Aus der aktuellen Ausgabe

12. Internationales Pro Retina-Forschungskolloquium

Innovative Neuerungen aus der translationalen Forschung
Anfang April fand zum 12. Mal das internationale Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam statt. Am Templiner See stand auch in diesem Jahr für die rund 140 anwesenden Wissenschaftler, Mediziner und Patienten aus Europa und den USA der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagenwissenschaftlern und klinischen Forschern im Mittelpunkt. Über das diesjährige Treffen berichten Dr. Johanna Meyer, Sarah Schmidt und Prof. Tim Krohne (Bonn).

Unterversorgung mit Sehhilfen und soziodemografischer Status

Ergebnisse einer vergleichenden Querschnittstudie
Kostenpflichtige Vorsorgeuntersuchungen werden in sozial schlechter gestellten Schichten zunehmend hinausgezögert. Jedoch gibt es derzeit für das deutsche Gesundheitssystem kaum bis keine belastbaren Daten zur klinisch manifestierten Konsequenz solcher ökonomischer Limitationen. Eine vergleichende Querschnittstudie sollte eine mögliche Unterversorgung mit Sehhilfen bei Besuchern der Mülheimer „Tafel“ im Vergleich zu Angehörigen der Verwaltungsebene eines Krankenhauses als Kohorten-Modelle für im gesundheitlichen Versorgungsnetz unterschiedlich gut eingebundene Schichten quantifizieren. Prof. Frank Krummenauer, Dr. Birgit-Bettina Bestges und Dr. Cay-Christian Lösche stellen die „Tafel-Studie“ vor und erörtern die Ergebnisse.

Spenderalter bei der DMEK

Die Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) ist mittlerweile bei Hornhautendothelerkrankungen in Deutschland flächendeckend der Eingriff der Wahl beim Hornhautersatz. Seit der Einführung im Zentrum für Augenheilkunde der Universität zu Köln konnten über 2.000 Hornhauttransplantationen als DMEK erfolgen. Welche Spenderkriterien dabei von Einfluss sind und welche Rolle insbesondere dem Spenderalter zukommt, diskutieren Dr. Friederike Schaub, Prof. Claus Cursiefen und Prof. Björn Bachmann (Köln) anhand einer retrospektiven Auswertung aller konsekutiven DMEK-Operationen aus eigener Klinik

Advanced Triple Procedure: DMEK bei komplexen Vorderabschnittspathologien

Bisher galten Aphakie, Zustand nach Vitrektomie oder ein instabiles Iris-Linsendiaphragma als Kontraindikationen für eine erfolgreiche DMEK, da von dem Risiko einer Dislokation des Transplantates auszugehen ist. Daten zur Notwendigkeit eines stabilen Iris-Linsendiaphragmas sind bislang nicht verfügbar. In einer prospektiven Fallserie an der Universitäts-Augenklinik (LMU) München wurde die Durchführbarkeit einer zeitgleichen DMEK mit Wiederherstellung des Iris-Linsendiaphragmas bei komplexen Vorderabschnittspathologien evaluiert. Jakob Siedlecki, Dr. Nikolaus Luft und Priv.-Doz. Dr. Martin Dirisamer, FEBO (München) stellen die Ergebnisse vor

Modifizierte Form der ultradünnen DSAEK

Mikrokeratom- und Excimerlasergestützte Endotheliale Keratoplastik (MELEK)
Die Mikrokeratom- und Excimerlasergestützte Endotheliale Keratoplastik (MELEK) stellt eine modifizierte Form der ultradünnen DSAEK (UT-DSAEK) dar. Bei dieser neuen Technik wird nach einmaligem Schnitt mit einem Mikrokeratom wie bei der konventionellen DSAEK das Transplantat mittels eines ablativen Excimerlasers ausgedünnt und zusätzlich geglättet. Dr. Carsten Thannhäuser, FEBO, und Katarzyna Palka, FEBO, (Berlin) stellen eine prospektive Studie vor, deren Ziel die Überprüfung des Lasereffektes auf das Gewebe, die Evaluierung unterschiedlicher Laserprofile und die Bestimmung möglicher Grenzen des Verfahrens war. Die Arbeit war die Grundlage für die Etablierung der Methodik im klinischen Einsatz.

Lipofuszinabhängige Stimulation von Mikrogliazellen

Mikrogliazellen zeigen mit zunehmendem Lebensalter Veränderungen in ihrer Morphologie und Aktivität sowie eine Migration aus den inneren in die äußeren Netzhautschichten und in den subretinalen Raum. Ähnliche Veränderungen finden sich auch im Rahmen degenerativer Netzhauterkrankungen wie etwa der altersbezogenen Makuladegeneration. Martin Dominik Leclaire, Gerburg Nettels-Hackert, Jeannette König, Dr. rer. nat. Uwe Hansen, Prof. Constantin E. Uhlig, Prof. Tilman Grune, Dr. Annika Höhn, Prof. Nicole Eter und Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Peter Heiduschka gehen der Frage nach, ob die Phagozytose von Lipofuszin eine inflammatorische Reaktion der Mikroglia auslöst, die in vivo degenerative Prozesse beschleunigen könnte.

30. Internationaler Kongress der ­Deutschen Ophthalmochirurgen

Vom 11. bis 13. Mai fand im Nürnberger Convention Center der Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) sowie ein Joint Meeting mit der ISRS/AAO statt. Dr. Armin Scharrer, DOC-Präsident und 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Ophthalmochirurgen e.V. (BDOC), erinnerte anlässlich des Jubiläums auch an die Gründungsgeschichte der DOC, die in diesem Jahr zum 30. Mal tagte. Von Katica Djakovic´.

Aktuelle Rechtsprechung – Auswirkungen auf den Praxisalltag

Aktuelle Urteile der Sozial- und ordentlichen Gerichtsbarkeit haben – oftmals jedoch unbeachtet – direkte Auswirkungen auf die tägliche Arbeit des (Vertrags-)Arztes in seiner Praxis. Dr. Andreas Meschke und Dr. Juliane Netzer-Nawrocki, Fachanwälte für Medizinrecht in Düsseldorf, fassen einige relevante Urteile aus dem Vertragsarzt-, Arbeits- und Wettbewerbsrecht sowie zu „Scheingesellschaftern“ und Online-Portalen zusammen und stellen die Bedeutung für den Praxisalltag heraus.

Scharioth-Makula-Linse bei Patienten mit AMD

Ergebnisse einer europäischen Multizenterstudie
Die Scharioth-Makula-Linse (SML) ist eine innovative bifokale Intraokularlinse mit einer speziell designten zentralen Optik von +10 Dioptrien, die die Add-on-Technologie mit dem Ansatz einer zentralen Vergrößerung (miniaturisierte Lupe) vereint, ohne dabei die Fernsicht oder das Gesichtsfeld zu beeinflussen. Die Linse soll bei fortgeschrittener trockener AMD eine Option zur Wiederherstellung des Nahsehens geben. Dr. Kata Habon, FEBO (Recklinghausen) stellt das Funktionsprinzip der Linse sowie die aktuellen Ergebnisse einer europäischen Multizenterstudie vor.

Kapsulorhexis real-life

Qualitätsvergleich manuelle Rhexis versus FLACS
Ob die herkömmliche Kapsulorhexis der femtolaserassistierten Kataraktchirurgie (FLACS) unterlegen ist oder nicht, wird nach wie vor kontrovers bewertet. Wie die Erfolgsquote der Kapsulorhexis in den Händen eines erfahrenen Operateurs unter Real-life-Bedingungen gegenüber der Benchmark-Kapsulotomie mit dem Femtolaser aussieht, erläutert Dr. Frank Sachers (Basel), der die manuelle Rhexis und FLACS anhand eigener Operationserfahrungen und einer Auswertung von statistischen Daten gegenüberstellt.