Aus der aktuellen Ausgabe

Korneale Konfokale Mikroskopie zur Früherkennung neurodegenerativer Diabeteskomplikationen

Bisher galt das Auftreten einer Diabetischen Retinopathie als frühestes klinisches Zeichen mikrovaskulärer Sekundärkomplikationen. Andere neurodegenerative Veränderungen am Auge wie Gliazellverlust und Funktionsstörungen der Photorezeptoren sind bei Diabetikern bereits deutlich früher nachweisbar, werden aber in der klinischen Routine bisher kaum erfasst. Der Kornealen Konfokalen Mikroskopie (CCM) wird derzeit das größere Potential als Screeningmethode zur frühen Erfassung der diabetischen Neuropathie beigemessen. Priv.-Doz. Dr. Hans-Joachim Hettlich, Prof. Oliver Stachs, Prof. Rudolf F. Guthoff und Prof. Diethelm Tschöpe erläutern den aktuellen Forschungsstand.

Pseudophakie-Ablatio bei jüngeren Patienten

Obwohl die Techniken der Kataraktoperation mit Einführung der Mikroinzisionstechnik und der Femtosekundenlaser-assistierten Kataraktchirurgie kontinuierlich verbessert werden, ist bei insgesamt steigenden Katarakt­operationszahlen und Clear-Lens-Extraktionen, insbesondere auch bei jüngeren Patienten, mit einer zunehmenden Prävalenz der Pseudophakie-Ablatio zu rechnen. Da ein junges Patientenalter einer der bekannten Risiko­faktoren für eine Pseudophakie-Ablatio ist, wurden in einer retrospektiven Studie am Zentrum für Augenheilkunde ­Düsseldorf die Inzidenz und Risikofaktoren für eine Netzhautablösung nach Kataraktoperation oder refraktivem Linsenaustausch bei Patienten bis zu einem Alter von 60 Jahren untersucht. Prof. Thomas Laube ­(Düsseldorf) stellt die Ergebnisse vor.

Der Lachgucker

Serie zur Sammlung Roth (Folge 86)
Die ersten optisch geschliffenen Linsen dienten zunächst ausschließlich als ­Lese­hilfen bei Weit- und Alterssichtigkeit, später wurden sie mit Kombinationen auch in Teleskopen, Mikroskopen oder anderen Geräten zur exakten Aufnahme oder Wiedergabe von Bildern verwendet. Dass Optiker damit auch Bilder entstellen oder verzerren konnten, dürfte bald bekannt gewesen sein, ­spätestens, wenn ein Schliff oder Guss des Glases misslang und unregelmäßig gekrümmte Oberflächen entstanden waren. Dann war es durchaus amüsant zu sehen, wie die Objekte verfälschte Bilder lieferten – ein Effekt, der heute noch in historischen Spiegelkabinetten auf Jahrmärkten zu jedermanns Gaudi zu erleben ist.

Katarakt-OP und Astigmatismuskorrektur

Welcher Restastigmatismus ist akzeptabel oder sogar wünschenswert?
Eine Kataraktoperation ist mit dem Verlust der Akkommodationsfähigkeit verbunden, dennoch weisen einige ­Patienten postoperativ eine Fähigkeit zur Pseudoakkommodation auf. Dipl.-Ing. (FH) Melanie Abraham und ­Dr. Peter Hoffmann erörtern die Frage, welcher Restastigmatismus akzeptabel oder gegebenenfalls wünschenswert ist und stellen Ergebnisse aus einer Versuchsreihe vor, die untersuchte, ob sich der Hornhautastigmatismus für eine Pseudoakkommodation nutzen lässt, welcher Astigmatismus (Astigmatismus mixtus oder Astigma­tismus myopicus simplex) einen positiven Effekt auf diese hat und bis zu welcher Wirkung sich Bildunschärfe und ­Pseudoakkommodation die Waage halten.

Pupillenstörungen bei Kindern

Das Spektrum der Pupillenstörungen bei Kindern stellt eine diagnostische Herausforderung mit vielfältigen ­Differenzialdiagnosen aus unterschiedlichen Bereichen dar. Dr. med. Dipl.-Mol.Med. Bettina Hohberger (Erlangen) erläutert in ihrer Übersichtsarbeit ein systematisches Vorgehen zu einer gezielten Differenzialdiagnostik der Pupillen­störungen bei Kindern.

Stand und Zukunft der Protonen­therapie okulärer Tumoren

Die Behandlung von Aderhautmelanomen und anderen Augentumoren ist eine große Herausforderung und wird seit Jahrzehnten an spezialisierten Zentren angeboten und wissenschaftlich evaluiert. Dabei hat sich die Protonentherapie international zu einer etablierten Methode der hochpräzisen Bestrahlungstechniken für das Auge ent­wickelt. In Deutschland ist das Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen am Universitätsklinikum Essen eines von insgesamt sechs Einrichtungen zur Behandlung mit Protonen. Prof. Beate Timmermann und Dr. Stefanie Schulze Schleithoff (Essen) stellen die Behandlung von okulären Tumoren und klinische Erfahrungen dar.

Fallbericht: Spontanverlauf der vitreomakulären Traktion

Zur Spontanlösungsrate der vitreomakulären Traktion liegen unterschiedliche Angaben in der Literatur vor. Julian E. M. Klaas, Dr. Nikolaus Feucht und Prof. Mathias Maier (München) berichten über eine 71-jährige Patientin, die sich mit subjektiver Visusminderung und Metamorphopsien am linken Auge in der Netzhaut-Sprechstunde vorstellte. In den verschiedenen Modalitäten (Funduskopie, Fundus-Autofluoreszenz und SD-OCT) ergab sich an beiden Augen das morphologische Korrelat einer vitreomakulären Traktion. Zu jedem Untersuchungszeitpunkt entschloss sich die Patientin für die Option „abwartendes Verhalten“, sodass in dieser Kasuistik ein klinischer und morphologischer Verlauf über den Zeitraum von insgesamt vier Jahren vorliegt.

Die Brille im Nahbereich

Serie zur Sammlung Roth (Folge 85)
Das normalsichtige Auge ist die Folge einer langen Phase der Evolution. Der Emmetrope kann allein mit Hilfe der Akkommodation sowohl in Ferne wie in Nähe alles scharf sehen. Der Fehlsichtige vermag das nicht, nicht immer ist dies allerdings ein Hindernis: der Weitsichtige wird zum guten Jäger, der Kurzsichtige zum Sammler. Beide Spielarten der Natur waren einst nötig, um das Überleben eines Stammes zu sichern. Ein Mensch aber, der altert, verliert zunehmend die Fähigkeit, in der Ferne und Nähe gleichzeitig gut zu sehen. Das heißt, er kann die wechselnden Entfernungen über den natürlichen Autofokus seines Auges nicht mehr ausgleichen, seine Augenlinse erstarrt, irgendwann bleibt die Sicht auf den Fernbereich beschränkt. In den Jahrtausenden, wo nur wenige ­Menschen das Presbyopenalter erreichten, mag dies von der Natur so gewollt oder zumindest toleriert worden zu sein.

Interview zur DOC 2018

Interview mit DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer zum 31. Kongress der DOC
Der 31. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) wird traditionell wieder nach ­Nürnberg ins NCC Ost einladen. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Dr. Armin Scharrer (Fürth), DOC-Präsident ­und 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Ophthalmochirurgen e.V. (BDOC), über die wissenschaftlichen Themen der Jahrestagung sowie berufspolitische Belange der Ophthalmochirurgie.

13. Meeting der European Neuro-Ophthalmology Society (Teil 1)

Zum 13. Meeting der European Neuro-Ophthalmology Society (EUNOS) hatte Dr. Gabriella Szatmáry (Hattiesburg, MS, USA) nach Budapest eingeladen. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Lebersche Hereditäre Optikusneuropathie (LHON), auch 200 Jahre Lehrstuhl für Ophthalmologie an der Universität Budapest wurden gewürdigt. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) berichtet über das EUNOS-Meeting, zu dem sich rund ­400 Teilnehmer einfanden.