Aus der aktuellen Ausgabe

Immunpathogenese und antientzündliche Therapie des Trockenen Auges

Im aktuellen Verständnis der Immunpathogenese des Trockenen Auges spielt die Entzündung der Augenoberfläche eine zentrale Rolle, sie ist jedoch im klinischen Alltag nur schwierig zu graduieren. Sebastian Siebelmann, Volkan Tahmaz, Prof. Dr. Birgit Gathof, Prof. Dr. Claus Cursiefen und Priv.-Doz. Dr. Philipp Steven geben einen Überblick über die aktuelle topische und systemische Therapie des Trockenen Auges sowie einen Ausblick auf die neuen, sich in der Entwicklung befindlichen Therapieansätze.

XXVI. Jahrestagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Zürich (Teil 2)

Ophthalmo-Geschichte in der Zwingli-Stadt
Im zweiten Teil des zusammenfassenden Berichtes zur Jahrestagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft, die sich mit der Geschichte der Augenheilkunde beschäftigt, stellt Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) weitere referierte Themenaspekte vor, zu deren breitem Spektrum unter anderem die anatomischen und physiologischen Untersuchungen Leonardo da Vincis zum Thema Auge und Adolph Barkans Rolle bei der Entwicklung der Spaltlampe gehörten.

Zirkulierende Tumorzellen bei uvealen Melanomen – ein neues diagnostisches Tool?

Das uveale Melanom ist der häufigste primär intraokulare Tumor des Erwachsenen, wobei es bei etwa 50 Prozent der betroffenen Patienten im Verlauf ihrer Erkrankung zu einer systemischen Metastasierung kommt, für die derzeit keine effektiven Therapieformen existieren. Die Metastasierungsrate zeigt sich unverändert, so dass trotz Fortschritten in der Behandlung des primären Tumors bei uvealen Melanomen nur eine geringe Überlebenszeit besteht. Als einer der wichtigsten prognostischen Marker wird die Monosomie-3 verwendet. Priv.-Doz. Dr. Julia Lüke, Dr. Aysegül Tura, ­Priv.-Doz. Dr. Matthias Lüke und Prof. Dr. Salvatore Grisanti (Lübeck) berichten über eigene Studien zu zirkulierenden malignen Zellen als neuem diagnostischen Tool bei der Identifikation und im Rahmen der Behandlung von Hochrisikopatienten, bei denen eine metastatische Absiedlung wahrscheinlich ist.

RAP-Läsionen und polypoidale ­Veränderungen bei AMD

Frühzeitige Diagnostik und abweichende Behandlungsempfehlung zur Anti-VEGF-Therapie (Teil 2)
Trotz überwiegend positiver Behandlungsergebnisse nach intravitrealer Therapie der exsudativen altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) mit Anti-VEGF-Präparaten kann in der Praxis ein teilweise sehr unterschiedliches Ansprechen der Patienten auf die Therapie hinsichtlich der wesentlichen Erfolgskriterien wie Visuserhalt, Injektionsfrequenz und der Eindämmung des Erkrankungsprozesses beobachtet werden. In der Gruppe mit eher enttäuschenden Ergebnissen finden sich dabei immer wieder Patienten mit besonderen Unterformen der Erkrankung. Prof. Dr. Heinrich Heimann (Royal Liverpool University Hospital) fasst die wesentlichen Merkmale dieser beiden Patientengruppen und aktuelle Behandlungsempfehlungen zusammen.

Feuerstar beim Lokomotivheizer – eine aussterbende Berufserkrankung

Grauer Star durch Infrarotstrahlung, besser ausgedrückt durch Strahlungsenergie, ist etwa seit 200 Jahren bei bestimmten Berufsgruppen bekannt. Das Problem des Feuerstars – auch Hitze-, Wärme-, Infrarot-, Ultrarot-, Glasbläser-, Strahlen- oder Berufsstar genannt – hat Augenärzte, Physiker und die Arbeitshygiene lange Zeit sogar streitbar beschäftigt. Neben Glasbläsern, Industrieschmieden und anderen Hitzearbeitern waren auch die Heizer auf den ehemaligen Dampflokomotiven gefährdet. Priv.-Doz. Dr. Manfred Jähne (Chemnitz) stellt im Folgenden diese seltene Form der berufsbedingten Katarakt dar.

Serie Auge und Sehen: Die Schusterkugel

Serie zur Sammlung Roth
In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts war die so genannte Schusterkugel in den Werkstätten von Schuhmachern oder Uhrmachern ein wichtiges Hilfsmittel, um trotz schlechter Beleuchtung noch genügend sehen zu können. Nach der Erkenntnis, dass sich eine wassergefüllte Hohlkugel aus Glas dazu eignet, Lichtstrahlen zu konzentrieren, konnte schon das Licht eines Kienspans, einer Öllampe oder Kerze ausreichen, um bei Dunkelheit noch feine Arbeiten im Nahbereich durchzuführen. Später wurden die mit Wasser gefüllten Kugeln durch die weniger zerbrechlichen massiven Glaskugeln ersetzt. Das Prinzip der Lichtbündelung bleibt dabei gleich. Auf dem Markt finden sich gut erhaltene Schusterkugeln heute nur noch äußerst selten, Originale erzielen Spitzenpreise. Diese hier, ihr Durchmesser beträgt 19 cm, wurde in einem Antiquitätenladen in Rottach-Egern entdeckt und für die Sammlung erworben.

 

12. Frankfurter Fortbildungskurs für Refraktive Chirurgie

Update zur Refraktiven Chirurgie
Aktuelle Verfahrensweisen der klassischen refraktiv-chirurgischen Methoden, aber auch die Erörterung der transepithelialen PRK, der Femto-LASIK sowie phaker Intraokularlinsen standen im Mittelpunkt des Frankfurter Fortbildungskurses für Refraktive Chirurgie (FFRC), zu dem Prof. Dr. Thomas Kohnen, Direktor der Klinik für Augenheilkunde der Goethe-Universität Frankfurt am Main, rund 250 Teilnehmer sowie nationale und internationale Referenten begrüßen konnte. Dipl.-Ing. (FH) Oliver Klaproth (Frankfurt) fasst die Tagungsinhalte zusammen.

Burnout bei Ärzten

Den Begriff „Burnout“ führte in den 70er Jahren der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger ein. Er verstand darunter gesundheitlich beeinträchtigende Folgen einer beruflichen Überlastung, ohne dass bereits eine Krankheit vorliegt. Auch die amerikanische Sozialpsychologin Prof. Dr. Christina Maslach, Universität Berkley, definierte Burnout als einen dauerhaften arbeitsbedingten negativen Seelenzustand und entwickelte 1981 das so genannte Maslach Burnout Inventory (MBI), ein bis heute gängiges Messinstrument zur Erfassung des Burnout-Syndroms mit den Aspekten: Emotionale Erschöpfung, Depersonalisation und reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit. Nehmen arbeitsbedingte Belastungssymptome zu? Und inwieweit sind Ärzte betroffen? Ein Beitrag von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Keratokonjunktivitis epidemica – ein ungelöstes Problem

Die Behandlung von Patienten mit Keratokonjunktivitis epidemica (KCE) stellt weiterhin ein nicht gelöstes Problem dar – wie auch die jüngst aufgetretenen Fälle Anfang Januar erneut gezeigt haben. Augenärzte sind sowohl mit dem schwierigen Handling dieser hochinfektiösen Patienten als auch mit den fehlenden Therapieoptionen konfrontiert. Dr. Birthe Stemplewitz und Dr. Caroline Gesser-Wendt (Hamburg) erläutern die Problematik.

Toxoplasmose Retinochoroiditis

Neue Aspekte einer alten Erkrankung
Die okuläre Toxoplasmose ist weiterhin die häufigste Ursache einer posterioren Uveitis und ein bedeutendes Problem weltweiter Erblindung. Der Erreger T. gondii zählt zu den Eukaryoten, die viele weitere problematische Erreger, wie beispielsweise Plasmodien, die Erreger der Malaria, umfassen. Aktuelle Fragen zur okulären Toxoplasmose fokussieren auf einer besseren Prophylaxe der kongenitalen Infektion, der Bedeutung erreger- und patientenspezifischer Faktoren sowie effektiverer Therapiemöglichkeiten. Ein Beitrag von Prof. Dr. Uwe Pleyer und Dr. Florian Heußen (Uveitiszentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin).