Aus der aktuellen Ausgabe

„Die Kontaktlinse im Blickpunkt“

12. Kontaktlinsen-Kongress des BVA in Wiesbaden
Unter dem Motto „Die Kontaktlinse im Blickpunkt“ fand am 2. und 3. Juni im Kurhaus Wiesbaden der 12. Kontaktlinsen-Kongress des Berufsverbands der Augenärzte Deutschland (BVA) statt. Die von den BVA-Ressorts „Trockenes Auge und Oberflächenerkrankungen“ und „Kontaktlinsen“ organisierte Tagung bot den rund 400 Teilnehmern in 30 Vorträgen und 21 Kontaktlinsenkursen den aktuellen Stand zu Neuentwicklungen von Kontaktlinsen, ihren Reinigungs- und Desinfektionsmöglichkeiten sowie neueste Forschungsergebnisse und Therapieansätze des Trockenen Auges, das in der Kontaktologie eine große Rolle spielt. Ein Bericht von Dr. Riad Khaireddin (Bochum).

„Keine Lösung der Probleme“

Zur Einführung der Strukturpauschale in der Augenheilkunde
Zum 1. Januar dieses Jahres ist die Strukturpauschale für konservativ tätige Augenärzte im Einheitlichen Bewertungs-maßstab (EBM) in Kraft getreten. Mittlerweile wurden zwei Quartale abgerechnet. Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus) erläutert im Folgenden, welche Auswirkung die Strukturpauschale bislang auf das Regelleistungsvolumen (RLV) und somit auf die Honorarsituation in der Augenheilkunde hat.

Kontaktlinsenanpassung bei Kindern

Ergebnisse des BVA-Junior-Projekts
Durch viele Negativerfahrungen mit Komplikationen bei Kontaktlinsen, insbesondere bei den Austauschsystemen, waren Augenärzte lange Zeit zurückhaltend mit der Indikationsstellung für Kontaktlinsen im Kindesalter. Um den Ophthalmologen einen sicheren Weg für die Anpassung von Kinderlinsen zu bieten, wurde 2005 das „BVA-Junior-Projekt“ initiiert. Dr. Dorothea Kuhn (Riedlingen) und Dr. Dieter Schnell (Ruppichteroth) fassen die aus dem Projekt gewonnenen Erfahrungen zusammen.

Kontaktoptische Aspekte des Keratokonus

Die Versorgung des Keratokonus mit Kontaktlinsen zählt nach wie vor zu den therapeutisch schwierigsten Aufgaben in der Kontaktoptik. Zahlreiche Begleiterkrankungen wie Tränenmangel, chronische Konjunktivitis oder allergische Dispositionen erschweren die Kontaktlinsenanpassung. Der hochgradige irreguläre Astigmatismus erlaubt nicht immer einen befriedigenden Linsensitz. Selbst nach erfolgreicher Keratoplastik bleiben Anpass- und Trageprobleme. Dr. Hans-Walter Roth, Dr. Gregor Nietgen, Dr. Alice Nietgen und Karin Späth (Ulm) erläutern ätiologische wie diagnostische Faktoren und stellen moderne topografische Verfahren zur Optimierung der Kontaktlinsenversorgung bei Keratokonus vor.

Medikamentöse Therapie des Trockenen Auges bei KL-Trägern

Patienten mit milden Formen des Trockenen Auges sind unter guten Bedingungen erfolgreich mit Kontaktlinsen zu versorgen. Dies gilt für die Anpassung formstabiler Linsen und von Tauschsystemen in gleicher Weise. Entscheidend sind hierbei drei Faktoren: die Auswahl des Kontaktlinsenmaterials, die Bestimmung der Tragezeit sowie die medikamentöse Therapie der Augenoberfläche. Dr. Thomas Kaercher (Heidelberg) gibt einen Überblick über medikamentöse Therapiemöglichkeiten des Trockenen Auges bei Kontaktlinsenträgern.

Fallbericht: Orbitales Trauma durch einen Bambusstab

Unter Umständen können bagatellhaft anmutende Verletzungen mit schwerwiegenden orbitalen Traumata ein-hergehen. Katrin Belger, Dr. Christian Kandzia, Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang und Prof. Dr. Johann Roider berichten über einen Patienten, der nach einem zunächst harmlos scheinenden Sturz in eine Gartenhecke mit nur geringen Beschwerden am Folgetag in der Universitäts-Augenklinik vorstellig wurde. Bis auf Schmerzen beim Aufblick lagen keine weiteren subjektiven Beeinträchtigungen am Auge vor. Eine Computertomographie ergab das Vorliegen eines intraorbitalen Fremdkörpers.

Serie Auge und Sehen: Augenanatomie nach Ryff

Serie zur Sammlung Roth
Anatomische Bemerkungen über das Auge finden sich in den frühen Kulturen nicht, auch über die Untersuchungsmethoden des Auges, vor allem aber über die morphologischen Kenntnisse wird uns nichts überliefert. Erst die mittelalterlichen medizinischen Handschriften und frühen Drucke gehen auf die Morphologie des Auges ein. Nach Erfindung des Vergrößerungsglases und vor allem aber des Mikroskops im 16. Jahrhundert finden sich zunehmend Abbildungen, die dem heutigen anatomischen Wissen entsprechen. Bis zu diesem Zeitpunkt sind Augendarstellungen im Schnittbild meist Phantasiedarstellungen. Dies gilt auch für den bekannten Holzschnitt des Nürnberger Stadtarztes Walter Hermann Ryff. Das hier gezeigte Blatt, ein seltenes Original aus dem Jahr 1542‚ wurde von einem Sammler, selbst Augenarzt, für diese Serie freundlicherweise zu Verfügung gestellt.

Interview mit Prof. Dr. Klaus-Peter Steuhl zum DOG-Kongress 2012

„Eine Augenheilkunde“ lautet das Motto beim 110. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) – und klingt gleichermaßen als Forderung wie als Feststellung. Zudem wurde jüngst der bisherige Slogan der DOG abgeändert: Die „Wissenschaftliche Gesellschaft für Augenheilkunde“ nennt sich nun „Gesellschaft für Augenheilkunde“ – und will damit ein Zeichen setzen für mehr Geschlossenheit in der Fachgruppe. Wird die DOG berufspolitisch? DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem diesjährigen DOG-Präsidenten Prof. Dr. Klaus-Peter Steuhl (Essen) anlässlich des Kongresses über Entsolidarisierung und notwendige Geschlossenheit.

17. Retina International World Congress in Hamburg

„Licht am Horizont“
Unter dem Leitsatz „Gateway to Vision“ hatte Retina International, ein Zusammenschluss von 33 nationalen Selbsthilfevereinigungen von Betroffenen mit hereditären Netzhautdegenerationen, zum 17. Retina International World Congress eingeladen. Dr. Udo Hennighausen (Heide) berichtet über den im zweijährigen Turnus gemeinsam von Wissenschaftlern und Patienten veranstalteten internationalen Kongress, der in diesem Jahr in Hamburg tagte und insgesamt 720 Teilnehmende verzeichnen konnte.

Kommunikation in der Arztpraxis

Mitarbeiter müssen gefordert und gefördert werden
Eine gute Praxis zeichnet sich neben einem sauberen und freundlichen Erscheinungsbild vor allem durch ein serviceorientiertes und erfahrenes Team aus. Medizinische Fachangestellte sind die Visitenkarte der Praxis, denn sie stellen den ersten Kontakt dar und vermitteln einen ersten Eindruck, den der Patient von einer Praxis gewinnt. Um ihren vielfältigen Aufgaben gewachsen zu sein, müssen Mitarbeiter gefordert und gefördert werden. Gezielte Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil der Mitarbeiterführung und auch unter den Arzthelferinnen wichtig, um einen optimalen Praxiserfolg zu gewährleisten. Von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).