Aus der aktuellen Ausgabe

Blindheit im Kinderspiel

Serie zur Sammlung Roth
Die Welt zu sehen und das Gesehene zugleich mit den Händen zu ergreifen – um es so im wahrsten Sinn des Wortes zu „be“-greifen – ist ein altes menschliches Bedürfnis. Nur wer wirklich blind ist, versteht diesen Zusammenhang. Kinder aber setzen sich über solche Behinderungen hinweg. Im Kinderspiel „Blinde Kuh“ wird die Blindheit simuliert, es gilt, mit verbundenen Augen einen anderen Mitspieler zu fassen und durch Abtasten zu erkennen. Hier wird eine heile Welt vorgetäuscht. Kinder kompensieren das, sie machen sich keine Gedanken über das Schicksal, blind zu sein. Auch wenn heute das Verbinden der Augen im Kinderspiel noch immer beliebt ist, die Tragik einer Erblindung blieb erhalten

Die Julius-Hirschberg-Gesellschaft ­tagte in Heidelberg

Auf den historischen Spuren der Gründungsmitglieder der DOG (Teil 1)
Es begann in Heidelberg im damals ehrwürdigen Hotel Schrieder und in der Alten Aula der Universität Heidelberg: Hier trafen sich vor knapp 160 Jahren – vom 3. bis 5. September 1857 – erstmals einige engagierte deutschsprachige Ophthalmologen, die sich der Augenheilkunde, ihrer Fortbildung, Forschung und Weiterentwicklung verpflichtet sahen. In diesem gemeinsamen Streben hielten sie zwölf wissenschaftliche Vorträge. Zu den zwölf Gleichgesinnten gehörten unter anderem Albrecht von Graefe, Ferdinand Arlt, Adolf Weber, Friedrich Horner, Alexander Pagenstecher und Carl Wilhelm von Zehender. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das erste Treffen in Heidelberg zum Gründungsdatum der DOG bestimmt. Die Zusammenkunft der XXIX. Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) in der Alten Aula erinnerte an das denkwürdige Datum. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) stellt die Vortragsthemen dar.

Steuerliche Abzugsfähigkeit ­außergewöhnlicher Belastungen

So genannte außergewöhnliche Belastungen sind Aufwendungen, die dem Privatbereich des Augenarztes zuzurechnen sind. Ihre steuerliche Berücksichtigung erfolgt aus sozialen Gründen und wird nur auf Antrag gewährt. Sie sind grundsätzlich nicht in voller Höhe abzugsfähig. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Voraussetzungen für die steuerliche Abzugsfähigkeit von außergewöhnlichen Belastungen.

Gentherapie zur Behandlung der nAMD: das TargetAMD-Projekt

Das TargetAMD-Projekt ist ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt, das die Entwicklung eines gentherapeutischen Ansatzes zur Behandlung der nAMD verfolgt. Das Konsortium besteht aus 13 Partnern aus acht Ländern der EU und der Schweiz. In diesem Gremium sind Experten aus verschiedenen Gebieten der Ophthalmologie und Gentherapie vereint, mit dem Ziel eine erfolgreiche klinische Studie der Phase Ib/IIa durchzuführen. Dr. rer. nat.  Martina Kropp und die Projektkoordinatorin Prof. Gabriele Thumann (Genf) stellen das Projekt vor.

BVA-Delegiertenversammlung 2015

Auf der Tagesordnung der diesjährigen BVA-Delegiertenversammlung Anfang November in Berlin stand unter anderem die Wahl des Vorstandes, der für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt wurde. Berufspolitisch diskutiert wurde die Bedeutung der evidenzbasierten Medizin, die ambulante fachärztliche Spezialversorgung und der fachärztliche Notdienst. Von Katica Djakovic´.

2. Internationales Retina Council tagte in Münster

Zum 2. Internationalen Retina Council, das in diesem Jahr zugleich an das 90-jährige Bestehen der Universitäts-Augenklinik Münster erinnerte, hatten Prof. Nicole Eter als Direktorin und Priv.-Doz. Dr. Christoph R. Clemens als Oberarzt der Augenklinik nach Münster eingeladen. Insgesamt 207 Teilnehmer fanden sich Anfang September zum fachlichen Austausch in den Räumen der Bezirksregierung Münster ein. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) berichtet über die Tagung, in der ein Bogen von der Geschichte der Augenheilkunde in Münster bis zu den aktuellen Themen des Faches gespannt wurde.

Steuerliche Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen

Geänderte Höchstbeträge und Abzugsquote seit Jahresbeginn
So genannte Vorsorgeaufwendungen sollen gegen allgemeine Lebensrisiken wie Krankheit, Alter und Invalidität absichern und werden seit 2005 in Altersvorsorge- und sonstige Aufwendungen unterteilt. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Voraussetzungen für die steuerliche Abzugsfähigkeit von Vorsorgeaufwendungen.

Superficial Interface Crosslinking während LASIK (SCXL)

Studienergebnisse und Diskussion zum Einsatz des Verfahrens
Seit 2005 wird die Quervernetzung der Hornhaut, das Corneal Crosslinking (CXL), nicht mehr nur zur Therapie des Keratokonus angewandt, sondern auch zur Behandlung einer iatrogenen Keratektasie eingesetzt. 2012 wurde ein kombiniertes Verfahren von LASIK und CXL (SCXL) zur Vorbeugung einer iatrogenen Keratektasie vorgeschlagen. Seither findet dieses Verfahren immer wieder Verwendung, seine Wirksamkeit ist jedoch weder experimentell noch klinisch gesichert, auch die Sicherheit ist kaum untersucht. Ziel einer Studie mit 76 Patienten war es, die Sicherheit des Superficial Interface Crosslinking während der LASIK zu bestimmen. Dr. Isaak Raphael Fischinger (München) stellt die Ergebnisse und die Schlussfolgerungen für den Einsatz dar.

Nd:YAG-Laser-Hyaloidotomie bei subhyaloidaler Blutung

Subhyaloidale Blutungen sind definiert als umschriebene Einblutungen in das vitreoretinale Interface, die prämakulär lokalisiert für Patienten ein einschneidendes Krankheitsbild darstellen. Sie führen in der Regel zu einem akuten schmerzlosen Visusabfall beziehungsweise einem Zentralskotom. Eine minimalinvasive Therapieoption stellt die Eröffnung der hinteren Glaskörpergrenzmembran mittels Laser (Hyaloidotomie) dar. Dr. Jens Heichel (Halle/Saale) erörtert anhand eines Fallbeispiels die Nd:YAG-Laser-Hyaloidotomie zur Behandlung subhyaloidaler Blutungen.