Aus der aktuellen Ausgabe

Steuerliche Abzugsfähigkeit von Aus- und Fortbildungskosten

Erhöhter Sonderausgabenabzug seit Jahresbeginn 2012
Der Einstieg in das Berufsleben stellt stetig wachsende Anforderungen an die Ausbildung von Berufsanfängern. Auch im Berufsalltag ist eine laufende Fortbildung erforderlich – und zwar für den Augenarzt wie für seine Arbeitnehmer. Die dafür notwendigen Kosten sind in bestimmtem Umfang steuerlich abzugsfähig. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert, welche Aus- und Fortbildungskosten steuerlich absetzbar sind und informiert über aktuelle Änderungen.

Transkorneale Elektrostimulation als Therapie bei RP?

Aktueller Stand neuer Studien zu Wirksamkeit und Sicherheit
Die Wirksamkeit der Elektrostimulation bei Netzhautdegeneration konnte in verschiedenen Tiermodellen gut untersucht und belegt werden. Im Gegensatz hierzu mussten die Untersuchungen beim Menschen bisher als eher schwach evident eingestuft werden. Im Rahmen einer Pilotstudie wurde die Wirksamkeit der Elektrostimulation bei Patienten mit Retinitis pigmentosa (RP) an der Universitäts-Augenklinik Tübingen untersucht, zwei weitere größere Studien sind angelaufen. Prof. Dr. Florian Gekeler und Dr. Tobias Peters (Tübingen) stellen die aktuellen Ergebnisse vor.

Antikoagulation und gerinnungswirksame Medikamente bei IVOM

Intravitreale Injektionstherapie und Thromboembolierisiko – was ist zu beachten?
Vor intravitrealen Injektionen müssen – wie auch bei anderen invasiven Eingriffen – Thromboembolierisiko nach Absetzen von Antithrombotika und Blutungsrisiko bei Fortführung einer antithrombotischen Therapie abgewogen werden. Bei den meisten invasiven Eingriffen wird das Blutungsrisiko über- und das Thromboembolierisiko unterschätzt. Vorliegende Studien zeigen, dass orale Antikoagulantien, Aspirin, Clopidogrel oder die duale Plättchenhemmung mit Aspirin und Clopidogrel nicht abgesetzt werden muss, um schwere Blutungen zu verhindern. Mit einer erhöhten Rate an subkonjunktivalen Blutungen ist jedoch zu rechnen. Prof. Dr. Peter Hellstern vom Institut für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin, Klinikum der Stadt Ludwigshafen, erläutert die Studienergebnisse.

Internationale Symposien zur Orbita in Mainz

Zu Diagnostik und Therapie der Erkrankungen der Orbita fanden im September zwei Fortbildungsveranstaltungen in der Universitäts-Augenklinik Mainz statt: Das internationale Orbita-Symposium „Management of orbital disease: What is the present gold standard?“ tagte vom 27. bis 28. September unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Pitz, Prof. George J. Kahaly und und Prof. Dr. Norbert Pfeiffer und unter Mitwirkung des BVA. In direktem zeitlichen Anschluss folgte der zweitägige „Graves‘ Orbitopathy Teaching Course der EUGOGO“ (European Group of Graves‘ Orbitopathy), ebenfalls unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Susanne Pitz und Prof. George J. Kahaly. Dr. Udo Hennighausen (Heide) berichtet über die Tagungen.

Konfliktmanagement in Klinik und Praxis

Konflikte wirken sich negativ auf den Arbeitsprozess aus, sie belasten auch die Zusammenarbeit in Krankenhaus und Arztpraxis. Jede vierte medizinische Fachangestellte beispielsweise hat innerlich gekündigt. Als Grund werden oftmals Konflikte am Arbeitsplatz genannt. Ein Klinikchef oder niedergelassener Arzt ist als Vorgesetzter auch Konfliktmanager und sollte bestehende Konflikte erkennen, steuern und lösen können. Ein Beitrag von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Steuerliche Abzugsfähigkeit berufsbedingter Umzugskosten

Flexibilität im Berufsleben ist heute eine Notwendigkeit, für den Inhaber einer Augenarztpraxis wie für seine Arbeitnehmer. Niemand kann in Zukunft mehr damit rechnen, den Ort seines beruflichen Mittelpunktes ein Leben lang behalten zu können. Jeder muss sich auf wechselnde Orte seiner Berufstätigkeit einstellen. Das bringt natürlich auch häufigere Wohnortwechsel mit sich. Umzüge aber kosten Geld. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert, welche Umzugskosten der Privatwohnung sich steuerlich absetzen lassen.

LASIK-Xtra: Standard-LASIK mit prophylaktischem CXL

Neues kombiniertes Verfahren für den Einsatz bei Risiko-Augen?
Das Verfahren des cornealen Crosslinkings (CXL), das zunächst zur Behandlung des krankhaften Keratokonus entwickelt und eingesetzt wurde, ist mittlerweile auch bei der Therapie der post-LASIK Ektasie zum Mittel der ersten Wahl geworden. Aus Überlegungen heraus, ob ein prophylaktisches CXL in Kombination mit einer Standard-LASIK bei Risikoaugen oder Grenzfällen zur Anwendung kommen kann, ist das Verfahren des so genannten LASIK-Xtra – also einer Kombination aus LASIK plus CXL, das noch während der Behandlung durchgeführt wird – entstanden. Weltweit sind über 30.000 Augen mit LASIK-Xtra behandelt worden, seit September wird das Verfahren an der Augenklinik am Neumarkt als erster Klinik in Deutschland angeboten. Dr. Omid Kermani (Köln) diskutiert den neuen Ansatz, dessen FDA-Zulassung nach Herstellerangaben unmittelbar bevorsteht.

ZVV: Kombination von Anti-VEGF und Laserphotokoagulation

Bessere Sehprognose durch Kombinationsbehandlung ischämischer Netzhautareale
Entsprechend der Studienergebnisse der Central Vein Occlusion Study Group ist bei einem Zentralvenenverschluss (ZVV) die Laserphotokoagulation der Netzhautperipherie nur bei einem ischämischen RVV mit aktiven Neovaskularisationen indiziert und soll eine Glaskörpereinblutung oder die Entwicklung eines Sekundärglaukoms verhindern. Nicht untersucht wurde in dieser Studie, ob eine selektive Laserphotokoagulation der ischämischen peripheren Netzhautareale zu einem besseren Endvisus oder einer signifikanten Reduktion der benötigten intravitrealen Injektionen führt. Diese Fragestellung stand in der an der Universitäts-Augenklinik Leipzig initiierten CoRaLa-Studie (Ranibizumab combined with selective peripheral laser photocoagulation for treatment of central retinal vein occlusion) im Mittelpunkt. Priv.-Doz. Dr. Matus Rehak, PhD, (Leipzig) fasst die jüngsten Ergebnisse der klinischen Pilotstudie zusammen.

Hydrophiler Glaskörperersatz

Bisherige Glaskörpertamponaden nach Vitrektomie, die ihre tamponierenden Eigenschaften vornehmlich durch die Kombination aus Oberflächenspannung und Auftriebsvektor erzielen (wie Gase, Silikonöle, semifluorierte Alkane), sind in ihrer Wirkung limitiert, da weder eine vollständige noch gleichmäßige Tamponade aller Netzhautanteile erreicht wird und eine proliferative Vitreoretinopathie nicht sicher zu verhindern ist. Ein alternativer Ansatz ist die Verwendung von Hydrogelen als Glaskörperersatz. Prof. Dr. Martin S. Spitzer (Tübingen) erläutert den möglichen Einsatz und berichtet über Untersuchungen der Tübinger Arbeitsgruppe mit UV-quervernetzter Hyaluronsäure.

Primäre 23-Gauge-Vitrektomie bei Pseudophakieamotio

Die rhegmatogene Netzhautablösung nach Kataraktoperation ist eine seltene, aber gefürchtete Komplikation, die häufig zu einer erheblichen Reduktion der Sehschärfe der Patienten führt. Heute stehen für das Management der Pseudophakieamotio verschiedene Verfahren zur Verfügung. In einer klinischen Studie wurden die Daten von 55 Patienten mit Pseudophakieamotio analysiert, die mittels 23-Gauge-Vitrektomie und Gastamponade an der Wiener Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie in den Jahren 2008 bis 2011 therapiert worden sind. Dr. Sandra Rezar, Prof. Dr. Stefan Sacu, Dr. Katharina Eibenberger, Prof. Dr. Wolf Bühl, Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth und Prof. Dr. Michael Georgopoulos (Wien) fassen ihre Studienergebnisse zusammen.