Aus der aktuellen Ausgabe

Quartalsabrechnung – ein Buch mit sieben Siegeln?

Eine Quartalsabrechnung ist ähnlich unbeliebt und unverständlich wie eine Steuererklärung. Meist beschränkt sich der niedergelassene Arzt darauf, einen Blick auf die zu überweisende Gesamtsumme zu werfen, die auf der ersten Seite der vier Mal im Jahr erscheinenden Abrechnung steht. Dabei enthält die Quartalsabrechnung aber viele wichtige Informationen, die es dem Arzt zumindest ein wenig ermöglichen, das eigene Leistungsangebot innerhalb seiner kassenärztlichen Tätigkeit in Bezug auf Qualität und Quantität sinnvoll zu steuern. Sie gibt unter anderem auch Auskunft darüber, ob und wie viele der von ihm erbrachten Leistungen im RLV oder nur zu einem abgestaffelten Punktwert bezahlt wurden und wie seine Kollegen abrechnen. Von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Neue MIOL mit trifokaler Optik

Ergebnisse aus einer multizentrischen Studie
Der Anspruch der Patienten an die postoperative Sehqualität ist in den letzten zehn Jahren deutlich angestiegen, nicht nur bei refraktivem Linsenaustausch, sondern auch in der Kataraktchirurgie. Mehrere Komponenten tragen dazu bei, dass die hohen Ansprüche — insbesondere der Multifokallinsen-Patienten — erfüllt werden können. Verbesserungsbedarf gibt es jedoch hinsichtlich des schwachen Intermediärvisus sowie möglicher Halos und Blendungen. Seit April dieses Jahres steht nun eine neue Generation von MIOL, die Trifokallinse, zur Verfügung. Im Rahmen einer multizentrischen Studie wurde untersucht, ob die klinischen Ergebnisse die theoretischen Erwartungen eines verbesserten Intermediärvisus bestätigen und wie sich das trifokale Design auf die Streulichteffekte wie Halos und Blendung auswirkt. Dr. Ralph Neuber und Prof. Dr. Norbert Körber (Köln) stellen die Ergebnisse vor.

Ausbildung von Kataraktchirurgen mit Hilfe von Simulatoren

Nachdem viele Studien gezeigt haben, dass es zu einer signifikant höheren chirurgischen Komplikationsrate bei jungen Ärzten im Vergleich zu erfahrenen Ophthalmochirurgen kommt, wurden einige Verfahren zur Ausbildung entwickelt, die keine Gefährdung für Patienten darstellen. Hierbei hat die Bedeutung von computerbasierten Ausbildungsmöglichkeiten stetig zugenommen, denn schnellere Prozessorleistungen, größere Speicherkapazitäten und bessere Bildauflösungen ermöglichen eine zunehmend realistischere Simulation der Wirklichkeit (Virtual Reality). Florian T. A. Kretz, Maria J. Sanchez und Prof. Dr. Gerd U. Auffarth (Heidelberg) erläutern die Ausbildung junger Kataraktchirurgen mit Hilfe des Eyesi-OP-Simulators, der wie eine Operationseinheit einer Augenklinik aufgebaut ist.

Simulation und Dissimulation bei gutachtlichen Fragestellungen

Validitätsprüfungen zielen darauf ab, vorhandene Sehfunktionen genau zu bestimmen oder wenigstens Mindestwerte zu schätzen. Möglich ist die objektive Prüfung oftmals ohne aufwändige Geräte, bedarf aber eines gewissen Zeitaufwandes. Die verschiedenen Methoden dienen vor allem dazu, subjektive Fehleinschätzungen zu korrigieren und Anlass für eine subtilere Diagnostik zu geben. Prof. Dr. Michael Gräf (Gießen) beschreibt unterschiedliche Methoden, die eine Validitätskontrolle subjektiver Angaben erlauben sowie teilweise einen relativ genauen quantitativen Nachweis tatsächlicher Sehfunktionen.

Stimulationstherapie bei Amblyopie

Computergestütztes Stimulationsverfahren zur Unterstützung der Okklusionstherapie
Die Amblyopie als funktionelle Sehstörung ist charakterisiert durch ein neuronal bedingtes Übertragungsdefizit der optischen Signale vom Auge zum Sehzentrum. An der TU Dresden wurde unter Leitung des Neuropsychologen Dr. Uwe Kämpf ein im Ortsauflösungsbereich niedrigfrequentes, neurosensorisches Stimulationsverfahren entwickelt, das – ergänzend zur Okklusionsbehandlung – zur nachträglichen Schulung der Neuronen und damit zur Neubahnung des gestörten Informationskanals beitragen soll. Dr. Gernot Petzold (Kulmbach) wendet dieses Stimulationsverfahren, für das weitere Evidenzstudien noch ausstehen, seit etwa einem Jahr in seiner Praxis an und fasst seine Erfahrungen zusammen.

Serie Auge und Sehen: Probierset für Farbgläser

Serie zur Sammlung Roth
Um die gewünschte Lichtabsorption zu ermitteln, wurden vom Optiker für die Kunden entsprechende Probiergläser bereitgehalten. Das Gestell des hier gezeigten Probiersets enthält drei verschieden dunkle Plangläser, die einzeln herausklappbar sind. Der Halter ist aus Büffelhorn. Er stammt aus der Zeit um 1810 und gehörte einst zum Standardwerkzeug eines jeden Okulisten. Dieses Probierset wurde auf einem Flohmarkt in Wien entdeckt und zu einem stolzen Preis für die Sammlung erworben.

Femto-Laser in der Katarakt- und IOL-Chirurgie

Welchen Vorteil und welche Optionen bietet die fs-lasergestützte Behandlung?
Die Ethikkommission der Ärztekammer Nordrhein hat einen Antrag auf Durchführung einer klinischen Studie (lfd. Nummer 2011339) über die Anwendung der Femtosekunden(fs)-lasergestützten Kataraktoperation mit folgender Begründung abgelehnt: „Das Studienvorhaben vermittelt keine ausreichende Begründung für die Vorteilsnahme zugunsten der geplanten lasergestützten Kataraktbehandlung gegenüber einer mit etwa 98-prozentigen Erfolgsaussicht ausgewiesenen Standardbehandlung“. Gibt es tatsächlich keinen Spielraum für Verbesserungen? Dr. Omid Kermani (Augenklinik am Neumarkt Köln) zeigt den aktuellen Stand in der Kataraktchirurgie auf und erläutert die potentiellen Vorteile einer fs-lasergestützten Behandlung in der Katarakt- und IOL-Chirurgie gegenüber der konventionellen Ultraschallphakoemulsifikation und plädiert für einen breiteren Einsatz des Verfahrens.

26. Kongress der DGII in Berlin

Vom 8. bis 10. März tagte im Estrel Convention Center in Berlin der 26. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII). Unter der Leitung des Tagungspräsidenten Priv.-Doz. Dr. Jörn Kuchenbecker (Helios Klinikum Berlin) war es nach 1994 die zweite DGII-Tagung, die in Berlin veranstaltet wurde. Mit 115 Vorträgen und Referaten, teils parallel in zwei Sitzungen, dazu vier Eröffnungs- und Begrüßungsworten, 20 Kursen und Wet-Labs sowie 12 Referaten für das Pflegepersonal wurde ein umfangreiches Programm geboten. Priv.-Doz. Dr. Dieter E. Moeller (Berlin) berichtet über die Themen und Diskussionspunkte.

GNA11- und GNAQ-Mutationsanalyse bei unklaren Melanomen

Ein neuer diagnostischer Marker für Metastasen des uvealen Melanoms?
Uveale Melanome streuen im Falle einer Metastasierung typischerweise in die Leber, seltener in Lunge und Knochen. Orbitale oder subkutane Metastasen sind insbesondere als Erstmanifestation eines metastasierten uvealen Melanoms eine absolute Rarität. Dr. Michael R. R. Böhm, Dr. Athanasios Tsianakas, Priv.-Doz. Dr. Tillmann Spieker, Dr. Ralph-Laurent Merté, Dr. Ulrike H. Grenzebach und Prof. Dr. Nicole Eter stellen neue Aspekte der Mutationsanalyse von GNA11 und GNAQ hinsichtlich Diagnosefindung unklarer Malignome und deren Assoziation zu uvealen Melanomen vor.

Epimakuläre Brachytherapie mit Strontium 90

Vor- und Nachteile der neuen Therapieoption zur Behandlung der feuchten AMD
Anti-VEGF-Injektionen stellen heute die Standardtherapie bei feuchter Altersbedingter Makuladegeneration (AMD) dar. Allerdings sprechen etwa 20 bis 30 Prozent der behandelten Patienten auf die Behandlung nicht an. Für diese Patienten bietet sich mit der epimakulären Brachytherapie mit Strontium 90 ein völlig anderes Therapiekonzept, das sich die antiproliferative, antiangiogenetische und antifibrotische Wirkung gering dosierter radioaktiver Strahlung zunutze macht. Die Anfang 2011 neu eingeführte Therapieform besteht in einer nur einmaligen Bestrahlung, ist andererseits aber auch mit dem möglichen Risiko einer behandlungsinduzierten Strahlenretinopathie verbunden. Dr. Birgit Böhm (Augenklinik am Neumarkt, Köln) erörtert Vor- und Nachteile der epimakulären Brachytherapie und stellt zwei Fälle aus eigenem Patientengut vor.