Aus der aktuellen Ausgabe

17. Retina International World Congress in Hamburg

„Licht am Horizont“
Unter dem Leitsatz „Gateway to Vision“ hatte Retina International, ein Zusammenschluss von 33 nationalen Selbsthilfevereinigungen von Betroffenen mit hereditären Netzhautdegenerationen, zum 17. Retina International World Congress eingeladen. Dr. Udo Hennighausen (Heide) berichtet über den im zweijährigen Turnus gemeinsam von Wissenschaftlern und Patienten veranstalteten internationalen Kongress, der in diesem Jahr in Hamburg tagte und insgesamt 720 Teilnehmende verzeichnen konnte.

Kommunikation in der Arztpraxis

Mitarbeiter müssen gefordert und gefördert werden
Eine gute Praxis zeichnet sich neben einem sauberen und freundlichen Erscheinungsbild vor allem durch ein serviceorientiertes und erfahrenes Team aus. Medizinische Fachangestellte sind die Visitenkarte der Praxis, denn sie stellen den ersten Kontakt dar und vermitteln einen ersten Eindruck, den der Patient von einer Praxis gewinnt. Um ihren vielfältigen Aufgaben gewachsen zu sein, müssen Mitarbeiter gefordert und gefördert werden. Gezielte Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil der Mitarbeiterführung und auch unter den Arzthelferinnen wichtig, um einen optimalen Praxiserfolg zu gewährleisten. Von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Atraumatische Amnionmembrantransplantation

Ein Überblick über Transplantationsarten und Trägermodelle
Die Amnionmembrantransplantation ist eine seit den 1940er Jahren entwickelte Methode zur Behandlung von Erkrankungen der Hornhautoberfläche. Durch Proteinase-Inhibitoren und antiinflammatorische Proteine reduziert die Amnionmembran Entzündungsmechanismen und minimiert die Ausbildung kornealer Neovaskularisationen. Priv.-Doz. Dr. Constantin E. Uhlig (Münster) gibt einen Überblick über Wirkmechanismen und Transplantations-arten und stellt derzeitige Trägermodelle internationaler Arbeitsgruppen vor.

Biomechanik der Kornea

Messmöglichkeiten mit dem Keratokonus-Match-Index
Zahlreiche Verfahren gestatten die geometrische Vermessung der Hornhaut, was als Grundlage für die Diagnostik des Keratokonus sowie die Therapieplanung für die refraktive Hornhautchirurgie dient. Aufgrund fehlender Messmöglichkeiten konnten Informationen über die korneale Biomechanik bislang aber nur aus Spenderhornhäuten in vitro erhalten werden. Dr. Zisis Gkatzioufas (Homburg/Saar) zeigt mit dem Keratokonus-Match-Index (KMI) eine moderne Software zur Früherkennung des Keratokonus auf.

DMEK – Evolution einer Revolution

Über viele Jahrzehnte gaben Ophthalmochirurgen der perforierenden Keratoplastik den Vorzug gegenüber der lamellären Transplantation, da diese wegen Problemen der Vernarbung und Wundheilung in der Regel nicht in einer guten Sehschärfe resultierte. Dieses hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Prof. Dr. Friedrich E. Kruse (Erlangen) gibt einen Überblick über die Transplantationsmethode der DMEK (Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty) und stellt die Weiterentwicklungen der diffizilen Operationstechnik dar, die eine deutliche Steigerung der Visusergebnisse ermöglicht haben.

Stammzellenbasierte Hornhautrekonstruktion

Forschungsansatz zur Hornhautregeneration mit Stammzellen aus Haarfollikeln
Die visuelle Rehabilitation von Patienten mit limbaler Stammzellinsuffizienz gilt seit langem als eine der großen Herausforderungen der Ophthalmochirurgie. Derzeitige Forschungsschwerpunkte konzentrieren sich auf die Evaluierung alternativer autologer Stammzellquellen zur Rekonstruktion und Transplantation von Hornhautepitheläquivalenten, um die Risiken einer immunologischen Abstoßung oder immunsuppressiven Therapie zu umgehen. Dr. rer. nat. Ewa Meyer-Blazejewska (Erlangen) stellt ihren Forschungsansatz vor und erläutert, inwieweit sich Haarfollikel als alternative Stammzellquelle für bilateral betroffene Patienten eignen.

Aktuelle Trends in der ambulanten Intraokularchirurgie

Ergebnisse der Umfrage 2011 von BDOC, BVA, DGII und DOG
Jedes Jahr werden von der DGII in Zusammenarbeit mit dem BVA und BDOC sowie der DOG Fragebögen an alle deutschsprachigen Ophthalmochirurgen zum Operationsverhalten versandt. Ausgewertet wurde der Rücklauf in diesem Jahr von Prof. Dr. Martin Wenzel (Trier), Prof. Dr. Thomas Kohnen (Frankfurt), Dr. Armin Scharrer (Fürth), Dr. Kaweh Schayan-Araghi (Dillenburg), Dr. Johannes Klasen (Dillenburg) und Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg). Einige Ergebnisse werden hier zusammengefasst.

19. Berliner Immunologie Seminar (BIS) 2012

Immunologie des Auges – kontrovers beleuchtet
Das diesjährige Berliner Immunologie Seminar (BIS) fand am 9. Juni statt, traditionell veranstaltet im Kaiserin Friedrich-Haus Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe Pleyer, Augenklinik der Charité Berlin, Campus Virchow Klinikum. Hinsichtlich der Themen verlief das Seminar allerdings anders als in den Vorjahren: Pro-Contra-Positionen und der Austausch von Erfahrungswerten prägten diesmal die Darstellung der einzelnen Themenaspekte. Ein Bericht von Priv.-Doz. Dr. Dieter E. Moeller (Berlin).

Genetics und Biomarker bei AMD

Sind kommerzielle Gentests sinnvoll?
Bei der Altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) besteht eine erhebliche genetische Komponente, die etwa 70 Prozent des Gesamtrisikos ausmacht, wobei die wichtigsten Risikogene in den letzten Jahren identifiziert werden konnten. Darüber hinaus sind nur relativ wenige Gene beteiligt, was prinzipiell eine genetische Diagnostik vereinfachen würde. Prof. Dr. Sascha Fauser (Köln) zeigt die wesentlichen Risikogene auf und erläutert, inwieweit kommerzielle Gentests sinnvoll sind.

Speicheldrüsentransplantation bei Keratokonjunktivis sicca

Zur chirurgischen Therapie des Trockenen Auges
In schweren Fällen der Keratokonjunktivis sicca, in denen etablierte Behandlungsmethoden nicht zum Ziel führen, besteht alternativ die Möglichkeit, eine körpereigene Speicheldrüse (Unterkieferspeicheldrüse) in die Schläfenregion zu verpflanzen und deren Ausführungsgang mit dem Auge beziehungsweise dem Bindehautsack zu verbinden. Das Auge wird fortan durch das Sekret der Speicheldrüse befeuchtet. Diese sehr spezielle Methode wurde Anfang der 90er Jahre entwickelt und wird seither weltweit an nur wenigen Kliniken praktiziert. Die Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universität zu Lübeck, konnte seit 1994 etwa 50 Patienten auf diesem Wege behandeln und verfügt damit über die größte Erfahrung in Europa. Prof. Dr. Dr. med. Peter Sieg (Lübeck) erläutert das chirurgische Behandlungsverfahren der Keratokonjunktivis sicca durch Speicheldrüsentransplantation und stellt Langzeitergebnisse vor.