Aus der aktuellen Ausgabe

„Der Kompromiss löst keine Probleme“

Interview mit dem BVA-Vizevorsitzenden Dr. Peter Heinz zur aktuellen Honorardebatte
Nachdem die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Anfang September die weiteren Honorarverhandlun-gen für 2013 mit den Krankenkassen aus Protest für gescheitert erklärt und abgebrochen hatte, führte anschließend die durch den Schlichter angebotene Erhöhung des Orientierungspunktwertes um 0,9 Prozent zu einer Welle der Empörung und der Ankündigung von Streikmaßnahmen. Eine unerwartete Einigung im Honorarstreik beendete den lauten Protest. Sind die Gemüter besänftigt? DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem BVA-Vizevorsitzenden Dr. Peter Heinz.

Glaskörpereinblutung vor vitreoretinaler Chirurgie

Internistische Begleiterkrankungen und Risikoeinschätzung
Patienten mit vasoproliferativen Retinopathien und Glaskörpereinblutungen haben aufgrund ihres Alters und ihrer Begleiterkrankungen ein erhöhtes Operationsrisiko. In einer klinischen Untersuchung wurden die Daten von 46 Patienten mit Glaskörperhämorrhagien bei vasoproliferativen Retinopathien analysiert, bei denen ein vitreoretinaler Eingriff in Intubationsnarkose vorgenommen wurde. Untersucht wurde der Einfluss von ASA-Kriterien und Begleiterkrankungen auf den prä-, intra- und postoperativen Verlauf. Dr. Antje Just, Priv.-Doz. Dr. Edmund Hartung und Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer stellen die Ergebnisse vor.

Glaukom-Frühoperation: Pro und Contra

Kammerwinkelchirurgische Eingriffe in Kombination mit der Kataraktchirurgie
Trabekelchirurgische Verfahren, wie Trabekelaspiration, Trabektom, i-Stent, weisen als kombiniertes Verfahren mit der Kleinschnittkataraktchirurgie jeweils bessere Ergebnisse auf als der alleinige Eingriff ohne gleichzeitige Kataraktchirurgie. Sämtliche kammerwinkelchirurgischen Verfahren erreichen aber nicht die tiefnormalen Augendruckwerte, sodass die Indikation unter Berücksichtigung des Zieldrucks und der weiteren Operationsstrategie individuell abgewogen werden sollte. Prof. Dr. Thomas Dietlein (Köln) erörtert Vor- und Nachteile eines kammerwinkelchirurgischen Eingriffs insbesondere in Kombination mit der Kataraktchirurgie.

Serie Auge und Sehen: Früher Augenspiegel

Serie zur Sammlung Roth
Mit der Erfindung des Augenspiegels durch Hermann von Helmholtz im Jahr 1850 gelang es zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit, in ein lebendes Organ zu blicken, ohne es zuvor mit chirurgischer Hilfe öffnen zu müssen. Damit erschloss sich quasi über Nacht ein neues Fachgebiet. Unzählige neue Krankheitsbilder der Netz- und Aderhaut sowie des Sehnerven wurden jetzt entdeckt und konnten nun differenziert, ätiologisch aufgearbeitet und letztendlich therapiert werden. Die Augenheilkunde grenzte sich von anderen Fachgebieten als eigenes Ressort ab – sie hatte ihr wichtigstes Untersuchungsinstrument bekommen. Diese frühen Augenspiegel sind heute sehr selten und inzwischen bei Sammlern hoch gesucht.

„Keine Lösung der Probleme“

Zur Einführung der Strukturpauschale in der Augenheilkunde
Zum 1. Januar dieses Jahres ist die Strukturpauschale für konservativ tätige Augenärzte im Einheitlichen Bewertungs-maßstab (EBM) in Kraft getreten. Mittlerweile wurden zwei Quartale abgerechnet. Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus) erläutert im Folgenden, welche Auswirkung die Strukturpauschale bislang auf das Regelleistungsvolumen (RLV) und somit auf die Honorarsituation in der Augenheilkunde hat.

Kontaktlinsenanpassung bei Kindern

Ergebnisse des BVA-Junior-Projekts
Durch viele Negativerfahrungen mit Komplikationen bei Kontaktlinsen, insbesondere bei den Austauschsystemen, waren Augenärzte lange Zeit zurückhaltend mit der Indikationsstellung für Kontaktlinsen im Kindesalter. Um den Ophthalmologen einen sicheren Weg für die Anpassung von Kinderlinsen zu bieten, wurde 2005 das „BVA-Junior-Projekt“ initiiert. Dr. Dorothea Kuhn (Riedlingen) und Dr. Dieter Schnell (Ruppichteroth) fassen die aus dem Projekt gewonnenen Erfahrungen zusammen.

Kontaktoptische Aspekte des Keratokonus

Die Versorgung des Keratokonus mit Kontaktlinsen zählt nach wie vor zu den therapeutisch schwierigsten Aufgaben in der Kontaktoptik. Zahlreiche Begleiterkrankungen wie Tränenmangel, chronische Konjunktivitis oder allergische Dispositionen erschweren die Kontaktlinsenanpassung. Der hochgradige irreguläre Astigmatismus erlaubt nicht immer einen befriedigenden Linsensitz. Selbst nach erfolgreicher Keratoplastik bleiben Anpass- und Trageprobleme. Dr. Hans-Walter Roth, Dr. Gregor Nietgen, Dr. Alice Nietgen und Karin Späth (Ulm) erläutern ätiologische wie diagnostische Faktoren und stellen moderne topografische Verfahren zur Optimierung der Kontaktlinsenversorgung bei Keratokonus vor.

Medikamentöse Therapie des Trockenen Auges bei KL-Trägern

Patienten mit milden Formen des Trockenen Auges sind unter guten Bedingungen erfolgreich mit Kontaktlinsen zu versorgen. Dies gilt für die Anpassung formstabiler Linsen und von Tauschsystemen in gleicher Weise. Entscheidend sind hierbei drei Faktoren: die Auswahl des Kontaktlinsenmaterials, die Bestimmung der Tragezeit sowie die medikamentöse Therapie der Augenoberfläche. Dr. Thomas Kaercher (Heidelberg) gibt einen Überblick über medikamentöse Therapiemöglichkeiten des Trockenen Auges bei Kontaktlinsenträgern.

Luftdruckeinflüsse auf Augeninnendruck nach PPV

Können Luftdruckschwankungen bei vitrektomierten Augen zu einer Dekompensation des IOD beitragen?
Nach Pars-plana-Vitrektomie (PPV) mit Gasfüllung kommt es bei vielen Patienten zu einer vorübergehenden Dekompensation des Augeninnendrucks (IOD). Als wesentliche Ursache hierfür ist anzusehen, dass postoperativ Sauerstoff und CO2 in das gasgefüllte Auge diffundieren. Sinkt zusätzlich der umgebende Luftdruck, steigt relativ dazu der transsklerale Druck, der dem klinisch gemessenen Augeninnendruck entspricht. Im Rahmen einer Studie wurde an der Universitäts-Augenklinik Kiel untersucht, inwieweit Luftdruckschwankungen bei vitrektomierten Augen mit C2F6-Füllung zu einer Dekompensation des Augeninnendrucks beitragen. Priv.-Doz. Dr. Florian Rüfer, Andrea Kohlmann, Dr. Christian Kandzia, Priv.-Doz. Dr. Alexa Klettner und Prof. Dr. Johann Roider (Kiel) stellen die Ergebnisse vor.

Intravitreale Wirkstoffe bei chronischer, nichtinfektiöser Uveitis

Die Behandlung der nichtinfektiösen, posterioren Uveitis stellt sich oft als problematisch dar. Der überwiegend chronische Verlauf und der rezidivierende Charakter der Erkrankung erfordern eine langfristige Behandlung mit entzündungshemmenden beziehungsweise immunsuppressiven Wirkstoffen. Diese wurden bisher weitgehend systemisch verabreicht. Seit einiger Zeit steht zusätzlich die intravitreale Applikation zur Verfügung. Prof. Dr. Uwe Pleyer (Berlin) und Dr. Dicle Hazirolan (Ankara) fassen die bisherigen Erfahrungen mit intravitrealen Medikamentenapplikationen bei posteriorer Uveitis zusammen und weisen auf aktuelle Studien hin.