Aus der aktuellen Ausgabe

ZVV: Kombination von Anti-VEGF und Laserphotokoagulation

Bessere Sehprognose durch Kombinationsbehandlung ischämischer Netzhautareale
Entsprechend der Studienergebnisse der Central Vein Occlusion Study Group ist bei einem Zentralvenenverschluss (ZVV) die Laserphotokoagulation der Netzhautperipherie nur bei einem ischämischen RVV mit aktiven Neovaskularisationen indiziert und soll eine Glaskörpereinblutung oder die Entwicklung eines Sekundärglaukoms verhindern. Nicht untersucht wurde in dieser Studie, ob eine selektive Laserphotokoagulation der ischämischen peripheren Netzhautareale zu einem besseren Endvisus oder einer signifikanten Reduktion der benötigten intravitrealen Injektionen führt. Diese Fragestellung stand in der an der Universitäts-Augenklinik Leipzig initiierten CoRaLa-Studie (Ranibizumab combined with selective peripheral laser photocoagulation for treatment of central retinal vein occlusion) im Mittelpunkt. Priv.-Doz. Dr. Matus Rehak, PhD, (Leipzig) fasst die jüngsten Ergebnisse der klinischen Pilotstudie zusammen.

Hydrophiler Glaskörperersatz

Bisherige Glaskörpertamponaden nach Vitrektomie, die ihre tamponierenden Eigenschaften vornehmlich durch die Kombination aus Oberflächenspannung und Auftriebsvektor erzielen (wie Gase, Silikonöle, semifluorierte Alkane), sind in ihrer Wirkung limitiert, da weder eine vollständige noch gleichmäßige Tamponade aller Netzhautanteile erreicht wird und eine proliferative Vitreoretinopathie nicht sicher zu verhindern ist. Ein alternativer Ansatz ist die Verwendung von Hydrogelen als Glaskörperersatz. Prof. Dr. Martin S. Spitzer (Tübingen) erläutert den möglichen Einsatz und berichtet über Untersuchungen der Tübinger Arbeitsgruppe mit UV-quervernetzter Hyaluronsäure.

Primäre 23-Gauge-Vitrektomie bei Pseudophakieamotio

Die rhegmatogene Netzhautablösung nach Kataraktoperation ist eine seltene, aber gefürchtete Komplikation, die häufig zu einer erheblichen Reduktion der Sehschärfe der Patienten führt. Heute stehen für das Management der Pseudophakieamotio verschiedene Verfahren zur Verfügung. In einer klinischen Studie wurden die Daten von 55 Patienten mit Pseudophakieamotio analysiert, die mittels 23-Gauge-Vitrektomie und Gastamponade an der Wiener Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie in den Jahren 2008 bis 2011 therapiert worden sind. Dr. Sandra Rezar, Prof. Dr. Stefan Sacu, Dr. Katharina Eibenberger, Prof. Dr. Wolf Bühl, Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth und Prof. Dr. Michael Georgopoulos (Wien) fassen ihre Studienergebnisse zusammen.

Trachom: Ist SAFE wirklich safe?

Status quo der SAFE-Strategie zur Bekämpfung des Trachoms
Die so genannte SAFE-Strategie der WHO ist als Maßnahmenpaket eine weltweite Kampagne zur Bekämpfung des Trachoms, einer von Auge zu Auge übertragenen, vor allem in den Tropen endemischen Infektionskrankheit. Der WHO zufolge leben weltweit 1,2 Milliarden Menschen in trachomendemischen Ländern und 1,3 Millionen Menschen sind am Trachom erblindet. Dr. Hannsjürgen Trojan (Marburg) geht der Frage nach, ob sich die in SAFE gesetzten Erwartungen erfüllen und sich über die verschiedenen Maßnahmen und Projekte das Trachom ausrotten lässt oder wo mögliche Schwachstellen in der Umsetzung liegen.

Prozessoptimierung in der ophthalmologischen Bildgebung

Implementierung eines Picture Archiving and Communication Systems (PACS)
Neue, hochauflösende ophthalmologische Bildgebungsverfahren ermöglichen eine immer differenziertere, präzise Diagnostik und haben in den letzten Jahren einen zunehmenden Stellenwert erhalten – sowohl an den Kliniken wie auch in den Praxen niedergelassener Ärzte. Die digitale Befundung birgt bei allen Vorteilen allerdings auch den Nachteil, dass der Verwaltungsaufwand für die wachsende Datenmenge zunimmt. So genannte PACS sind zentrale Server und fungieren als eine Art Drehscheibe zwischen den Diagnostikgeräten und den Betrachtungs-PCs der Ärzte. Sie stellen das Kernstück moderner Bilddatenverwaltung dar. Dr. Karsten Kortüm, Dr. Wolfgang J. Mayer und Priv.-Doz. Dr. Marcus Kernt (München) erläutern ein Modellprojekt an der Augenklinik der LMU München, das sich seit einigen Jahren intensiv mit der Einführung eines spezifisch an die Bedürfnisse der Ophthalmologie angepassten PACS in die klinischen Abläufe einer deutschen Universitätsklinik befasst.

In-vivo-Imaging von VEGF innerhalb der Netzhaut

Verbundprojekt zur molekularen Diagnostik bei AMD
Im Rahmen eines Verbundprojektes zur molekularen Diagnostik bei Altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) wird die Möglichkeit der Bindung von VEGF-Hemmern mit fluoreszierenden Markersubstanzen bei gleichzeitig erhaltener Bindungskinetik untersucht. Ziel unter Verwendung dieser Biomarker-Substanzen ist die Darstellung von VEGF-Pharmakodynamik im Auge. Damit könnte ein frühzeitiges Erkennen von neovaskulären Netzhauterkrankungen und auch ein früherer Beginn der Therapie möglich werden. Ein Beitrag von Priv.-Doz. Dr. Steffen Schmitz-Valckenberg, Dr. Alexander Cunea, Dipl.-Biol. Johanna Meyer und Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn).

Turnover der Mikroaneurysmata als prädiktiver Faktor für DMÖ

Automatisierte Fundusanalyse zur Früherkennung diabetischer Fundusveränderungen
In der Vergangenheit wurden Veränderungen des diabetischen Fundusbildes wie Mikroaneurysmata ausgezählt, um den Grad der Retinopathie zu ermitteln. Nicht berücksichtigt wurde dabei die Dynamik dieser Veränderungen. Heute erlauben automatisierte Fundusanalysen den so genannten Turnover diabetischer Fundusveränderungen zu ermitteln und damit einen Eindruck über die tatsächliche Aktivität der diabetischen Retinopathie zu erhalten. Prof. Dr. Christos Haritoglou (München) erläutert eine neue Software, die es ermöglicht, das Risiko für die Entstehung visusbedrohender Komplikationen wie das diabetische Makulaödem einzuschätzen.

„Der Kompromiss löst keine Probleme“

Interview mit dem BVA-Vizevorsitzenden Dr. Peter Heinz zur aktuellen Honorardebatte
Nachdem die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Anfang September die weiteren Honorarverhandlun-gen für 2013 mit den Krankenkassen aus Protest für gescheitert erklärt und abgebrochen hatte, führte anschließend die durch den Schlichter angebotene Erhöhung des Orientierungspunktwertes um 0,9 Prozent zu einer Welle der Empörung und der Ankündigung von Streikmaßnahmen. Eine unerwartete Einigung im Honorarstreik beendete den lauten Protest. Sind die Gemüter besänftigt? DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem BVA-Vizevorsitzenden Dr. Peter Heinz.

Glaskörpereinblutung vor vitreoretinaler Chirurgie

Internistische Begleiterkrankungen und Risikoeinschätzung
Patienten mit vasoproliferativen Retinopathien und Glaskörpereinblutungen haben aufgrund ihres Alters und ihrer Begleiterkrankungen ein erhöhtes Operationsrisiko. In einer klinischen Untersuchung wurden die Daten von 46 Patienten mit Glaskörperhämorrhagien bei vasoproliferativen Retinopathien analysiert, bei denen ein vitreoretinaler Eingriff in Intubationsnarkose vorgenommen wurde. Untersucht wurde der Einfluss von ASA-Kriterien und Begleiterkrankungen auf den prä-, intra- und postoperativen Verlauf. Dr. Antje Just, Priv.-Doz. Dr. Edmund Hartung und Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer stellen die Ergebnisse vor.