Aus der aktuellen Ausgabe

Topographiegesteuerte LASIK im Transplantat

Refraktive Chirurgie nach Keratoplastik und DALK
In Deutschland unterziehen sich jährlich zirka 5.000 bis 8.000 Patienten einer Hornhauttransplantation. ­Geschätzt etwa 50 Prozent der Patienten leiden nach anatomisch gelungener Transplantation unter optischen Transplantatfehlern mit irregulärem Anteil und sind damit nicht wirklich optisch rehabilitiert. Die topographiegesteuerte Femto-LASIK stellt ein vielversprechendes Verfahren dar, um Ametropien nach Hornhauttransplantation zu korrigieren. Dr. Georg Gerten (Köln) berichtet anhand ausgewählter Fallbeispiele über die Technik zur refraktiven Korrektur nach Keratoplastik und DALK

Kataraktoperation in Augen mit phaken IOL

Zur Kataraktchirurgie kommen immer häufiger jüngere Patienten, bei denen bereits ein refraktiver Eingriff durchgeführt wurde, oftmals eine korneale Intervention, aber vielfach erfolgte auch der Einsatz einer phaken IOL (PIOL) als refraktive Maßnahme von guter Vorhersagbarkeit und Effektivität, ohne Beeinträchtigung der Akkommodations­fähigkeit. Prof. H. Burkhard Dick und Dr. Tim Schultz (Bochum) erläutert zwei Varianten eines operativen Vorgehens zur ­Entfernung der Linse bei Vorliegen einer phaken IOL.

Katarakt-OP und Astigmatismuskorrektur

Welcher Restastigmatismus ist akzeptabel oder sogar wünschenswert?
Eine Kataraktoperation ist mit dem Verlust der Akkommodationsfähigkeit verbunden, dennoch weisen einige ­Patienten postoperativ eine Fähigkeit zur Pseudoakkommodation auf. Dipl.-Ing. (FH) Melanie Abraham und ­Dr. Peter Hoffmann erörtern die Frage, welcher Restastigmatismus akzeptabel oder gegebenenfalls wünschenswert ist und stellen Ergebnisse aus einer Versuchsreihe vor, die untersuchte, ob sich der Hornhautastigmatismus für eine Pseudoakkommodation nutzen lässt, welcher Astigmatismus (Astigmatismus mixtus oder Astigma­tismus myopicus simplex) einen positiven Effekt auf diese hat und bis zu welcher Wirkung sich Bildunschärfe und ­Pseudoakkommodation die Waage halten.

Pupillenstörungen bei Kindern

Das Spektrum der Pupillenstörungen bei Kindern stellt eine diagnostische Herausforderung mit vielfältigen ­Differenzialdiagnosen aus unterschiedlichen Bereichen dar. Dr. med. Dipl.-Mol.Med. Bettina Hohberger (Erlangen) erläutert in ihrer Übersichtsarbeit ein systematisches Vorgehen zu einer gezielten Differenzialdiagnostik der Pupillen­störungen bei Kindern.

Stand und Zukunft der Protonen­therapie okulärer Tumoren

Die Behandlung von Aderhautmelanomen und anderen Augentumoren ist eine große Herausforderung und wird seit Jahrzehnten an spezialisierten Zentren angeboten und wissenschaftlich evaluiert. Dabei hat sich die Protonentherapie international zu einer etablierten Methode der hochpräzisen Bestrahlungstechniken für das Auge ent­wickelt. In Deutschland ist das Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen am Universitätsklinikum Essen eines von insgesamt sechs Einrichtungen zur Behandlung mit Protonen. Prof. Beate Timmermann und Dr. Stefanie Schulze Schleithoff (Essen) stellen die Behandlung von okulären Tumoren und klinische Erfahrungen dar.

Fallbericht: Spontanverlauf der vitreomakulären Traktion

Zur Spontanlösungsrate der vitreomakulären Traktion liegen unterschiedliche Angaben in der Literatur vor. Julian E. M. Klaas, Dr. Nikolaus Feucht und Prof. Mathias Maier (München) berichten über eine 71-jährige Patientin, die sich mit subjektiver Visusminderung und Metamorphopsien am linken Auge in der Netzhaut-Sprechstunde vorstellte. In den verschiedenen Modalitäten (Funduskopie, Fundus-Autofluoreszenz und SD-OCT) ergab sich an beiden Augen das morphologische Korrelat einer vitreomakulären Traktion. Zu jedem Untersuchungszeitpunkt entschloss sich die Patientin für die Option „abwartendes Verhalten“, sodass in dieser Kasuistik ein klinischer und morphologischer Verlauf über den Zeitraum von insgesamt vier Jahren vorliegt.

Die Brille im Nahbereich

Serie zur Sammlung Roth (Folge 85)
Das normalsichtige Auge ist die Folge einer langen Phase der Evolution. Der Emmetrope kann allein mit Hilfe der Akkommodation sowohl in Ferne wie in Nähe alles scharf sehen. Der Fehlsichtige vermag das nicht, nicht immer ist dies allerdings ein Hindernis: der Weitsichtige wird zum guten Jäger, der Kurzsichtige zum Sammler. Beide Spielarten der Natur waren einst nötig, um das Überleben eines Stammes zu sichern. Ein Mensch aber, der altert, verliert zunehmend die Fähigkeit, in der Ferne und Nähe gleichzeitig gut zu sehen. Das heißt, er kann die wechselnden Entfernungen über den natürlichen Autofokus seines Auges nicht mehr ausgleichen, seine Augenlinse erstarrt, irgendwann bleibt die Sicht auf den Fernbereich beschränkt. In den Jahrtausenden, wo nur wenige ­Menschen das Presbyopenalter erreichten, mag dies von der Natur so gewollt oder zumindest toleriert worden zu sein.

Interview zur DOC 2018

Interview mit DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer zum 31. Kongress der DOC
Der 31. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) wird traditionell wieder nach ­Nürnberg ins NCC Ost einladen. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Dr. Armin Scharrer (Fürth), DOC-Präsident ­und 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Ophthalmochirurgen e.V. (BDOC), über die wissenschaftlichen Themen der Jahrestagung sowie berufspolitische Belange der Ophthalmochirurgie.

Kongressbericht: 19. Augenärztliche Akademie Deutschlands (AAD)

Umbau, Fortbildung und „Bürgerversicherung light“
Rund 5.700 Teilnehmer besuchten die 19. Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD), die in diesem Jahr vom 13. bis 17. März erneut im Congress Center Düsseldorf (CCD) wenngleich mit leicht veränderten Räumlichkeiten tagte. Die gemeinsame Fortbildungsveranstaltung von BVA und DOG bot neben dem gewohnt umfangreichen fünftägigen Programm mit Vorlesungen und Keynote Lectures auch die Möglichkeit, beim Berufspolitischen Seminar des BVA die Auswirkungen einer Umgestaltung des Gesundheitssystems durch eine einheitliche Gebührenordnung zu diskutieren. Ulrike Lüdtke berichtet über den Jahreskongress in Düsseldorf.

Trabekulärer Mikro-Bypass: Aktuelle Real-Life-Daten

Die therapeutischen Ergebnisse aus großen, kontrollierten Zulassungsstudien können von den Behandlungsergebnissen, die in der augenärztlichen Praxis erzielt werden, teils deutlich abweichen. Dr. Ronald D. Gerste (Washington) fasst die ersten Daten und klinischen Erfahrungen zur Drucksenkung mittels Injektion eines Mikroimplantates, dem iStent inject, der bei milden bis moderaten Glaukomverlaufsformen ab interno einen Abfluss durch das Trabekelmaschenwerk schafft, zusammen, die im Rahmen aktueller Tagungen präsentiert wurden und vergleicht sie mit den Ergebnissen aus vorliegenden kontrollierten klinischen Studien.