Aus der aktuellen Ausgabe

Nichtentzündliche Hornhauterkrankungen

Differenzialdiagnostische Entscheidungswege und therapeutische Möglichkeiten
Bei jeder Hornhautpathologie muss zunächst entschieden werden, ob ein entzündliches (insbesondere infektiöses) oder nichtentzündliches Geschehen vorliegt. Definitionsgemäß gehen nichtentzündliche Keratopathien primär mit einem „weißen Auge“ ohne konjunktivale Injektion und ohne Vorderkammerreizzustand einher und es finden sich primär keine kornealen Neovaskularisationen. Prof. Dr. Berthold Seitz, FEBO, (Homburg/Saar) zeigt im Folgenden differenzialdiagnostische Entscheidungswege bei nichtentzündlichen Hornhauterkrankungen sowie therapeutische Möglichkeiten auf.

Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft in Aachen

Austausch zwischen experimentellen und klinischen Retinologen
Am 17. und 18. Juni fand im Technologiezentrum am Europaplatz in Aachen die 24. Jahrestagung der Retinologi-schen Gesellschaft statt, zu der Grundlagenforscher und Retinologen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden sowie weiteren europäischen Ländern anreisten. Insgesamt 62 Vorträge bunt durch die Retinologie verteilt, mit einem hohen Anteil grundlagenorientierter Forschungsbeiträge, luden ein zu einer konstruktiven Kommunikation zwischen Klinikern und Wissenschaftlern über ein weites Spektrum der experimentellen sowie klinischen Retinologie. Im Tagungsprogramm wurden weiterhin die aktuellen Aspekte der intraokularen Pharmakotherapie im Rahmen eines IVOM-Zertifizierungskurses aufgearbeitet. Ein Beitrag von Dr. Antonis Koutsonas (Aachen).

Ergebnisse der Umfrage 2010 von BDOC, BVA, DGII und DOG

Aktuelle Trends in der ambulanten Intraokularchirurgie
Jedes Jahr werden von der DGII in Zusammenarbeit mit dem BVA und BDOC, diesmal auch von der DOG mitgetragen, Fragebögen an alle deutschsprachigen Ophthalmochirurgen zum Operationsverhalten versandt. Ausgewertet wurde der Rücklauf in diesem Jahr von Prof. Dr. Martin Wenzel (Trier), Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg), Prof. Dr. Thomas Kohnen (Frankfurt), Dr. Armin Scharrer (Fürth), Dr. Kaweh Schayan-Araghi (Dillenburg) und Dr. Johannes Klasen (Dillenburg). Einige Ergebnisse werden in dieser Ausgabe vorgestellt.

Methoden zur Quantifizierung von Nachstar

Klinisch werden zwei unterschiedliche Arten von Nachstar differenziert: Zum einen der fibrotische und zum anderen der häufiger auftretende, regeneratorische Nachstar, der die Hauptursache für einen Visusverlust nach der Implantation einer Kunstlinse darstellt. Dr. Nino Hirnschall und Prof. Dr. Oliver Findl erläutern die Entstehung des regeneratorischen Nachstars und stellen zwei Messmethoden zur Quantifizierung vor.

Meibomdrüsendysfunktion

Lipidmangel und Trockenes Auge – Neue Optionen für Diagnostik und Therapie
Das Trockene Auge ist eines der häufigsten Krankheitsbilder in der ophthalmologischen Praxis und bietet diagnostische und therapeutische Herausforderungen. Nach neueren Erkenntnissen beruht es überwiegend auf einem Mangel der Lipidphase des Tränenfilms durch eine Verstopfung der Öl produzierenden Meibomdrüsen im Augenlid. Diese Meibomdrüsendysfunktion ist chronisch-diffus und primär nichtentzündlich, führt aber, neben der Symptomatik eines evaporativen Trockenen Auges, zu einer verborgen fortschreitenden Drüsenzerstörung mit Funktionsverlust. Prof. Dr. Erich Knop und Dr. Nadja Knop (Berlin) erläutern die Bedeutung einer rechtzeitigen Diagnose und effizienten Therapie.

Serie Auge und Sehen: Praxis-Phiolen

Serie zur Sammlung Roth
Nicht nur die Erfindung des Augenspiegels im Jahr 1851 beeinflusste als wichtiges diagnostisches Instrument den Weg der Augenheilkunde zum eigenen Fachgebiet, sondern es waren auch die Chemie und Pharmazie, welche in diesen Jahren die Entwicklung der Ophthalmologie förderten. So gab es in der Mitte des vorletzten Jahrhunderts noch nicht einmal ein Dutzend Medikamente zur Anwendung am Auge, gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts hatte sich ihre Zahl bereits vervielfacht.

Fall: Seltene Ursache einer einseitigen Protrusio

Der solitäre fibröse Tumor ist eine seltene mesenchymale Neoplasie mit meist benignem Wachstumsverhalten. Dr. Susanne Kaskel-Paul und Maria José García Velasco schildern den Fall einer 35-jährigen Patientin, die sich mit einem seit etwa vier Monaten bestehenden schmerzlosen linksseitigen massiven Exophthalmus, einer Visusminderung und Doppelbildern beim Blick nach oben an der Augenklinik am Klinikum Lüdenscheid vorstellte.

Interview mit Prof. Dr. Thomas Reinhard zum DOG-Kongress 2011

“Herausforderung, aber vor allem auch große Chance”
„Herausforderungen in der Augenheilkunde“ lautet das Thema der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Traditionell wird in Berlin getagt und nachdem der letztjährige DOG-Kongress im Rahmen des frühsommerlich tagenden WOC stattfand, kehrt er nun mit herbstlichem Termin (29. September bis 2. Oktober) wieder ins gewohnte Fahrwasser zurück. Neu hingegen ist die Programmgestaltung der diesjährigen Tagung. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem amtierenden DOG-Präsidenten Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg) über die Neuerungen im Programm und Herausforderungen des Faches.

Das europäische Facharztexamen

Um europaweit die ophthalmologischen Ausbildungsprogramme zu standardisieren und jungen Ophthalmologen eine kontinuierliche medizinisch hochwertige Ausbildung zu ermöglichen, wurde 1995 das vom European Board of Ophthalmology (EBO) getragene europäische Facharztexamen etabliert. Daniel M. Handzel, FEBO (Fulda), erläutert die Anforderungen an die EBO-Absolventen sowie die Akzeptanz der Prüfung auf nationaler Ebene.

Vor- und Nachteile der 23- und 25-Gauge-Vitrektomie

Die moderne Mikroinzisionschirurgie mit nahtfreien 23- und 25-Gauge-Instrumenten hat sich nach kontinuierlichen Weiterentwicklungen in den letzten Jahren mittlerweile für einen breiten Anwendungsbereich etabliert. Dennoch zeigen beide Vitrektomietechniken Vor- und Nachteile, so dass die Wahl des entsprechenden Systems von der jeweiligen Anwendung abhängt. Dr. Ullrich Weissmantel (Fürth) diskutiert die Unterschiede der beiden Systeme.