Aus der aktuellen Ausgabe

Hypothermiebehandlung: Protektiver Effekt auf retinale Ganglienzellen

Studie am Organkulturmodell der Schweineretina
Die als therapeutische Hypothermie bezeichnete gezielte Absenkung der Körpertemperatur wird bereits seit geraumer Zeit bei herzchirurgischen Eingriffen und bei Schlaganfällen routinemäßig zur Reduktion degenerativer Prozesse eingesetzt. Außerdem konnte an kultivierten ischämischen Rinderaugen ein protektiver Effekt der ­Hypothermie nachgewiesen werden. Basierend auf diesen Tatsachen wurde im Rahmen einer Studie der ­protektive Einfluss der Hypothermie auf die retinalen Ganglienzellen in einem neu etablierten Degenerations­modell der Schweineretina untersucht. Priv.-Doz. Dr. Stephanie C. Joachim, Ana M. Maliha (M. Sc.), Hannah Döpper (M. Sc.) und Dr. Sven Schnichels stellen die Daten vor.

Interview zur AAD 2018

Interview mit BVA-Vorsitzendem Prof. Bernd Bertram
Vom 13. bis 17. März lädt die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) wieder ins CCD nach Düsseldorf zur gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem BVA-Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram (Aachen) über die diesjährige Jahrestagung, einige Neuerungen in Ablauf und Programm sowie aktuelle berufs- und gesundheitspolitische Entwicklungen.

180. RWA-Versammlung tagte in Düsseldorf

„Neue Perspektiven in der Transplantations-/Implantationschirurgie“
Zu seiner 180. Versammlung hatte der Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) Ende Januar in das Maritim Hotel am Flughafen Düsseldorf eingeladen, das der größten Regionaltagung Deutschlands ein großzügiges Ambiente bot. Das Thema der diesjährigen Zusammenkunft lautete „Rekonstruktion oder Regeneration – Neue Perspektiven in der Transplantations-/Implantationschirurgie“ und entsprechend der klinischen und wissenschaftlichen Ausrichtung der Düsseldorfer Universitäts-Augenklinik wurden in der Hauptsitzung aktuelle Ansätze der Hornhauttransplantation und -prothetik dargestellt. Höhepunkt der Hauptsitzung war der Vortrag von dem international renommierten Plastischen Chirurgen Prof. Benoît G. Lengelé aus Belgien, der 2005 gemeinsam mit Kollegen die weltweit erste Gesichtstransplantation durchführte. Von Katica Djaković.

„Augenerkrankungen sind Volkskrankheiten“

Ergebnisse der Gutenberg-Gesundheitsstudie im Überblick
Die Gutenberg-Gesundheitsstudie ist eine bevölkerungsbasierte, prospektive, monozentrische Kohortenstudie zur Untersuchung verschiedener Erkrankungen. Das Hauptziel dieser bisher größten deutschen epidemio­logischen Studie ist, belastbare Daten zu liefern, um die individuelle Risikovorhersage für die jeweiligen Krankheits­bilder zu verbessern. Von 2007 bis 2012 wurden 15.010 Studienteilnehmer im Alter von 35 bis 74 Jahren untersucht, die repräsentativ für die Bevölkerung in der Region Mainz sind. 2017 wurde die Fünf-­Jahres-Nachuntersuchung abgeschlossen und mittlerweile ist die Zehn-Jahres-Untersuchung angelaufen. Dr. Alexander K. Schuster, Dr. Stefan Nickels und Prof. Norbert Pfeiffer (Mainz) geben einen Überblick über die Ergebnisse in Bezug auf Augenerkrankungen.

Intraokulare Entzündung bei Multipler Sklerose

Eine unterschätzte Problematik?
Während die Assoziation zwischen Multipler Sklerose (MS) und Neuritis nervi optici seit langem bekannt ist, steht die Koinzidenz mit intraokularen Entzündungen seltener im Blick. Dabei weisen Patienten mit MS ein etwa zehnfach höheres Risiko für eine intraokulare Entzündung auf. Umgekehrt können sich bereits frühzeitig Anzeichen für die neurologische Erkrankung durch den Augenbefund ergeben. Welche Bedeutung der Zusammenarbeit ­zwischen Augenarzt und neurologischen Kollegen zukommt, stellen Prof. Uwe Pleyer, Dr. Enken Gundlach und Priv.-Doz. Dr. Klemens Ruprecht dar.

Keratoplastik bei mykotischer Keratitis – wann und wie?

Die Prognose der mykotischen visusbedrohenden Keratitis, die oft zu spät diagnostiziert wird und zu einem protrahierten klinischen Verlauf führen kann, hängt sowohl vom Zeitpunkt der Diagnosestellung als auch von der Einleitung einer adäquaten konservativen und chirurgischen Therapie ab. Loay Daas, Prof. Arne Viestenz, Dr. Shady Suffo, Dr. Corina Spira-Eppig, Dr. Elias Flockerzi und Prof. Berthold Seitz zeigen anhand von ­Beispielen den Diagnosezeitpunkt und die Krankheitsdauer als prognostisch wichtige Faktoren auf und stellen die frühzeitige Durchführung sowie die Wahl eines ausreichend großen Transplantatdurchmessers bei einer ­Keratoplastik à chaud als eine effektive Behandlung der mykotischen Keratitis dar.

Gründungsjubiläum: 125 Jahre Universitäts-Augenklinik Rostock

Anlässlich des Gründungsjubiläums hatte Prof. Anselm Jünemann als Direktor der Augenklinik zu dem Symposium „Augenheilkunde im Wandel der Zeit – 125 Jahre Augenklinik der Universität Rostock“ Anfang Dezember in die Hansestadt mit der ältesten Universität im Ostseeraum eingeladen. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) berichtet über die Jubiläumsveranstaltung.

Kontaktlinsenanpassung bei Kindern

Bis vor einigen Jahren war die Kontaktlinsenanpassung bei Kindern auf medizinische Indikationen beschränkt. Doch auch junge und jugendliche Brillenträger wünschen zunehmend optisch korrigierende Kontaktlinsen oder versorgen sich selbst mit Billiglinsen. Um Komplikationen zu vermeiden, sollte daher eine Kontaktlinsenanpassung möglichst frühzeitig, gut kontrolliert und mit höchster Qualität des Materials stattfinden. Das ideale Alter hierfür liegt bei Kindern zwischen dem sechsten und dem elften Lebensjahr, für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Dr. Dorothea Kuhn (Riedlingen), stellvertretende Vorsitzende des Ressort Kontaktlinsen des BVA, erläutert, worauf bei der Kontaktlinsenanpassung bei Kindern zu achten ist.

Fallbericht: Caspofungin zur intravitrealen Therapie bei mykotischer Endophthalmitis

Mykotische Endophthalmitiden sind selten, sie machen nur acht bis 18 Prozent aller Endophthalmitiden aus. ­Dennoch sind sie wegen ihrer schweren Verläufe sehr gefürchtet, denn nicht selten enden Pilz-Endophthalmitiden mit dem Verlust des Auges. Dr. Burkhard von Jagow, FEBO, (Berlin) berichtet über zwei Patienten mit Pilz-­Endophthalmitis, die nach Keimnachweis durch eine Pars-plana-Vitrektomie mit intravitrealen Gaben von ­Caspofungin, einem neueren synthetischen Mykostatikum, behandelt wurden.

Anpasssatz für Kontaktlinsen

Serie zur Sammlung Roth (Folge 82)
Die ersten Versuche, Brechungsfehler wie Myopie, Hyperopie oder Astigmatismus mit ­Gläsern, die dem Auge direkt aufsitzen, auszugleichen, scheiterten nahezu alle. ­Die mühsam aus einer Glaskugel herausgearbeiteten Sklerallinsen, ursprünglich als Kontaktbrillen ­bezeichnet, konnten nur für wenige Stunden am Auge getragen werden. Die Linsen saugten sich fest, Bindehautreizung und Hornhautödem führten zum Abbruch der Behandlung. Dennoch war gerade beim Hornhautstaphylom, wie man einst den Kerato­konus nannte, die Kontaktschale oder -linse oft die einzige Möglichkeit, den Patienten vor der Erblindung zu bewahren. Erst die Erkenntnis, dass die Hornhauttopographie bei jedem Menschen individuell geformt ist und daher bei jeder Anpassung eine andere Innen­krümmung der Kontaktlinse erforderlich war, brachte den Durchbruch.