Aus der aktuellen Ausgabe

Kontrast- und/oder Dämmerungssehen?

Zur Einführung des Kontrastsehtests in die Fahrerlaubnisverordnung
Seit dem 1. Juli muss bei allen Führerscheinen der Gruppe 2 und bei augenärztlichen Gutachten auch für die kleineren Fahrzeuge das Kontrast- oder Dämmerungssehen geprüft werden. Sowohl Augenärzte als auch die an der Begutachtung beteiligten Betriebsärzte sehen sich der Herausforderung gegenüber, den idealen Grenzwert sowie das ideale Testverfahren zu finden. Prof. Dr. Helmut Wilhelm (Tübingen) diskutiert Grenzwerte, Geräte und Messverfahren, zeigt Fallstricke und Herausforderungen für den Untersucher auf.

Entwicklung neuer Cyanfarbstoffe für die Makulachirurgie

Selektive Anfärbung intraokularer und epiretinaler Strukturen ohne toxische Nebenwirkungen
Die Lamina limitans interna (ILM) ist eine wichtige Zielstruktur im Rahmen vitreoretinaler Eingriffe zur erfolgreichen Behandlung traktiver Makulopathien wie dem Makulaforamen oder der epimakulären Membran. Um die ILM zu kontrastieren und damit einer operativen Beseitigung zugänglicher zu machen, wurden selektive Farbstoffe wie Indocyaningrün und Brilliantblau entwickelt. Ziel eines interdisziplinären Forschungsprojektes der Abteilung für Experimentelle Ophthalmologie der Universität Tübingen, der Abteilung Chemie der Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Augenklinik der LMU in München war die Entwicklung und Erprobung neuer Farbstoffe, die eine gezielte und selektive Anfärbung intraokularer und epiretinaler Strukturen ermöglichen und keine toxischen Nebenwirkungen aufweisen sollen. Prof. Dr. Christos Haritoglou (München) stellt die neuen Ansätze vor.

Ultrahochgeschwindigkeits-­Weitfeld-OCT

Bei allem technischen Fortschritt schaffen es derzeit verwendete OCT-Systeme noch nicht, einen weiten Bildausschnitt des hinteren Augenabschnittes darzustellen. Nach wie vor müssen dehalb für Pathologien an unterschiedlichen Stellen jeweils unterschiedliche Scan-Protokolle verwendet werden. Dr. Lukas Reznicek, Priv.-Doz. Dr. Marcus Kernt, Thomas Klein, Wolfgang Wieser, Dipl. Phys. Christoph M. Eigenwillig, Benjamin Biedermann, Dr. Robert Huber, Prof. Dr. Anselm Kampik und Priv.-Doz. Dr. Aljoscha Neubauer stellen mit dem Swept Source Fourier Domain Mode Locked (FDML)-OCT eine weiterführende Entwicklung eines nichtinvasiven Ultrahochgeschwindigkeits-Weitfeld-OCTs vor.

Toxische Netzhautschäden durch Chloroquin

Vergleich des Risikoprofils erkrankter und gesunder Anwender
Hydroxychloroquin und Chloroquin werden als Basistherapeutika rheumatischer Erkrankungen eingesetzt. Anhand des Vergleichs von Patienten, die unter der Therapie mit Chloroquin einen Netzhautschaden entwickelt haben und solchen, die diesbezüglich gesund geblieben sind, lassen sich Rückschlusse auf die Relevanz einzelner Risikofaktoren eruieren. Dr. Richard Bergholz (Berlin) hat das Risikoprofil erkrankter und gesunder Anwender gemäß der aktuellen AAO-Leitlinien verglichen und erläutert den Stellenwert einzelner Faktoren.

Mikrogliaaktivierung bei ­Netzhautdystrophien

Aktuelle Daten aus Mausmodellen erblicher Netzhautdystrophien weisen darauf hin, dass eine frühe Mikro­glia­­­-reaktion und ihre chronisch latente Aktivierung retinale Apoptosemechanismen und damit eine progrediente Neuro­­degeneration auslösen kann. Intensiv verfolgte Strategien zur molekularen Charakterisierung spezifischer Akti­vie­rungsmechanismen von Mikroglia haben erste erfolgversprechende Ansatzpunkte für immunmodulierende Therapien geliefert. Prof. Dr. Thomas Langmann (Regensburg) stellt die Forschungsergebnisse seiner Arbeitsgruppe vor.

RDK-Lösungen für die ­Kontaktlinsenpflege

Vergleich von Testmethoden zur Überprüfung der Augenverträglichkeit (Teil 2)
Aus Gründen der Sparsamkeit und Praktikabilität werden von Kontaktlinsenträgern, vor allem seit Einführung der Silikonhydrogellinsen, mehr und mehr Reinigungs-Desinfektions-Kombinations-Lösungen (RDKL) bevorzugt.
Dr. Dieter Schnell (Ruppichteroth) hat einige Testmethoden zur Überprüfung der Augenverträglichkeit von RDK-Lösungen einem Vergleich unterzogen und stellt seine Erkenntnisse vor. Im zweiten Teil erläutert er die Ernährung der Hornhaut unter Kontaktlinsen sowie den Schutz vor mechanischen Einwirkungen und Keimen und beleuchtet etwaige Toxizität sowie Tragekomfort von RDK-Lösungen.

Das OCT in der Praxis des niedergelassenen Augenarztes

Ein Anwenderbericht
Mit der Optischen Kohärenztomographie (OCT) steht ein Untersuchungsverfahren zur Verfügung, das retinale Mikrostrukturen in einer noch nie dagewesenen Bildqualität darstellt. Die neue Technologie liefert eine sehr detailgetreue Rekonstruktion der Netzhaut und ermöglicht es dem Arzt auch, seinem Patienten die Erkrankung und den Verlauf anschaulich zu vermitteln. Der besondere Leistungsumfang dieser modernen OCT-Technologie ist mit hohen Anschaffungskosten verbunden, so dass vorwiegend Kliniken und ambulante Zentren und nur wenige Augenarztpraxen über ein solches Gerät verfügen. Dr. Michael Illert (Düsseldorf) berichtet über seine Erfahrung mit einem kompakten und portablen OCT für den niedergelassenen Augenarzt.

Serie Auge und Sehen: Die ersten Skleralschalen

Serie zur Sammlung Roth
Die Erfindung der Kontaktlinse reicht gerade in das Jahr 1888 zurück. In dieser Zeit entwickelte Eugen Fick die so genannte Kontaktbrille, die später als Kontaktschale, Haftschale oder Skleralschale bezeichnet wurde. Parallel zu dieser Entwicklung gelang es Artur Müller, im Zentrum dieser Schalen eine optische brechende Zone einzuschleifen, um so zum Beispiel eine Myopie auszugleichen. Er nannte seine Gläser Hornhautlinsen.

60. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte in Neubrandenburg

„Augenheilkunde in der Manege“
Zur 60. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte hatte in diesem Jahr Prof. Dr. Helmut Höh, Chefarzt der Augenklinik des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums in Neubrandenburg, Ende Juni nach Neubrandenburg eingeladen. Rund 240 Teilnehmer folgten der Einladung zur Tagung, die unter dem Titel „Augenheilkunde in der Manege“ einen originellen Vortragsraum gewählt hatte: Während die Wetlabs und Kurse in der angrenzenden Stadthalle angeboten wurden, präsentierten die Referenten ihre Vorträge in einem lichtundurchlässigen Zirkuszelt. Dr. Udo Hennighausen (Heide) berichtet über die Tagung.