Aus der aktuellen Ausgabe

Medizingeschichte

Goethe und die Tränenwegsoperation
Die operative Therapie von Tränenwegserkrankungen ist bereits seit der Antike bekannt. Neben den bis heute zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen zu diesem Thema findet sich in der Literatur eine anschauliche Schilderung von Johann Wolfgang von Goethe über einen Eingriff, der 1770 vorgenommen wurde. Ein geschichtlicher Überblick von Priv.-Doz. Dr. Dieter E. Moeller.

Forschung Retinadegeneration

Neue Therapien für erbliche Netzhauterkrankungen?
Neue Erkenntnisse über die Entstehung hereditärer degenerativer Netzhauterkrankungen standen Ende März im Mittelpunkt des 3. internationalen Pro Retina-Forschungskolloquiums „Retinal Degeneration: Genes – Progression – Therapy“, das die „Pro Retina Stiftung zur Verhütung von Blindheit“ in Potsdam veranstaltete. Rund 150 Wissenschaftler diskutierten bei der Tagung neue Erkenntnisse der Grundlagenforschung mit Hinblick auf therapeutische Perspektiven. Die Referenten präsentierten neben neuen Einsichten in die Genetik und Pathophysiologie erblicher Netzhauterkrankungen auch Konzepte für Stammzell-basierte und gentherapeutische Therapiestrategien. Anlässlich des Symposiums stellte sich Prof. Dr. Klaus W. Rüther, Augenklinik der Berliner Charité und Mitver-anstalter des Symposiums, dem Gespräch.

Akkommodative Intraokularlinsen

Auszeichnung für Wiener Forschungsgruppe
Die Wiederherstellung der Akkommodationsfähigkeit ist heutzutage eine der Herausforderungen an die moderne Kataraktchirurgie. Eine Wiener Forschergruppe ist für ihre Forschung im Bereich akkommodativer Intraokularlinsen im letzten Jahr von der European Society for Cataract and Refractiv Surgery als beste europäische wissenschaftliche Arbeit des Jahres ausgezeichnet worden. Dr. Christina Leydolt fasst die Ergebnisse der Studie zusammen und gibt einen Ausblick auf den derzeitigen Stand zu akkommodierenden Intraokularlinsen.

Neues Klingenmaterial für die Kataraktchirurgie

Bruchfeste Keramik entwickelt
In der Kataraktchirurgie werden derzeit Klingen aus Diamant und Stahl verwendet. Diamantklingen bestechen durch ihre Schärfe, sind aber empfindlich und teuer. Stahlklingen werden schnell unscharf, weshalb eine Wieder-verwendung nicht empfohlen ist. Priv.- Doz. Dr. Christopher Wirbelauer (Berlin), Dr. rer. nat. Peter Schulz (Mülheim), Prof. Dr.-Ing. Wilfried Saxler (Köln) und Prof. Dr. Duy T. Pham (Berlin) stellen ein neuartiges Klingenmaterial vor, das sich durch eine dauerhafte Schärfe und eine geringere Empfindlichkeit als Diamant auszeichnet.

Neue Ansätze zur Wundheilungsmodulation nach Glaukomoperationen

Neue Ansätze zur Wundheilungsmodulation nach Glaukomoperationen

Bei etwa einem Fünftel der Glaukompatienten gelingt eine ausreichende medikamentöse Senkung des Augeninnendrucks nicht dauerhaft und es wird eine Operation notwendig, die häufig als filtrierender Eingriff ausgeführt wird. Das Hauptproblem der filtrierenden Eingriffe liegt derzeit in der häufigen postoperativen Vernarbung des chirurgisch geschaffenen Kammerwasser-Abflussweges. Die zellbiologische Arbeitsgruppe der Universitäts-Augenklinik Würzburg befasst sich in einem ihrer Schwerpunkte mit der Vernarbung nach filtrierenden Glaukomoperationen. Dr. Günther Schlunck, Leiter der Arbeitsgruppe, und Dr. Tobias Meyer-ter-Vehn berichten über erste Ergebnisse.

Zum Urteil des OLG Celle

Brillenabgabe in der Augenarztpraxis
Die Entscheidung des Oberlandesgerichtes Celle, nach dem die Abgabe von Brillen in der Augenarztpraxis zulässig ist, hat für viel Furore gesorgt. Durch das Urteil vom 21.12.2006 (Az.13 U 118/06) war ein vom Landgericht Hannover gegen den Augenarzt Dr. Claus Hervatin verhängtes Verbot, Brillen zu verkaufen, wieder aufgehoben worden. Das OLG Celle hatte seiner Berufung statt gegeben. DER AUGENSPIEGEL sprach mit ihm über seine Motive und befragte Dr. Uwe Kraffel als BVA-Vorsitzenden über die Haltung des Berufsverbandes zur Brillenabgabe. Seine kritische Gegenposition begründet Dr. Werner D. Bockelmann in dem abschließend geführten Gespräch.