Aus der aktuellen Ausgabe

XXV. Jahrestagung der JHG (Teil 1)

Jubiläumstagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Wien
Die 1986 gegründete ophthalmohistorische Julius-Hirschberg-Gesellschaft mit rechtlichem Sitz in Wien veranstaltete in den vergangenen Jahren insgesamt 24 jährliche wissenschaftliche Zusammenkünfte: in Wien (1987 und 1993), Ingolstadt, St. Gallen, München, Dresden, Brüssel, Potsdam, Ittingen, Mannheim, Leiden, Innsbruck (1996 und 2004), Berlin, Bern, Hamburg, Weimar, Luxemburg, Würzburg, Straßburg, Halle, Salzburg, Heiden und 2010 in Köln. Das 25. Treffen der Julius-Hirschberg-Gesellschaft fand vom 7. bis 9. Oktober 2011 zum dritten Mal wieder am Sitz der Gesellschaft in Wien statt. Dr. Sibylle Scholtz fasst die Tagungsinhalte zusammen.

Migräne- und Kopfschmerzbehandlung durch Augenlaser

Augenlaserakupunktur und Cephlas-Verfahren mittels YAG-Laser
Das so genannte Cephlas-Verfahren stellt eine Möglichkeit der Behandlung von Kopfschmerzen direkt über die Augen mit Laser dar. Dr. Peter Höh (Karlsruhe) erläutert den von ihm entwickelten Ansatz einer Augenlaserakupunktur, der darauf basiert, dass bei Kopfschmerzpatienten auf der Iris Punkte mit erhöhter Empfindlichkeit existieren und bei einigen davon eine Schmerzweiterleitung, die die Kriterien eines Triggerpunktes erfüllt, so dass es zu einem ipsilateralen Schmerzrückganges während der Laserprozedur kommen kann.

Die nahtlose Amnionmembrantransplantation

Entwicklung einer neuen Transplantationsmethode mittels Amnionring
Die Amnionmembrantransplantation ist eine seit den 1940er Jahren entwickelte Methode, die sehr effektiv bei der Behandlung von Erkrankungen der Hornhautoberfläche ist. Die chirurgische Aufnähung der Amnionmembran stellt eine zusätzliche Beeinträchtigung der Augenoberfläche dar, die durch die Verwendung eines Amnionhalters beseitigt werden könnte. In Kooperation mit Polymer-Forschern wurde eine Halterung für das Einspannen von Amnionmembranen in einen Ring entwickelt, der nahtlos auf die Augenoberfläche gesetzt werden kann. Prof. Dr. Katrin Engelmann Ilya Kotomin, Dr. Andreas Knipper und Prof. Dr. Carsten Werner stellen die neue Methode vor und berichten über einen in der Augenklinik des Klinikum Chemnitz durchgeführten Heilversuch, der eine gute Verträglichkeit bestätigte.

Unterschiede im Beschwerdebild von Patienten mit trockenem Auge

Rheumatische Grunderkrankungen versus Graft-versus-Host-Erkrankung
Am Interdisziplinären Uveitiszentrum der Universitäts-Augenklinik Heidelberg werden seit 2008 Patienten mit trockenem Auge bedingt durch Systemassoziationen – vor allem bei Zustand nach Chemotherapie bei maligner Grunderkrankung, bei Patienten mit rheumatoider Grunderkrankung und Patienten mit chronischer Graft-versus-Host-Disease – betreut. Dr. Eva Jakob, Ines Metzger, Dr. Barbara Lorch, Brigitte Mann, Elisabeth Mertz und Dr. Friederike Mackensen (Heidelberg) fassen Ergebnisse einer retrospektiven Studie zu unterschiedlichen Beschwerden im Krankheitsbild entsprechend der verschiedenen Grunderkrankungen zusammen.

Serie Auge und Sehen: Messingbrille

Serie zur Sammlung Roth
Lesebrillen aus Messing waren im 18. und 19. Jahrhundert Massenware. Das Material war gegenüber Holz, Leder oder Kupfer zwar schwerer zu bearbeiten, das stabile Gestell hielt dafür aber über Jahrzehnte. Solche Brillen wurden über mehrere Generationen hin immer wieder weitergegeben. Die noch recht dicken Gläser hatten bereits eine Einheitsstärke von 2 bis 3 Dioptrien. Die Bügel reichten inzwischen schon bis zu den Ohren, eine Schnur sicherte das Gestell gegen das Abrutschen. Diese Brille stammt aus der Zeit um 1780, sie wurde in einem Antiquitätengeschäft in Wien erworben.

Selbstquellende Hydrogelexpander zur Behandlung von Mikrophthalmus und Anophthalmus

Beim klinischen Anophthalmus führt die begleitende Hypoplasie der knöchernen Orbitastrukturen zu einer Reduktion des Orbitavolumens. Liegt keine Prothesenfähigkeit vor, werden selbstquellende hochhydrophile Hydrogelexpander eingesetzt, um eine allmähliche Aufdehnung der Lid- und Orbitastrukturen zu erzielen. Prof. Dr. Michael P. Schittkowski (Göttingen) erläutert das Vorgehen zur Aufdehnung des Bindehautsackes (Prothesenfähigkeit) und Stimulation eines normalen Orbitawachstums.

Fall: „Letzte Wiese“ Sehnerv

Wie aus einem einfachen Niesen ein neurologischer Notfall wurde
Die Dissektion der Arteria carotis interna ist ein neurologischer Notfall, da sie eine häufige Ursache für zerebrovaskuläre Ereignisse bei jungen Patienten ist. Inger Lüdeke, Priv.-Doz. Dr. Jürgen Eggers und Priv.-Doz. Dr. Matthias Lüke berichten über den ungewöhnlichen Fall eines Mannes, der sich zwei Tage nach einer Niesattacke mit anhaltender Visuseinschränkung vorstellte und zunächst mit dem Verdacht auf eine nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (AION) zur weiteren Diagnostik stationär aufgenommen wurde.

RDK-Lösungen für die -Kontaktlinsenpflege

Vergleich von Testmethoden zur Überprüfung der Augenverträglichkeit (Teil 3)
Aus Gründen der Sparsamkeit und Praktikabilität werden von Kontaktlinsenträgern, vor allem seit Einführung der Silikonhydrogellinsen, mehr und mehr Reinigungs-Desinfektions-Kombinations-Lösungen (RDKL) bevorzugt.
Dr. Dieter Schnell (Ruppichteroth) hat einige Testmethoden zur Überprüfung der Augenverträglichkeit von RDK-Lösungen einem Vergleich unterzogen und stellt seine Erkenntnisse vor. Im dritten und letzten Teil geht er im speziellen auf die Untersuchungsmethoden des Optometristen Gary Andrasko ein.

Serie Auge und Sehen: Augenärztliches Operationsbesteck

Serie zur Sammlung Roth
Bereits früh in der Geschichte der Menschheit dürfte man schon gewusst haben, dass die Eintrübung der Augenlinse ein Grund für eine Abnahme der Sehfunktion war. Der weiße Reflex hinter der Pupille fiel beim Erblindeten auf, sein „starrer Blick“ führte zu dem in der deutschen Sprache heute allgemein gebräuchlichen Namen „grauer Star“ für das Krankheitsbild.

Interview mit Prof. Dr. Daniel Mojon zum miESC-Kongress 2012

Innovativer Austausch zur minimalinvasiven Ophthalmochirurgie
Am 14. und 15. Januar tagt in St. Gallen erstmals ein Kongress zur minimalinvasiven Ophthalmochirurgie: Der miESC 2012 (minimally invasive Eye Surgery Congress) präsentiert sich mit einer neuen Kongressstruktur, die einen Austausch in innovativer Form zwischen augenärztlichen Entwicklern, Augenärzten, universitären Forschungs-gruppen und Industrie erlauben soll. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Dr. Daniel Mojon, der, gemeinsam mit Priv.-Doz. Siegfried Priglinger, Initiator des Kongresses ist.