Aus der aktuellen Ausgabe

Interview mit Dr. Armin Scharrer zum DOC-Kongress 2012

Vom 14. bis 16. Juni tagt in Nürnberg der 25. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC). Dr. Armin Scharrer (Fürth), DOC-Kongresspräsident und 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Oph-thalmochirurgen e.V. (BDOC), erläutert Entwicklungen des Faches, denen das Programm Rechnung trägt, und bezieht Stellung zu einigen berufspolitisch aktuellen Fragen.

Doppelte Haushaltsführung

Doppelte Haushaltsführung liegt immer dann vor, wenn der Inhaber einer Augenarzt-Praxis außerhalb des Ortes der Praxis seinen Familienhausstand unterhält und am Ort der Praxis eine Zweitwohnung hat. Die daraus resultierenden teils beträchtlichen Mehraufwendungen können steuerlich abgesetzt werden, wenn die doppelte Haushaltsführung beruflich veranlasst ist. Und das ist neuerdings eigentlich immer der Fall. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert anhand von Beispielen die Voraussetzungen für eine finanzamtliche Anerkennung.

Modifizierung der intrastromalen Presbyopiekorrektur mittels Femtosekundenlaser

Studie zu kornealen Veränderungen bei verschiedenen Behandlungsmustern
Die intrastromale Presbyopiekorrektur mittels Femtosekundenlaser, auch INTRACOR-Verfahren genannt, ist seit 2009 für die Behandlung presbyoper Patienten mit geringer Hyperopie zugelassen. Um die Behandlung auch emmetropen oder leicht myopen Patienten zugänglich zu machen, wurde ein modifiziertes Muster entwickelt, das bisher nur im Rahmen einer Studie angewendet wurde. Ziel einer aktuellen Untersuchung an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg war die Evaluierung kornealer Veränderungen (korneale Aufsteilung beziehungsweise Abflachung, Pachymetrie, Endothelzellzahl) nach INTRACOR mit dem regulären sowie dem modifizierten Behandlungsmuster. Dr. Bettina C. Thomas, Dipl.-Ing. (FH) Anna Fitting, Prof. Dr. Gerd U. Auffarth, FEBO, und Prof. Dr. Mike P. Holzer, FEBO, stellen die Ergebnisse vor.

Femto-Laser in der Katarakt- und IOL-Chirurgie

Welchen Vorteil und welche Optionen bietet die fs-lasergestützte Behandlung?
Die Ethikkommission der Ärztekammer Nordrhein hat einen Antrag auf Durchführung einer klinischen Studie (lfd. Nummer 2011339) über die Anwendung der Femtosekunden(fs)-lasergestützten Kataraktoperation mit folgender Begründung abgelehnt: „Das Studienvorhaben vermittelt keine ausreichende Begründung für die Vorteilsnahme zugunsten der geplanten lasergestützten Kataraktbehandlung gegenüber einer mit etwa 98-prozentigen Erfolgsaussicht ausgewiesenen Standardbehandlung“. Gibt es tatsächlich keinen Spielraum für Verbesserungen? Dr. Omid Kermani (Augenklinik am Neumarkt Köln) zeigt den aktuellen Stand in der Kataraktchirurgie auf und erläutert die potentiellen Vorteile einer fs-lasergestützten Behandlung in der Katarakt- und IOL-Chirurgie gegenüber der konventionellen Ultraschallphakoemulsifikation und plädiert für einen breiteren Einsatz des Verfahrens.

26. Kongress der DGII in Berlin

Vom 8. bis 10. März tagte im Estrel Convention Center in Berlin der 26. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII). Unter der Leitung des Tagungspräsidenten Priv.-Doz. Dr. Jörn Kuchenbecker (Helios Klinikum Berlin) war es nach 1994 die zweite DGII-Tagung, die in Berlin veranstaltet wurde. Mit 115 Vorträgen und Referaten, teils parallel in zwei Sitzungen, dazu vier Eröffnungs- und Begrüßungsworten, 20 Kursen und Wet-Labs sowie 12 Referaten für das Pflegepersonal wurde ein umfangreiches Programm geboten. Priv.-Doz. Dr. Dieter E. Moeller (Berlin) berichtet über die Themen und Diskussionspunkte.

GNA11- und GNAQ-Mutationsanalyse bei unklaren Melanomen

Ein neuer diagnostischer Marker für Metastasen des uvealen Melanoms?
Uveale Melanome streuen im Falle einer Metastasierung typischerweise in die Leber, seltener in Lunge und Knochen. Orbitale oder subkutane Metastasen sind insbesondere als Erstmanifestation eines metastasierten uvealen Melanoms eine absolute Rarität. Dr. Michael R. R. Böhm, Dr. Athanasios Tsianakas, Priv.-Doz. Dr. Tillmann Spieker, Dr. Ralph-Laurent Merté, Dr. Ulrike H. Grenzebach und Prof. Dr. Nicole Eter stellen neue Aspekte der Mutationsanalyse von GNA11 und GNAQ hinsichtlich Diagnosefindung unklarer Malignome und deren Assoziation zu uvealen Melanomen vor.

Epimakuläre Brachytherapie mit Strontium 90

Vor- und Nachteile der neuen Therapieoption zur Behandlung der feuchten AMD
Anti-VEGF-Injektionen stellen heute die Standardtherapie bei feuchter Altersbedingter Makuladegeneration (AMD) dar. Allerdings sprechen etwa 20 bis 30 Prozent der behandelten Patienten auf die Behandlung nicht an. Für diese Patienten bietet sich mit der epimakulären Brachytherapie mit Strontium 90 ein völlig anderes Therapiekonzept, das sich die antiproliferative, antiangiogenetische und antifibrotische Wirkung gering dosierter radioaktiver Strahlung zunutze macht. Die Anfang 2011 neu eingeführte Therapieform besteht in einer nur einmaligen Bestrahlung, ist andererseits aber auch mit dem möglichen Risiko einer behandlungsinduzierten Strahlenretinopathie verbunden. Dr. Birgit Böhm (Augenklinik am Neumarkt, Köln) erörtert Vor- und Nachteile der epimakulären Brachytherapie und stellt zwei Fälle aus eigenem Patientengut vor.

Jahrestagung des DKVB in Eckernförde

Am 2. und 3. März fand in Eckernförde die Jahrestagung des Deutschen Komitees zur Verhütung von Blindheit (DKVB) in Verbindung mit der Tagung der Sektion Internationale Ophthalmologie der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft statt. Die Organisation der diesjährigen Veranstaltung hatte das ortsansässige Ehepaar Ingrid und Dr. Hans-Joachim Miertsch übernommen. Dr. Hannsjürgen Trojan (Marburg) fasst die Inhalte der Tagung zusammen.

Serie Auge und Sehen: Chinesische Fadenbrille

Serie zur Sammlung Roth
Das Altern des Auges, seine optischen Fehler und die Not­wendigkeit diese mit brechenden Gläsern zu behandeln, betrifft Menschen aller Kulturen. Vor allem im fortgeschrittenen Alter wird spätestens mit Nachlassen der Akkommodation für je­den Menschen ein optischer Ausgleich im Nahbereich beziehungs­weise beim Lesen nötig. Die Frage, ob nicht – wie viele andere Errungenschaften der modernen Zivilisation auch – die Brille eine Erfidung aus dem alten China sei und durch Marco Polo im 14. Jahrhundert nach Europa gelangte, lässt sich leicht beantworten: Es gibt bis heute in Fernost weder archäologische Funde noch Ab­bildungen, die auf eine frühe Kenntnis von durchsichtigen Glas oder seinem Schliff zu Brillengläsern schließen lassen. Man darf heute davon ausgehen, dass erst die christlichen Mönche dieses Wissen den Chinesen übermittelten.