Aus der aktuellen Ausgabe

Okuläre Hypertension und Primär-chronisches Offenwinkelglaukom

Faktoren zur Grenzbestimmung
In den letzten Jahrzehnten hat sich das Krankheitsbild des Primär-chronischen Offenwinkelglaukoms (POWG) im Bewusstsein der Augenärzte mehr und mehr aus dem Fokus der allein druckbedingten Erkrankungen herausgelöst. Die meisten der Glaukomerkrankungen werden sicher aber auch heute noch am erhöhten Augendruck und an den morphologisch als typisch beschriebenen Papillenveränderungen diagnostiziert. Dr. Christian Foja (Leipzig) erörtert anhand gültiger Leitlinien und Literaturergebnisse die Abgrenzung des POWG von einer okulären Hypertension (OHT).

Fortbildung in Neuroophthalmologie

Kurse in Tübingen und Empfehlungen für Fachpublikationen
Die Bedeutung der Neuroophthalmologie in der Praxis des niedergelassenen Augenarztes dürfte in naher Zukunft – nicht nur wegen des demografischen Wandels – weiter an Bedeutung gewinnen. Dr. Udo Hennighausen (Heide) empfiehlt nicht nur die kontinuierliche Fortbildung durch entsprechende Kurse, sondern stellt auch verschiedene Publikationen zur Weiterbildung und zum Gebrauch in der Praxis vor.

Klassifikation für die Paralympics 2012

Universitäts-Augenklinik Heidelberg beteiligt sich aktiv an der Klassifikation der Judoka
Die Internationalen Deutschen Einzelmeisterschaften im Judo für Sehgeschädigte, die vom 23. bis 25 März in Heidelberg ausgetragen wurden, bildeten zugleich die letzte Gelegenheit der Judoka, sich für die Paralympics 2012 zu klassifizieren. Gemeinsam mit der „International Blind Sports Federation“ (IBSA) konnten hierbei 37 Athleten aus neun Ländern am 23. und 24. März in der Universitäts-Augenklinik Heidelberg klassifiziert werden. Damit fand zum ersten Mal eine solche Klassifikation an einem deutschen Universitätsklinikum statt. Untersucht wurden die Judoka von drei internationalen Augenärzten aus Bulgarien, Griechenland und Deutschland, um die Athleten in die einzelnen Behinderungsgrade einzuteilen. Nur vier der 37 Sportler konnten jedoch nicht für die Judo-Wettkämpfe der Paralympics zugelassen werden, da ihre Sehleistung zu hoch beurteilt wurde.

Die Rolle von Clathrin in der Pathogenese der endokrinen Orbitopathie

Die Rolle von Clathrin in der Pathogenese der endokrinen Orbitopathie
Die endokrine Orbitopathie ist eine entzündliche fibroproliferative Erkrankung der orbitalen Bindegewebe, die meist mit dem Morbus Basedow assoziiert ist. Der klinische Phänotyp ist individuell sehr variabel und korreliert mit dem Verlauf der Schilddrüsenerkrankung. Da Orbitafibroblasten an allen pathogenetisch wichtigen Prozessen der endokrinen Orbitopathie aktiv und passiv beteiligt sind, stellen sie ein gutes Ziel für neue Therapiestrategien dar. Dr. Melissa Meyer zu Hörste, Elena Ströher, Utta Berchner-Pfannschmidt, Dr. Simone Schmitz-Spanke, Dipl.-Chem. Mario Pink, Dr. Joachim R. Göthert, Prof. Dr. Jens W. Fischer, Prof. Dr. Erich Gulbins und Prof. Dr. Anja K. Eckstein erläutern die Rolle von Clathrin, einem neu identifizierten Protein, in der Pathogenese der endokrinen Orbitopathie.

Psychosomatische Erkrankungen in der Augenarztpraxis

Manche Augenerkrankungen können durch eine verstärkte Reaktion des vegetativen Nervensystems, wie Stress und Anspannung, negativ in ihrem Verlauf beeinflusst werden. Dr. Gabriele Emmerich (Darmstadt), BVA-Ressortleitung für Psychosomatik in der Augenheilkunde, erörtert mögliche Zusammenhänge sowie die Frage, wie der Behandler diese Komponente erkennt und der Patient in seiner Salutogenese unterstützt werden kann.

Die aktuelle Hilfsmittel-Richtlinie

Ein kritischer Kommentar zur Verordnungsfähigkeit von Sehhilfen
Die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von Hilfsmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung soll die angemessene Versorgung der Versicherten mit Hilfsmitteln, wie beispielsweise Sehhilfen, sicherstellen. Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) kommentiert die Problematik und Schwächen der Richtlinie.

Kinder im Einkommensteuerrecht

Neuregelungen durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011
Kinder kosten Geld. Wie weit der Staat diese Ausgaben in Form von Steuervergünstigungen anerkennt, ist vielen Eltern nicht bekannt. Da kindabhängige Vergünstigungen vielfach nur auf Antrag gewährt werden, kann diese Unkenntnis gegebenenfalls den Verzicht auf erhebliche Steuerersparnisse zur Folge haben. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert anhand von Beispielen einige Änderungen, die sowohl den Familienlastenausgleich als auch die Kinderbetreuungskosten und den Ausbildungsfreibetrag betreffen.

Therapie des Trockenen Auges mit topischem Ciclosporin A

Das Konzept der antiinflammatorischen, immunmodulatorischen Therapie der Keratokonjunktivitis sicca steht nach wie vor im Zentrum der kausalen Therapieansätze. Bisher standen hauptsächlich topische und systemische Steroide zur Verfügung, die jedoch das Risiko von schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen beinhalten. Die Suche nach Substanzen mit geringeren Nebenwirkungen und kausalen Wirkmechanismen führte zur Lokaltherapie mit Ciclosporin A. Dr. Christina Jacobi und Prof. Dr. Friedrich E. Kruse (Erlangen) stellen unter anderem eigene Studienergebnisse vor, die Rückschlüsse auf eine Reduktion inflammatorischer Prozesse auf der Augenoberfläche zulassen.

Trockenes Auge und Feinstaub

Die Ursachen für das Trockene Auge sind mannigfaltig. Als mitverantwortlich für die Zunahme des Sicca-Syndroms in den letzten Jahren werden auch belastende Umweltfaktoren gesehen. In Studien der Universitäts-Augenklinik Graz (Österreich) wurde untersucht, ob der als gesundheitsschädigend bewertete Feinstaub ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Zusammensetzung der menschlichen Tränenflüssigkeit und auf die Aktivität der Bindehautzellen hat und somit für die Entstehung des umweltinduzierten Trockenen Auges mitverantwortlich sein kann. Dr. Dieter F. Rabensteiner, Priv.-Doz. Dr. Jutta Horwath-Winter und Prof. Dr. Otto Schmut erörtern die Studienergebnisse.

Lipidmediatoren angiogener Retinaerkrankungen

Sowohl für die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) als auch die Frühgeborenenretinopathie und diabetische Retinopathie wurde eine Assoziation mit Dysregulationen im Lipidstoffwechsel nachgewiesen. Dennoch ist über die genaue Rolle von Lipidmediatoren bei der Entstehung und vor allem die der potentiellen Behandlung angiogener Retinaerkrankungen derzeit noch wenig bekannt. Dr. Andreas Stahl (Freiburg) erläutert vorliegende grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse sowie Ergebnisse eigener Forschungsarbeiten zu Lipidmediatoren.