Aus der aktuellen Ausgabe

NAION – Wie gefährlich ist die Nacht?

Der Verlauf der typischen nicht-arteriitischen anterioren ischämischen Optikusneuropathie (NAION) zeichnet sich- durch einen plötzlichen, meist mehr oder weniger schmerzfreien altitudinalen Gesichtsfeldausfall aus. Die gehäufte Manifestation der NAION nach dem morgendlichen Erwachen hat die Aufmerksamkeit auf die pathophysiologischen Vorgänge während der Nachtstunden, respektive auf den Schlaf der betroffenen Patientinnen und Patienten, gelenkt. Prof. Dr. Klara Landau und Dr. Gregor P. Jaggi (Zürich) zeigen Arbeiten zur Erforschung des Zusammenhangs zwischen nächtlichem Blutdruckverlauf und Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS) mit NAION

Serie Auge und Sehen: Verbandstuch für Augen

Serie zur Sammlung Roth
Verletzungen des Auges und seiner Anhangsorgane sind so alt wie die Menschheit selbst. Dabei ist zu vermuten, dass Wunden in der frühen Geschichte des Menschen nur schlecht abheilten. Medikamente kannte man nicht, Verbände waren weitgehend unbekannt und ohne die Kenntnis von Sepsis und Antisepsis dürfte der Heilverlauf oft genug dramatisch verlaufen sein. Erst gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts entwickelten sich, parallel zum Roten Kreuz, die so genannten „Erste Hilfemaßnahmen“. Das Wissen um die Infektionsgefahren erforderte jetzt die keimfreie Abdeckung von Wunden.

2. Düsseldorfer Hornhaut-Tag

Unter Leitung von Prof. Dr. Gerd Geerling, Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf, tagte im Oktober bereits zum zweiten Mal der „Düsseldorfer Hornhaut-Tag“. Dabei wurde das bewährte Konzept aus interaktiven Workshops am Vormittag sowie Vorlesungen international ausgewiesener Experten am Nachmittag auch in diesem Jahr fortgesetzt, wobei der Schwerpunkt diesmal auf dem Zusammenspiel von Hornhauterkrankungen und Glaukom lag. Einen Höhepunkt bildete die Meibom-Mooren-Ehrenvorlesung, gehalten von Professor Christophe Baudouin, Paris. Ein Bericht von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Steuerliche Abzugsfähigkeit von Aus- und Fortbildungskosten

Erhöhter Sonderausgabenabzug seit Jahresbeginn 2012
Der Einstieg in das Berufsleben stellt stetig wachsende Anforderungen an die Ausbildung von Berufsanfängern. Auch im Berufsalltag ist eine laufende Fortbildung erforderlich – und zwar für den Augenarzt wie für seine Arbeitnehmer. Die dafür notwendigen Kosten sind in bestimmtem Umfang steuerlich abzugsfähig. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert, welche Aus- und Fortbildungskosten steuerlich absetzbar sind und informiert über aktuelle Änderungen.

Transkorneale Elektrostimulation als Therapie bei RP?

Aktueller Stand neuer Studien zu Wirksamkeit und Sicherheit
Die Wirksamkeit der Elektrostimulation bei Netzhautdegeneration konnte in verschiedenen Tiermodellen gut untersucht und belegt werden. Im Gegensatz hierzu mussten die Untersuchungen beim Menschen bisher als eher schwach evident eingestuft werden. Im Rahmen einer Pilotstudie wurde die Wirksamkeit der Elektrostimulation bei Patienten mit Retinitis pigmentosa (RP) an der Universitäts-Augenklinik Tübingen untersucht, zwei weitere größere Studien sind angelaufen. Prof. Dr. Florian Gekeler und Dr. Tobias Peters (Tübingen) stellen die aktuellen Ergebnisse vor.

Antikoagulation und gerinnungswirksame Medikamente bei IVOM

Intravitreale Injektionstherapie und Thromboembolierisiko – was ist zu beachten?
Vor intravitrealen Injektionen müssen – wie auch bei anderen invasiven Eingriffen – Thromboembolierisiko nach Absetzen von Antithrombotika und Blutungsrisiko bei Fortführung einer antithrombotischen Therapie abgewogen werden. Bei den meisten invasiven Eingriffen wird das Blutungsrisiko über- und das Thromboembolierisiko unterschätzt. Vorliegende Studien zeigen, dass orale Antikoagulantien, Aspirin, Clopidogrel oder die duale Plättchenhemmung mit Aspirin und Clopidogrel nicht abgesetzt werden muss, um schwere Blutungen zu verhindern. Mit einer erhöhten Rate an subkonjunktivalen Blutungen ist jedoch zu rechnen. Prof. Dr. Peter Hellstern vom Institut für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin, Klinikum der Stadt Ludwigshafen, erläutert die Studienergebnisse.

Internationale Symposien zur Orbita in Mainz

Zu Diagnostik und Therapie der Erkrankungen der Orbita fanden im September zwei Fortbildungsveranstaltungen in der Universitäts-Augenklinik Mainz statt: Das internationale Orbita-Symposium „Management of orbital disease: What is the present gold standard?“ tagte vom 27. bis 28. September unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Pitz, Prof. George J. Kahaly und und Prof. Dr. Norbert Pfeiffer und unter Mitwirkung des BVA. In direktem zeitlichen Anschluss folgte der zweitägige „Graves‘ Orbitopathy Teaching Course der EUGOGO“ (European Group of Graves‘ Orbitopathy), ebenfalls unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Susanne Pitz und Prof. George J. Kahaly. Dr. Udo Hennighausen (Heide) berichtet über die Tagungen.

Konfliktmanagement in Klinik und Praxis

Konflikte wirken sich negativ auf den Arbeitsprozess aus, sie belasten auch die Zusammenarbeit in Krankenhaus und Arztpraxis. Jede vierte medizinische Fachangestellte beispielsweise hat innerlich gekündigt. Als Grund werden oftmals Konflikte am Arbeitsplatz genannt. Ein Klinikchef oder niedergelassener Arzt ist als Vorgesetzter auch Konfliktmanager und sollte bestehende Konflikte erkennen, steuern und lösen können. Ein Beitrag von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Steuerliche Abzugsfähigkeit berufsbedingter Umzugskosten

Flexibilität im Berufsleben ist heute eine Notwendigkeit, für den Inhaber einer Augenarztpraxis wie für seine Arbeitnehmer. Niemand kann in Zukunft mehr damit rechnen, den Ort seines beruflichen Mittelpunktes ein Leben lang behalten zu können. Jeder muss sich auf wechselnde Orte seiner Berufstätigkeit einstellen. Das bringt natürlich auch häufigere Wohnortwechsel mit sich. Umzüge aber kosten Geld. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert, welche Umzugskosten der Privatwohnung sich steuerlich absetzen lassen.

LASIK-Xtra: Standard-LASIK mit prophylaktischem CXL

Neues kombiniertes Verfahren für den Einsatz bei Risiko-Augen?
Das Verfahren des cornealen Crosslinkings (CXL), das zunächst zur Behandlung des krankhaften Keratokonus entwickelt und eingesetzt wurde, ist mittlerweile auch bei der Therapie der post-LASIK Ektasie zum Mittel der ersten Wahl geworden. Aus Überlegungen heraus, ob ein prophylaktisches CXL in Kombination mit einer Standard-LASIK bei Risikoaugen oder Grenzfällen zur Anwendung kommen kann, ist das Verfahren des so genannten LASIK-Xtra – also einer Kombination aus LASIK plus CXL, das noch während der Behandlung durchgeführt wird – entstanden. Weltweit sind über 30.000 Augen mit LASIK-Xtra behandelt worden, seit September wird das Verfahren an der Augenklinik am Neumarkt als erster Klinik in Deutschland angeboten. Dr. Omid Kermani (Köln) diskutiert den neuen Ansatz, dessen FDA-Zulassung nach Herstellerangaben unmittelbar bevorsteht.