Aus der aktuellen Ausgabe

Erhöhter Zentralvenendruck als Risikofaktor für Glaukomschaden

In der Praxis finden sich immer wieder Patienten, bei denen es trotz niedrigem Augeninnendruck und ausreichendem Perfusionsdruck zu einer Einschränkung des Gesichtsfelds kommt. Arbeiten aus den letzten Jahren weisen darauf hin, dass sich zumindest bei einigen Patienten eine solche Entwicklung durch einen erhöhten Zentralvenendruck erklären lassen könnte. In einer Studie an der Universitäts-Augenklinik Dresden wurde der Perfusionsdruck am Auge bei Glaukompatienten und Gesunden mit zwei unterschiedlichen Formeln berechnet: Neben der Standardformel wurde der Druck in der zentralen Netzhautvene in mmHg zur Berechnung des Perfusionsdrucks gemessen. Dr. Michael Haustein, S. Ventzke, Prof. Dr. rer. nat. Eberhard Spörl, Prof. Dr. Lutz E. Pillunat und Prof. Dr. Richard Stodtmeister stellen die Studienergebnisse vor und erörtern den erhöhten Zentralvenendruck als Risikofaktor für Glaukomschaden.

Altbewährte und innovative Therapie der Volkskrankheit Blepharitis

Das Stufenschema für die Augenarztpraxis
Als häufigste Ursache der hinteren Blepharitis wird die Meibomdrüsendysfunktion angesehen, die gegenwärtig vor allem in Bezug mit dem (hyperevaporativen) Trockenen Auge vermehrt in den Vordergrund tritt. Aufgrund des progredienten Charakters der Erkrankung, die initial meist asymptomatisch verläuft, kann im Spätstadium eine Therapieresistenz durch eine irreversible Atrophie der Meibomdrüsen auftreten. Zur Prävention einer fortschreitenden MGD ist die frühzeitige Diagnose und Behandlung empfehlenswert. Dr. Nicole Zimmermann und Prof. Dr. Carl Erb (Augenklinik am Wittenbergplatz, Berlin) fassen die Therapieoptionen, die sich anhand der MGD-Stadien in Form eines Stufenschemas orientieren, zusammen. Die Empfehlungen der nächsthöheren Stufe sind immer als zusätzliche Maßnahme zu den Therapieoptionen der vorherigen Stufe zu verstehen. Zusätzlich werden konkrete Präparate-Empfehlungen gegeben und insbesondere sinnvolle Kombinationen beschrieben.

Serie Auge und Sehen: Römische Augenperle

Serie zur Sammlung Roth
Die hier gezeigte Augenperle stammt aus einer Ausgrabung aus dem Stadtgebiet des frühchristlichen Konstantinopel, dem Zentrum des heutigen Istanbuls. Sie wird in das 4. Jahrhundert nach Christus datiert. Insgesamt drei Mal wiederholt sich auf der iridisierten, grün schimmernden Glaskugel das Augenmotiv. Wie man die kleine Kugel auch dreht, immer schaut eines der Augen auf den Betrachter.

Fall: Hyaluronsäureinjektionen in der Okuloplastik

Ein tiefer, persistierender Oberlidsulcus und Enophthalmus stellt für viele Patienten nach Enukleation ein kosmetisches und teilweise auch funktionelles Problem bei der Fixierung der Prothese dar. Dr. Natalie Minko und Priv.-Doz. Eckart Bertelmann (Berlin) berichten über zwei Patienten mit tiefem persistierendem Oberlidsulcus und Enophthalmus bei Postenukleationssyndrom, denen zur Behandlung eine quervernetzte Hyaluronsäure tief intradermal und intrakonal injiziert wurde. Das Resorptionsverhalten wurde anhand von Fotos protokolliert.

1. Homburger Keratoconus-Symposium (HKCS)

Im Rahmen der ersten Homburger Herbstakademie fand am 12. November unter der Leitung von Prof. Dr. Berthold Seitz das erste Homburger Keratoconus Symposium (HKCS 2011) statt. Rund 300 Teilnehmer, sowohl Hornhautexperten, niedergelassene Augenärzte, Kollegen aus anderen deutschen Augenkliniken als auch Medizinstudenten sowie Keratokonuspatienten, fanden sich zur Tagung ein. Dr. Udo Hennighausen (Heide) fasst das Symposium zusammen.

Unterschiede im Beschwerdebild von Patienten mit trockenem Auge

Rheumatische Grunderkrankungen versus Graft-versus-Host-Erkrankung
Am Interdisziplinären Uveitiszentrum der Universitäts-Augenklinik Heidelberg werden seit 2008 Patienten mit trockenem Auge bedingt durch Systemassoziationen – vor allem bei Zustand nach Chemotherapie bei maligner Grunderkrankung, bei Patienten mit rheumatoider Grunderkrankung und Patienten mit chronischer Graft-versus-Host-Disease – betreut. Dr. Eva Jakob, Ines Metzger, Dr. Barbara Lorch, Brigitte Mann, Elisabeth Mertz und Dr. Friederike Mackensen (Heidelberg) fassen Ergebnisse einer retrospektiven Studie zu unterschiedlichen Beschwerden im Krankheitsbild entsprechend der verschiedenen Grunderkrankungen zusammen.

Serie Auge und Sehen: Messingbrille

Serie zur Sammlung Roth
Lesebrillen aus Messing waren im 18. und 19. Jahrhundert Massenware. Das Material war gegenüber Holz, Leder oder Kupfer zwar schwerer zu bearbeiten, das stabile Gestell hielt dafür aber über Jahrzehnte. Solche Brillen wurden über mehrere Generationen hin immer wieder weitergegeben. Die noch recht dicken Gläser hatten bereits eine Einheitsstärke von 2 bis 3 Dioptrien. Die Bügel reichten inzwischen schon bis zu den Ohren, eine Schnur sicherte das Gestell gegen das Abrutschen. Diese Brille stammt aus der Zeit um 1780, sie wurde in einem Antiquitätengeschäft in Wien erworben.

11. Frankfurter Fortbildungskurs für Refraktive Chirurgie

Update zur Refraktiven Chirurgie
Am 26. November fand der 11. Frankfurter Fortbildungskurs für Refraktive Chirurgie (FFRC) unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Kohnen auf dem neuen Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main statt. Den rund 250 Teilnehmern wurde von den 14 Referenten aus Klinik und Wissenschaft ein umfassendes Update zur Refraktiven Chirurgie geboten – von der Excimerlaserchirurgie über die phaken Intraokularlinsen und den refraktiven Linsenaustausch bis zu den verschiedenen Möglichkeiten der chirurgischen Presbyopiekorrektur. Dipl.-Ing. (FH) Oliver Klaproth fasst die Tagungsthemen zusammen.

Häusliches Arbeitszimmer

Aufwendungen rückwirkend wieder begrenzt steuerlich abzugsfähig
Die steuerliche Anerkennung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer führen häufig zu Streitigkeiten mit dem Finanzamt. Unzählige Urteile des obersten Finanzgerichts zu diesem Themenbereich sind ergangen. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert anhand von Beispielen, welche Kriterien für die steuerliche Berücksichtigung zu beachten sind.

Makulavolumen bei Multipler Sklerose

Stadienabhängige Verminderung des Makulavolumens – eine OCT-Studie
Rezente Studien haben eine Verdünnung der retinalen Nervenfaserschicht (RNFL) bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) gezeigt, unabhängig einer Vorgeschichte mit Optikusneuritis. Offensichtlich kommt es zu Veränderungen der RNFL bei Multipler Sklerose auch ohne Augenbeteiligung. Hieran schließen sich Fragen an wie beispielsweise, ob das OCT als biologischer Marker für den Krankheitsverlauf bei MS oder auch das Ansprechen einer Therapie oder auch zur Einschätzung der Gesamt- oder Visusprognose geeignet ist? Priv. Doz. Dr. Andrea Hassenstein (Hamburg) berichtet über Ergebnisse eigener Untersuchungen und weiterer Fragen zum Thema, die im Rahmen einer interdisziplinären Studie an der Universitäts-Augenklinik Hamburg geklärt werden sollen.