Aus der aktuellen Ausgabe

Serie Auge und Sehen: Warnung vor übertragbarer Augenentzündung

Serie zur Sammlung Roth
Es sind nicht nur Gegenstände wie Sehhilfen, Untersuchungs­geräte oder Rezepturen, die dem Medizinhistoriker einen Einblick in die Vergangenheit der Augenheilkunde geben, sondern es sind auch schriftliche Zeugnisse wie Bücher, wissenschaftliche Abhandlungen oder Dissertationen, die uns von den Krankheiten des Auges, ihren Symptomen oder ihren Behandlungsmethoden berichten. Mitteilungen über ansteckende Erkrankungen, vor allem aber über Krankheiten des Auges, fiden sich dagegen in der Laienpresse der letzten Jahrhunderte nur selten.

Vorderabschnittskomplikationen durch Glaskörperersatzmaterialien

Die Vitrektomie, als häufigste chirurgische Technik der Netzhaut- und Glaskörperchirurgie, wurde bezüglich Instrumentation sowie Beleuchtung und Mikroskopie für den verbesserten Einblick in den letzten beiden Jahrzehnten wesentlich verbessert. Auch die Entwicklung und der häufige Gebrauch von Glaskörperersatzmaterialien haben die Netzhautchirurgie sicherer gemacht und die anatomischen und funktionellen Ergebnisse verbessert. Prof. Dr. Peter Wiedemann (Leipzig) beschreibt die Eigenschaften und die klinischen Indikationen der verwendeten Stoffe sowie mögliche Komplikationen am Augenvorderabschnitt.

Fallbericht: Keratoplastik bei Morbus Bowen

Morbus Bowen, auch als Konjunktivale intraepitheliale Neoplasie (CIN) oder conjunctiva-cornea intraepitheliale Neoplasie (CCIN) bekannt, ist ein intraepitheliales Carcinoma in situ, das vorwiegend am Limbus corneae zu finden ist. Es betrifft häufiger Männer als Frauen und tritt überwiegend ab dem 40. Lebensjahr auf. Zu den ätiologischen Faktoren zählen UV-Strahlung, chemische Stoffe (Arsen) und Viren (HPV). Vivian Jensen-Blunk, Angela Ehmer und Priv.-Doz. Dr. Anja Liekfeld berichten über den Fall einer 51-jährigen Patientin, die sich bereits 2003 mit Photophobie und Schmerzen erstmalig im Klinikum Ernst von Bergmann (Potsdam) vorstellte und zunächst mit Verdacht auf Keratitis metaherpetica behandelt wurde.

Kataraktoperation zur Augendruckregulation bei Winkelblockglaukom

Patienten mit einem Winkelblockglaukom zeigen häufig auch eine lentogen bedingte Kammerwinkeleinengung verursacht durch eine vermehrte Linsendicke. Zur Augendruckregulation steht neben der primären YAG-Iridotomie insbesondere auch die frühzeitige Kataraktoperation mit IOL-Implantation zur Verfügung. Diese bewirkt häufig eine Vertiefung der Vorderkammer und gleichzeitig eine Optimierung des Kammerwasserabflusses. Zumeist kann mit diesen Maßnahmen schon eine deutliche Augeninnendrucksenkung erreicht werden. Prof. Dr. Jens Dawczynski (Leipzig) erläutert die Kataraktoperation zur Augendruckregulation bei Winkelblockglaukom.

Fehlervermeidung bei Kataraktoperationen

Auswertung von Daten der Gutachterkommission Nordrhein
Die Auseinandersetzung mit Behandlungsfehlern kann zur Qualitätsverbesserung in der eigenen Praxis beitragen. Anhand einer Analyse der bei der Gutachterkommission Nordrhein festgestellten Einzelfehler und Vorwürfen soll aufgezeigt werden, worauf Zuweiser, Operateure und Anästhesisten sowie Nachbehandler achten sollten. Augenarzt Dr. Georg Niepel (Stolberg) und die Mitarbeiterin der Gutachterkommission Dr. Beate Weber (Düsseldorf) stellen die ausgewerteten Daten vor und erörtern die Vermeidung von Behandlungsfehlern im Umfeld der Kataraktoperation.

Vorteile der Laser-Refraktiven-Kataraktchirurgie

Erste Erfahrungen und Ausblick auf zukünftiges Potenzial – Eine Stellungnahme
Der Einsatz des Femtosekundenlasers im Rahmen einer Kataraktoperation ist ein viel versprechendes neues Verfahren, das ein sicheres und exaktes Vorgehen ohne Messer ermöglicht: eine präzise Kapsulorhexis, die Präparation der Inzisionen, die präzise Astigmatismuskorrektur durch bogenförmige Schnitte sowie bei mäßiger Kernhärte die vollständige Kernemulsifikation und bei harten Kernen die Kernzerteilung. Bei weichen Kernen ist nur noch eine Absaugung erforderlich, bei harten Kernen verkürzt sich die erforderliche Phakozeit. Bedeutet der Einsatz einen Umbruch in der Linsenchirurgie? Prof. Dr. Michael Knorz (Mannheim) bezieht zu dieser Frage Stellun

XXV. Jahrestagung der JHG (Teil 2)

Jubiläumstagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Wien
Im zweiten Teil des zusammenfassenden Berichtes zur Jahrestagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft, die anlässlich ihrer Jubiläumsfeier nach Wien, dem Sitz der Gesellschaft, geladen hatte, berichtet Dr. Sibylle Scholtz über die referierten Themen, zu deren Bandbreite unter anderem auch ein Plagiatsstreit zwischen Kataraktchirurgen und Adolf Hitlers okuläre Giftgasverletzung gehörten.

Erhöhter Zentralvenendruck als Risikofaktor für Glaukomschaden

In der Praxis finden sich immer wieder Patienten, bei denen es trotz niedrigem Augeninnendruck und ausreichendem Perfusionsdruck zu einer Einschränkung des Gesichtsfelds kommt. Arbeiten aus den letzten Jahren weisen darauf hin, dass sich zumindest bei einigen Patienten eine solche Entwicklung durch einen erhöhten Zentralvenendruck erklären lassen könnte. In einer Studie an der Universitäts-Augenklinik Dresden wurde der Perfusionsdruck am Auge bei Glaukompatienten und Gesunden mit zwei unterschiedlichen Formeln berechnet: Neben der Standardformel wurde der Druck in der zentralen Netzhautvene in mmHg zur Berechnung des Perfusionsdrucks gemessen. Dr. Michael Haustein, S. Ventzke, Prof. Dr. rer. nat. Eberhard Spörl, Prof. Dr. Lutz E. Pillunat und Prof. Dr. Richard Stodtmeister stellen die Studienergebnisse vor und erörtern den erhöhten Zentralvenendruck als Risikofaktor für Glaukomschaden.

Altbewährte und innovative Therapie der Volkskrankheit Blepharitis

Das Stufenschema für die Augenarztpraxis
Als häufigste Ursache der hinteren Blepharitis wird die Meibomdrüsendysfunktion angesehen, die gegenwärtig vor allem in Bezug mit dem (hyperevaporativen) Trockenen Auge vermehrt in den Vordergrund tritt. Aufgrund des progredienten Charakters der Erkrankung, die initial meist asymptomatisch verläuft, kann im Spätstadium eine Therapieresistenz durch eine irreversible Atrophie der Meibomdrüsen auftreten. Zur Prävention einer fortschreitenden MGD ist die frühzeitige Diagnose und Behandlung empfehlenswert. Dr. Nicole Zimmermann und Prof. Dr. Carl Erb (Augenklinik am Wittenbergplatz, Berlin) fassen die Therapieoptionen, die sich anhand der MGD-Stadien in Form eines Stufenschemas orientieren, zusammen. Die Empfehlungen der nächsthöheren Stufe sind immer als zusätzliche Maßnahme zu den Therapieoptionen der vorherigen Stufe zu verstehen. Zusätzlich werden konkrete Präparate-Empfehlungen gegeben und insbesondere sinnvolle Kombinationen beschrieben.

Serie Auge und Sehen: Römische Augenperle

Serie zur Sammlung Roth
Die hier gezeigte Augenperle stammt aus einer Ausgrabung aus dem Stadtgebiet des frühchristlichen Konstantinopel, dem Zentrum des heutigen Istanbuls. Sie wird in das 4. Jahrhundert nach Christus datiert. Insgesamt drei Mal wiederholt sich auf der iridisierten, grün schimmernden Glaskugel das Augenmotiv. Wie man die kleine Kugel auch dreht, immer schaut eines der Augen auf den Betrachter.