Aus der aktuellen Ausgabe

Das STARflo-Glaukomimplantat

Erste Resultate einer prospektiven klinischen Beobachtungsstudie
Das STARflo-Glaukomimplantat ist ein drainagefreies System, das für die operative Behandlung des therapierefraktären Offenwinkelglaukoms (PCOWG) entwickelt wurde. Die ersten Ergebnisse einer prospektiven klinischen Beobachtungsstudie über die Implantation bei Patienten mit einem moderaten bis fortgeschrittenen Offenwinkelglaukom sind vielversprechend als alternativer Eingriff zur konservativen Glaukomchirurgie. Dr. Sofia Fili, FEBO, Dr. Peter Wölfelschneider und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) stellen das Vorgehen und die Resultate an der Klinik für Augenheilkunde im St.-Johannes-Hospital Dortmund vor.

Aktuelle Glaukomchirurgie – eine Einordnung

In den letzten Jahren sind in der Glaukomchirurgie eine ganze Reihe neuer Operationsverfahren und verschiedener Miniimplantate eingeführt worden, die durch ihre Vielzahl, aber auch durch die unterschiedlichen Konzepte selbst Glaukomspezialisten den Über- und Durchblick erschweren. In den meisten Fällen handelt es sich nicht um wirklich neue Operationskonzepte, sondern zumeist um technische Innovationen von Mikroinstrumentarien beziehungsweise filigran gefertigte Mikroimplantate aus besonderen Materialien. Prof. Thomas Dietlein (Köln) gibt einen Überblick über die derzeitigen Glaukomverfahren und geht der Frage nach, welche Eingriffe wirklich angeboten werden sollten.

Pupillometrie: Präzise Messung mit neuem Verfahren

Eine exakte Darstellung der Pupillenweite ist vor allem bei geringer Leuchtstärke des Umfelds schwierig, weil die zur Messung erforderliche Lichtmenge die Ergebnisse überlagert. Mittels einer hochauflösenden Spiegelreflexkamera und einer ausgeklügelten Beleuchtungseinrichtung zur Ausleuchtung der vorderen Augenabschnitte über einen dimmbaren Leuchtdiodenring lassen sich nicht nur die Pupillenweite, sondern auch das Pupillenspiel optisch erfassen und über eine entsprechende Software am Computer auswerten. Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Shakir Al-Dulaimi (Ulm) erläutern eine Möglichkeit der präzisen Messung mittels einer einfachen und praxistauglichen Technik

Albert Einstein und die Katarakt

Serie zur Sammlung Roth
Wer die Frage stellt, wo denn der Ursprung unserer Zivilisation liege, erhält von den Paläoanthropologen einhellig die Antwort: Dort, wo der Mensch es lernte, mit dem Feuer umzugehen. Feuer heißt Energie, es bedeutet Wärme und es erzeugt Licht. Dessen Strahlen werden vom Auge erfasst, von seinen brechenden Medien geordnet, gebündelt, in der Netzhaut zum elektrochemischen Impuls umgewandelt und über Sehnerv und Sehbahn ins Gehirn geleitet. Dort werden sie in der Sehrinde analysiert, zum Bild verarbeitet und gespeichert. Licht erzeugt ein Abbild unserer Umwelt, es zeigt die Umgebung, lässt Gefahren erkennen, hilft bei der Nahrungssuche. Licht ermöglicht die Orientierung im Raum.

Berliner Immunologie Seminar 2017

Akute Entzündungen des Auges
Das diesjährige Berliner Immunologie Seminar (BIS) fand am 17. Juni traditionell im Kaiserin Friedrich Haus Berlin unter der Leitung von Prof. Uwe Pleyer, Augenklinik der Charité Berlin, Campus Virchow Klinikum statt. Das Thema umfasste „die Konzertdramaturgie“ bei den Entzündungen am Auge. Ein Bericht von Dr. Dominika Pohlmann (Berlin).

Glaukomdiagnostik und Trendanalyse mit OCT

Anwendung der OCT in der Diagnostik des Glaukoms (Teil 1)
Primäres Offenwinkelglaukom, Normaldruckglaukom und weitere Glaukome sind als neurodegenerative Erkrankungen gekennzeichnet durch progredienten Verlust der Fasern des Nervus opticus. Eine rechtzeitige Diagnose dieser Glaukomformen sollte daher nicht nur funduskopische, gonioskopische, tonometrische, pachymetrische und perimetrische Befunde umfassen, sondern im Idealfall auf dem Nachweis des progredienten Nervenfaserverlustes basieren. In der Regel lässt sich mit Hilfe der Optischen Kohärenztomographie der glaukomatöse Verlust von retinaler Nervenfaserschicht oder inneren Netzhautschichten zu einem frühen Zeitpunkt nachweisen. Dr. Georg Niepel (Stolberg) erörtert die für die Glaukomdiagnostik entscheidenden Parameter im OCT.

DOG 2017

Interview mit DOG-Präsident Prof. Thomas Kohnen
Vom 28. September bis 1. Oktober lädt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) unter dem Motto „Deutsche Augenheilkunde international“ zu ihrer Jahrestagung nach Berlin ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem DOG-Präsidenten Prof. Thomas Kohnen (Frankfurt) über Aspekte der Tagung, den Stellenwert eines internationalen Austausches und die Internationalität des Faches.

12. Internationales Pro Retina-Forschungskolloquium

Innovative Neuerungen aus der translationalen Forschung
Anfang April fand zum 12. Mal das internationale Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam statt. Am Templiner See stand auch in diesem Jahr für die rund 140 anwesenden Wissenschaftler, Mediziner und Patienten aus Europa und den USA der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagenwissenschaftlern und klinischen Forschern im Mittelpunkt. Über das diesjährige Treffen berichten Dr. Johanna Meyer, Sarah Schmidt und Prof. Tim Krohne (Bonn).

Unterversorgung mit Sehhilfen und soziodemografischer Status

Ergebnisse einer vergleichenden Querschnittstudie
Kostenpflichtige Vorsorgeuntersuchungen werden in sozial schlechter gestellten Schichten zunehmend hinausgezögert. Jedoch gibt es derzeit für das deutsche Gesundheitssystem kaum bis keine belastbaren Daten zur klinisch manifestierten Konsequenz solcher ökonomischer Limitationen. Eine vergleichende Querschnittstudie sollte eine mögliche Unterversorgung mit Sehhilfen bei Besuchern der Mülheimer „Tafel“ im Vergleich zu Angehörigen der Verwaltungsebene eines Krankenhauses als Kohorten-Modelle für im gesundheitlichen Versorgungsnetz unterschiedlich gut eingebundene Schichten quantifizieren. Prof. Frank Krummenauer, Dr. Birgit-Bettina Bestges und Dr. Cay-Christian Lösche stellen die „Tafel-Studie“ vor und erörtern die Ergebnisse.

Spenderalter bei der DMEK

Die Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) ist mittlerweile bei Hornhautendothelerkrankungen in Deutschland flächendeckend der Eingriff der Wahl beim Hornhautersatz. Seit der Einführung im Zentrum für Augenheilkunde der Universität zu Köln konnten über 2.000 Hornhauttransplantationen als DMEK erfolgen. Welche Spenderkriterien dabei von Einfluss sind und welche Rolle insbesondere dem Spenderalter zukommt, diskutieren Dr. Friederike Schaub, Prof. Claus Cursiefen und Prof. Björn Bachmann (Köln) anhand einer retrospektiven Auswertung aller konsekutiven DMEK-Operationen aus eigener Klinik