Aus der aktuellen Ausgabe

Serie Auge und Sehen: Chinesische Fadenbrille

Serie zur Sammlung Roth
Das Altern des Auges, seine optischen Fehler und die Not­wendigkeit diese mit brechenden Gläsern zu behandeln, betrifft Menschen aller Kulturen. Vor allem im fortgeschrittenen Alter wird spätestens mit Nachlassen der Akkommodation für je­den Menschen ein optischer Ausgleich im Nahbereich beziehungs­weise beim Lesen nötig. Die Frage, ob nicht – wie viele andere Errungenschaften der modernen Zivilisation auch – die Brille eine Erfidung aus dem alten China sei und durch Marco Polo im 14. Jahrhundert nach Europa gelangte, lässt sich leicht beantworten: Es gibt bis heute in Fernost weder archäologische Funde noch Ab­bildungen, die auf eine frühe Kenntnis von durchsichtigen Glas oder seinem Schliff zu Brillengläsern schließen lassen. Man darf heute davon ausgehen, dass erst die christlichen Mönche dieses Wissen den Chinesen übermittelten.

Fallbericht: Posteriore subkapsuläre Katarakt

Entwicklung und Spontanresorption nach sulkusgestützter ICL-Implantation
Bei bestimmten Patienten sind die verbreiteten Excimerlaser-Behandlungen (LASIK und PRK) beispielsweise wegen zu dünner Hornhaut kontraindiziert. Handelt es sich um junge Patienten mit intakter Akkommodation und klarer Linse, ist die Implantation einer phaken Intraokularlinse (pIOL) eine Möglichkeit zur refraktiven Korrektur. Dr. Otto Fricke, Dr. Toam Katz, Dr. Mau-Thek Eddy, Prof. Dr. Gisbert Richard und Dr. Stephan Linke berichten über den Fall eines 36-jährigen Patienten mit hoch myopen, sonst gesunden Augen, der sich mit dem Wunsch nach einem refraktiven Eingriff Ärzten der Care-Vision/Universitäts-Augenklinik Hamburg-Eppendorf vorstellte und eine posteriore sub-kapsuläre Katarakt nach Implantation einer sulkusgestützten ICL (Intraokulare Collamer-Linse) entwickelte.

Die richtigen Mitarbeiterinnen für die Praxis

Auswahl und Förderung von Mitarbeitern
Personalauswahl und Personalentwicklung zählen immer noch zu den Bereichen der Unternehmensführung, die in vielen Praxen geradezu stiefmütterlich behandelt werden. Häufig erfolgt die Einstellung unter Zeitdruck und somit quasi nach dem Zufallsprinzip. Dabei ist der „Kostenfaktor Personal“ einer der wesentlichen, nicht nur betriebswirtschaftlichen Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg einer Praxis. Annette Kruse-Keirath, Unternehmensberaterin für Heilberufe (Rheine), erläutert praxistaugliche Methoden für eine erfolgreiche Personalauswahl und Mitarbeiterführung.

AMD-Netz NRW

„Augenheilkunde im Wandel“
Zu einer zweiteiligen Veranstaltung unter dem Titel „Augenheilkunde im Wandel“ hatte das AMD-Netz NRW am 31. März in die Ärztekammer Nordrhein in Düsseldorf geladen: während die aktuelle Gesundheitspolitik und ihre Auswirkungen auf die augenärztliche Versorgung im ersten Teil im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand, galt der zweite Teil den vielfältigen Aspekte der Therapie und Betreuung von AMD-Patienten. Von Dagmar Krutzki.

Veränderungen der Hornhautdicke und des IOD während einer aktiven Uveitis

Bei Vorliegen einer akuten anterioren Uveitis ist die Messung des Augeninnendruckes (IOD) auch während der aktiven Entzündung wichtig, um eine eventuelle okuläre Hypertension adäquat behandeln zu können. Priv.-Doz. Dr. Carsten Heinz, FEBO, Dr. Suphi Taneri, Dr. Martin Rösel, FEBO, und Prof. Dr. Arnd Heiligenhaus, FEBO, stellen die Ergebnisse einer Studie an der Augenabteilung am St. Franziskus Hospital in Münster vor, die Veränderungen der Hornhautdicke und des Augeninnendruckes während einer aktiven Uveitis untersuchte.

Okuläre Hypertension und Primär-chronisches Offenwinkelglaukom

Faktoren zur Grenzbestimmung
In den letzten Jahrzehnten hat sich das Krankheitsbild des Primär-chronischen Offenwinkelglaukoms (POWG) im Bewusstsein der Augenärzte mehr und mehr aus dem Fokus der allein druckbedingten Erkrankungen herausgelöst. Die meisten der Glaukomerkrankungen werden sicher aber auch heute noch am erhöhten Augendruck und an den morphologisch als typisch beschriebenen Papillenveränderungen diagnostiziert. Dr. Christian Foja (Leipzig) erörtert anhand gültiger Leitlinien und Literaturergebnisse die Abgrenzung des POWG von einer okulären Hypertension (OHT).

Fortbildung in Neuroophthalmologie

Kurse in Tübingen und Empfehlungen für Fachpublikationen
Die Bedeutung der Neuroophthalmologie in der Praxis des niedergelassenen Augenarztes dürfte in naher Zukunft – nicht nur wegen des demografischen Wandels – weiter an Bedeutung gewinnen. Dr. Udo Hennighausen (Heide) empfiehlt nicht nur die kontinuierliche Fortbildung durch entsprechende Kurse, sondern stellt auch verschiedene Publikationen zur Weiterbildung und zum Gebrauch in der Praxis vor.

Klassifikation für die Paralympics 2012

Universitäts-Augenklinik Heidelberg beteiligt sich aktiv an der Klassifikation der Judoka
Die Internationalen Deutschen Einzelmeisterschaften im Judo für Sehgeschädigte, die vom 23. bis 25 März in Heidelberg ausgetragen wurden, bildeten zugleich die letzte Gelegenheit der Judoka, sich für die Paralympics 2012 zu klassifizieren. Gemeinsam mit der „International Blind Sports Federation“ (IBSA) konnten hierbei 37 Athleten aus neun Ländern am 23. und 24. März in der Universitäts-Augenklinik Heidelberg klassifiziert werden. Damit fand zum ersten Mal eine solche Klassifikation an einem deutschen Universitätsklinikum statt. Untersucht wurden die Judoka von drei internationalen Augenärzten aus Bulgarien, Griechenland und Deutschland, um die Athleten in die einzelnen Behinderungsgrade einzuteilen. Nur vier der 37 Sportler konnten jedoch nicht für die Judo-Wettkämpfe der Paralympics zugelassen werden, da ihre Sehleistung zu hoch beurteilt wurde.

Die Rolle von Clathrin in der Pathogenese der endokrinen Orbitopathie

Die Rolle von Clathrin in der Pathogenese der endokrinen Orbitopathie
Die endokrine Orbitopathie ist eine entzündliche fibroproliferative Erkrankung der orbitalen Bindegewebe, die meist mit dem Morbus Basedow assoziiert ist. Der klinische Phänotyp ist individuell sehr variabel und korreliert mit dem Verlauf der Schilddrüsenerkrankung. Da Orbitafibroblasten an allen pathogenetisch wichtigen Prozessen der endokrinen Orbitopathie aktiv und passiv beteiligt sind, stellen sie ein gutes Ziel für neue Therapiestrategien dar. Dr. Melissa Meyer zu Hörste, Elena Ströher, Utta Berchner-Pfannschmidt, Dr. Simone Schmitz-Spanke, Dipl.-Chem. Mario Pink, Dr. Joachim R. Göthert, Prof. Dr. Jens W. Fischer, Prof. Dr. Erich Gulbins und Prof. Dr. Anja K. Eckstein erläutern die Rolle von Clathrin, einem neu identifizierten Protein, in der Pathogenese der endokrinen Orbitopathie.

Psychosomatische Erkrankungen in der Augenarztpraxis

Manche Augenerkrankungen können durch eine verstärkte Reaktion des vegetativen Nervensystems, wie Stress und Anspannung, negativ in ihrem Verlauf beeinflusst werden. Dr. Gabriele Emmerich (Darmstadt), BVA-Ressortleitung für Psychosomatik in der Augenheilkunde, erörtert mögliche Zusammenhänge sowie die Frage, wie der Behandler diese Komponente erkennt und der Patient in seiner Salutogenese unterstützt werden kann.