Aus der aktuellen Ausgabe

Aktuelle Rechtsprechung – Auswirkungen auf den Praxisalltag

Aktuelle Urteile der Sozial- und ordentlichen Gerichtsbarkeit haben – oftmals jedoch unbeachtet – direkte Auswirkungen auf die tägliche Arbeit des (Vertrags-)Arztes in seiner Praxis. Dr. Andreas Meschke und Dr. Juliane Netzer-Nawrocki, Fachanwälte für Medizinrecht in Düsseldorf, fassen einige relevante Urteile aus dem Vertragsarzt-, Arbeits- und Wettbewerbsrecht sowie zu „Scheingesellschaftern“ und Online-Portalen zusammen und stellen die Bedeutung für den Praxisalltag heraus.

Scharioth-Makula-Linse bei Patienten mit AMD

Ergebnisse einer europäischen Multizenterstudie
Die Scharioth-Makula-Linse (SML) ist eine innovative bifokale Intraokularlinse mit einer speziell designten zentralen Optik von +10 Dioptrien, die die Add-on-Technologie mit dem Ansatz einer zentralen Vergrößerung (miniaturisierte Lupe) vereint, ohne dabei die Fernsicht oder das Gesichtsfeld zu beeinflussen. Die Linse soll bei fortgeschrittener trockener AMD eine Option zur Wiederherstellung des Nahsehens geben. Dr. Kata Habon, FEBO (Recklinghausen) stellt das Funktionsprinzip der Linse sowie die aktuellen Ergebnisse einer europäischen Multizenterstudie vor.

Kapsulorhexis real-life

Qualitätsvergleich manuelle Rhexis versus FLACS
Ob die herkömmliche Kapsulorhexis der femtolaserassistierten Kataraktchirurgie (FLACS) unterlegen ist oder nicht, wird nach wie vor kontrovers bewertet. Wie die Erfolgsquote der Kapsulorhexis in den Händen eines erfahrenen Operateurs unter Real-life-Bedingungen gegenüber der Benchmark-Kapsulotomie mit dem Femtolaser aussieht, erläutert Dr. Frank Sachers (Basel), der die manuelle Rhexis und FLACS anhand eigener Operationserfahrungen und einer Auswertung von statistischen Daten gegenüberstellt.

Medikamentöse Ansätze bei geographischer Atrophie

Die Genese der trockenen altersbedingten Makuladegeneration ist noch nicht ganz geklärt, es scheint aber ein multifaktorieller Prozess vorzuliegen: Entzündungsreaktionen, eine Aktivierung des Komplementsystems wie auch oxidativer Stress und Lipidablagerungen scheinen involviert. Aufgrund der verschiedenen Einflussfaktoren, die in der Pathogenese vermutlich eine Rolle spielen, werden derzeit mehrere Behandlungsoptionen mit verschiedenen Angriffspunkten verfolgt, die darauf zielen, die Ausbreitung der Atrophie-Zonen bei AMD zu stoppen. Priv.-Doz. Dr. Daniel Barthelmes (Zürich) gibt einen einordnenden Überblick über die aktuellen therapeutischen Ansätze und bisher erzielten Resultate bei geographischer Atrophie.

31. Jahrestagung der DGII in Dortmund

Die diesjährige Jahrestagung der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) in Dortmund stand unter dem Hauptthema „Planung und Durchführung operativer Eingriffe bei schwierigen okulären Ausgangssituationen“. In 15 Sitzungen wurde unter anderem über jüngste Weiterentwicklungen im IOL-Bereich, die Lifestyle-Medizin in der Augenheilkunde und Aspekte zum Thema Ärztinnen in der Ophthalmochirurgie referiert und diskutiert. Von Katica Djakovic.

Wahl der richtigen Abschreibungsmethode

Mobile Wirtschaftsgüter nutzen sich ab und verlieren dabei an Wert. Im Steuerrecht wird dieser laufende Wertverlust durch „Absetzung für Abnutzung“ (AfA) berücksichtigt. Die Abschreibungen auf das Praxisvermögen des Augenarztes zählen zu den Praxisausgaben. Mit der Wahl der richtigen Abschreibungsmethode kann er den zu versteuernden Gewinn seiner Augenarztpraxis optimieren. Leider verändert der Gesetzgeber laufend die Abschreibungsregeln. So sind beispielsweise seit 2011 keine degressiven Abschreibungen auf neue Investitionen mehr möglich. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert anhand von Beispielen, was bei der Wahl der richtigen Abschreibungsmethode zu berücksichtigen ist.

Periphere Laser-Iridoplastik und Selektive Laser-Trabekuloplastik

Ist eine kombinierte Anwendung von IP und SLT zur Drucksenkung sinnvoll?
Zur Drucksenkung der verschiedenen Glaukomformen stehen neben medikamentösen und operativen Verfahren auch zahlreiche Lasertechniken zur Verfügung, unter anderem auch die Laser-Iridoplastik (IP) und die Selektive Laser-Trabekuloplastik (SLT). Beide Laserverfahren können allein oder in Kombination eingesetzt werden. In einer Studie an der Universitäts-Augenklinik Dresden wurde der drucksenkende Effekt nach alleiniger Iridoplastik sowie kombinierter Iridoplastik mit SLT bei Patienten mit engem Kammerwinkel oder engem Kammerwinkelzugang verglichen. 
Dr. Johanna Orphal (Dresden) stellt die Ergebnisse dar.

Neues MIGS-Verfahren: Kanaloplastik ab interno

Die Kanaloplastik ab interno mit dem Visco-360-System stellt ein neues minimalinvasives glaukomchirurgisches Verfahren (MIGS) dar, bei der der Schlemmsche Kanal durch das Trabekelmaschenwerk von der Vorderkammer aus eröffnet, zirkulär sondiert und mit Viskoelastikum gedehnt wird. Bei diesem Vorgang werden ebenfalls das Trabekelmaschenwerk sowie die skleralen Kollektorgefäße geweitet. Für diese Methode wird ein minimalinvasiver Zugang (etwa 1,4 mm) über die temporale Hornhaut angelegt. Dr. Simon Ondrejka, FEBO, und Prof. Norbert Körber, FEBO, (Augencentrum Köln-Porz) stellen erste Ergebnisse der MIGS-Kanaloplastik mit dem Visco-360-System vor

Fadenkanaloplastik mit suprachoroidaler Drainage und Ologen-Implantat

Die Kanaloplastik hat sich in Sulzbach mit fast 2.000 Eingriffen in den letzten sieben Jahren durch einige Modifikationen – im Vergleich zur bisherigen Goldstandard-OP der Trabekulektomie – als Verfahren mit vergleichbarer Drucksenkungsrate, aber deutlich reduziertem Komplikationsprofil gezeigt. Dr. Arno Haus (Sulzbach) stellt eine neue Variation der Kanaloplastik mit Fadensondierung und suprachoroidaler Ologen-Implantation vor.

Die Elektrostimulation – eine Standortbestimmung

Die Elektrostimulation des Sehnerven ist eine ergänzende Therapieform zur Stabilisierung der glaukomatösen Optikusneuropathie, die eingesetzt werden kann, wenn nach der Einstellung des Augeninnendrucks weiterhin eine Progression beobachtet wird. Seit zirka zwei Jahren kommt die Stimulationstechnik in der Augenklinik am Wittenbergplatz, Berlin, zur Anwendung. Langzeiterfahrung bezüglich einer Progressionsverlangsamung beziehungsweise einer -verhinderung stehen noch aus, aber erste retrospektive Betrachtungen der Patienten im Einjahresverlauf zeigen bei den meisten Patienten eine Stagnation des Gesichtsfeldbefundes. Prof. Carl Erb, Pia Gindorf und Dr. Nicole Zimmermann (Berlin) erläutern das Vorgehen und diskutieren ihre Erfahrungen.