher Gefühle.

31. Jahrestagung der DGII in Dortmund

Die diesjährige Jahrestagung der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) in Dortmund stand unter dem Hauptthema „Planung und Durchführung operativer Eingriffe bei schwierigen okulären Ausgangssituationen“. In 15 Sitzungen wurde unter anderem über jüngste Weiterentwicklungen im IOL-Bereich, die Lifestyle-Medizin in der Augenheilkunde und Aspekte zum Thema Ärztinnen in der Ophthalmochirurgie referiert und diskutiert. Von Katica Djakovic.