Aus der aktuellen Ausgabe

Erste Glaukom Live Surgery in Mainz

Erste Glaukom Live Surgery in Mainz

Etabliertes und Neues in der Glaukomchirurgie
Zur ersten Glaukom Live Surgery an der Universitäts-Augenklinik Mainz fanden sich Ende Oktober namhafte Experten und rund 200 Teilnehmer zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, sowohl operativ als auch konservativ tätigen Augenärzten die etablierten wie auch die neuesten Entwicklungen in der Glaukomchirurgie darzustellen. Die Organisatoren um Priv.-Doz. Dr. Hagen Thieme und Prof. Dr. Norbert Pfeiffer hatten die erfahrenen Glaukomoperateure zusammengerufen, um eine alte Tradition für Live Surgery in Mainz wieder aufleben zu lassen. Ein zusammenfassender Bericht von Priv.-Doz. Dr. Hagen Thieme.

Der Kampf gegen die Unterfinanzierung geht weiter

Der Kampf gegen die Unterfinanzierung geht weiter

2,7 Millionen Euro mehr im Vergleich zu 2007 sollen in diesem Jahr in die ambulante Versorgung fließen. Aus Sicht des Berufsverbands der Augenärzte (BVA) ist die Honorarreform jedoch die größte Enttäuschung im vergangenen Jahr gewesen. Im Interview mit dem AUGENSPIEGEL kündigt der BVA-Vorsitzende Prof. Dr. Bernd Bertram deshalb weiteres Engagement für eine bessere Vergütung der ambulanten Augenheilkunde an. Zugleich appelliert er an die Augenärzte, sich nicht gegeneinander ausspielen zu lassen und zeigt im Rückblick auf 2008, was die Augenärzteschaft durch gemeinsames Engagement erreicht hat.

Ergänzende Pharmakotherapie bei diabetischer Retinopathie

Ergebnisse der DIRECT-Studie
In großen Diabetes-Studien konnte gezeigt werden, dass eine strikte Glykämie- und Blutdruckkontrolle Entstehung und Fortschreiten einer Retinopathie günstig beeinflussen. Substanzen mit RAS-hemmender Wirkung wie AT1-Rezeptorblocker haben in Studien bei Diabetikern ausgeprägte renoprotektive Effekte gezeigt. Unklar war bislang, ob auch die Retinopathie als Diabetes-Komplikation durch einen RAS-hemmenden Wirkstoff beeinflussbar ist. Das DIRECT-Studienprogramm ist das erste große Studienprogramm, das sich explizit mit dem Effekt einer Sartan-Therapie auf Entstehung und Progression einer diabetischen Retinopathie beschäftigt hat. Prof. Dr. Stephan Martin, Ärztlicher Leiter der klinischen Prüfung, und Priv.-Doz. Klaus-Dieter Lemmen, St. Martinus Krankenhaus Düsseldorf, stellen die Ergebnisse der internationalen Studie vor.

Tissue engineering von Zellverbänden

Zur Anwendung bei subretinaler Transplantation und in der zellbasierten Gentherapie
Strategien zum Ersatz von retinalen Pigmentepithelzellen (RPE) stellen eine Behandlungsoption für verschiedene degenerative Netzhauterkrankungen dar. Ziel der Transplantation nach subretinaler Chirurgie ist die Rekonstruktion der normalen Anatomie des Retina-Aderhaut-Komplexes. Die transplantierten Zellen sollen die Funktion der degenerierten RPE-Zellen übernehmen und die normale biochemische Umgebung wiederherstellen. Prof. Dr. Gabriele Thumann erläutert wesentliche Aspekte bei der Entwicklung von Zellverbänden zur subretinalen Transplantation und in der zellbasierten Gentherapie.

Der „Bonner Verlaufsbogen“

Effizientes und übersichtliches Datenmanagement der Anti-VEGF-Therapie
Für die effiziente Dokumentation der Anti-VEGF-Therapie wurde an der Universitäts-Augenklinik Bonn ein neuer Verlaufsbogen entwickelt, der alle relevanten funktionellen und anatomischen Parameter beinhaltet: aus Visus, Fluoreszenzangiographie sowie Optischer Kohärenztomographie werden die wichtigsten Kriterien der Erst- und Folgebehandlung für effizientere Abläufe und eine raschere Beurteilung zusammengefasst. Prof. Dr. Carsten H. Meyer und Prof. Dr. Frank G. Holz erläutern den so genannten „Bonner Verlaufsbogen“.

CALT: Beteiligt an der Pathogenese des Trockenen Auges?

Zum Einfluss des Konjunktiva-assoziierten lymphatischen Gewebes (CALT)
In der vielschichtigen Pathogenese des Trockenen Auges wird eine Beteiligung des Konjunktiva-assoziierten lymphatischen Gewebes (CALT) diskutiert. Bislang existieren jedoch keine funktionellen Studien, die diesen Zusammenhang untersuchen. Durch die Etablierung eines neuen Tiermodells und eines 2-Photonenmikroskops für die minimal-invasive Darstellung von CALT sind erstmals funktionelle Untersuchungen am lebenden Tier möglich. Dr. Philipp Steven stellt das Projekt vor, dass durch den vom Ressort Trockenes Auge im BVA vergebenen Sicca-Förderpreis 2008 unterstützt wird.

Regionaler Austausch in der „Quattropole Ophthalmologie“

Regionaler Austausch in der „Quattropole Ophthalmologie“

Ein neuer Verbund lud zum wissenschaftlichen Austausch nach Trier
Mit der so genannten „Quattropole“ haben vier grenznahe Städte (Luxemburg, Metz, Saarbrücken, Trier) eine Initiative zur kulturellen Kooperation ins Leben gerufen. In wissenschaftlicher Anlehnung an die Idee dieses kulturellen Netzwerkes gründeten drei Augenkliniken für vier Regionen die „Quattropole Ophthalmologie“. Zum ersten klinischen Gespräch der Quattropole kamen in Trier über 50 interessierte Augenärzte zusammen. Über vier Stunden hinweg waren sie alle nicht nur Geburtshelfer des neuen Zusammenschlusses, sondern wurden Zeugen eines wissenschaftlichen Streifzuges quer durch die Augenheilkunde. Ein Beitrag von Dr. Walter Pfeifer.

Femto-Lentotomie: die Zukunft der Presbyopiekorrektur?

Veränderungen der Linsenelastizität durch Behandlung mit hochrepetierendem Femtosekundenlaser
Als einer der Gründe für Presbyopieentwicklung gilt die fortschreitende Sklerosierung der Linse. Ein mögliches Konzept zur Wiederherstellung beziehungsweise Erhöhung der Linsenelastizität ist die Behandlung des Linsenmaterials mit dem Femtosekundenlaser zur Erzeugung von Schnittebenen, die so genannte Femto-Lentotomie. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe um Dr. Georg Gerten, Silvia Schumacher, Michael Fromm, Prof. Dr. Holger Lubatschowski, Dr. Uwe Oberheide und Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Alfred Wegener stellt ihr Forschungsprojekt und die ersten Untersuchungsergebnisse vor.