Aus der aktuellen Ausgabe

Scheibe zur Irisdiagnostik

Serie zur Sammlung Roth (Folge 79)
Einst vermuteten die Menschen im Auge den Sitz der Seele, doch es dauerte bis in die Neuzeit, bevor die letzten Rätsel um Auge und Sehen gelöst werden konnten. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der Regenbogenhaut und der durch sie umgrenzten Pupille, die sich unter dem Einfluss von Licht und Emotionen in ihrer Größe veränderte. Den Betrachter faszinierten vor allem die Variationen der Iris, ihre Pigmentierung, ihre Strukturen. Irgendwann erkannte ein Mediziner auch den diagnostischen Wert dieser Veränderungen in Farbe und Form bei Krankheiten oder im Alter. Während die Pupille bei Tageslicht nur wenige Millimeter weit ist, lässt sie bei Dunkelheit nicht mehr viel von der Regenbogenhaut selbst erkennen. Wegen ihres Farbenspiels benannten die Griechen die Iris nach der Göttin des Regenbogens.

Retina: Lichtbeugung im Raumgitter (Teil 1)

Die Retina des Auges enthält als kortikale Schicht drei zelluläre Körnerschichten, die den Rezeptoren lichtwärts vorgelagert sind. Die dritte Schicht stellt ein Raumgitter dar, das als Resonator im Fresnel-Nahfeld stehende Raumwellen erzeugt, die Zapfen oder Stäbchen empfangen können. Dr. Norbert Lauinger vom Institut für Optosensorik in Wetzlar erörtert anhand von Berechnungen, ob die Optik oder die Pigmente der Fotorezeptoren das menschliche Farben- und Dämmerungssehen bestimmen. Die praktische Relevanz der Daten wird im Zusammenhang mit der Entwicklung zukünftiger Retina-Implantate auf der Grundlage der Fresnel-Nahfeld-Raumgitteroptik gesehen.

Der Augenarzt im Bild

Serie zur Sammlung Roth
Abbildungen von Menschen bei ihrer Arbeit oder in ihrem Beruf gibt es viele. Frühe Holzschnitte, Kupferstiche oder die ersten Portraits als Ölgemälde zeigen bevorzugt das Bild des Priesters, des Landesherren, des Gelehrten und seit der Renaissance auch das des einfachen Bauern beim Pflügen. Darstellungen des Mediziners am Patienten waren damals wohl nicht gefragt, Ratsherren machten sich zu Zeiten Rembrandts besser auf der Staffelei. So ist es nicht verwunderlich, dass sich erst ab der Mitte des 19. Jahrhundert Abbildungen ­finden lassen, meist sind es nur Grafiken in den Gazetten, die sich mit dem Arzt und seinem Patienten beschäftigen. Äußerst selten aber ist es ein Augenarzt, dessen Berufsbild vom Maler dargestellt wird.

Die Bildgebung der Haut der Lider

Ophthalmology meets Dermatology
Die Lider sind aufgrund ihrer Funktion und der Anatomie ihrer dem Augapfel zugewandten Seite als Adnexe des Auges Teil der Ophthalmologie; die sie bedeckende Haut, das Integument, ist primär ureigenstes Gebiet der Dermatologie, nimmt aber oft auch an dem Krankheitsgeschehen des Auges teil. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) gibt ein Update zu aktuellen Möglichkeiten der Bildgebung bei Erkrankungen der Haut der Lider.

Einkommensteuerliche Vergünstigungen bei Praxis-Veräußerung

Der bei Veräußerung oder Aufgabe einer Augenarzt-Praxis entstehende Buchgewinn unterliegt der Einkommensbesteuerung (§ 16 EStG). Das ist für den Praxisinhaber, insbesondere wenn er seine Praxis aus Altersgründen nicht mehr weiterführen kann oder will, ein Kostenfaktor, den er häufig nicht in Rechnung stellt und der ihn insofern unvorbereitet trifft. Mangelnde Vorsorge für diesen Fall bringt nicht selten erhebliche Probleme für die Betroffenen mit sich. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert anhand von Beispielen die möglichen einkommensteuerlichen Vergünstigungen bei Praxis-Veräußerung.

Binokulares Video-Ophthalmoskop

Synchrone Erfassung dynamischer Vorgänge beider Augen
Um die herzschlagsynchrone Änderung des Blutvolumens beider Augen in kleinen Bereichen des Fundus mit genauer Synchronisation messen und vergleichen zu können, wurde in Erlangen ein binokulares Video-Ophthalmoskop entwickelt. Dr.-Ing. Ralf-Peter Tornow (Erlangen) stellt das Gerät sowie die dazugehörende Software zur Einstellung der Kameraparameter, zur Positionierung der Fixationsstimuli und zur exakt synchronen Datenaufnahme und Speicherung der Daten dar.

Chemische Analytik zur Untersuchung von Eisenintoxikation bei AMD

Korrelative Analyse der Ultrastruktur und Metallspeicherkapazität mittels analytischer ­Elektronenmikroskopie und Nano-Sekundärionenmassenspektrometrie
Die Akkumulation von Schwermetallen, vor allem Eisen, gewinnt zunehmend an Bedeutung für das Verständnis von altersbedingten und degenerativen Prozessen in Gehirn und Auge. Dr. rer. nat. Antje Biesemeier (Tübingen) erläutert die bildgebende analytische Elektronenmikroskopie (AEM) und die Nano-Sekundärionenmassenspektrometrie (SIMS) zur Untersuchung der Metallspeicher des RPE sowie deren Bedeutung für die Charakterisierung und Therapiefindung bei neurodegenerativen Erkrankungen.

Quantitative Metamorphopsie-­Messung

Möglichkeit zur Verbesserung der Compliance und Adhärenz
Bei der Behandlung der feuchten Makuladegeneration und des diabetischen Makulaödems wird im deutschen Versorgungsalltag nicht die optimale Injektionshäufigkeit erzielt. Durch interaktive Metamorphopsie-Messung könnte die Zusammenarbeit von Patient und Augenarzt verbessert werden. Dr. Daniela Claessens (Köln) stellt ein als Medizinprodukt zertifiziertes Software-Programm vor, das eine quantitative Dokumentation der Metamorphopsien auch als Heimtest durch den Patienten ermöglichen soll. Die Motivation zur regelmäßigen Selbstkontrolle soll über die verschlüsselt übertragene Kommunikation zwischen Patient und Augenarzt erfolgen. So könnten Patienten darin eingebunden werden, dass nächstfolgende diagnostische Schritte wie die optische Kohärenztomographie durch rechtzeitige Einbestellung frühzeitig erfolgen.

Glaukomdiagnostik und Trendanalyse mit OCT (Teil 2)

Anwendung der OCT in der Diagnostik des Glaukoms – Fallbeispiele
Mit Hilfe der Optischen Kohärenztomographie lässt sich der progrediente Nervenfaserverlust bei Glaukom zu einem frühen Zeitpunkt nachweisen. Im ersten Teil des Beitrages wurden die für die Glaukomdiagnostik entscheidenden Parameter im OCT erläutert. Im zweiten Teil stellt Dr. Georg Niepel (Stolberg) Möglichkeiten der Trendanalyse in der Diagnostik anhand von Fallbeispielen mit verschiedenen OCT-Systemen dar.

Berliner Immunologie Seminar 2017

Akute Entzündungen des Auges
Das diesjährige Berliner Immunologie Seminar (BIS) fand am 17. Juni traditionell im Kaiserin Friedrich Haus Berlin unter der Leitung von Prof. Uwe Pleyer, Augenklinik der Charité Berlin, Campus Virchow Klinikum statt. Das Thema umfasste „die Konzertdramaturgie“ bei den Entzündungen am Auge. Ein Bericht von Dr. Dominika Pohlmann (Berlin).